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Dresdens Verkehrspolitik ist mehr als peinlich“

Man wird durch die Stra­ßen Dres­dens spa­zie­ren und es wird auf­fal­len, wenn plötz­lich ein Auto vor­bei­fährt. Man wird mehr Kin­der auf den Stra­ßen spie­len se­hen und äl­tere Men­schen wer­den auf Bän­ken die Ruhe ge­nie­ßen. Es wird grü­ner sein und man kann gu­ten Ge­wis­sens tief Luft ho­len.“ So schil­dert Stu­dent Karl Lampke seine Zu­kunfts­vor­stel­lung der Stadt Dresden.

Karl Lampke von Verkehrswende Dresden will eine mutige Verkehrspolitik.
Karl Lampke von Ver­kehrs­wende Dres­den will eine mu­tige Verkehrspolitik.

Karl Lampke ist Pres­se­spre­cher des Bünd­nis' "Ver­kehrs­wende Dres­den". Die­ses Bünd­nis ruft für nächs­ten Mon­tag, den 15. April ei­nen krea­ti­ven Ak­ti­ons­tag aus und ver­an­stal­tet selbst eine Demo. Der Zu­sam­men­schluss aus Um­welt­or­ga­ni­sa­tio­nen, Par­tei­mit­glie­dern, Ver­kehrs­bünd­nis­sen und Ak­ti­ven for­dert ein Um­den­ken in der Dresd­ner Ver­kehrs­po­li­tik hin zu kli­ma­neu­tra­ler Mo­bi­li­tät und nach­hal­ti­ger Lebensqualität.

Wie könnte die Carolabrücke ohne Autos aussehen?

Der De­mo­zug star­tet am Mon­tag um 15.30 Uhr auf dem Jorge-Go­mon­dai-Platz. Von 16 bis 17 Uhr ver­bleibt der De­mo­zug auf der Ca­ro­l­a­b­rü­cke und will dort fa­mi­li­en­freund­lich die Brü­cke um­nut­zen. „Bringt al­les mit, was ihr lie­ber auf den Stra­ßen hät­tet als Pri­vat­wä­gen: Schau­kel­stühle, Sei­fen­bla­sen, Mu­sik­in­stru­mente“, kün­digt der Flyer an. 

Carolabrücke, im Hintergrund das Sächsische Staatsministerien für Finanzen und Kultus
Ca­ro­l­a­b­rü­cke, im Hin­ter­grund das Säch­si­sche Staats­mi­nis­te­rien für Fi­nan­zen und Kultus
„Wir fra­gen, wie könnte die Brü­cke ge­nutzt wer­den, wenn es dort keine pri­va­ten Au­tos gäbe“, er­klärt Karl Lampke. „Die Brü­cke ist mo­men­tan nur Tran­sit­raum , ob­wohl es doch ein schö­ner Platz ist, den man mit Le­ben be­fül­len kann.“ Für ihn ist die Brü­cke ein Pa­ra­de­bei­spiel der rück­wärts ge­wand­ten Stadt­po­li­tik. Die Fahr­rad­strei­fen seien zu schmal für so viele Radfahrer*innen.
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Am Montagnachmittag wird die Brücke anders aussehen

Pick­nick­de­cken sol­len aus­ge­rollt wer­den, das Küfa-Kol­lek­tiv "Black Wok" sorgt für den klei­nen Ap­pe­tit und die Dresd­ner De­mo­band „en­sem­ble in­croya­ble“ lädt zum Tan­zen ein. Die Stadt­ver­wal­tung Dres­den teilte des­halb mit, dass die Fahr­bahn der Ca­ro­l­a­b­rü­cke in Rich­tung Alt­stadt für den Kraft­ver­kehr zeit­weise nicht be­fahr­bar sein wird. Ver­kehrs­wende Dres­den rät: Lie­ber Mit­ma­chen statt im Stau stehen.

Die Forderungen des Bündnisses

  • Keine pri­va­ten PKW im städ­ti­schen Raum.
  • Null Treib­haus­gas­emis­sio­nen aus dem Ver­kehrs­sek­tor bis 2025.
  • Gut aus­ge­bau­ter und kos­ten­lo­ser ÖPNV.
  • Si­che­res und flä­chen­de­cken­des Radwegenetz

Eine au­to­zen­trierte Stadt­po­li­tik ist für sie lang­fris­tig nicht hin­nehm­bar. „Sie ist teuer, aus­gren­zend ge­gen­über Kin­dern und äl­te­ren Men­schen, schmut­zig, laut und nicht gut fürs Klima. Au­ßer­dem ver­braucht sie eine Menge Platz, den man an­ders nut­zen könnte“, er­klärt Karl Lampke. Er ver­weist auf eine Sta­tis­tik vom Um­welt­bun­des­amt, laut der fast 18 Pro­zent der deut­schen Treib­haus­gas­emis­sio­nen aus dem Ver­kehrs­sek­tor stammen.

Die Verkehrswende bei Fridays for Future. (Foto: Verkehrswende Dresden)
Die Ver­kehrs­wende bei Fri­days for Fu­ture. (Foto: Ver­kehrs­wende Dresden)

Eine bloße Umstellung auf Autos mit Elektroantrieb ist für ihn allerdings keine Lösung.

Der Platz­be­darf für Elek­tro­au­tos ist eben­falls im­mens groß, die Fra­gen der kli­ma­neu­tra­len Strom­erzeu­gung sind bis dato nicht ge­klärt, die Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen für Bat­te­rien sind frag­wür­dig, die Fein­staub­be­las­tung ist durch Brems-und Rei­fen­ab­rieb wei­ter­hin hoch und si­che­rer ist das Elek­tro­auto auch nicht“, stellt Karl Lampke fest.

Statt­des­sen brau­che man nach dem Bünd­nis neue Kon­zepte und Struk­tu­ren, die be­son­ders im städ­ti­schen Be­reich auf öf­fent­li­che Ver­kehrs­mit­tel und das Fahr­rad set­zen. Ein ers­ter Schritt wäre für ihn die kon­se­quente Um­set­zung des 2017 be­schlos­se­nen Rad­ver­kehrs­kon­zepts. Nach Rad­watch Dres­den sind bis­lang erst 5 Pro­zent der Maß­nah­men um­ge­setzt. Da bleibt we­nig Zeit bis 2025, denn bis da­hin sol­len das Kon­zept rea­li­siert sein.

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    Uns geht es nichts per se um die Ver­drän­gung des Au­tos aus der Stadt. Es geht uns eher um den mo­to­ri­sier­ten In­di­vi­du­al­ver­kehr. Das öf­fent­li­che Dienst­leis­tun­gen, wie die Müll­ab­fuhr oder Ret­tungs­trans­por­ter auf das Auto an­ge­wie­sen sind, steht au­ßer Frage.“ Karl Lampke

Der Stu­dent ist ge­spannt auf die Demo und sieht sie als Auf­takt­ver­an­stal­tung für wei­tere Ver­kehrs­wende-Ak­tio­nen. „Un­sere Idole sind Ko­pen­ha­gen, Ams­ter­dam oder auch Ber­lin, sie wa­ren auch mal Au­to­städte – das darf man nicht ver­ges­sen, aber sie ha­ben die Trans­for­ma­tion ge­schafft. Dres­dens Stadt­po­li­tik muss ein­fach mu­ti­ger wer­den, denn die Kon­zepte sind längst da.“

Verkehrswende selber machen:

  • Der De­mo­zug "Ver­kehrs­wende Dres­den" star­tet am Mon­tag, den 15. April um 15.30 Uhr auf dem Jorge-Go­mon­dai-Platz. Von 16 bis 17 Uhr ver­bleibt der De­mo­zug auf der Ca­ro­l­a­b­rü­cke. Da­nach zieht er wei­ter Rich­tung Rat­haus. Ver­kehrs­wende Dres­den ruft zu wei­te­ren krea­ti­ven Ak­tio­nen an die­sem Tag auf.
  • Wei­tere In­fos auf Face­book: www.facebook.com/VerkehrswendeDD
  • In­for­ma­tio­nen zum Rad­ver­kehrs­kon­zept Dres­den: www.radwatch-dresden.de

Voraussichtliche Verkehrseinschränkungen

Am Mon­tag, 15. April 2019, kommt es vor­aus­sicht­lich zwi­schen 16 und 18.30 Uhr zu Ver­kehrs­ein­schrän­kun­gen auf der Al­bert­straße, der Ca­ro­l­a­b­rü­cke und der St. Pe­ters­bur­ger Straße bis zum Rat­haus­platz. Die Fahr­bahn der Ca­ro­l­a­b­rü­cke in Rich­tung Alt­stadt ist in die­ser Zeit für den Kraft­ver­kehr zeit­weise nicht be­fahr­bar. Grund für die Ein­schrän­kun­gen ist der De­mo­zug "Ver­kehrs­wende Dresden". 

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37 Ergänzungen

  1. Noch le­ben wir in ei­nem de­mo­kra­ti­schen Land. Des­halb ist jede noch so gut ge­meinte For­de­rung nur mit de­mo­kra­ti­schen Mit­teln um­setz­bar. Sollte das aber nicht mehr gel­ten zu­künf­tig, sind wir auf dem gu­ten Weg in die DDR. Mo­men­tan nimmt al­les was mit Klima und Ver­kehr zu tun hat hys­te­risch Züge an. Wie möch­ten diese Leute zu­künf­tig le­ben ohne die hier an­säs­sige In­dus­trie. Wie sol­len Men­schen aus dem Zen­trum der Stadt bzw. die­je­ni­gen die auf der an­de­ren Seite woh­nen ihre Ar­beits­stelle er­rei­chen. Sa­gen wir ich wohne hin­ter dem Hbf und ar­beite bei Sie­mens. Mit den öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel ist die Fahrt­zeit enorm. So­lange Dres­den keine U‑Bahn im 5 Mi­nu­ten Takt hat sind sol­che For­de­run­gen nur von Traum­tän­zern die in ih­rer ro­sa­ro­ten Fil­ter­blase le­ben zu er­war­ten. Nicht je­der ist so sport­lich al­les und je­den Weg bei Wet­ter Stich­wort Win­ter mit dem Fahr­rad zu er­le­di­gen. Per­sön­lich halte ich den Kli­ma­wan­del so­wieso für Quatsch. Kli­ma­wan­del wird es auf die­sem Pla­ne­ten im­mer ge­ben. Der Mensch kann die­ses Er­eig­nis ma­xi­mal et­was be­schleu­ni­gen oder ab­brem­sen. Aber nicht in Gang set­zen oder stop­pen. Die nächste kleine Eis­zeit kommt auch. Auch die Ar­gu­mente der Luft­qua­li­tät sind nicht schlüs­sig, da die Le­bens­er­war­tung seit 1950 enorm ge­stie­gen ist. Das be­trifft da­bei Men­schen die noch den zwei­ten Welt­krieg er­lebt ha­ben und die enorme Luft­ver­schmutz­tung der DDR. Frü­her gab es auch im­mer Smok in Dres­den. Man konnte von Gor­bitz aus die gelbe Dunstk­lo­cke im Kes­sel von Dres­den be­ob­ach­ten. Das ist aber nicht mehr so. Ir­gend­wann muss die­ser Öko­wahn auf­hö­ren. Ich bin auch für den Aus­bau vom Nah­ver­kehr. Doch so­lange nach 22:00 die Bah­nen nur al­ler 25 bis 30 Mi­nu­ten fah­ren ist das für Be­su­cher der In­nen­stadt eine Zu­mu­tung. Der Preis ist auch viel zu hoch. Wann kommt das 365€ Jah­res­ti­cket für den ge­sam­ten Ver­kehrs­groß­raum Dres­den. In Wien hat die­ses Ti­cket den In­di­vi­du­al­ver­kehr um 40% ge­senkt. Sol­che An­sätze soll­ten ver­folgt werden. 

    Danke Schnei­der

  2. Der Au­tor Win­fried Wolf weist in ei­nem Ar­ti­kel zur E‑Mobilität, in dem auch an­ge­spro­chene Aspekte Karl Lamp­kes the­ma­ti­siert wer­den, auf ei­nen lei­der(!) zu sel­ten be­ach­te­ten Um­stand der En­er­gie­wende hin:

    "In der Au­to­ge­sell­schaft der Zu­kunft wird die Ab­hän­gig­keit von dem end­li­chen Roh­stoff Öl […] er­gänzt um die Ab­hän­gig­keit von end­li­chen Roh­stof­fen wie Kup­fer, Li­thium, Ko­balt und ver­schie­de­nen Sel­te­nen Er­den. Kriege um Öl wer­den er­wei­tert um Ko­balt-Mi­li­tär­ein­sätze und Lithium-Kriege."
    Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=50701

    Ich wün­sche mir des­halb, dass die (global-)soziale Di­men­sion in­ner­halb die­ser De­batte stär­ker in den Fo­kus ge­rät. Es geht ne­ben kli­ma­neu­tra­ler Mo­bi­li­tät auch um die nach­hal­tige Le­bens­qua­li­tät der Men­schen aus Län­dern mit rei­chen Kupfer‑, Li­thium- und Kobaltvorkommen.
    Wer das von den De­mons­trie­ren­den auch so sieht, fährt im An­schluss (19:00 Uhr) mit dem Rad zu­rück auf den Jorge-Go­mon­dai-Platz zur Mahn­wa­che für Frieden.

  3. Su­dent eben. Braucht es der Worte mehr?
    Vom Le­ben keine Ah­nung, da­von dann aber ganz schön viel.

  4. @Rico:
    Vom Haupt­bahn­hof bis In­fi­neon-Nord (nehme an, das mein­test Du mit Sie­mens) brauchst Du mit der Stra­ßen­bahn oder mit der S‑Bahn zwi­schen 20 und 25 Mi­nu­ten. Mit dem Auto min­des­tens 15 Mi­nu­ten, al­ler­dings nicht im Be­rufs­ver­kehr, da dau­ert es er­heb­lich län­ger. Wäh­rend die­ser Zeit hast Du mit der Stra­ßen­bahn üb­ri­gens Ver­bin­dun­gen im min­des­tens 10 Minuten-Takt.

    Zum 365-Euro-Ti­cket in Wien. Dazu gab es auch er­heb­li­che Ein­schrän­kun­gen für den Au­to­ver­kehr, De­tails hier im Be­richt der Süd­deut­schen Zei­tung. Der Preis al­leine macht es nicht aus, es ist eine Kom­bi­na­tion aus mehr ÖPNV-An­ge­bot und Ein­schrän­kun­gen für den Autoverkehr. 

    Bzgl. Kli­ma­wan­del emp­fehle ich Dir die Stel­lung­nahme der sci­en­tists for fu­ture. Grob ge­sagt: Na­tür­lich gab es im­mer schon Kli­ma­wan­del. Und ja, die Men­schen ha­ben auch nur teil­weise Ein­fluss auf das Klima. Al­ler­dings ist un­ser Ein­fluss im­mer­hin so groß, dass wir selbst oder un­sere Kin­der mit den Fol­gen des von uns ver­ur­sach­ten Kli­ma­wan­dels kon­fron­tiert werden. 

    Die Dunst­glo­cke über dem Dresd­ner Elb­tal sieht man heute üb­ri­gens im­mer noch, nur ist sie nicht mehr so gelb wie früher.

  5. Gu­ten Ak­tion. Lei­der bin ich re­al­ka­pi­ta­lis­tisch Ar­bei­ten­der und kann 15h nicht da­bei sein.

    Man muß sich aber klar ma­chen, daß man die kraft­fah­rende Mehr­heit ab­ho­len und ih­nen den Mehr­wert be­grenz­ten mo­to­ri­sier­ten In­di­vi­du­al­ver­kehrs in der Stadt schmack­haft ma­chen muß. Das ist ein di­ckes Brett.

  6. Das die über­haupt für so eine Demo Zeit ha­ben. Ich dachte, die sind im­mer mon­tags mit dem Fahr­rad in Gör­litz Früh­stücks­eier ho­len. Und brin­gen auf dem Rück­weg ein paar Gra­nit­fuss­weg­plat­ten mit.

  7. Setzt euch doch den gan­zen Tag auf die Brücke.Habt ja sonst nicht's zu tun ,Spin­ner.
    Rollt der Ver­kehr halt wo­an­ders lang muß ja bei Bau­stelle auch gehen.Solange hier so un­ver­schämte Ti­cket­preise für die öf­fent­li­chen ver­langt wer­den werde ich nicht auf's Auto verzichten.

  8. Wenn hier die Ex­per­ten der An­sicht sind zum Fei­er­abend dem Werk­tä­ti­gen die Heim­fahrt zu er­schwe­ren kann man gleich er­ken­nen wie weit da ge­dacht wird. Al­les nette Ideen , aber in Wirt­schafts­kunde wohl Kreide ho­len ge­we­sen (oder mit dem Handy ge­spielt und ne Möhre gekaut) .
    Setzt euch doch ab 0 Uhr auf die Brü­cke . Aber bitte ab 5 Uhr wie­der die Nor­ma­los zu Ih­rer Ar­beit las­sen weil die ja lei­der für die Spin­ner mit­ar­bei­ten müs­sen. Sonst gibt's nichts im Su­per­markt, der Stras­sen­bahn­fah­rer ist auch nicht zum Dienst da und die Müll­ab­fuhr kommt be­stimmt nicht mit dem Fahr­rad­an­hän­ger die Bio­tonne ausleeren.
    Für sol­chen Ak­tio­nen kann man sich als Dresd­ner nur schä­men, sind wir da­für 89 auf die Straße ge­gan­gen und ha­ben eine neue Wirt­schaft aufgebaut …

  9. @Andi DD Du hälst dich also für normal…hahaha… !
    @Anton Lau­ner Muss mich doch sehr wun­dern, dass hier en­ga­gie­rte Leute als un­nor­mal be­zeich­net bzw. (ent­fernt: Siehe Haus­ord­nung) als Spin­ner ti­tu­liert wer­den dürfen. (?)

  10. Gut, dann schaue ich mir doch mal den Flyer an … "Keine pri­va­ten PKWs im städ­ti­schen Raum" … glau­ben die da wirk­lich dran? In Dres­den sind über 200.000 PKW zu­ge­las­sen und diese Zahl steigt jähr­lich. Also wie kommt man zu sol­chen Wunsch­vor­stel­lun­gen? Oder ist es doch ein­fach nur Rea­li­täts­ver­lust? Wenn es darum geht, die Zahl der PKW zu ver­rin­gern (was ich gut finde), dann braucht es da­für sinn­volle Vor­schläge. Mit ir­gend­wel­chen Hirn­ge­spins­ten und Hap­pe­nings kom­men wir da nicht wei­ter. Ja, sich mit den De­tails zu be­schäf­ti­gen, warum es so­viele PKW gibt und wie diese ge­nutzt wer­den, ist na­tür­lich viel un­coo­ler als sich da auf die Brü­cke zu set­zen und da­mit vor­sätz­lich tau­sen­den Mit­men­schen sei­nen Wil­len auf­zwin­gen zu wollen.

    Und spä­tes­tes bei "und bringt al­les mit was ihr lie­ber auf den Stra­ßen hät­tet als Pri­vat­wä­gen: Schau­kel­stühle, Sei­fen­bla­sen, Mu­sik­in­stru­mente…" kann ich diese In­itia­tive über­haupt nicht mehr ernst­neh­men. In­ter­es­sant zu wis­sen wäre auch, wie weit die Wün­sche der Teil­neh­mer und Un­ter­stüt­zer sich mit de­ren ei­ge­nen Ver­hal­tens­wei­sen de­cken. Aber den in­ner­städ­ti­schen Ver­kehr blo­ckie­ren und sich dann gut zu füh­len, weil man "ja was ge­tan hat", recht­fer­tigt ja auch das ei­gene Ver­hal­ten ab­seits die­ser Demo. Und wenn man doch mal dar­über grü­belt, ob man selbst wirk­lich den von an­de­ren ein­ge­for­der­ten Mas­stä­ben ge­recht wird, geht man ein­fach zur nächs­ten Ver­an­stal­tung aus der Ru­brik "Per­for­mance Art in Dres­den" und dann passt und reicht das ja auch.

  11. "Un­sere Idole sind Ko­pen­ha­gen, Ams­ter­dam oder auch Ber­lin, sie wa­ren auch mal Au­to­städte" … ja ge­nau, in Ber­lin gibt es wohl 1,21 Mil­lio­nen PKW, auch seit vie­len Jah­ren ste­tig stei­gend. Ko­pen­ha­gen und Ams­ter­dam schaue ich jetzt nicht nach, auch weil ich über­haupt nicht be­ur­tei­len kann, wel­che Ein­fluss­fak­to­ren es dort für mög­li­che ge­gen­tei­lige Ent­wick­lun­gen (was ja sehr gut wäre!) ge­ge­ben hat. Aber Ber­lin als ehe­ma­lige Au­to­stadt zu be­zeich­nen, ist dann auch schon­wie­der – sorry – Rea­li­täts­ver­lust. Ein­fach mor­gen nach­mit­tag mal mit dem Zug nach Ber­lin fah­ren und kurz schauen, wie so­was in der Rea­li­tät aus­sieht. Die ste­hen da üb­ri­gens jähr­lich 154 Stun­den im Stau, für eine Nicht-Au­to­stadt et­was viel?!

  12. Demo "ja aber bitte nicht zum Fei­er­abend­ver­kehr" klingt mir nach ei­ner ähn­li­chen Lo­gik, wie "Schü­ler­de­mos bitte an Sonn­ta­gen" … wenn es so wäre würde der ganze Sinn von De­mos ad ab­sur­dum geführt …

  13. Über teure Ti­cket­preise jam­mern aber Auto, Öl- und Ver­si­che­rungs­in­dus­trie das Er­sparte in den Ra­chen schmeißen… 

    @Andi DD und sei­nem "sind wir da­für 89 auf die Straße gegangen…"
    Ja habt ihr ja auch ganz toll ge­macht aber jetzt sind die nächs­ten an der Reihe! Die, die nach vorne statt nach hin­ten gu­cken, wahr­schein­lich so wie du damals.

  14. Dass eine De­mons­tra­tion die Welt schlag­ar­tig ver­än­dert ist nicht zu er­war­ten. Eine De­mons­tra­tion kann keine di­rek­ten Lö­sun­gen bie­ten. For­de­run­gen dies­be­züg­lich sind ab­surd. Eben­so­we­nig kön­nen am Rande ei­ner De­mons­tra­tion ge­führte Ge­sprä­che auf­ge­lau­fene Pro­bleme jetzt und so­fort kor­ri­gie­ren. Eine De­mons­tra­tion soll auf die durch Un­ter­las­sung ent­stan­de­nen Fehl­ent­wick­lun­gen hin­wei­sen und Ver­än­de­rungs­pro­zesse anregen.

    Al­leine die Zu­nahme an De­mons­tra­tio­nen der ver­gan­ge­nen Jahre macht deut­lich dass im­mer mehr Men­schen zu im­mer mehr The­men wit­te­rungs­un­ab­hän­gig auf die Straße ge­hen. Dies spricht nicht für die selbst er­nannte Élite des Lan­des. Heute erst durf­ten wir Bür­ger er­fah­ren dass das Bun­des­land Sach­sen seit drei­ßig Jah­ren von Hilfs­gel­dern aus Brüs­sel ab­hän­gig ist. Ist das die Wirt­schafts­kunde von Andi DD? Nach drei Jahr­zehn­ten Kin­der­ar­mut, Al­ters­ar­mut, pre­käre Ar­beits­ver­hält­nisse, eine ka­ta­stro­phale Woh­nungs­markt­po­li­tik und wir brau­chen ei­nen Flugzeugträger?

    An wen wol­len sich die In­di­vi­du­al­ver­kehrs­be­führ­wor­ter in ei­ni­gen we­ni­gen Jah­ren wen­den we­gen des Scha­dens­er­sat­zes? Be­trü­gern auf den Leim ge­gan­gen zu sein ist das eine, ein­zu­ge­ste­hen dass man sich hat täu­schen las­sen et­was völ­lig an­de­res. Da muss so­zia­li­siert wer­den. Hat sich in der Ver­gan­gen­heit im­mer wie­der bewährt.

    Da ich selbst nicht zu die­ser not­wen­di­gen Ver­an­stal­tung kom­men kann nutze ich die­sen Weg den Ak­ti­ven die bes­ten Wün­sche zu­kom­men zu las­sen. Viel Kraft und Durchhaltevermögen.

    Ach ja, be­vor ich es ver­gesse: Eier und Gra­nit­plat­ten wer­den wei­ter­hin lie­fer­bar sein. Fort­schritt lässt sich nicht verhindern.

  15. (ent­fernt, bitte keine Be­lei­di­gun­gen), grüne Traumtänzer..mehr Worte braucht es nicht!

  16. @Jalapeño …

    Naja, die Au­to­fah­rer, die nun in Stau ste­hen wer­den so ganz si­cher von der Idee über­zeugt … Be­son­ders wenn diese be­deu­tend län­ger für den Heim­weg benötigen ;)

    *Ach­tung, ent­hält Ironie

  17. @ Lud­wig um 13:42 Uhr:
    Det sind aber olle Ka­mel­len. Und: Ha­ben Sie ein Co­py­right auf "Stahl­klum­pen der Freudlosigkeit"?

  18. @Nagel
    Ih­ren Traum, möchte ich aber auch nicht tanzen.
    Das eine Ver­kehrs­wende mög­lich ist, zei­gen viele Bei­spiele in ver­schie­de­nen Städ­ten Eu­ro­pas. Aber al­les beim al­ten zu las­sen, ist so viel bequemer.

  19. Wo hat eine sol­che Ver­kehrs­wende statt­ge­fun­den und gibt es dazu kon­krete Beispiele/​Zahlen? Was be­deu­tet über­haupt "Ver­kehrs­wende"?

  20. Hier wer­den wie­der mal Äp­fel und Bir­nen ver­gli­chen, al­lein aber nicht aus­schließ­lich die An­zahl der Stei­gun­gen in Ko­pen­ha­gen und Ams­ter­dam er­klärt warum dort mehr Leute Rad­fah­ren. Und so­lange an­dere Be­tei­ligte, z.B. die Bahn, nicht mit­zie­hen ist diese In­sel­lö­sung für DD sinn­frei. Was sol­len die Leute ma­chen die nach Dres­den pen­deln oder ein­fach mal aus­ge­hen wol­len wenn ihr Dorf vom Zug­ver­kehr ab­ge­schnit­ten wird? Als Bei­spiel seien hier die Pläne der Bahn zwi­schen DD und Zittau/​Görlitz ge­nannt. Und das Ganze für un­glaub­li­che 7 Mi­nu­ten Zeitersparnis…
    Es bringt ein­fach nichts zu sa­gen daß wir Dres­den Au­to­frei ha­ben wol­len… Ich würde es auch be­grü­ßen wenn ich nicht im­mer mit dem Auto fah­ren müsste und da­für ein Bier trin­ken könnte. Wenn ich da­durch, ich rede von nach 20:00 Uhr, aber dop­pelt oder drei­fach so lange nach Hause brau­che und dazu bei Re­gen oder Schnee an ei­ner von Ak­ti­vis­ten, so sagt man doch heute?, ent­glas­ten Hal­te­stelle war­ten soll und mir im ÖPNV laut­starke Ge­sprä­che oder Mu­sik die ich nicht mag an­hö­ren muss, sag ich ach nöö das muss nicht sein.
    Also wer con Ams­ter­dam oder Ko­pen­ha­gen re­det, sollte spe­zi­ell in Ko­pen­ha­gen auch das So­zi­al­ver­hal­ten der Be­woh­ner dort be­rück­sich­ti­gen. Da nervt mich nie­mand mit sei­ner Mugge oder Te­le­fo­na­ten. Dort ist es auch un­cool Bah­nen zu strei­cheln und wer auf die Idee kommt eine Brü­cke mit Lie­ge­stüh­len zu blo­ckie­ren wird mit Si­cher­heit von der dor­ti­gen Po­li­zei nur ein­mal auf­ge­for­dert den Platz zu räumen…
    Nix für un­gut klar ist das sich et­was än­dern sollte. Ich bin der Mei­nung dass da­für ein Ruck durchs Volk ge­hen muss und Ver­bote we­nig hel­fen werden.
    Und an alle Ak­ti­vis­tin­nen*, ich hoffe dass ich alle 58 oder was weiß ich wie­viel Ge­schlech­ter da­mit be­rück­sich­tigt habe, fangt mal an zu­zu­hö­ren und nicht nur Anti-Anti zu schreien! So, isch ha­ben fertig!

  21. Warum wird nicht mas­siv eine güns­ti­gere ÖPNV-Nut­zung ge­for­dert? Wenn dies ge­mein­schaft­lich fi­nan­ziert wird, wer­den auch mehr Men­schen frei­wil­lig auf das Auto ver­zich­ten. Und wenn erst­mal nur teil­weise, stellt sich frü­her oder spä­ter die Frage, warum man über­haupt ein ei­ge­nes Auto be­nö­tigt. Neh­men wir mal an, jede Fahrt kos­tet pau­schal ei­nen Euro, dann ist das ein er­heb­li­ches Ar­gu­ment für die ÖPNV-Nut­zung. Und wie sieht es mit dem Job­ti­cket aus, kann die Stadt da nicht viel­leicht auch et­was Druck auf die Un­ter­neh­men aus­üben, dass man dies häu­fi­ger an­bie­tet? Im Ide­al­fall sollte es so sein, dass die Ar­beit­neh­mer dann da sehr güns­tig den ÖPNV nut­zen kön­nen. Wenn man z.Bsp. nur 20 Euro im Mo­nat da­für be­zahlt, ist ein Auto da wohl im­mer viel teu­rer. Die Idee, dass wir in Grö­ßen­ord­nun­gen mit dem Fahr­rad zur Ar­beit fah­ren, ist ja ganz nett, aber wohl auch un­rea­lis­tisch. Es gibt es Reihe von Ar­beits­we­gen und/​oder Be­ru­fen, wo dies nicht prak­ti­ka­bel ist. Zu­mal es eben auch Tage mit schlech­tem Wet­ter usw. gibt. Da braucht man dann ent­we­der den ÖPNV (d.h. der muss diese Be­las­tung ab­bil­den kön­nen) oder ein ei­ge­nes Auto (schlecht, da es dann na­tur­ge­mäß häu­fi­ger ge­nutzt wird). Gleich­zei­tig kön­nen na­tür­lich gern Rad­wege aus­ge­baut wer­den, aber dann muss es auch "Rad­schnell­stra­ßen usw." ge­ben, weil viele Men­schen da­mit dann nur von A nach B kom­men wollen.
    Man kann auch viel mehr An­woh­ner­park­aus­weise und gleich­zei­tige kos­ten­pflich­tige Nut­zung von Park­plät­zen ein­füh­ren. Auch da­mit wird dann das Auto wie­der un­at­trak­ti­ver und über kurz oder lang wer­den mehr Men­schen frei­wil­lig dar­auf ganz ver­zich­ten. Und diese Gel­der wer­den dann di­rekt für die ÖPNV-Fi­nan­zie­rung verwendet.

    So­weit ei­nige spon­tane Ideen, die si­cher dem Ziel "Ver­kehrs­wende" ganz zu­träg­lich wä­ren. Sind dann auch schon et­was kon­kre­ter und – so meine ich – deut­lich rea­li­täts­nä­her als die For­de­rung nach der Ab­schaf­fung von mehr als 200.000 PKW in­ner­halb von sechs Jahren.

  22. Zieht doch aufs Land, wenn ihr au­to­frei ha­ben wollt.

    So­lange ich mit dem ÖPNV dop­pelt so lange als mit dem Auto be­nö­tige für mei­nen Ar­beits­weg, da wun­dert ihr euch ernst­haft, dass die Leute lie­ber mit dem Auto fahren?

    Im Auto (oder mei­net­we­gen auch auf dem Rol­ler) wird man we­nigs­tens nicht durch ir­gend­wel­che lau­fen­den Groß­raum­dis­kos oder Fei­er­abend­bier-im-Bus-oder-Zug-Säu­fer belästigt…

  23. Und im­mer wie­der die­ses dolle Ar­gu­ment, li­ta­nei­en­haft wie­der­holt, in den Öf­fent­li­chen ist stän­dig Disco und die stin­ken so­wieso alle. Es gibt sie tat­säch­lich, eher un­an­ge­nehme Men­schen, die gibt es mehr­heit­lich auf der Straße, der An­teil an der­ar­ti­gen Zeit­ge­nos­sen in den Stra­ßen­bah­nen und Li­ni­en­bus­sen ist ver­schwin­dend gering.

    Ins­ge­heim bin ich gar nicht so un­glück­lich dar­über dass so man­cher Au­to­fah­rer so ei­tel iso­liert eine ganze Tonne Stahl und Plas­tik für seine 80 Ki­lo­gramm nutzt um mich nicht in der Bahn zu nerven.

  24. Es gibt kein schlech­tes Wet­ter – nur fal­sche Kleidung ;-)
    Hat ei­ner von den Au­to­fah­rern ei­gent­lich ge­merkt, dass es in Dres­den im April bis­her le­dig­lich 3% des durch­schnitt­li­chen Nie­der­schla­ges im Ver­gleich zu den letz­ten 30 Jah­ren gab?
    Woran das wohl liegt?
    Das zweite Jahr in Folge wird es welt­weit we­ni­ger Ge­treide ge­ben, als be­nö­tigt wird. Die Glet­scher schmel­zen schnel­ler als gedacht .…
    Was muss pas­sie­ren, da­mit jede/​r ein­zelne merkt, dass eine Ver­än­de­rung des Le­bens­stils den Un­ter­schied ma­chen kann? Wenn dann auch noch die Le­bens­qua­li­tät steigt, weil man sich mehr be­wegt, bes­sere Luft at­met, ge­sün­der er­nährt – was ist dann das Hin­der­nis? Be­quem­lich­keit? Ver­lust­ängste? Starrsinn?

  25. @Uwe
    "So­lange hier so un­ver­schämte Ti­cket­preise für die öf­fent­li­chen ver­langt wer­den werde ich nicht auf’s Auto verzichten."
    Ein Mit­tel­klas­se­wa­gen kos­tet neu 20.000€? Viel­leicht auch mehr. Da­für kannst du über 30 Jahre die Abo­mo­nats­karte der DVB kau­fen. Von den beim Auto hin­zu­kom­men­den Kos­ten für Kraft­stoff, Ver­schleiß­teile, Re­pa­ra­tu­ren, Steu­ern, Ver­si­che­run­gen wahr­schein­lich noch­mal so viel.

  26. @Dieter:
    Dann sollte es dich ja auch nicht stö­ren, wenn ich mit mei­nem 2.0 Tur­bo­die­sel durch die Stadt gurke.

    In was für ei­ner Welt le­ben wir jetzt ei­gent­lich, dass be­stimmte Per­so­nen­grup­pen mei­nen an­de­ren Per­so­nen­grup­pen vor­zu­schrei­ben wie sie zu le­ben ha­ben? Wenn ich mein Geld da­für auf­bringe, dann ist es auch ge­fäl­ligst meine Sache.
    Au­tos brin­gen mich schnel­ler und kom­for­ta­bler an Ziel. Ich kann kli­ma­ti­sie­ren, ich kann meine Mu­sik hö­ren, ich kann Leute und Ge­päck mit­neh­men. Ich kann ver­rei­sen ohne an ver­spä­tete Züge ge­bun­den zu sein.

  27. @Andreas Au­to­fah­rer
    al­les schön und gut. Aber es spricht auch nichts da­ge­gen, des öf­te­ren das Fahr­rad oder den öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr zu nutzen.Da bricht man sich si­cher­lich kei­nen Za­cken aus der Krone ;).

  28. @AndreasAutofahrer

    2,0 Tur­bo­die­sel? Warum die­ses Un­der­state­ment? Be­schei­den­heit war ges­tern. Hast Du nicht auch den Wunsch zu zei­gen was Du tat­säch­lich drauf hast? Ich stimme Dir zu dass Du Dich, wie an­dere auch, selbst ver­wirk­li­chen kannst. Tun und las­sen was Dir wich­tig ist. Was Du mit Dei­ner Kohle machst: völ­lig Dein Ding. Da halte ich mich raus, wie aus Dei­ner Be­zie­hung. Die ist Dein Problem.

    In ei­ner idea­len Welt kann das je­der. Nur: ist die Welt nicht ideal. Nimm Dir mal (ge­dank­lich) ein paar Ki­lo­me­ter Straße. Da fah­ren zehn Au­tos, je­der wie er mag. Kei­ner kommt sich in die Quere. Je­der kann sin­gen wie er will. Die Welt ist schön. An­dere se­hen dass und wol­len das auch. Und dann sind es nicht mehr zehn, son­dern 100 Au­tos auf der glei­chen Stre­cken­länge. Stra­ßen wach­sen lang­sam. Da ist es nicht mehr ganz so lus­tig. Die Dep­pen ma­chen Feh­ler, da muss man auf­pas­sen, was am Ge­nuss stört. Aber nicht ge­nug: Da wol­len jetzt auch an­dere mit­spie­len, plötz­lich sind es 1000 Fahr­zeuge bei glei­cher Stre­cken­länge. Und je­der will fah­ren und Spaß. Schuld am Still­stand (kei­ner fährt mehr, al­les steht) sind klar die an­de­ren, wie kön­nen die es wagen?

    Dres­den ist 328 km² groß. Das kann man schon mal als klein emp­fin­den, wenn auf der glei­chen Flä­che zig­fa­che Nut­zun­gen zeit­gleich er­fol­gen müs­sen. Fah­ren, woh­nen, par­ken, Su­per­markt zur Ver­sor­gung, Post­amt, Po­li­zei­pos­ten, Reit­stall mit an­ge­schlos­se­nem Zoo. Und ein Geld­au­to­mat an der Außenhaut.

    Es ist nicht mein An­sin­nen ir­gend­je­man­den zu et­was zu zwin­gen, al­ler­dings setze ich mich zur Wehr wenn je­mand mich in Haf­tung nimmt um Park­plätze zu ge­währ­leis­ten. Die Fahr­zeug­kos­ten (ma­che sol­che Be­rech­nun­gen) soll der Nut­zer tra­gen, und zwar alle. Je­der wie er will und kann. So wün­sche ich mir mein Land. So ei­ni­ges spricht für das Au­to­fah­ren, an­de­res da­ge­gen. Dies gilt es ab­zu­wä­gen, im Sinne ge­gen­sei­ti­ger Verantwortung.

    Was dass mit dem kli­ma­ti­sie­ren be­trifft, ich denke da­bei an die Bun­des­wehr. Da gab es im Win­ter Leute de­nen es zu kalt im Zim­mer war. Die ha­ben die kalte Luft warm ge­macht, war nicht so toll.

    Jetzt gibt es Ja­nis Jop­lin: Mer­ce­des Benz

  29. https://tag24.de/1039049 liest sich jetzt nicht so, als wäre die DVB sehr in­ter­es­siert an viel mehr Fahr­gäs­ten. Weil es schon ist ist, dass in der Wo­chen früh/​vormittags und nach­mit­tags die Busse und Bah­nen sehr gut ge­füllt sind. Und wenn da auch nur ei­nige zehn­tau­sende PKW-Nut­zer mehr den ÖPNV wäh­len, wird es wohl ganz schnell zu viel. Ver­mut­lich ist die ak­tu­elle Si­tua­tion auch heute schon für Viele ein Grund, doch den ei­ge­nen PKW zu nut­zen. Also sollte man viel­leicht erst­mal ein An­ge­bot schaf­fen, dass die deut­li­che Mehr­nut­zung des ÖPNV zu den Stoß­zei­ten auch ermöglicht.

  30. @Stefan E.

    Und wann fan­gen wir an auf­zu­hö­ren? Man könnte ja, man würde gerne, re­den wir doch mal drü­ber. Die po­li­ti­sche Sta­gna­tion, also die ge­sell­schaft­li­che, liegt we­sent­lich daran dass über Pro­bleme ge­spro­chen wird wenn diese nicht mehr zu über­se­hen sind. Da­her auch die Un­zu­frie­den­heit der Bür­ger, die sich ja im An­wach­sen von Wi­der­stän­den, wo­bei die Demo die fried­lichste ist, äußert.

    Dass zu Stoß­zei­ten die Bah­nen stark fre­quen­tiert sind ist nichts neues. Es gibt ei­nige Mög­lich­kei­ten dies zu­min­dest ab­zu­mil­dern. Zu­sätz­li­che Fahr­zeuge, die ei­nen er­höh­ten Per­so­nal­be­stand er­for­dern, sind in vie­len Städ­ten die Re­gel. Müs­sen alle Schu­len vor Ort zeit­gleich mit dem Un­ter­richt be­gin­nen? Muss die Oma mit ei­nem Arzt­ter­min um zehne, schon um hal­bachte, wenn der Bus mit Si­cher­heit voll ist, fah­ren und mit den Kin­dern strei­ten und den Bus­fah­rer an­blö­cken er hätte ge­fäl­ligst ei­nen Sitz­platz für sie frei­zu­hal­ten. (er­lebt)

    Sollte ein In­ter­esse daran be­stehen ein er­kann­tes Pro­blem lö­sen zu wol­len, müs­sen wir an Lö­sun­gen ar­bei­ten und diese um­set­zen. Und nicht Po­li­tik ma­chen. Also im Sinne von was ge­hen uns an­dere an, wir nen­nen es jetzt Re­al­po­li­tik, da merkt kei­ner dass wir Ver­sa­ger sind.

  31. Jaja die Pole schmelzen!
    Und wenn sie dann das Ni­veau von über 40 Jah­ren ha­ben als Eis­zeit von den !"Ex­per­ten"! pro­phe­zeit wurde ha­ben, dann be­rich­tet na­tür­lich kei­ner drüber.
    Die Ex­per­ten mein­ten auch der Kli­ma­wan­del würde in Eu­ropa für Eis­zeit sorgen.…
    Das beste Argument:

    Die Ex­per­ten sa­gen das, also tu was ich sage!
    Leute es gibt Flüsse die mehr Müll als Was­ser tra­gen die In­se­ken ster­ben aber die böööö­sen Au­to­fah­rer müs­sen jetzt ver­armt werden.

    Is schon klar.… 

    Da­bei ist nie­man­den auf­ge­fal­len , dass die Ex­per­ten sich schon ei­nig wa­ren dass die Welt eine Scheibe ist und dass kein Ar­gu­ment ist.

    Aber war­tet ab bis zur nächs­ten Wahl.

    Der Kom­mu­nis­mus hat 100Millionen Op­fer ge­for­dert, da schämt sich keiner.

    Nicht mit uns!! Wir las­sen uns nicht terrorisieren!

  32. @Jakob Wil­helmi
    Der Ge­dan­ken­gang des Posts ist be­stechend: Von "Jaja die Pole Schmel­zen" über Kom­mu­nis­mus bis hin zur stol­zen Apo­stro­phie­rung ei­nes "uns", das sich ge­gen den Tu­gend­ter­ror wehrt, ist al­les da­bei, was das Blut ei­nes "auf­rich­ti­gen" Man­nes in Wal­lung bringt.

    Eine kleine No­tiz zu die­sen un­heim­li­chen Ex­per­ten, von de­nen im­mer die Rede ist: Im Ge­gen­satz zu dei­ner Ar­gu­men­ta­ti­ons­weise ist wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis stets nur so lange gül­tig, so­lange es keine ob­jek­ti­ven An­halts­punkte gibt (nein, Face­book-In­si­der­wis­sen oder per­sön­li­che Über­zeu­gun­gen zäh­len nicht dazu), die eine bes­sere Hy­po­these na­he­le­gen (sog. Fal­si­fi­zie­rungs­ge­bot). Ein Ex­perte, der sich tat­säch­lich als sol­cher be­zeich­nen las­sen kann, wird da­her höchs­tens Emp­feh­lun­gen for­mu­lie­ren, die sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Aus­le­gung der Fak­ten ent­sprin­gen und von Po­li­ti­kern dann auf­ge­grif­fen wer­den. Dass es na­tür­lich auch zwie­lich­tige Ge­stal­ten gibt, die sich von ei­ner mil­lar­den­schwe­ren In­dus­trie be­zah­len las­sen und Emp­feh­lun­gen for­mu­lie­ren, die die­ser In­dus­trie güns­tig sind (s. die nach­weis­lich von der Au­to­in­dus­trie be­zahl­ten "Me­di­zi­ner" der Stick­oxid-Stu­die), sind frei­lich als per­ver­tierte Form die­ses Prin­zip un­ver­meid­bar, aber we­der von dau­er­haf­ter Wir­kung noch allzu ver­bor­gen in ih­rer Be­ein­flus­sung von der Groß­in­dus­trie, so­lange es eine Mehr­heit gibt, de­ren Ur­teil Ver­nunft­grün­den und nicht ir­gend­wel­chen ein­fa­chen Pa­ro­len gehorcht.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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