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Die Förstereistraße

Förstereistraße im Pfützenspiegel
Förs­te­rei­straße im Pfützenspiegel

Ihrem Namen nach sollte die Förs­te­rei­straße einen soli­den, boden­stän­di­gen Ein­druck machen. Tat­säch­lich ist bei einem Bum­mel über die Ver­bin­dung zwi­schen Loui­sen­straße und Bischofs­weg nichts Ver­däch­ti­ges zu ent­de­cken. Ein Büro­mö­bel­ge­schäft an der Jor­dan­straße, ein Indi­sches Restau­rant, nied­rige Fens­ter von Archi­tek­tur­bü­ros, ein Buch­la­den, zahl­rei­che Miets­häu­ser, die auf der Liste der Kul­tur­denk­mä­ler ste­hen – doch hin­ter der Fas­sade ver­ber­gen sich Details, die unter die Haut gehen.

Im wahrs­ten Sinne des Wor­tes tun das die Nadeln der Inke­rei, die ihren Sitz vor­her auf der Böh­mi­schen Straße hatte. Sie ersetz­ten den Kos­tüm­ver­leih “Mass­nahme” mit dau­er­haf­te­ren Deko­ra­tio­nen des Kör­pers. Blut, Tinte und Sil­ber, statt Maske, Hut und Zau­ber­stab. Nichts für den Kindergeburtstag!

Seit Januar 2015 hier - Die Inkerei
Seit Januar 2015 hier – Die Inkerei
Reicht von Louisen- bis Paulstraße.
Reicht von Loui­sen- bis Paulstraße.

Ein Blick hin­ter die Kulisse des ober­fläch­lich Sicht­ba­ren lohnt sich im dop­pel­bö­di­gen Ate­lier Schwarz. Im Gewölbe unter dem Treff­punkt mit Bar geht es bei Par­tys hoch her. Zeit­wei­lig für ein Ate­lier sogar recht un-artig: zumin­dest, wenn der Nasty Love Club schlüpf­rige Zusam­men­künfte ein­be­ruft. Die wüten­den Nach­barn sind ein Indiz für Fei­er­qua­li­tät. Vom Fleisch zum Fisch: Gleich nebenan ver­sprüht das “Raj Mahal” indi­sche Aryu­veda-Exo­tik. Doch die Förs­te­rei­straße steht nicht nur für kuli­na­ri­sche Bot­schaf­ter vom ande­ren Ende der Welt. Sie ent­führt Ein­ge­weihte in exor­bi­tante Berei­che, die noch nie ein Mensch zuvor gese­hen hat!

Die Förstereistraße mit Street-Art - Foto: Archiv
Die Förs­te­rei­straße mit Street-Art – Foto: Archiv

Die Num­mer 38 ist für Freunde außer­ir­di­scher Akti­vi­tä­ten eine bekannte Adresse. Dort hauste Michael Stöhr, Sci­ence-Fic­tion-Anti­quar und Namens­ge­ber der legen­dä­ren Förs­ter-Con­ven­ti­ons (Förs­terCons). Zu die­sen klan­des­ti­nen Ver­an­stal­tun­gen schar­ten sich seit 1990 Alien-Alli­ierte um Stöhr, lasen erhe­bende Geschich­ten von Impacts und Inva­sion und teil­ten die beru­hi­gende Vor­stel­lung, dass es intel­li­gen­tes Leben im All gibt – der Mensch allein spricht ja nicht unbe­dingt dafür. 1994 bot sich die Wis­sen­schafts­ge­sell­schaft Ura­nia als Dach für die Tref­fen der Sci-Fi-Förs­ter-Freunde an. Der Ver­ein musste seine Tätig­keit Ende 2014 aus finan­zi­el­len Grün­den auf­ge­ben. Der Sci­ence-Fic­tion-Club “TER­RAsse”, der in den Förs­ter-Cons wur­zelt, bleibt jedoch wei­ter­hin bestehen und ver­an­stal­tet auch 2015 die fami­li­en­freund­li­che Lom­nitz-Con mit Buch­ba­sar und Lese­wiese auf die­sem unse­ren Planeten.

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Stich­wort “Lese­wiese”: die Buch­hand­lung Rich­ter in der Num­mer 44 gehört neben Büchers Best und Lese­zei­chen zu den Lieb­lings-Lese­rat­ten-Land­schaf­ten der Neu­stadt, die auch Louise mit Anton hucke­pack ein Bücher­tisch­chen frei hielt. Klar, in dem gan­zen Weih­nachts­stress hat der ein oder andere schon ein­mal bei Ver­sand­mons­tren bestellt. Für einen Freund. Na klar. Aber jetzt ist auch wie­der Schluss damit!

Die Förs­te­rei­straße heißt übri­gens Förs­te­rei­straße nach der Förs­te­rei im Neu­dor­fer Revier. So nannte sich die Leip­zi­ger Vor­stadt vor ihrer Ein­ge­mein­dung 1866.

Förstereistraße

Straßen und Plätze im Ortsamtsbereich Neustadt

Förstereistraße 1990 - Archiv: Lother Lange
Förs­te­rei­straße 1990 – Archiv: Lother Lange
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14 Ergänzungen

  1. Man könnte mei­nen, die Förs­te­rei­straße wäre unge­eig­net für den Nach-Hause-Weg im Dro­gen­rausch (siehe unsäg­li­cher letz­ter Beitrag).
    Ich habe den Ein­druck, hier wurde sich bemüht, daher: Lob!
    …und noch eine Frage: Was hat die Äußere Neu­stadt mit der Leip­zi­ger Vor­stadt bzw. dem Neu­dor­fer Revier gemein?

  2. Schon ca. 10 Jahre lebe ich sehr, sehr
    gern “uff dor Förstereistraße”.
    Über­wie­gend nette Anwoh­ner, 1 gutes
    Mischungs­ver­hält­nis jung/​älter/​alt und
    genug Park­plätze für alle Anwohner :-)))

    I.

    ++++

  3. Die namen­ge­bende Förs­te­rei stand unge­fähr da, wo heute die Paul­straße ver­läuft. Hab ich mal auf einem alten Stadt­plan gesehen.

  4. Auch den all­seits sehr belieb­ten “Zick-Zack” Näh- & Stoff­la­den gibt es noch, gleich neben den Inkerei. ;)

  5. Meine Groß­el­tern haben in den 50 Jah­ren in der Förs­te­rei­straße gewohnt. Die hat­ten einen tol­len Kachel­ofen. Ich war ein klei­nes Mäd­chen, gern denke ich daran zurück.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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