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Von seltenen Originalen und häufigen Kopien

Bautzner Straße
Bautzner Straße

Der geneigte Neustadt-Besucher wird sich freuen über die Vielfalt im Viertel. Unzählige Kneipen, Cafés und Bars buhlen um Gäste, doch wer hat es verdient. Wo steckt das Original, wo die Nachahmung, die Kopie: Der Versuch eines Überblicks.

Eine der ältesten Szene-Kneipen ist die Hundert auf der Alaunstraße. Das Konzept mit kleinem Imbiss und großem Weinangebot ist zwar nicht besonders originell, dafür aber der Name nach der Hausnummer, damit waren die Betreiber wohl die Ersten in Dresden, inzwischen haben sich dafür schon zwei Nachahmer auf der selben Straße gefunden, der Schreiber gähnt an dieser Stelle.

Oder aber das Thema der Mittagsversorgung durch leckere Süppchen. Das Original, die Suppenbar, befindet sich auf der Rothenburger Straße und ist stets gut besucht. Die Kopie, strategisch günstig am Bischofsweg platziert, eröffnete nur kurze Zeit später und ist zumindest in Szene-Kreisen bei weitem nicht so angesagt. Der Bischofsweg scheint ohnehin eine gute Adresse für Kopien zu sein, nicht nur wegen der Kopierläden. Es gibt auch einen Laden zum auffüllen von Tintenpatronen und einen für Geizhälse. Beides gab es schon vorher an der Königsbrücker Straße.

Ein erfolgreiches Trendcafé und ein Original ist das Blumenau, doch seit dem Erfolg tünchten auf einmal zahlreiche Kneipenwirte ihre Läden ebenfalls in Orange: Eindeutig abkopiert. An dieser Stelle muss aber darauf verwiesen werden, dass einige der Kopien auch ganz gut funktionieren und inzwischen eigene Besonderheiten aufbauen mussten.

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Inzwischen geht der Trend offenbar zu immer schnelleren Kopie-Aktionen. Kaum hatte eine Restaurantkette an der Alaunstraße ein riesiges mexikanisches Restaurant eröffnet, meldet sich die nächste Kette mit der gleichen Geschäftsidee, diesmal auf der Louisenstraße, fast in Rufweite. Ob das gut geht?

Doch manchmal kann die Kopie sogar schöner sein als das Original. Bestes Beispiel die Sparte Kleinkino mit Raucherlaubnis. Das Original ist mit Sicherheit das Casablanca, ohne Frage ein sehr reizvolles Kino. Doch die Nachahmung hat einen gewaltigen Vorteil: Das Thalia-Kino ist mitten im Herzen der Neustadt. Wäre schön, wenn die Kopierer auch künftig über die Neustadt-Grenzen hinausblicken könnten, da gibt es noch eine Menge Ideen für das Szene-Viertel.


Nachtrag 2013

Hot Spoon, die Kopie auf dem Bischofsweg wurde geschlossen und auf der gegenüberliegenden Seite neu eröffnet.
Salsa Rico, die Kopie auf der Louisenstraße ist schon lange zu, da ist jetzt der Kiez-Klub drin.
Im Thalia darf im Kino nicht mehr geraucht werden, das Casablanca ist geschlossen.
Kneipen mit Zahlen im Namen gibt es immer noch auf der Alaunstraße: „Route66“. Allerdins hat das nix mit der Hausnummer zu tun.


Nachtrag 2015

Hot Spoon gibt es nur noch auf der Hoyerswerdaer Straße.
Das Casablanca wurde zwar wiederbelebt, ist aber kein Kino mehr.
Die neueste Zahlenkneipe ist die Bar 08fünfzehn.

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Nachtrag 2017

Hot Spoon ist Geschichte. Aus dem 08fünfzehn ist ein Schluckspecht geworden.

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