In der Dresdner Neustadt sind in den vergangenen Wochen mehrere neue Carsharing-Stellplätze entstanden. Insgesamt neun Standorte wurden eingerichtet, meist mit Platz für vier Fahrzeuge.

Neue Carsharing-Plätze in der Dresdner Neustadt
Betreiber ist in Dresden die Carsharing-Genossenschaft teilAuto mit ihren überwiegend roten Autos, erkennbar am Kennzeichen L-TA. TeilAuto gibt es schon seit 1992 und ist in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen tätig.
An folgenden Standorten wurden neue Stellplätze eingerichtet:
- Leisniger Platz
- Rudolf-Leonhard-Straße
- Conradstraße
- Nordstraße
- Tannenstraße
- Osterbergstraße
- Martin-Luther-Platz
- Förstereistraße
- Carolinenstraße
Zusatzzeichen 1010-70
Gekennzeichnet sind die Stellplätze vor allem durch ein Verkehrsschild, häufig zusätzlich durch Markierungen auf der Straße. Für andere Fahrzeuge ist das Parken auf diesen Flächen – ähnlich wie bei Taxi-Stellplätzen – verboten.
Das entsprechende Zusatzzeichen wurde erst mit der StVO-Novelle 2021 eingeführt. Grundlage dafür ist das Carsharinggesetz. Es ermöglicht Städten und Gemeinden, Parkplätze rechtssicher für das Carsharing auszuweisen.

Dafür wurden ein neues Zusatzzeichen sowie eine Plakette zur Kennzeichnung der Carsharing-Fahrzeuge eingeführt (Informationen des Bundesverkehrsministeriums).
- Eine Übersicht der Carsharing-Parkplätze bietet der Dresdner Themenstadtplan.
Verkehrsentlastung durch Carsharing
Bei manchen Anwohner*innen stoßen die neuen Carsharing-Plätze jedoch auf Kritik. So berichtet die Sächsische Zeitung über Aufregung im Hechtviertel, während tag24 über eine klagende Anwohnerin in der Radeberger Vorstadt berichtet.

Der Bundesverband Carsharing verweist dagegen auf die verkehrsentlastende Wirkung solcher Stationen – insbesondere beim Parkraum. Nach Angaben des Verbandes ersetzt ein Carsharing-Auto im Schnitt 10,7 private Pkw (www.carsharing.de).
Ein Nebeneffekt: Carsharing-Kund*innen nutzen Autos im Durchschnitt seltener als Autobesitzer*innen. Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr spielen in ihrem Mobilitätsmix eine größere Rolle. Dadurch kann Carsharing auch zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen beitragen.




















„Nach Angaben des Verbandes ersetzt ein Carsharing-Auto im Schnitt 10,7 private Pkw“, damit wird assoziiert, dass es auf Straße XYZ 10,7 private PKW weniger stehen, seit dort ein Carsharing-Auto stationiert wurde. Und wenn es vier Autos sind, wäre es ca. 44 private PKW weniger, was dann schon sehr deutlich auffallen dürfte. Ist dem wirklich so? Gibt ja auch viele Nutzer, die vorher überhaupt kein eigenes Auto hatten und/oder sich ohne Carsharing auch keins gekauft hätten. Gibt bestimmt auch Statistiken, wie häufig die Carsharing-Angebote genutzt werden. Und wer es nur einige wenige Male im Jahr nutzt und nicht vielleicht noch zusätzlich ein eigenes Auto besitzt, dürfte sich doch sehr wahrscheinlich ohne Carsharing auch kein Auto kaufen. Vielleicht wäre dann eine Autovermietung oder das Leihen eines Autos von Bekannten der Fall gewesen. Meine Vermutung ist, dass viele Carsharing-Fahrten ohne solche Angebote nicht mit einem eigenen PKW stattgefunden hätte. Wenn ich mich irre, dann werden die Anwohner mit eigenen PKW, die in der Nähe der neuen Carsharing-Parkplätze wohnen, sich sehr darüber freuen, weil ja in Kürze viele Anwohner ihre eigenen PKW aufgeben werden ;-)
Finde es klasse, dass es neue Stationen gibt. Nörgler gibt es immer aber der Vorteil für den Großteil der Menschen im Viertel ist nicht zu leugnen :)
Als Kunde von Teilauto begrüße ich die Ausweitung des Angebots sehr und freue mich, dass Teilauto auch bei anderen immer mehr Anklang findet. Zum verlinkten Artikel zur Aufregung im Hechtviertel: in besagter Erlenstraße ist laut App immer noch keine Station. Harrt die nun schon seit Monaten ihrer Abnahme durch die Stadt oder wurde sie aufgegeben? Wer kann Licht ins Dunkel bringen?