Beim Abriss der Carolabrücke im Jahr 2025 wurden mehrere Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Vor dem geplanten Wiederaufbau hat nun eine Fachfirma das künftige Baufeld gründlich auf mögliche Kampfmittel untersucht. Möglicherweise muss am Dienstag oder Mittwoch ein Gebiet im Umkreis von rund einem Kilometer um die ehemalige Brücke evakuiert werden.

Zwei Verdachtspunkte werden geöffnet
Die Dresdner Bohrgesellschaft hat das rund 11.000 Quadratmeter große Areal von der Elbe bis zum Brückenwiderlager untersucht. „Wir haben 5.700 Bohrungen vorgenommen und so das Gelände bis in eine Tiefe von sechs Metern sondiert“, berichtet Räumstellenleiter Sebastian Liers. Dabei wird mit einer kleinen Sonde der Boden gewissermaßen abgehorcht.
Die meisten der insgesamt 31 auffälligen Stellen konnten als unkritisch eingestuft werden. An zwei Punkten ergab sich jedoch ein Verdacht, dass dort eine alte Weltkriegsbombe liegen könnte. „Die Objekte liegen einmal in 2,70 Metern und einmal in 3,50 Metern Tiefe. Es handelt sich entweder um große Rohre oder eben Bomben“, sagt Liers.

Am kommenden Dienstag sollen die beiden Stellen vorsichtig geöffnet werden. Dafür wird der Bereich um die Fundorte abgesperrt. Der Elberadweg und auch die Elbe sind an diesem Tag ab 16 Uhr gesperrt. Die Staatskanzlei sowie die Ministerien für Kultus und Finanzen schließen bereits um 15 Uhr. Zudem gilt im Umkreis ein Drohnenflugverbot.
Je nach Lage sind drei Szenarien möglich, sagt Feuerwehrsprecher Michael Klahre. Handelt es sich lediglich um Rohre, kann die Sperrung sofort wieder aufgehoben werden und eine Evakuierung ist nicht notwendig. Im schlimmsten Fall müsste das Gebiet jedoch umgehend geräumt werden – oder am Folgetag, Mittwoch, dem 11. März.
Stadt, Feuerwehr, Polizei und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bereiten sich auf alle drei Szenarien vor. Polizeisprecher Thomas Geithner sagt, dass im Fall einer Evakuierung erneut rund 18.000 Menschen betroffen wären. Der mögliche Bereich erstreckt sich von der Marienbrücke bis zum Rosengarten auf der Neustädter Seite und wird im Norden durch die Bautzner Straße begrenzt.
DVB-Sprecher Falk Lösch betont, dass dann sämtliche Linien über die Marienbrücke geführt werden müssten. Außerdem stellen die DVB Shuttlebusse und Straßenbahnen zu Notunterkünften bereit.
Die Stadtverwaltung hat ein Bürger-Infotelefon (0351 4887666) eingerichtet und informiert unter www.dresden.de/bombe
fortlaufend über den aktuellen Stand der Maßnahmen.
Elberadweg zeitweise gesperrt
Der Elberadweg ist im Bereich der Baustelle derzeit gesperrt. Ab Freitag, 6. März 2026, 14 Uhr, wird der Weg für das Wochenende geöffnet. Ab Montag, 9. März 2026, 6.30 Uhr, folgt erneut eine Sperrung für die kommende Woche.
Information am Abend des 10. März
Die Stadt informiert noch am Abend des 10. März über das Ergebnis der Untersuchung. Sollte eine Evakuierung notwendig sein, veröffentlicht die Stadt entsprechende Hinweise unter www.dresden.de/bombe
sowie über die Social-Media-Kanäle der Landeshauptstadt und der Feuerwehr Dresden.
Auch Warn-Apps, die an das Modulare Warnsystem des Bundes angeschlossen sind, kommen zum Einsatz. Bei einer sofortigen Evakuierung aktiviert die Stadt zusätzlich das Sirenenwarnsystem.

Evakuierungsradius bleibt bei 1.000 Metern
Der geplante Evakuierungsradius von 1.000 Metern bleibt bestehen. An der Kreuzung Güntzstraße und Pillnitzer Straße hat die Stadt den Bereich geringfügig angepasst.
Falls eine Evakuierung nötig wird, richtet die Stadt eine Notunterkunft in der Messe Dresden ein. Über Umleitungen im Evakuierungszeitraum informieren die Dresdner Verkehrsbetriebe gesondert. Notunterkunft und Haltestellen werden dann im Themenstadtplan unter www.dresden.de/themenstadtplan
verzeichnet sein.


















