Beim Abriss der Carolabrücke 2025 wurden mehrere Bombenblindgänger entdeckt und die Innenstadt wiederholt evakuiert. Im Rahmen der Wiederaufbauplanung hat die Stadtverwaltung das künftige Baufeld nun vorsorglich auf Kampfmittel untersuchen lassen.

31 Störstellen – zwei davon kritisch
Seit Oktober 2025 führt eine Fachfirma Sondierungsarbeiten durch. Dabei wurden 31 sogenannte Störstellen in zwei bis vier Metern Tiefe entdeckt. 29 davon gelten nach fachlicher Bewertung als unkritisch. Bei zwei Ortungen besteht hingegen der Verdacht auf Bombenblindgänger – sie müssen genauer untersucht werden.
Seit Montag, 16. Februar 2026, öffnen Fachkräfte auf den Elbwiesen auf Neustädter Seite zunächst die unkritischen Störstellen. Der Bereich zwischen Elbe und Elberadweg ist mit einem Bauzaun gesichert; Elberadweg und Elbe selbst bleiben nutzbar. Der Fortschritt der Arbeiten hängt unter anderem vom Grundwasserstand und vom Wetter ab. Voraussichtlich dauern die Maßnahmen bis Mitte März 2026.
Mögliche Evakuierung ab 9. März
Ab Montag, 9. März 2026, werden die beiden Verdachtspunkte untersucht. Bestätigt sich der Verdacht und wird ein scharfer Blindgänger gefunden, kann in der 11. Kalenderwoche (9. bis 13. März) eine Entschärfung – und damit eine Evakuierung – erforderlich werden.
Der mögliche Evakuierungsbereich umfasst einen Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle am Neustädter Ufer – vergleichbar mit den Evakuierungen im vergangenen Jahr. Nach aktueller Einschätzung wären rund 18.000 Menschen betroffen. Im Gebiet liegen mehrere Landesbehörden, Gerichte, Polizeieinrichtungen, das Neue Rathaus sowie Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen.
Die Landeshauptstadt Dresden informiert unter www.dresden.de/bombe und über ihre Social-Media-Kanäle. Die Bürgerinformationshotline ist unter 0351 4887666 erreichbar. Der Evakuierungsbereich ist im Themenstadtplan veröffentlicht. Im Ereignisfall warnt die Stadt über das Modulare Warnsystem des Bundes sowie über die Warn-App NINA, die städtischen Online-Kanäle und regionale Medien.
Die Stadt weist darauf hin, dass trotz geringer Wahrscheinlichkeit auch während der laufenden Arbeiten weitere Kampfmittel gefunden werden könnten – in diesem Fall wäre auch vor dem 9. März eine kurzfristige Evakuierung möglich. Als Notunterkunft bereitet die Stadt die Messe Dresden vor. Weitere Informationen gibt es unter www.dresden.de/evakuierung.
Die Sondierungsarbeiten auf der Altstädter Seite sind bereits abgeschlossen. Mehr als 1.300 Bohrungen wurden durchgeführt, rund 20 bis 30 Störstellen überprüft – Bombenfunde gab es keine.



















