Im Entwurf der sächsischen Staatsregierung für den Doppelhaushalt 2027 und 2028 sind Mittel für das Projekttheater vorgesehen. Das bestätigte Geschäftsführer Dirk Strobel auf Nachfrage. Zuvor hatten die Dresdner Neuesten Nachrichten berichtet.

„Im Entwurf wird die Förderung unserer Einrichtung mit knapp 230.000 Euro beziffert“, sagt Strobel. Das seien fünf Prozent weniger als im vergangenen Förderzeitraum. Ursprünglich wollte der Freistaat seine Förderung ab 2027 halbieren. Den fehlenden Anteil sollte die Landeshauptstadt Dresden übernehmen. Eine entsprechende Förderung der Stadt gab es bislang jedoch nicht. Stattdessen wurde auch die bisherige Unterstützung des Kulturamts in Höhe von 10.000 Euro gestrichen. Darüber berichtete Neustadt-Geflüster bereits am 26. März 2026.
Nach Angaben von Strobel wurde im Kulturausschuss des Landtags intensiv über die Kulturförderung beraten. Dabei sei auch das Projekttheater Thema gewesen. Die SPD habe sich für den Erhalt der Förderung eingesetzt. Der Haushaltsentwurf ist zwar noch nicht beschlossen. Nach Strobels Erfahrung wurden die vorgesehenen Ansätze in den vergangenen Jahren jedoch übernommen.

Personalabbau angekündigt
Für das Projekttheater bedeutet der Entwurf zunächst Planungssicherheit für zwei Jahre. Die finanzielle Lage bleibt dennoch angespannt. Die Förderung sinkt, gleichzeitig steigen die Kosten.
„Wir werden Personal abbauen müssen“, sagt Strobel. Gespräche mit den Mitarbeitenden laufen bereits. Außerdem soll nun die Akquise von Drittmitteln beginnen. „Bei dem bisherigen Schwebezustand ging das natürlich nicht“, erklärt er. Auch auf ehrenamtliche Unterstützung setzt das Theater künftig stärker. Zudem steht die Gründung eines Fördervereins im Raum.
Politik sieht weiter Handlungsbedarf
Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Dresdner Stadtrat, Ulla Wacker, begrüßt die gesicherte Finanzierung. „Wir freuen uns natürlich, dass die Grundfinanzierung für die nächsten zwei Jahre gesichert ist“, sagt sie. Jetzt müsse gemeinsam an einer langfristigen Perspektive für das Projekttheater gearbeitet werden.
Auch die Linken-Stadträtin Jacqueline Muth bewertet die Nachricht positiv. Sie hatte im April einen Antrag zum Erhalt des Projekttheaters in den Stadtrat eingebracht. „Ich freue mich sehr, dass das Projekttheater vorerst gerettet ist“, sagt sie.
Zugleich verweist Muth darauf, dass die strukturellen Probleme bestehen bleiben. Mit den Beratungen über den nächsten Doppelhaushalt könne die Finanzierung erneut zur Diskussion stehen.
„Eine Stadt, die sich Kultur auf die Fahnen schreibt, darf nicht zuschauen, wenn eine zentrale Einrichtung ausgehungert wird“, betont Elli Martius, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Dresden. „Mit der jetzt getroffenen Entscheidung sendet der Freistaat ein wichtiges Signal: Dresden und Sachsen stehen weiterhin gemeinsam für eine lebendige, vielfältige und unabhängige Kulturszene ein”, so Martius weiter.
Projekttheater
- Louisenstraße 47, 01099 Dresden
- www.projekttheater.de
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