Zwei Unfälle mit Kindern in der Neustadt

Heute Morgen gab es gegen 7.30 Uhr am Albertplatz einen Unfall, bei dem ein zehnjähriger Junge schwer verletzt wurde. Wie die Polizei mitteilt, ist der Junge von einem weißen Transporter angefahren worden und musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Junge war mit der Bahn am Albertplatz angekommen und wollte Richtung Bautzner/Alaunstraße. Dann ist er aus bislang ungeklärtem Grund plötzlich auf die Straße getreten. Die Ampel zeigte nach bisherigem Erkenntnisstand der Polizei noch rot. Der Autofahrer, der von der Albertstraße kommend nach links in die Antonstraße einbiegen wollte, hat nach Angaben der Polizei sofort eine Gefahrenbremsung eingeleitet. Dennoch erfasste der Wagen den Jungen.

Um 9 Uhr ist heute Morgen ebenfalls ein Zehnjähriger bei einem Unfall schwer verletzt worden. Der Junge wollte den Bischofsweg in Höhe der Förstereistraße überqueren. Als er dabei zwischen zwei geparkten Fahrzeugen auf die Fahrbahn trat, wurde er vom Außenspiegel eines Fahrzeuges erfasst, welches in Richtung Kamenzer Straße fuhr. Der Zehnjährige erlitt Beinverletzungen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

35 Kommentare zu “Zwei Unfälle mit Kindern in der Neustadt

  1. Aus gegebenem Anlass nochmal ein Aufruf an alle! Bitte bleibt bei rot stehen! Immer nach dem Motto: ,,unseren Kindern ein Vorbild!“ Kinder sehen uns und unser Verhalten ….

  2. Vorallen ein Aufruf an Rentner die im Schneckentempo noch schnell über die gerade rot gewordene Ampel versuchen zu rennen.

  3. @Skaot

    Ich würde das noch erweitern: „Sprecht Erwachsene die vor Kindern über rote Ampeln gehen auf ihre Vorbildfunktion an“. Viele haben das einfach nicht (mehr) auf dem Schirm.

  4. Wo hast du nur diese Informationen her? Der Junge am Bischofsweg ist nicht hinter parkenden Fahrzeugen hervorgetreten, sondern rannte zwischen den stehenden Fahrzeugen der Spur Richtung Schauburg hindurch. Und das auch noch hinter einem Transporter. Er ist nicht vom Außenspiegel gestriffen worden, sonsern in diesen hineingerannt.

  5. Es ist ganz sicher nicht nur an der Zeit Autofahrer zu belehren, sondern auch seine eigenen Kinder und sie auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Und zwar so, dass sie einen Sinn für die Abläufe und auch für ihr eigenes Verhalten ermitteln.

  6. @irgendwer: man kann seine Kinder belehren wie man will…wenn man sieht, wie manche Autofahrer in der Stadt unterwegs sind, wird einem Himmelangst, Kinder alleine auf die Straße zu lassen. Da wird noch bei Rot über die Ampel gefahren, selbst wenn die Fußgänger schon grün haben, da wird in Wohngebieten gerast, bis der Asphalt glüht, da wird um irgendwelche Ecken und Kurven mit riesen Geschwindigkeiten rumgeschossen, ohne dass man da sieht, ob da wer vielleicht gerade über die Straße geht…Das kann kein Kind überblicken, da hat man als Erwachsener Schwierigkeiten.
    Tempo 30 in Städten wäre sicher wünschenswert, noch wichtiger ist aber aus meiner Sicht eine wirksame Kontrolle und harte Bestrafungen bei Verstößen. Das momentane Verkehrsrecht in Deutschland ist absolut einseitig zum Wohle der Autofahrer ausgelegt.

  7. @ Rico: Wirksame Kontrolle ist das Stichwort – die fehlt m.E.! Es nützt das höchste Bußgeld nix, wenn niemand da ist, Verstöße zu ahnden…

  8. So ein Quatsch der olle Spruch: ,,Den Kindern ein Vorbild- bei Rot stehen bleiben“.
    Ist doch egal, ob rot oder grün…. Kinder haben zu gucken, ob was kommt und fertig!

  9. Es nützt das höchste Bußgeld nix, wenn niemand da ist, Verstöße zu ahnden…

    das stimmt so nicht ganz. Angenommen man fährt innerorts permanent bis 20km/h zu schnell. Wird man erwischt zahlt man aktuell läppische 35€. Weiter angenommen, man wird ein mal im Jahr erwischt, so kostet bei täglicher Fahrt eben jene ca. 0,1€ Bußgeld. Verzehnfacht man das Bußgeld, so kostet es schon 1€ je Fahrt. Und das wäre mir persönlich schon deutlich zu viel, nur um als erster an der nächsten Ampel zu stehen.

  10. wenn man permanent zu schnell fährt müsste der Führerschein entzogen werden— das schmerzt bestimmt und bringt nicht nur ein müdes Lächeln!

  11. @E-Haller
    Dann nimm halt ’nen Fahrverbot dazu. Ein Monat ohne Lappen ist auch für die gut betuchten teuer.
    Letztlich geht es nur um die Frage „Wie viel ist der Einzelne bereit für sein bewusstes Fehlverhalten zu blechen?“. Die Schwierigkeit besteht darin eine Formel zu finden, die alle Gesellschaftsschichten in etwa gleich trifft. Mit dem jetzigen Bußgeldkatalog ist das natürlich nicht möglich und noch dazu sind die Bußgelder auch noch ein absoluter Witz. Beispiel?
    Parken in der Feuerwehrzufahrt mit Behinderung: 50€ + 1Pkt. Das ist absolut lächerlich. Wenn man bedenkt dass bei einem Wohnungsbrand Leute verrecken können nur weil irgend wer zu faul war ein paar Meter weiter zu laufen.

  12. Bußgelder helfen irgendwann nicht mehr. Führerscheinentzug für Leute die permanent andere gefährden. Und zwar deutlich schneller als es aktuell ist.

  13. @Skaot@Felix
    Mit der Alltagsverständnis ist das so eine Sache.
    Kinde (und überhaupt)rlernen eben nicht am Besten, wenn alle sich vorbildlich verhalten, das ist empirisch Belegt – Stichwort ‚intermittierende Verstärkungspläne‘.

    @katze – genau

  14. mein vater hat mir als kind beigebracht das ich nicht über die strasse gehe ohne vorher 3x nach links und 3x nach rechts geschaut zu haben, so mach ich das heute noch. Und über rote Ampeln geh ich auch wenn ich mich vorher 3x vergewissert habe das es save ist. Rennende Kinder auf Hauptstrassen sollte man vielleicht ähnlich erziehen…

  15. Auf der Berggartenstr kam mir vorhin ein Kind brüllend und Rucksackschwingend diagonal über die Straße entgegengerannt als es einen Linienbus verfolgte…. und obwohl ich mit weniger als den 30km/h unterwegs war, war es schwierig den Jungen zu umfahren

  16. Die Sicherheit durch Ampelregelungen ist trügerisch, man schaut nur noch auf die Ampel und nicht mehr auf den Verkehr. Das sollten auch Kinder lernen – nicht sture Regelbefolgung ist nötig, sondern „Augen auf“ und Vorsicht…

  17. Ich bin Mutter UND Autofahrerin UND Radfahrerin .Und die Strecke fahre ich jeden Tag. Die Straße ist einfach schlecht einsehbar als (kleiner) Fußgänger WENN man nicht bereit ist eine der beiden Fußgängerampeln zu nutzen. (Ja, die sind weit auseinander, aber sie sind da) Ja, es gibt sicher ne ganze Reihe Leute die das nicht interessiert wie die Höchstgeschwindigkeit lautet, wer gerade Grün und wer Rot hat und wer nun wem ein Vorbild sein sollte. ABER; ich finde es schwer aufm Bischofsweg mehr als 30 km/h zu fahren, einfach weil immer so viel los ist, MANCHE(!!!) Radfahrer einen teilweise höchst extrovertierten Fahrstil an den Tag legen. Und ich finde es falsch dass es so oft heißt“ die Autofahrer…!“ Habe selbst einfach auch schon zuviele UNfälle gesehen in denen Radfahrer Leute übern Haufen fahren. Und das tut auch gut weh! Eine permanente Verkehrserziehung ist sicher nicht umsonst. Persönlich spreche ich auch andere auf ihre Vorbildfunktion an, eben weil von den Kindern sehr wohl registriert wird wenn da andere sich nicht dran halten. Bisher habe ich damit auch noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und immer Verständnis „geerntet“. Nur; wer mit offenen Augen zB an der Querung BWeg parallel zur Köni steht und mal 5 min wartet wird nicht wenige Eltern sehen die gemeinsam mit ihrem Nachwuchs das Rot der Fußgängerampel ignorieren, egal ob mit Rad oder per pedes! Es ist traurig dass es die Unfälle gibt, aber die absolut wirksame Maßnahme dagegen gibt es nun mal nicht, das sind einfach viel zu viele Faktoren die da reinspielen. Ein Appell an die Umsicht und Vernunft und GEDULD aller, wirklich aller Verkehrsteilnehmer ist vermutlich die realistischste Variante. Und das Ende der gegenseitigen Schuldzuweisungen und Beleidigungen. Wenn jeder damit anfangen w ü r d e sich anderen gegenüber so zu verhalten wie er erwartet von anderen behandelt zu werden, dann wäre das diesem (und vielen anderen Alltagssituationen) sehr zuträglich.

  18. Dieses Umkehren von Schuld/Verursachen ist schon echt modern geworden. Wirst Du in der Nacht überfallen – heißt es, was machst Du auch nachts auf der Straße? Rennt ein Kind in das Auto ohne vorher zu schauen – heißt es, oh der böser Autofahrer…

    Aber Vorwürfe zu machen ist ja bekanntlich leichter – als einfach mal nachdenken!

  19. Was die Geldbußen angeht: Ich fände es prima, so was an Tagessätzen festzumachen. Dann tut es jedem weh, und gerechter wäre es auch noch.

  20. Zur Diskussion mit den Ampeln will ich auch noch etwas beisteuern: Ampeln erfüllen keinen Selbstzweck. In erster Linie sind sie wohl wegen der Autos erfunden worden. Sie sind dafür gedacht, positiv den Straßenverkehr zu regeln und den Straßenverkehr sicherer zu machen. Dazu gehört aber, dass die Ampeln zum einen richtig/sinnvoll programmiert sind und zum anderen nur dort eingesetzt werden, wo dies nötig ist. Eine rote Ampel ohne Verkehrsaufkommen ist fehlplatziert und erfüllt überhaupt keinen Zweck. Und die Akzeptanz, an einer roten Ampel zu warten, sinkt, wenn die anderen Richtungen schon mehrmals grün hatten und man selber aus unverständlichen Gründen kein grün bekommt usw usf. Oder aber die Rotphase sehr lang ist und aber überhaupt kein Verkehr. Ich habe solche sinnlosen Ampelschaltungen schon mehrmals erlebt. z.B. am Bischofsplatz vergingen mehrere Ampelphasen bevor die Fußgänger mal grün bekommen haben (ich habe es nicht mehr erlebt). Und am Albertplatz z.B. haben die Fußgänger schon ewig rot, obwohl die Autos auch noch rot haben – hier könnte die Grünphase für Fußgänger locker 15s länger sein. Die Verantwortlichen sind also gefragt, um wieder eine höhere Akzeptanz zu schaffen. Neben einer sinnvollen Programmierung wäre z.B. auch eine Anzeige, wie lange man noch rot hat, günstig (dann könnte man vielleicht noch einkaufen gehen, bevor man über die Straße geht ;)).

  21. @christoph: „[]..und obwohl ich mit weniger als den 30km/h unterwegs war, war es schwierig den Jungen zu umfahren“

    –> Kannst es das nächste Mal ja mit Bremsen versuchen…
    Viellicht ist das ja einfacher?

    Im Ernst, ich habe selber schon Situationen erlebt wo Kinder ohne zu schauen über die Straße rannten. Da hast Du als Autofahrer keine Chance. Gerade am Albertplatz „verführt“ die StraBa viele Kinder zum Sprint über die Straße. Aber der Anhalteweg ist nunmal stark geschwindigkeitsabhängig. Reaktionszeit/Reaktionsweg und so, kann ja jeder selber rechnen. Bei 30 km/h verkürzt sich zum Einen der Anhalteweg enorm, zum Anderen ist die Aufprallenergie weitaus geringer.

    Wie schon bemerkt haben wir viele Baustellen die das Verkehrsgeschehen verbessern könnten (Erhöhung der Strafen und Appell an gegenseitige Rücksicht), aber irgendwie ist das rücksichtslose, egozentrische, viel zu schnelle, hektische ja auch Zeitgeist. Ohne grundlegendes Umdenken der sog. 99% bezüglich ihrer Werte wird sich da NICHTS verändern.
    Wie wichtig ist denn „Freie Fahrt für freie Bürger“? Was lässt sich die Gesellschaft das kosten und wem nützt es?

  22. Wenn sogar die Eltern zu dumm sind, sich im Straßenverkehr anständig zu verhalten, wie sollen es denn die Kinder lernen?! Ich krieg es doch andauernd im Bekanntenkreis und auch sonst überall mit. Da wird als Elternteil neben den Kindern auf dem Fußweg gefahren, bei rot über die Ampel gegangen und so weiter.

  23. Is‘ schon ein Ding, dass man als Stadtmensch ständig über die Strasse rennen muss um nicht von ’nem Autos umgefahren zu werden.
    Ihr fahrschulgestählten Blechkarrenfuzzis. Bäh.

  24. „Ist doch egal, ob rot oder grün…. Kinder haben zu gucken, ob was kommt und fertig!“
    Weil Kinder Abstände und Geschwindigkeiten der Autos ja auch so gut einschätzen können…

  25. Zunächst wünsche ich beiden Kindern gute Besserung und dass keine Folgeschäden bleiben.

    Mich wundert es aber auch, dass an der Kreuzung am Albertplatz, gerade aus Richtung Zentrum, nicht mehr passiert.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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