Wespen und Hornissen

Hornisse - Foto: Pixabay

Hornisse – Foto: Pixabay

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, erreichen das Umweltamt derzeit viele Anfragen zum Thema Wespen und Hornissen. Vor allem Hornissen werden als gefährlich wahrgenommen. Jedoch seien diese Tiere harmlos und für den Naturhaushalt sehr nützlich.

In Deutschland gibt es einige hundert Wespenarten, deren größte Vertreterin die Hornisse (Vespa crabro) ist. Außerhalb ihres Nestbereiches handelt es sich um äußerst friedfertige Tiere, die bei Störungen größte Fluchtbereitschaft zeigen – kein Grund also zur Panik! Nur in sehr seltenen Fällen sticht eine Hornisse, weil sie bedrängt wird und sich verteidigt.

Sehr friedlich ist auch die Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica). Diese verteidigt nur den unmittelbaren Nestbereich und geht – wie auch die Hornisse – nicht an süße Lebensmittel. Da sie gern auf Dachböden nistet, werden ihre im Durchmesser etwa 25 Zentimeter großen, grauen Nester häufig vom Menschen aus Unwissenheit und Furcht zerstört. Vereinfachend gilt: Diejenigen Wespenarten, die freihängende, gut sichtbare Nester bauen, sind für den Menschen ungefährlich – anders als etwa die Deutsche und die Gewöhnliche Wespe (Vespula germanica und Vespula vulgaris), die in dunklen Hohlräumen, meist unterirdisch, nisten.

Gift der Hornisse ist nicht gefährlicher als anderer Wespen

„Richtig ist, dass alle Wespenarten stechen können“, erklärt Christian König vom Umweltamt. Die Giftzusammensetzung ähnelt sich. „Aber das Gift der gefürchteten Hornisse ist nicht gefährlicher als das anderer Wespen, auch die Giftmenge ist dieselbe“, so König. Aufpassen sollten die Bürgerinnen und Bürger, die eine Insektenallergie haben. Werden sie gestochen, sollte schnellstens ein Arzt zu Hilfe geholt werden, besonders bei einem Stich in die Mund- und Rachenregion.

Es sei jedoch sehr unwahrscheinlich, von einer Hornisse beim Essen oder Trinken in Mund oder Rachen gestochen zu werden. Hornissen ernähren sich von Fallobst, Nektar und Baumsäften. An ihre Brut verfüttern sie hauptsächlich Fliegen, Bremsen und weitere Insekten. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung. Ein Hornissenvolk kann täglich etwa 500 Gramm Insekten vertilgen.

Süße Nahrungsmittel abdecken

Auch für die anderen Wespenarten gibt der Naturschutzfachmann Tipps zum richtigen Verhalten: „Es ist ratsam, süße Nahrungsmittel im Freien abzudecken und nicht nach anfliegenden Tieren zu schlagen. Denn Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Auch in unmittelbarer Nähe eines Nestes sollte man auf starke Gerüche, zum Beispiel durch Grillen, und auch auf Erschütterungen, wie beispielsweise durch Rasenmähen, verzichten.“

Generell unterliegen alle wildlebenden Tiere – also auch Wespen, Hornissen, Wildbienen und Hummeln – dem allgemeinen Schutz des Gesetzes. Paragraf 39 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes schreibt vor, dass die Tiere nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet und ihre Nester entnommen, beschädigt oder zerstört werden dürfen.

Für Hornissen, Wildbienen und Hummeln gilt: In bestimmten Fällen kann das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden als zuständige Naturschutzbehörde eine Befreiung von den Verboten erteilen, wenn eine begründete Gefahr besteht. Befindet sich beispielsweise ein Hornissennest im Aufenthaltsbereich spielender Kinder oder ist die Terrasse aufgrund eines Nestes nicht mehr nutzbar, kann eine Umsiedlung oder – in Ausnahmefällen – die Beseitigung des Nestes in Erwägung gezogen werden. Grundsätzlich wird jedoch einer Vor-Ort-Lösung oder einer Umsiedlung des Nestes immer der Vorrang vor einer Beseitigung (mit Gift!) eingeräumt. Sowohl für eine Umsetzung als auch für eine Beseitigung wird ein Bescheid des Umweltamts benötigt. Dieser ist kostenpflichtig, wie auch die Umsetzungs- oder Beseitigungsaktion.

Da alle Wespenstaaten und daher auch die Hornissenstaaten einjährig sind und ihre Völker Anfang November absterben, sind ihre Nester ab diesem Zeitpunkt leer und werden auch im Folgejahr nicht neu besiedelt.

Hornissennest in einem hohlen Baumstamm - Foto: Umweltamt

Hornissennest in einem hohlen Baumstamm – Foto: Umweltamt

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4 Kommentare für “Wespen und Hornissen

  1. asalinse
    10. August 2018 um 15:17

    sehr spannend ist es , an unserem aufgestelltem Wasserschüsselchen mit Holzsteg zu beobachten, wie Wespen, Hornissen und Ameisen in der Hitze zum trinken kommen.

  2. Kurt
    11. August 2018 um 06:45

    Im letzten Jahr wurden doch in der Hechtschule Kinder durch Hornissen verletzt. Was ist denn da falsch gelaufen?

  3. goldi
    11. August 2018 um 09:24

    oh, wie ich hornissen mag :)
    meine oma hat in ihrem nistkasten diesjahr hornissen, und das erste mal keine wespen mehr aufm balkon. höchst praktisch.

  4. dia
    11. August 2018 um 13:25

    asalinse@ top …den wir sind nicht allein auf diesem planeten.

    z.b. einfach ABSEITS zucker-wasser-schüssel/schale aufstellen,
    so man ruhe hat und andere lebewesen was zum überleben haben.

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