Kinder von Marx und Coca Cola

Am Mittwoch Abend widmet sich das Projekttheater dem Paris Ende der 1960er. Auch wenn seitdem über 50 Jahre vergangen sind, spiegelt das Stück von Regisseurin Christiane Guhr das Dilemma der heutigen, jungen Generation eindrucksvoll wider.

Die dritte Generation - Kinder von Marx und Coca Cola
Die dritte Generation – Kinder von Marx und Coca Cola

Ich sitze im Projekttheater und warte darauf, dass die Probe für „Die dritte Generation – Kinder von Marx und Coca Cola“ beginnt. „Wir machen noch ’ne kurze Raucherpause. Dann gehts los“, sagt Regisseurin Christiane Guhr. „Typisch Künstler“, denke ich und warte. Nach kuriosen (zumindest für Nicht-Schauspieler) Atem- und Sprechübungen ist es dann soweit. Das Bühnenlicht erscheint und die Geschichte beginnt.

Wir sind in Paris, Ende der 60er Jahre. Eine Gruppe junger Leute befindet sich zwischen lähmenden Alltag und Rebellion, zwischen Liebe und Terrorismus. „Eine szenische Collage“, sagt Christiane Guhr. Und so ist es auch. Manchmal fällt es mir schwer, beim Zuschauen den Faden nicht zu verlieren. Eine Szene jagt die nächste. Im einen Moment ein verliebtes Pärchen, dass sich die Frage nach dem Zentrum der Welt stellt. Im anderen Moment vier Freunde, die einen Bombenanschlag planen, um ihrem Hass auf das System und dem Drang nach Revolution Ausdruck zu verleihen.

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Auch wenn die 1960er Jahre lange her sind, erkenne ich mich wieder. Ich erkenne das Hadern mit dem anderen Geschlecht, das Spielen mit Gefühlen und den Drang nach Veränderung. Christiane Guhrs Drehbuch erzählt von der heutigen jungen Generation. Von der Suche eines Jeden nach dem eigenen, kleinen Glück und seinem Platz im kaum fassbaren System. „Die dritte Generation – Kinder von Marx und Coca Cola“ lässt Banales und Extremes verschmelzen und zwingt den Zuschauer sich zu fragen, wie viel er selber mit alldem zutun hat.

Christiane Guhr lies sich von Rainer Werner Fassbinders „Die dritte Generation“ und Jean-Luc Godards „Masculin-Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca Cola“ inspirieren. Wer sehen will, wie die Symbiose aus diesen beiden Werken und Guhrs Ideen aussieht, sollte am Mittwoch Abend zur Prämiere im Projekttheater auf der Louisenstraße kommen.

Weitere Informationen

  • 13. und 14., sowie 20. und 21. Januar, Projekttheater Dresden, Beginn 20 Uhr, Eintritt ab 5 Euro
  • Das Neustadt-Geflüster verlost zweimal zwei Tickets, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, bitte eindeutiges Interesse in der Kommentarspalte bekunden.
  • mehr Infos auf Facebook und auf cargocollective.com/freispieler
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15 Kommentare zu “Kinder von Marx und Coca Cola

  1. Hallo. Ich habe Interesse an den Tickets, dann kann ich auch mal meinen Freund mit ins Theater nehmen statt immer andersrum.

  2. Hey Crew!

    Ich würde mich riiiesig über Die Freikartem freuen!!! Gehe super Gerne ins Theater, habe früher selbst gespielt und würde Gerne meinen Freund überraschen ;-)
    Liebe Grüße,
    Kristin aus der Neustadt:-)

  3. In der letzten Reihe mit einer Coca Cola zu sitzen und »Lohn, Preis und Profit« zu lesen mit dem Gefühl dabei eine Freikarte zu haben. Hach das wäre schön.

Kommentare sind geschlossen.