Das Schweizer Künstlerkollektiv Projektil zeigt seit dem 6. Februar seine Show „Genesis“ in der Dresdner Martin-Luther-Kirche in einer immersiven1 Inszenierung. Die Show läuft noch bis zum 28. März 2026.

Ausverkaufte Premiere in der Neustadt
Zur Premiere am 6. Februar war die Kirche ausverkauft. Zu Beginn der Show wird die Schöpfungsgeschichte erzählt, etwas verkürzt, aber im Wesentlichen wird die biblische Erzählung wiedergegeben. Während zu Beginn das Licht noch sehr dezent eingesetzt wird, gibt es danach einen wahren Vulkan an Farben und Formen. Für die Show haben die Mitarbeitenden des Künstlerkollektivs die Kirche genau vermessen. „Die sind ein reichliches Jahr vorher auf uns zugekommen“, erinnert sich Pfarrer Björn Fischer. Die Kirchenleitung habe dem Thema offen gegenübergestanden. „Das ist zwar kein kirchliches Event, aber doch ein biblisches Thema“, so Fischer – das stehe dem Anliegen der Kirche nicht entgegen.
Außerdem öffne sich die Martin-Luther-Kirche ohnehin immer wieder mal für Veranstaltungen, die keinen religiösen Bezug haben. Aber, so Fischer, man wolle die Veranstaltung wenigstens an einem Tag etwas christlicher prägen. Am Donnerstag, dem 19. März wird zur Show der Gospelchor der Gemeinde mit musikalischer Begleitung auftreten und Pfarrer Fischer wird sprechen.

Die 30-minütige Show verbindet Projektionen mit eigens komponierter Musik. Animationen erscheinen an Wänden und an der Kirchendecke. Für die Inszenierung wurden rund eine Million Messpunkte gesetzt. Die Projektionen nutzen die historistische Architektur der Kirche voll aus. Einer der Höhepunkte ist der Blauwal, der über die Gewölbedecke zieht. Die Inszenierung erzählt die Entstehung der Erde. Sie zeigt erste Lichtstrahlen, Naturphänomene und die Vielfalt des Lebens.
Roman Beranek, Creative Director von Projektil, sagte nach der Premiere: „Dresden hat uns mit einer unglaublichen Offenheit für dieses Format empfangen.“ Die Martin-Luther-Kirche sei mit ihrer Architektur und Atmosphäre wie geschaffen für Genesis. „Wir wollten die Besonderheiten dieses Raumes nicht überdecken, sondern sichtbar machen – und gleichzeitig eine emotional berührende Geschichte erzählen“, so Beranek. Die Reaktionen des Publikums hätten ihm gezeigt, dass diese Verbindung gelungen ist.
Internationale Stationen
Mit „Genesis“ war Projektil bereits in mehreren Städten zu Gast. Dazu zählen Boston, Santiago de Chile, Amsterdam und Madrid. Auch dort gab es ausverkaufte Vorstellungen. Seit der Uraufführung 2019 in Zürich realisiert Projektil immersive Shows in Kirchen und historischen Gebäuden. Nach eigenen Angaben bespielte das Kollektiv mehr als 40 Stationen auf vier Kontinenten.
Sonderveranstaltung mit Gospelchor
Am Donnerstag, 19. März 2026, finden in der Martin-Luther-Kirche zwei Sonderveranstaltungen unter dem Titel „Genesis meets Gospel“ statt. Die Aufführungen beginnen jeweils um 18.45 Uhr sowie um 20.15 Uhr und dauern rund eine Dreiviertelstunde. Die Show verbindet die Projektionen mit Live-Musik. Es erklingt Gospelmusik aus Norwegen, Schweden, Dänemark und den USA. Hinzu kommen Texte aus dem 1. Buch Mose der Bibel.

Mitwirkende sind neben Pfarrer Björn Fischer als Sprecher Markus Pötschke am Saxophon, Marcel Schrenk am Piano, Reinmar Gerber am Bass, Dana Leichsenring am Schlagzeug und Joachim Funke an der Orgel. Es singen die Gospelresounds Dresden-Neustadt, der Gospelchor St. Afra Meißen und der Gospelchor Bad Liebenwerda. Die Leitung hat Kantorin Elke Voigt.
Tickets und Preise
Für die Veranstaltung mit Live-Musik am 19. März kostet der Eintritt 30 Euro, ermäßigt 24 Euro. Jugendliche bis 18 Jahre zahlen 10 Euro.
An allen anderen Tagen zahlen Erwachsene ab 18 Jahren 13,90 Euro. Jugendliche von 10 bis 17 Jahren zahlen 9,90 Euro. Kinder von 6 bis 9 Jahren zahlen 6,90 Euro.
Karten für alle Veranstaltungen sind ausschließlich über www.projektilexperiences.com/dresden
erhältlich. Telefon-Hotline: +49 151 51208292. Ein Erwerb über die Verwaltung der Gemeinde ist nicht möglich. Ein Teil der Einnahmen fließt in die Rücklagen der Gemeinde zum Erhalt der Kirche.
1 Immersiv bedeutet das tiefe Eintauchen in eine virtuelle oder fiktionale Welt. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort immergere für eintauchen. Dabei tritt die reale Umgebung in den Hintergrund. Es entsteht ein starkes Gefühl der Präsenz. Anwendungen finden sich im Gaming und in der Unterhaltung. Auch digitale Ausstellungen in der Kunst setzen auf immersive Ansätze. Im Theater werden Zuschauer Teil des Geschehens. Immersive Formate setzen auf Erleben statt reines Verstehen. Sie können Aufmerksamkeit und Motivation steigern. Im Kern geht es darum, fiktive Welten so zu gestalten, dass die Außenwelt für einen Moment in den Hintergrund tritt.



















