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17.200 Euro für eine schöne Friedhofsmauer

Im Stadtbezirksbeirat Dresden wurden gestern einige Förderprojekte vorgestellt. Unter anderem ging es um die Wand des Inneren Neustädter Friedhofs an der Friedensstraße. Zwei Vertreterinnen des Kirchspiels Dresden-Neustadt stellten gestern ihre Pläne vor.

Der Eingang zum Inneren Neustädter Friedhof von der Friedensstraße aus.
Der Eingang zum Inneren Neustädter Friedhof von der Friedensstraße aus.
Bisher wurde die Mauer immer mal wieder mit Farbe neu getüncht, um dann wenig später wieder übersprüht zu werden. Das soll dieses Mal anders werden. Deshalb hat sich der Friedhofsträger überlegt, die Mauer nun mit einem Kunstwerk gestalten zu lassen.

Ein ähnliches Konzept ist in der Nachbarschaft schon recht gut aufgegangen. Vor knapp vier Jahren wurde eine Mauer an der Friedensstraße von verschiedenen Graffiti-Künstlern in Zusammenarbeit mit dem Lack-Streiche-Kleber-Festival gestaltet. Die Wand ist auch heute noch weitestgehend frei von Zerstörungen.

Wandbild an der Friedensstraße mit Werken von Artourette, Kumo, Andy K. und anderen.
Wandbild an der Friedensstraße mit Werken von Artourette, Kumo, Andy K. und anderen.

Für die Friedhofsmauer soll nun ein Kunstwerk mit Motiven des Dresdner Totentanzes entstehen. Das ist ein von Christoph Walther um 1534 geschaffenes steinernes Relief. Diese Relief befand sich von 1731 bis 1975 an der Nordmauer des Friedhofes. Heute hängt es in der Dresdner Dreikönigskirche (weitere Infos).

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Um das Projekt zu realisieren, sind die Friedhofsverantwortlichen auf den Künstler Jens Besser zugegangen. In der Neustadt sind Werke von ihm unter anderem auf der Böhmischen Straße zu sehen.

Mehrfach wurde die Friedhofsmauer vergeblich übertüncht.
Mehrfach wurde die Friedhofsmauer vergeblich übertüncht.

Grünen-Rätin Ulla Wacker regte an, es nicht nur von einem Künstler durchführen zu lassen, sondern die Graffiti-Szene mit einzubeziehen. Charlotte Brock von der Partei „Die Partei“ regte an, dass man doch statt 17.200 Euro auszugeben auch einfach die Wand als Graffiti-Fläche freigeben könne. Übermalt werde es wohl so oder so.

Der Stadtbezirksbeirat stimmte dem Projekt schließlich mehrheitlich zu.

Auch die Sandsteinmauer des Friedhofes an der Conradstraße ist voller Graffiti.
Auch die Sandsteinmauer des Friedhofes an der Conradstraße ist voller Graffiti.

Weitere beschlossene Förderprojekte

  • Kulturelle Bespielung Scheune Vorplatz 2020 – Förderung: 11.962 Euro mehr Infos
  • Online Konzerte – Blaue Fabrik – Förderung: 9.600 Euro – mehr Infos
  • Aussitzen deluxe – Förderung: 17.890,43 Euro – mehr Infos
  • „Ehrung Architekt Mehlhorn“ (Phase 2) – Förderung: 7522 Euro – mehr Infos
  • „Heinrich Schütz – Musikalische Exequien“ – Förderung: 3.000 Euro – mehr Infos
  • Unterstützung Kontaktladen der Treberhilfe – Förderung: 4.380 Euro – mehr Infos
  • Beschilderung Wander- und Laufstrecke Jägerpark – Förderung: 2.000 Euro – mehr Infos
  • Verschattungseinrichtung Spielplatz Friedensstraße – Sonnensegel – Förderung: 13.500 Euro – mehr Infos
  • Bank Angelikastraße/Bettinastraße – Förderung: 215 Euro – mehr Infos.
  • Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die Stadtteilbibliothek Neustadt – Förderung: 10.700 Euro für digitale Außenwerbung, neue Medien und Spielboxen – mehr Infos

Außerdem wurde über den Planungsstand am Bischofsplatz berichtet. Dazu in Kürze mehr.

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11 Ergänzungen

  1. Nichts gegen Jens Besser, aber sein grober abstrakter Stil passte weniger an diesen Ort als beispielsweise der Stil des besagten Wandbildes weiter südlich am Spielplatz, welches wohl von AndyK und in figürlicher Art ist.
    Insofern würde ich nicht für eine Festlegung auf Herrn Besser plädieren, zumal er zwar sehr bekannt und aktiv, aber auch schon sehr vielerorts in Dresden Spuren hinterlassen durfte. Da geht auch in Dresden mehr Vielfalt.

    Das Wandbild hier würde sehr prägend für den Straßenraum sein. Ich vermute, daß da die Rechnung noch nicht mit dem mitspracheberechtigten Denkmalschutz gemacht wurde. Die gesamten Anlagen stehen gänzlich unter Einzel- und Flächenschutz. Das betrifft auch die Wirkung nach Außen. Ich denke, da dürfte die Behörde nun die Nasen rümpfen, heißt: der Beschluß ist für die Katz.
    (ich dachte zuvor an und empfehle anstatt: die neugemauerte Rückwand des Friedhofs an neuer Einfahrt zur Schule/Lehrerparkplatz, wo zuvor die Nikkifaktur abgerissen wurde. Auch dort wäre eine Gestaltung in Blickrichtung gen Schule geeignet.

    Eine Legal-plain-Lösung vorn würde ich einer Besser-Lösung auch vorziehen, die Idee ist eigentlich ok. Jedoch wird die Stadtverwaltung die Gehwegnutzung eingeschränkt sehen sowie eine untypische Nähe zum Wohnumfeld, sodaß auch von dort wohl eine Absage eines legal-plains erfolgen dürfte.

    Ich sehe keine derzeit gewollte Handhabe gegen die Masse an Schmierdruck im Hechtviertel. Hier ist es an Friedens- und Conradstraße vielmehr quasi zu dulden. Außerdem werden diese Sockelbemalungen allmählich inflationär häufig, und damit auch nervig und stadtbild-emtstellend. Beispiel: Böhmi auf Höhe der Loge, da läuft man wie durch ein (für meinen Geschmack) ziemlich häßliches Farbflächenuniversum und wähnt sich irgendwie woanders. Am Dammweg wurden die Sockel nach Jahren nun doch über-tagt.

    Also ich hoffe, daß die 17.000 Euro wieder schön ins Bezirkssäckel rückfließen. Der Friedhof hätte übrigens auch anderweitig reichlich Bedarf an finanzieller Unterstützung (Gräberdenkmalsanierung).

  2. Da das Neustadt-Geflüster ja mit der schönen „Internet-Abschalten“-Pistole schon mit einer Heise-Zitierung „geadelt“ wurde, hier ein Link auf einen dort kürzlich eingebrachten Nutzerkommentar zum ganzen „diskriminierungsfreien“ Sprach-Umbau-Projekt, dem ich eigentlich nix mehr hinzufügen kann:
    https://www.heise.de/forum/heise-online/Kommentare/Linux-Kernel-Richtlinien-fuer-inklusive-Sprache-integriert/Blosser-Symbolismus-stuetzt-immer-nur-das-Herrschaftssystem/posting-37018049/show/

    Also: Gern so weitermachen, sich aber bitte nicht wundern, wenn sich gar nichts ändert, sondern evtl. nur schlimmer wird.

  3. Jens besser hat sich durch einige seiner Aktionen in letzter Zeit einen sehr schlechten Ruf in der Graffiti-Szene gemacht.

    Besonders hervorzuheben wäre hierbei die vermeintlich künstlerische Aktion den legal Plain am Puschkinplatz zu zersägen und durchlöchern.

    Einige Sprüher haben daraufhin mit Rache an seinen legalen Bildern gedroht.

    Ich denke daher, dass er die falsche Person für den Auftrag ist. Das „Kunstwerk“ wird in diesem Fall nur wenige davon abhalten die Wand zu bemalen.

  4. Ich glaube inzwischen, dass es dort völlig egal ist, wer die Wand gestaltet, es wird vermutlich alles gecrosst. Auch das ehrenamtliche Werk in der Nachbarschaft wurde jetzt übersprüht.Übersprühtes Kunstwerk

  5. Nun ist die Wand vorbereitet für das Projekt – und gleich wieder besprayt… Es ist also schon jetzt zum Scheitern verurteilt. Die „Sprayer“ – oder die Handvoll Jungs, ja, Jungs, die nachts mit ner Dose durchs Viertel rennen (sie „Sprayer“ zu nennen, würde die KünstlerInnen deklassieren) – machen aktuell vor nix halt. Schule, Spielplatz, Sandstein – alles egal, Hauptsache, sie können sich austoben… Liebe „Sprayer“… es ist soooooooo langweilig, was ihr fabriziert – und an der falschen Stelle… Wir leben in nem Familien-Kiez!!! Nicht in der Antifa-Area. Eure Aufrufe zur Gewalt etc. sind völlig unangebracht, daneben – und eben falsch adressiert. Eure Ego-Namenszüge verursachen beim Betrachter nur noch ein müdes Gähnen…Aber abwarten, wie lange Muttis Taschengeld noch für die Sprühdosen langt… Vielleicht legt sich der ganze Corona-Sprüh-Wahn wieder. Schade um die ganzen Spray-Projekte an den Häusern… Und vor allem das von Andy K…. Also Jens, ich drücke Dir die Daumen, aber – ganz ehrlich – ich geb´dem ganzen keine Chance… Dafür ist der Sprayer-Kindergarten, der im Viertel nachts mal zum Spielen raus darf, schon zu heiß drauf, alles zu übersprayen…
    PS: Und, wenn Ihr ne öffentliche Fläche für Eure Ausdrucksform bekommt, will ich auch ne Riesen-Leinwand nur für mich und ein öffentliches E-Piano und ne Outdoor-Küche… Weil, einfach, weil ich mich ausdrücken will und all das….und das meine Art von Kunst ist … ich das Viertel bereichern will…

  6. Jup, läuft an der Friedhofsmauer. Das Projekt kann man getrost in die Tonne kloppen und das Geld sinnvoller ausgeben, z. B. als Spende für ein Tierheim. Gegen die Buchstabenmaler kommt hier keiner mehr an, nicht mit Worten, nicht mit Werken. Die Dummheit hat einmal mehr sichtbar die Oberhand.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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