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Ceci n'est pas une Galerie – 7 Jahre Hole of Fame

"Wir sind keine Ga­le­rie!" Die sie­ben zu die­sem Mon­tags­ple­num an­we­sen­den Mit­glie­der des Hole of Fame (HoF) auf der Kö­nigs­brü­cker Straße sind sich ei­nig. Google hat un­recht. Doch wie für all die In­itia­ti­ven, Ak­tio­nen und Prä­sen­ta­tio­nen, die sich je­den Mo­nat hin­ter und vor dem Schau­fens­ter des ehe­ma­li­gen Spiel-La­dens er­eig­nen, ei­nen Ober­be­griff fin­den? "Pro­jekt­raum" trifft es am bes­ten. Das Po­ten­tial des HoF ist seine Wan­del­bar­keit. Bühne und Wohn­zim­mer, Kino, Kon­zert­saal, Ate­lier, Disko, Po­dium und La­bor: Die Ideen zu sei­ner Nut­zung de­fi­nie­ren und ge­stal­ten den Raum im­mer wie­der neu.

Ein ver­blüff­ter Be­su­cher be­tritt die Aus­stel­lung "Die Hülle mei­ner Er­schei­nun­gen ein Kor­sett. Ma­le­rei von Ju­lius Ge­orgi". Die Ne­bel­wol­ken wa­ren Teil des Ausstellungskonzeptes.

Ein kleiner Schritt …

"Am An­fang dach­ten wir, wir pro­bie­ren das Mal sechs Mo­nate lang aus und dann se­hen wir wei­ter", er­klärt Grün­dungs­mit­glied Eric Vo­gel. Er wurde von der Gruppe der Mitstreiter*innen heute dazu be­stimmt, die "Ur­schleim-Ge­schichte" des Hole of Fame zu er­zäh­len. Schnell klin­ken sich die an­de­ren mit Wort­mel­dun­gen ein. Die Ge­schichte des Hole of Fame wird von vie­len ge­schrie­ben – ak­ti­ven und in­ak­ti­ven, ak­tu­el­len und ge­we­se­nen Mit­glie­dern. "Ich dachte nicht, dass es so lange geht", räumt Tommy ein, der sich seit etwa vier Jah­ren um die Or­ga­ni­sa­tion von Kon­zer­ten küm­mert. "Ich freue mich über je­des neue Jahr", er­gänzt Mit­or­ga­ni­sa­tor Christian.

Ein Teil des ak­tu­el­len Hole of Fame Teams.

Der Pro­jekt­raum funk­tio­niert auf dem Prin­zip "Bock". Den kann je­der ha­ben. Ihn füt­tern, bei Laune hal­ten und im­mer wie­der auf­sat­teln schaf­fen nicht alle. Im HoF funk­tio­niert das seit sie­ben Jah­ren. Ent­stan­den ist ein ein­zig­ar­ti­ges, of­fe­nes Ar­to­top. "Man muss nur den Schritt über die Schwelle ma­chen", sagt Eric. Wer ins Hole geht, kommt ga­ran­tiert ver­än­dert wie­der heraus.

7 Jahre, 700 Veranstaltungen

Hole of Fame war vor sie­ben Jah­ren noch der Name des Sam­mel­kar­ten- und Rol­len­spiel-La­dens auf der Kö­nigs­brü­cker Straße 39. Über dem Ge­schäft hatte sich eine WG zu­sam­men­ge­fun­den, von der ein­mal im Mo­nat künst­le­ri­sche Fes­ti­vi­tä­ten aus­gin­gen. "Gue­rilla-Ak­tio­nen wie Kunst im Kel­ler, Hin­ter­hof-Par­tys, spon­tane Ses­si­ons", er­in­nert sich Eric. Als der Sam­mel­kar­ten­la­den aus­zog, wurde aus Spiel Kunst. Die Gruppe von Kul­tur-/Schaf­fen­den, dar­un­ter Kids Art­works, ver­or­tete sich – wil­lig, sich den Raum als Büro und Ate­lier zu tei­len. Bald über­wo­gen die Ver­an­stal­tun­gen im Ter­min­ka­len­der. Die Büronutzer*innen über­lie­ßen in bei­der­sei­ti­gem Ein­ver­ständ­nis den Künstler*innen das Schaufenster.

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In der zwei­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung "Wech­sel­ströme" prä­sen­tier­ten ins­ge­samt 12 Au­torIn­nen aus Han­no­ver und Dres­den ihre Texte. Da­bei wur­den auch Ar­bei­ten der teils künst­le­risch ar­bei­ten­den Au­torIn­nen aus­ge­stellt. Hier zu se­hen sind Sil­vio Col­ditz, Ca­ro­line Hartge und Nils Schu­ma­cher (vlnr).

Zeigen, was keine Ware ist

Hin­ter ho­hem Glas ist zu se­hen, was keine Ware ist: Im Hole of Fame wird ex­pe­ri­men­tiert und prä­sen­tiert, aber – hier liegt der Un­ter­schied zur Ga­le­rie – nicht ver­kauft. Tommy: "Wir kom­men am Ende des Mo­nats im­mer bei Null raus." In sie­ben Jah­ren stellte die stets fluk­tu­ie­rende Gruppe 700 Ver­an­stal­tun­gen auf die Beine. "Un­ser Pu­bli­kum ist enorm viel­sei­tig", sagt Ca­ro­lin. "Black Me­tal meets Le­se­bühne. Wir wün­schen uns das auch so. Wir wol­len keine Fil­ter­blase schaf­fen." Es gibt im HoF keine klare Li­nie. Darin be­steht das Po­ten­tial des freien Projektortes.

In der Aus­stel­lung "I show your Mind" wur­den die Zu­sam­men­hänge zwi­schen Pa­ra­noia und vi­su­el­ler Wahr­neh­mung un­ter­sucht. Die Be­su­cher konnte dazu in das von au­ßen recht un­schein­bar wir­kende Zim­mer ei­nes Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers eintauchen.

Er ist An­lauf­stelle für avant­gar­dis­ti­sche, ex­pe­ri­men­telle, pro­vo­kante kon­zep­tio­nelle Ideen. Zur Aus­stel­lung Black Hole zum Bei­spiel war der ge­samte Raum kom­plett schwarz aus­ge­klei­det. "Man konnte das Licht an­ma­chen und sah trotz­dem nichts", er­in­nert sich Tommy. Aus dem Bo­den rag­ten röt­lich be­leuch­tete Za­cken. Für I show your mind ver­wan­delte sich das HoF in das Zim­mer ei­nes Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers. Als ein Meis­ter­stück bleibt al­len das Wo­chen­ende um den sieb­ten Ge­burts­tag des HoF in Erinnerung.

In der ak­tu­el­len Aus­stel­lungs­reihe "Al­les Jetzt!" un­ter­sucht das Hole of Fame Team Ver­bin­dun­gen zwi­schen Ideo­lo­gie und Zeit. Hier spielt Anne Lenk im ers­ten Teil der Aus­stel­lung "Zwi­schen Auf­bruch und Um­bruch. Künst­le­ri­sche Per­spek­ti­ven aus Dres­den zwi­schen 1945 und 1989".

Zur "Al­les Jetzt"-Konferenz or­ga­ni­sierte die Gruppe ein Wo­chen­ende lang vier Ver­an­stal­tun­gen pro Tag. Chris­tian: "Es hat scho­ckie­ren­der Weise al­les funk­tio­niert." Die Kon­fe­renz wid­mete sich dem Thema „Ideo­lo­gie in Ver­gan­gen­heit, Ge­gen­wart und Zukunft“.

Live-Kon­zert mit Red On (D), Live-Vi­su­als von Subrihanna.

Wenn du mir, so ich mit dir

"Wir le­gen Wert auf Syn­er­gien", er­klärt Ste­phan Zwe­renz das Prin­zip. Wenn ein Mensch mit ei­ner Idee ins HoF kommt, wird ge­schaut, was nö­tig ist, um diese zu ver­wirk­li­chen. Kon­takte wer­den an­ge­zapft und ver­mit­telt, ma­te­ri­elle, ideelle und per­so­nelle Res­sour­cen mit­ein­an­der ver­knüpft. "Es geht uns um den In­halt, das Kon­zept und dass es in Zu­sam­men­ar­beit mit an­de­ren Künstler*innen um­ge­setzt wird", so Stephan.

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"Al­les Jetzt"

Aus der ge­gen­sei­ti­gen Un­ter­stüt­zung er­ge­ben sich Lern­pro­zesse, prak­ti­sche Er­fah­run­gen und nach­hal­tige Kon­takte für die Be­tei­lig­ten. Und für Besucher*innen ein Hap­pe­ning hin­ter ei­ner der we­ni­gen Schau­fens­ter in der Neu­stadt, hin­ter dem keine Kla­mot­ten lie­gen. Ver­netzt ist die Gruppe über die Gren­zen Dres­dens hin­aus. Fri­scher Wind im Elb­tal. Die Pro­jekte im HoF sol­len zur Mei­nungs­bil­dung an­re­gen, Fra­gen auf­wer­fen, Dia­loge in­iti­ie­ren. "Kunst ist im­mer po­li­tisch", lau­tet der Konsens.

Live-Kon­zert mit Gol­den Diskó Ship (D)

Mitmacher*innen gesucht!

"Ohne die vie­len Schul­tern würde das hier nicht funk­tio­nie­ren", sagt Chris­tian. "Schreib un­be­dingt, dass wir Mitmacher*innen su­chen!", sagt der Chor. Das Jah­res­pro­jekt 2020 stellt nach den vor­her­ge­hen­den Blö­cken zu Uto­pie und Dys­to­pie die Frage "Was kommt nach der Zu­kunft?". Nam­hafte Kol­lek­tive wie MI/​AMO, das TanZ­Netz­Dres­den, die Po­li­zei­klasse Dres­den, Ar­mada of Arts oder die The Guts Com­pany sind mit im Boot und schip­pern durch un­be­kannte Ge­wäs­ser mög­li­chen Ant­wor­ten und vie­len, vie­len Fra­gen entgegen.

"Dass wir Mitmacher*innen su­chen, kannst du ru­hig zwei­mal schreiben!"

Hole of Fame

  • Kö­nigs­brü­cker Straße 39
  • ge­öff­net nur zu Aus­stel­lun­gen, Ein­tritt prin­zi­pi­ell auf Spendenbasis
  • www.holeoffame.de
Zur Er­öff­nung vom Lack­Strei­che­Kle­ber Fes­ti­val 2017 ge­stal­te­ten Mi­chal Škapa und Jens Bes­ser das neue Kulturhauptstadt-Mobil.
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3 Ergänzungen

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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