Hausbesetzung auf der Tannenstraße

Heute hat die Gruppe „Wir besetzen Dresden“ nach eigenen Angaben ein Gebäude in der Tannenstraße 3 oberhalb des Alaunplatzes besetzt. Die Besetzer*innen hängten zahlreiche Transparente an der Fassade auf. Sie fordern unter anderem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, sowie mehr Akzeptanz für Freiräume und deren Förderung in der Stadt.

Hausbresetzung auf der Tannenstraße
Hausbresetzung auf der Tannenstraße
Eine Aktivistin im Haus sagt dazu: „Heute vor 49 Jahren gab es die erste Hausbesetzung in der Bundesrepublik Deutschland in Frankfurt am Main. Wir finden, es ist dringend an der Zeit, diese Art des Protests fortzuführen. Damit soll die Debatte um die Wohn- und Freiraumproblematik wieder in den Fokus der öffentlichen Diskussion rücken. Denn die Situation für Mieterinnen und Mieter verschlechtert sich seitdem zunehmend.“

Die Gruppe bezieht sich dabei offenbar auf eine Besetzung in Frankfurt (Main) im September 1970. Allerdings gab es schon davor im April in Köln eine Hausbesetzung. In der Dresdner Neustadt waren in den 1980er Jahren Wohnungsbesetzungen an der Tagesordnung. Allerdings ließen sich die Besetzer das meist nachträglich genehmigen. In den frühen 1990er Jahren wurden mehrere Häuser besetzt, einige davon werden immer noch von Wohnprojekten genutzt, zum Beispiel Louisenstraße 44, 85 und 93.

Die Besetzergruppe war auch schon mehrfach in der Neustadt aktiv. Zur BRN wurde ein Gebäude auf der Königsbrücker Straße besetzt und auch im Juli wurde an einem anderen leerstehendes Haus wiederum an der Königsbrücker Straße besetzt. Allerdings handelte es sich in beiden Fällen um ganz kurze Aktionen und keine dauerhaften Besetzungen.


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Nach Einschätzung der Besetzer*innen ist bezahlbarer Wohnraum in Dresden knapp. Sie weisen darauf hin, dass die Bausubstanz der Tannenstraße 3 wird seit zwölf Jahren dem fortschreitenden Einsturz preisgegeben ist. Ein Nutzungskonzept für die nahe bis mittelfristige Zukunft gebe es nicht. Neben den drei großen Gebäuden besteht das Gelände aus einem ca. einen Hektar großen Grundstück, welches brach liegt.

„Wir fordern die Stadt auf, Brachflächen und Leerstand, wie hier in Tannenstraße, öffentlich darzustellen.”, sagt die Aktivistin, “Weiterhin sollen deren momentane Nichtnutzung begründet oder Nutzungskonzepte erarbeitet werden.“

23 Kommentare zu “Hausbesetzung auf der Tannenstraße

  1. Wir verlangen, wir fordern, wir verlangen, wir fordern usw.
    Wieso die Anderen?
    Wieso wollen die die Kriminell*innen (im Artikel oben als „Aktivisten“ bezeichnet) nicht mal selber was errichten, bauen o.ä.?
    Man könnte ein Grundstück kaufen und darauf ein Haus bauen.
    Oder ein altes Haus kaufen und sanieren.
    Und wenn es am Geld mangelt, kann man einen Kredit aufnehmen
    und mit der guten alten Muskelhypothek noch was dazu tun.

  2. Diese Leuten sollten 25 Jahre in der freien Wirtschaft arbeiten gehen, sich dann ein Haus kaufen (und sich damit bis zum Renteneintritt verschulden) und alle einladen umsonst dort zu wohnen. Aber meist bekommen diese „Aktivisten“ im Leben nichts auf die Reihe und liegen der Allgemeinheit auf der Tasche.

  3. @ muss früh raus: genau das ist auch mein „Problem“ damit. An sich sind Proteste, Demos usw. etwas Gutes, aber irgendwie werden zu oft Dinge verlangt, die entweder unmachbar sind, oder die man auch mal selbst in die Hand nehmen kann.
    Dennoch schön, wenn sich solche Aktionen bestimmte Themen mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden.

  4. Genau, nur wer Geld hat oder sich verschuldet darf wohnen. Und nur wer arbeitet soll auch essen. *ironie off*

    Schöne Aktion, hoffentlich bald mehr davon!

  5. Was bitte ist das denn für ein trotteliger und grenzebiler Kommentar von Dir?

    Sich gegen Verfall, Leerstand und Wohnungsnot einzusetzen ist doch maximal anerkennens- und unterstützenswert!
    Warum sollen sich Leute extra ein Haus/Grundstück kaufen, wo es doch genügend Objekte gibt, wo man zur Miete wohnen kann (wenn die unfähigen Eigentümer diese denn mal vermietbar machen würden…)? Wobei man zusätzlich bei reinem Kaufinteresse vom Grundbuchamt keine Informationen über den aktuellen Eigentümer erhält

  6. Hallo Frühaufsteher:
    „Wir verlangen, wir fordern, wir verlangen, wir fordern“…echt mal: Da hat im besten Fall mal der Opa ein Haus gebaut (wahrscheinlich auch eher bauen lassen) und jetzt verlangt die gierige Bagage in der dritten Generation immer noch Miete. Fordert gar regelmäßig mehr, schraubt mal ’n neues Klingelschild ran und erhöht nochmal die Miete.
    „die Situation für Mieterinnen und Mieter verschlechtert sich zunehmend.“ Darauf kann man nicht oft genug hinweisen.
    Dein guter Tip, doch selbst ein Haus zu kaufen oder zu bauen kommt leider etwas spät: jeder Zipfel Land, jede Bruchbude gehört doch schon irgend wem…
    Aber ich seh‘ grad, das hatten wir ja hier schon mal.

  7. Zunächst ist, die im oberen Kommentar gewählte Bezeichnung für die Aktivist*innen, nämlich “die Kriminell*innen“ mehr als fraglich und besorgniserregend zugleich…kriminell ist bei diesem Thema vielmehr, dass zb am Bischofsplatz gleich zwei neue moderne Wohnklotze hingesetzt werden zu Mietpreisen, die sich viele in Dresden nicht einmal leisten können…
    Für das aktuell besetze Haus auf der Kö nr.3 lag der Stadt ein Konzept vor, was aber unterm Strich der Stadt kein Geld eingebracht hätte, sondern “nur“ ein Mehrgewinn für die Bürger*innen der Stadt gewesen wäre…
    Die Aussage: “..warum die nicht mal selber was errichten, bauen o.ä. ?!“ finde ich nahezu beschämend…
    Wie viele der jungen Menschen bspw. Geringverdiener können sich denn heutzutage -vorallem in der Stadt- mal eben eine Immobilie/Grundstück kaufen?! Und Kredite bekommt man als junger Erwachsener o. ohne irgendwelche Sicherheiten schon mal gar nicht.. Nein, in erster Linie braucht manchmal sogar 3 Jobs um sich überhaupt Miete/Lebenshaltungskosten etc leisten zu können…
    Überall mangelt es an Nachwuchs, jungen Menschen, Azubi’s, Fachkräfte etc…aber wenn diese entweder nur in Gorbitz/Prohlis was günstiges finden oder überhaupt keine Wohnung, ja woher sollen sie dann kommen.
    Sicherlich braucht es auch neuen Wohnraum und gegen den Bau von neuen Wohnhäusern ist an sich auch gar nichts einzuwenden, nur bezahlbar muss es bleiben…und der Charme des Stadtteils sollte auch nicht gänzlich verloren gehen..rund um den Neumarkt bauen sie alles so wieder auf wie es einst gewesen ist und die Neustadt/Pieschen etc verlieren nach und nach ihren Charakter..
    Für mich nicht nachvollziehbar ist auch die Tatsache warum bspw eine Stadt wie Leipzig in der Lage ist Brachflächen, alte Industriegelände etc für die Nutzung an Bürger*innen/Projekte/gemeinnützigen Vereinen zugänglich zu machen ohne daraus noch übelst viel Profit zu schlagen…und in der Landeshauptstadt von Sachsen sind solche Standorte/Objekte jahrelang ungenutzt, werden abgerissen oder die, welche es sich gern zu Nutze machen (würden), werden kriminalisiert oder nicht mal angehört…
    Traurig, ist das…oder ums mit den Worten eines Wahlplakates zu sagen: SCHLIMM
    !!!

  8. Laut Themenstadtplan Dresden gibt es keine Hausnummer 3 auf der Tannenstraße. Außerdem müsste diese westlich der KöBrü liegen. Ich würde mal schätzen, dass das Gebäude zur Nr. 4 gehört.

    Zum Thema Hausbesetzung und Wohnungsmangel: Wenn Häuser vermietbar gemacht (saniert!) oder Brachen in der Stadt bebaut werden, ist es ja auch wieder nicht recht. Also was denn nun?

  9. @SteffenDD, Du kannst Dein Leben übrigens ändern, wenn es Dich ankotzt. Geh doch mal raus! Es gibt auch so viele schöne Bücher! Streichel vielleicht ein Kaninchen, es ist ganz weich!
    Wär doch schade, diese eine Chance ausgerechnet dem Kapitalismus zu schenken, der Dir nicht gut tut. Merkste doch auch, oder?
    Nee, nicht mehr?

  10. „Genau, nur wer Geld hat oder sich verschuldet darf wohnen. Und nur wer arbeitet soll auch essen. *ironie off*“

    Genau. So war es schon immer auf diesem Globus und bei allen Lebewesen. Wer nicht für die eigene Existenz sorgt, geht unter. Nicht so gerne gesehen sind parasitäre Lebensformen. Ausgeschlossen davon sind Lebewesen, die (tatsächlich!) auf soziale Fürsorge angewiesen sind.
    Die menschliche Existenz hat Geld als Tauschgutschein erfunden. Das erleichtert den Tausch von Arbeitsergebnissen und steigert somit den Wohlstand.

    Peinlich, dass man das Aktivist*innen immer noch erklären muss. Meist sind das solche, für die der Strom aus der Steckdose und das Geld aus dem Automaten kommt. Klar dass die es dann auch für existenziell notwendig halten, für sich selbst exorbitanten Luxus zu fordern. Zum Beispiel geiles Wohnen in geilen Gegenden für lau. (Oder ham die schon mal ein Haus mit viel Land drum rum aufm Dorf besetzt?) So hat der Sozialismus schon immer prächtigst funktioniert. Schickt diese Leut*innen nochmal in die Schule, aber nich zum Waldorf.

  11. Würde inzwischen von Objektbegehungen dieser Gruppe sprechen, denn Zutritt verschaffen, paar Transpis raushängen und dünne machen ist ja keine Besetzung. Das Anliegen ist legitim, aber die paar in DD gefundenen Objekte weisen meist arge Entwicklungshemmnisse auf oder sind in Beplanung (aber das dauert manchmal), oder liegen im uninteressanten JWD. Da ist nicht wirklich was zu holen, das unterscheidet DD deutlich von anderen Oststädten mit teils immer noch viel Leerlauf-Substanz.
    Die Annahmen der Gruppe zur hiesigen Tanne 4 (vor Monaten übrigens zahlreiche der Fenster einschmissen worden) liegen teils nicht so vor, sie sollen wahrscheinlich etwas die Diskussion ankitzeln, ok. Ein „Kaiser“ meldete sich hier schon zu Wort, allerdings könnte tatsächlicher Kaiser von da oben mal kurz die Sachlage klären, denn dort sind natürlich schon Bauabsichten da – es verzögerte sich nur ä bissel.
    Was kommt als nächster Coup? Bischofsweg16 war noch nicht dran.

  12. Das ist das Gebäude östlich des IKK Classic Hauses. Ist der gleiche Stil wie das Gebäude auf der Hans-Oster-Straße, welches zum Arbeitsgericht gehört.

  13. Doch B16 war dran, is nur schon ein bissl her, damals gab’s die Bästleinstraße und die KWV noch. Und das Versprechen, dass man auch was basteln könne, wenn nicht bald ein Mietvertrag erscheine. Und eine leere Tortenschachtel. Oder gab’s die nicht? Auf jeden Fall gab’s dann Mietverträge und immer Sommer.

  14. ach so, ich vergaß: Bekanntlich wandert ja die halbe Landjugend der Oberlausitz nach Dresden ein, und latscht sich in der Neustadt sichtlich sogar gegenseitig auf die Füße. Gleichzeitig stehen dort hinten abertausende Objekte ohne Aussicht auf Nutzung. Diese Schieflage zwischen der LHD und deren Umgebungslandkreisen gilt selbstredend für alle Himmelsrichtungen. Diese Schieflage wirkt sich leider auch verkehrlich nachteilig für Dresden aus, wie zahlreiche Autokennzeichen verraten (mit Pendlerparkansprüchen, teils im Parkverbot oder schon häufiger mit stadt-befremdlicher Fahrweise).

    Der Schlüssel zur erfolgreichen Objektbesetzung liegt also im Falle Dresdens im Trend „back to the roots“, Zurück zum Landkreis. Ich nannte die lieben O-Lausitzenden, weil deren Lokalpatriotismus auch im Jungvolk sprichwörtlich ist. Was liegt also näher, als die Nutzung weitreichender Möglichkeiten bei so viel Heimatliebe. DD bietet hingegen nichts mehr, außer sich noch häufiger auf die Füße zu treten. Amen.

  15. Wenn’s da Jobs für meine Qualifikation geben würde, wäre ich sofort in Görlitz. Bis dahin muss aber wohl oder übel in Dresden bleiben. Aber keine Angst, in der Neustadt gebe ich nur mein Geld aus, gewohnt wird woanders und Häuser besetze ich auch eher nicht.

  16. @Probildung: „Meist sind das solche, für die der Strom aus der Steckdose und das Geld aus dem Automaten kommt.“

    Meist sind Menschen, die sowas behaupten selbst nicht die hellsten und kaschieren ihre Defizite auf diese Weise – und das auch eher schlecht.

    Nimm Deinen Nickname mal ernst und bilde Dich, diese Vorstellung ist völlig falsch.

  17. Selber mit einer Gruppe kaufen und renovieren – gern! Aber man findet nicht die Grundstückseigentümer der leerstehenden Häuser heraus und so hat sich das ganze Vorhaben schon an der ersten Hürde erledigt….noch bevor es um die Finanzierungsfrage geht.

  18. @mt_

    „Beim Grundbuch jedoch ist die Einsichtnahme wegen der für jedermann sichtbaren Vermögens- (Grundstücke) und Schuldenverhältnisse (Sicherungsgrundschulden, Grundschulden, Hypotheken) gesetzlich eingeschränkt.“
    Gibt es natürlich noch andere Möglichkeiten, werden wirklich Interessierte schon feststellen.
    Bei der Finanzierung ist dann eh Schluss… Als ob noch keiner dort umbauen wollte der Geld hat!? In Dresden wurde so ziemlich JEDE Ruine renoviert, Sogar Schlösser und Wasserwerke, als ob da ein Bauherr mit guten Kontakten zur Stadt nicht selber eine Rendite wittert….

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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