Hackfleisch mit Herz

Franchise-Geber Michael Steigerwald, Inhaber Christian von Canal, Koch Marcus Lehmann (v.l.)

Franchise-Geber Michael Steigerwald, Inhaber Christian von Canal und Koch Marcus Lehmann (v.l.)

Heute Abend eröffnet das „Burgerheart“ an der Ecke Alaun-/Louisenstraße in dem Haus, in dem es einst im „Espitas“ mexikanisches Essen gab. Ende Juli wurde dort geschlossen, nun hat der Inhaber kräftig umbauen lassen.

Das „Burgerheart“ ist eine Franchise-Filiale einer noch recht kleinen Kette aus Würzburg, die aber gerade massiv expandiert. Aber Michael Steigerwald vom Franchise-Geber war bemüht, die Rolle der Kette herunterzuspielen. „Wir sind eigentlich nur eine Werbeagentur, die Gastro macht der Christian hier vor Ort.“ Der Christian ist Christian von Canal, in Dresden besser bekannt als Party-Veranstalter, er hatte das Haus vor einer Weile gekauft und wollte hier ursprünglich seine zweite Enchilade-Filiale eröffnen. Doch dann lernte er das „Burgerheart“-Konzept kennen und war sofort überzeugt. „Burger sind derzeit im Trend und wir geben dem Publikum, was es will“, erklärt er. Dass es rundrum schon eine Vielzahl an Burger-Buden gibt, schreckt ihn nicht. Das „Burgerheart“ wird mit insgesamt 185 Plätzen auf vier Etagen eines der größten Restaurants der Neustadt.

Von Canal ist überzeugt, dass er mit dem Konzept eine neue Zielgruppe in die Neustadt ziehen wird. „Mehr normale Leute, weniger Szene“, sagt er. Neben den gebratenen Frikadellen im Brötchen gibt es auch vegetarische und vegane Varianten, dazu Salate, Pommes und auch pulled pork, das kennt man schon vom Dampfschwein, wird hier aber etwas anders zubereitet.

Hat zwei Monate umbauen lassen, Christian von Canal. Jetzt gibts Frikadellen.

Hat zwei Monate umbauen lassen, Christian von Canal. Jetzt gibts Frikadellen im Brötchen.

Preislich bewegen sich die Burger um die 7,- bis 10 Euro, je nach Größe. Ein Standard-Hamburger bringt 150 Gramm Rindfleisch auf die Wage. Zur Pressekonferenz wurden die ersten Test-Burger gereicht: Geschmacklich gut, das Fleisch ist sehr weich. Ausführlicher Imbiss-Test folgt demnächst.

Die Innenräume wurden komplett umgestaltet. Platz ist auch für große Gruppen.

Die Innenräume wurden komplett umgestaltet. Platz ist auch für große Gruppen.

Die Patties für die Burger werden von einer Metzgerei aus Bayern geliefert, alle anderen Zutaten stammen aus der Region. Die Gäste, so von Canal, sollen aber nicht nur zum Futtern kommen, deshalb gibt es ein umfangreiches Cocktail- und Bier-Angebot. Mittagstisch soll es vorerst nur am Wochenende geben. Ansonsten ist täglich ab 17 Uhr geöffnet.

Bei dem grauen Außen-Anstrich soll es nicht bleiben. „Wir hätten gern große Graffiti, sind da aber noch in Abstimmung mit der Stadt“, berichtet von Canal. Anwohnerbefürchtungen, dass der große Schriftzug am Balkon nachts beleuchtet wird, kann er entkräften. Es soll nur einen Aushänger geben, in etwa so groß, wie beim gegenüberliegenden Eckstein.

Burgerheart Dresden

Burgerheart-Dresden: So grau soll das Hack-Herzchen nicht bleiben.

So grau soll das Hack-Herzchen nicht bleiben.

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25 Kommentare zu “Hackfleisch mit Herz

  1. Andreas Schranz
    28. Oktober 2016 at 11:50

    „eine neue Zielgruppe in die Neustadt ziehen wird. „Mehr normale Leute, weniger Szene“ “

    +

    „Außen-Anstrich soll es nicht bleiben. „Wir hätten gern große Graffiti,“

    ….weniger Szene und trotzdem ein paar coole Graffitis an die wand? cool, ein laden voller fakes! bin gespannt wer bereit ist 7-10€ für einen burger (!) zu zahlen, glaub die bude wird nicht lange halten.

  2. 28. Oktober 2016 at 11:57

    Hm, also im Devils Kitchen kosten die Burger schon seit Ewigkeiten so viel und der Laden funktioniert ganz gut. Ob die Qualität des Burgerheart allerdings da ran reicht, kann ich noch nicht beurteilen.

  3. Yuppie
    28. Oktober 2016 at 12:11

    Da werden sich die umliegenden kleinen Geschäfte aber freuen und erst die Anwohner…Endlich wieder Burger, von und für „normale“ Menschen! Prima, viel Spaß, endlich wird in der Neuse noch mehr glatt gebügelt.

  4. Yuppie
    28. Oktober 2016 at 12:12

    Nachtrag…Da vergeht mir der Appetit

  5. Seldon
    28. Oktober 2016 at 12:24

    „Mehr normale Leute, weniger Szene“?
    Welche Szene?

  6. Jojo
    28. Oktober 2016 at 12:29

    @Yuppie: Niemand (mir bekanntes), der in der Neustadt schon sehr lange lebt, nennt diese Neuse! :-) Ansonsten stimme ich mit dir aber überein. :-)

  7. 28. Oktober 2016 at 12:38

    @Jojo: Nunja, als wir (die wir schon sehr lange hier sind) herkamen, hieß es auch noch nur „Neustadt“ – wir haben dann „Die Neustadt“ drausgemacht – und die nachrückenden Jugendlichen sagen nun eben „Neuse“, muss man nicht mögen, ist aber wohl so.

    Red mal mit Neustädtern jenseits der 60, die sagen dann so Sätze wie: „Ich komme dann mal nach Neustadt.“ Oder „ich wohne in Neustadt“, dieses Artikelchen hat erst so vor ungefähr 25 Jahren Einzug gehalten, möglicherweise weil man sich gegenüber den anderen Neustädten abgrenzen wollte.

  8. Hanneth
    28. Oktober 2016 at 12:40

    So ein Massenschuppen wie das „Burgerheart“, trifft mich als (Äußerer) Neustädter Bürger hart.

    Anstatt mal was Neues zu probieren gibt’s wieder Fleischlappen zwischen Glutenbratlingen (Haters, ich ess selber Burger :D ), denn „Burger sind derzeit im Trend“… Wow (Und diese seltsame Weste, die Canal trägt, ist die derzeit auch im Trend?)

  9. 28. Oktober 2016 at 12:51

    @Hanneth: die Veggie-Bratlinge sollen gluten-frei sein.

  10. Fuchur
    28. Oktober 2016 at 13:50

    Bitte endlich mehr nette „normale Menschen“ à la Kraftwerk und Purobeach ins Viertel und nicht so viel verzotteltes Pack (wie mich).

    Danke Merkel, äh Christian…

  11. Ulrich
    28. Oktober 2016 at 13:59

    Widerspricht er damit nicht ein wenig den Zielen des Franchisegebers? Der orientiert sich (nach Eigenaussage auf der website) an „Nightlife, Szene, Studenten“ – und nun also „mehr normale Leute, weniger Szene“? Oder ist die „Szene“ in Herrn von Canals „Rosis“ gemeint, die nunmehr vielleicht den Rockabilly-Klimbim über hat oder ihm entwachsen scheint und nach Neuem giert? Viel Vergnügen dann mit den „normalen Leuten“, die Freitag-, Samstagabend aus dem Umland anreisen und mit Sixpack-Bewaffnung und „Paaatieee“-Gesinnung über uns hereinbrechen… Ich esse gern mal nen Burger – aber sicher nicht dort.

  12. karl
    28. Oktober 2016 at 14:05

    > Burger um die 7,- bis 10 Euro
    > …
    > Mehr normale Leute, weniger Szene

    „normale Leute“….Okay….heißt das hier sind nur unnormale Leute? Naja, sei jetzt mal dahingestellt.

    Sind bei den Burgern für „normale“ Leute wenigstens Pommes und Salat dazu oder kostet nur der Burger allein schon 7-10 Euro?

  13. spacke
    28. Oktober 2016 at 14:23
  14. Jojo
    28. Oktober 2016 at 14:23

    Interessanter Aspekt! :-)

  15. Jojo
    28. Oktober 2016 at 14:27

    Die Szene, die früher im Espitas abhing. *g* Aus meiner Sicht ist das die gleiche Klientel.

    Mit „Szene“ dürfte die „Neuse“ *g* seit ca. 2000 nichts mehr zu tun haben, was aber letztlich auf alle anderen Städte in dieser/ ähnlicher Form zutreffen dürfte.

    Für mich ist DIE Neustadt einfach ein lebenswertes Viertel…

  16. 28. Oktober 2016 at 14:27

    @ karl: Wenn ich das richtig zusammenrechne, bist Du bei Hamburger, Pommes, Salat und Softdrink bei etwa 15 Euro.

  17. Musiker
    28. Oktober 2016 at 14:43

    „Burger sind derzeit im Trend“, …deswegen machen wir das jetzt mal. Man spürt förmlich, welch´eine Leidenschaft hinter dem Konzept steht. Mahlzeit!

  18. lattejuppie
    28. Oktober 2016 at 15:28

    ahahahaha! bester Kommentar! Spacke for president! :)

    „eine neue Zielgruppe in die Neustadt ziehen wird. „Mehr normale Leute, weniger Szene“ … hmmm als wären die letzten jahre nicht schon genug…mehr lattejuppies bitte oder wer es lieber mit ollis worten brauch
    https://www.youtube.com/watch?v=Mw64Zlom4K8

  19. goldi
    29. Oktober 2016 at 10:33

    oh wehminee :D
    (obacht: )
    30 mark für ne mahlzeit? da geh ich doch lieber in die schmiede und hol mir zwei dafür ;)
    sind auch mehr „normale“ leute dorte.

  20. Insider
    29. Oktober 2016 at 16:36

    „eine neue Zielgruppe in die Neustadt ziehen wird……“

    Oh, oh, oh, oh, oh…….

    Mit dieser Aussage hat man sich wohl sehr, sehr weit
    aus dem Fenster gelehnt. (Zu weit ???)
    Nichts gegen „Burger“. Wer dieses Ersatzmahl mag, soll
    es gern futtern. Aber für ca. 7,-€ – 10,-€ ???
    Das Konzept ist von forn bis hinten Sch….

    -Öffnungszeiten
    -Preise
    -Innengestaltung
    -„Angebote“
    -in dor Neustadt

    Trotzdem gutes, vorläufiges Gelingen !!!

    Ohne mich

    I.

    PS: Hole mir jetzt `ne lecker Pizza für 5,- bei (***)

  21. Zackbäm
    29. Oktober 2016 at 18:33

    Ein Chuck-Norris-Burger? Na ob ihm das gefällt?

  22. Bert. G.
    30. Oktober 2016 at 01:33

    Hm, dat Ding sieht aus wie’n Mausoleum. Oder ’ne Festung. Oder wie ’ne Burg. Genau. Hiermit taufe ich Dich auf den Namen Burg Erhardt!

  23. Rolf
    1. November 2016 at 15:24

    Danke für die neue Grundierung auf der Fassade. Die „Szene“ freut sich darüber.

  24. Chuck Norris
    3. November 2016 at 07:02

    Nein! Aber eine andere Sache: Ich habe mal bei Burger King einen Big Mac bestellt – und ich habe ihn bekommen.

  25. Michelli
    3. November 2016 at 18:43

    ***entfernt*** Niemals werde ich dort ein Bürger essen !!!!!!!! Ich hab kein Bock auf normale Leute sondern will Kultur und Raum für Begegnungen und Kunst und Projekte !!!! Ich sage euch eins das Ding hält sich nicht lange !!!!!!!

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