Straßenbahn-Streicheln mit Folgen?

Straßenbahnstreicheln auf der Rothenburger-/Ecke Louisenstraße Foto: Archiv

Straßenbahnstreicheln auf der Rothenburger-/Ecke Louisenstraße Foto: Archiv

Ende Mai haben wir über den neuen Trendsport an der Louisenstraße Ecke Görlitzer Ecke Rothenburger berichtet: Straßenbahn-Streicheln.

Auf Nachfrage erklärt nun der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), Falk Lösch: „Die inzwischen leider typische Szene aus der nächtlichen Neustadt bereitet uns ernsthafte Sorgen. Dass es dort vor allem am Wochenende schon immer eng zugeht, weiß eigentlich jeder Straßenbahnfahrer. Auch der immer mithaftende Betriebsleiter. Nunmehr scheint sich aber an besagter Kreuzung die neue Sportart des ‚Straßenbahn-Streichelns‘ in Zehn-Zentimeter-Distanz zum Gleisbereich durchzusetzen.“

Eine vorbeifahrende Straßenbahn liebevoll zu tätscheln, sei an und für sich eine umweltfreundliche und damit gute Sache. „Unsere Straßenbahnfahrer sind auch meistens cool“, betont Lösch. „Aber spätestens, wenn der erste Angetrunkene seine Zehen sucht, könnte es Fragen geben. Als DVB möchten wir nicht diejenigen mit dem erhobenen Zeigefinger sein. Vielmehr wünschen wir uns einen Hauch von Vernunft, der gelegentlich diesen Schmelztiegel Partywilliger durchweht.“

Auf Nachfrage bei der Polizei wurde den DVB geraten: „Dann darf die ’13‘ aus Sicherheitsgründen eben in solchen Situationen nachts nicht durch die Neustadt fahren“. In der Pressestelle der Polizei ist die Kreuzung nicht als Schwerpunktthema bekannt, die Anfrage des Neustadt-Geflüsters wird jetzt an das zuständige Revier weitergeleitet. Ferenc Weidel, Inhaber des Café Continental, sagt: „Wenn die Bahn nicht mehr durchs Viertel fahren würde, wäre das sehr schade, da viele unsere Gäste die Linie 13 nutzen.“

Ab morgen, bis Sonntag Abend wird keine „13“ durchs Viertel fahren, das liegt aber nicht am Streichelsport, sondern an den Feierlichkeiten zum Geburtstag der Bunten Republik Neustadt.

Kein Platz für Straßenbahn zur BRN - Foto: Archiv 2009

Kein Platz für Straßenbahn zur BRN – Foto: Archiv 2009

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43 Kommentare zu “Straßenbahn-Streicheln mit Folgen?

  1. der ewige Stenz
    12. Juni 2014 at 16:15

    So ein Unsinn.

    Dann soll die Polizei doch einfach die Kreuzung räumen.

  2. Weg mit dem Dreck!
    12. Juni 2014 at 16:34

    Wenn die StraBahn nicht mehr wegen diesem *** abends durch die Neustadt fahren darf, werden wir ***, dann können sie zusehen, wie sie weiterstreicheln wollen!
    Wenn die Krieg wollen, können sie den gerne haben!

    ****Anmerkung: Teile des Kommentars wurden zensiert, da sie nicht der Hausordnung entsprechen. ****

  3. Felix
    12. Juni 2014 at 16:37

    Das hat der Herr der DVB aber wirklich sehr schön formuliert :-D

    Ansonsten gibts vielleicht bald wieder neue http://de.wikipedia.org/wiki/Darwin_Award

  4. A.
    12. Juni 2014 at 16:44

    Ich verstehe den Sinn solcher Aktionen nicht, bzw. was die Menschen antreibt. Soll das die besonders entspannte Lebensweise widerspiegeln? Nach dem Motto: „Schaut mich an, ich bin so cool kann 5cm neben einer vorüberfahrenden Straßenbahn sitzen …“ Ich möchte nicht in der Haut des Straßenbahnfahrers stecken, wenn dann wirklich mal etwas passieren sollte. Nächstes Jahr spannen die ersten dann Hängematten zwischen den Oberleitungen. Bleibt zu hoffen das die dann in Physik gut aufgepasst haben. 

  5. Alauner
    12. Juni 2014 at 16:45

    Traut sich die Polizei jetzt schon gar nicht mehr in die Neustadt oder was soll diese verhöhnende Antwort bedeuten? Es ist ja wohl wichtiger, dass die Bahn fahren kann als dass diese *** da auf der Straße sitzen.

    ****Anmerkung: Teile des Kommentars wurden zensiert, da sie nicht der Hausordnung entsprechen. ****

  6. Thomas
    12. Juni 2014 at 16:48

    „Wenn der erste seine Zehen sucht…“
    Tja, dann war er wohl etwas nah dran :)

  7. 12. Juni 2014 at 16:54

    „..könnte es Fragen geben.“ .. lustiger Typ! :)

  8. falkus
    12. Juni 2014 at 18:03

    jaja probleme haben die alternden neustädter. der tenor hier im forum erinnert an sarkozys worte zu den banlieus. aber keine angst bald ist hier wie in striesen…

  9. Konrad Krause
    12. Juni 2014 at 18:35

    Mein Tip: Einfach noch eine Ampel bauen. Dann wird es noch sicherererer.

  10. rübezahl
    12. Juni 2014 at 19:29

    es ist eben die generation der b*** hipster (und) wichtigtuer. weil rebellion zu anstregend ist, lieber anderen leuten auf den sack gehen und dann rummotzen, wenn sie mal jemand zurechtweist. z.t. stehen die d**** mitten auf der kreuzung beim schwätzchen und brüllen autofahrer an, wenn die es wagen, die kreuzung queren zu wollen. und der dämliche p**** ringsherum nöhlt schön mit. wird zeit, dass die Ohrfeigenfee mal wieder vorbeifliegt…!

  11. Neustädter
    12. Juni 2014 at 20:33

    Endlich mal ein Pressesprecher mit Witz auf der Zunge… so machen Kommentierungen Spaß!

  12. Simon
    12. Juni 2014 at 22:14

    Vor allem den Dreck den diese Weltverbesserer hinterlassen. Mittlerweile hat man nicht mal mehr Bock mit dem Fahrrad dort lang zu fahren dank der Scherben. Aber immer die große „Fresse“ haben. Manchmal möchte ich so mal in ihren Wohnungen so hausen…

  13. Realist
    12. Juni 2014 at 22:16

    @falkus: Was soll das heißen: „…keine Angst, bald ist es hier wie in Striesen.“ ??????? Hä? Was hast du gegen Striesen? Haufen Kinder, entspannte Leute, freundliche Nachbarn… Wär das so schlecht für die Neustadt? Bzw. sollte es da nicht genauso zugehen?

  14. nepumuk
    12. Juni 2014 at 22:18

    ich schick mal die große SRD-kehrmaschine dort lang. SRD – wir care for juh.

  15. anni
    12. Juni 2014 at 22:54

    die Kehrmaschine könnte tatsächlich die ,,Sitzer“ beeindrucken- ein Versuch wäre es :D

  16. Bert
    12. Juni 2014 at 23:17

    Rübezahl: Daumen hoch, sehr schön ausgedrückt!
    Mir gehen die Hipster-Poser, die alles unter sich fallen lassen und sich offenbar nicht anders profilieren können, auch mächtig auf den Sack. Ich frage mich echt, warum die Polizei da nicht räumt. Wäre schön, wenn die Bahn stehenbleiben würde, der Dispatcher kommen, und die Deppen der DVB den Ausfall zahlen müssten!

  17. louise
    13. Juni 2014 at 00:06

    wegen diesem dummen haufen sollte die fahrt der linie 13 nachts nicht eingestellt werden. die polizei sollte entlich mal ihrer pflich nachgehen und für sicherheit sorgen, bzw auch ein klein wenig auf die bedürfnisse der anwohner achten. denn auch wenn man in der neustadt wohnt und einigen abkönnen muss, keiner ist gegenüber diesen dauerstreß vor der tür auf ewig entspannt eingestellt. anwohner und gewerbetreibende sollten sich stark machen und der polizei die „bude einrennen“! denn eine neustadt ohne die linie 13, wäre ein trauerspiel.

    @anton: gibt es eine e-mail adresse vom revier? wie kann man die erreichen.

  18. gyhly
    13. Juni 2014 at 00:35

    lasst doch die jungen leute dort sitzen und schafft lieber die linie 13 ab!

  19. Name
    13. Juni 2014 at 02:09

    Die ganzen Internet-Maulhelden hier. Herrlich! :-D

  20. lustigpeter
    13. Juni 2014 at 06:51

    bis einer heult…….und ick warte druff wenn sich der stoffbeutel in der bahn verfängt………………dreckiger wird es nicht :D

  21. nepumuk
    13. Juni 2014 at 07:29

    wie wärs mit wasserwerfer-testparcour? irgendwo muss man die neuentwicklungen doch mal testen dürfen.

    den wasserwerfer alsdann in bürgerhände geben, zB an DD-nazifrei, wenns mal wieder wo bräunlich zu müffeln droht – in koop mit SRD-kehrmaschine und SE-DD „Stadtentwässerung Dresden – wir klären das für sie!“ muss ja sauber gemacht werden, teils mit desinfektion. wie die braune brühe stinkt, kann man im klärwerk benäseln. ok, bin bissel abgeschweift vom „sitz-eck“.

  22. g.kickt
    13. Juni 2014 at 09:43

    Hedonistisches Studenten***!

    @Falkus: Es macht aber schon einen Unterschied ob man auf sozial schwache Randgruppen oder die zukünftige Elite einer Gesellschaft schimpft.
    Selbst der mir politisch total fremde Westerwelle hatte Recht mit seinen Äusserungen zur „spätrömischen Dekadenz“.
    Nur eben auf die falsche Zielgruppe angewendet. Hätte der Ochse damals von Zumwinkel, Hoeneß oder von mir aus Alice Schwarzer, den Fussballprofis, Michael Schumacher, den SUV-Fahrern oder Weltreisenden, Fondmanagern, Harvard-Studenten oder Immobilenhaien gesprochen wäre er vielleicht immer noch Minister des Äußeren. Selber Schuld.
    Genauso mit den Zehen.

  23. Seldon
    13. Juni 2014 at 09:53

    „And, you know, there is no such thing as society. There are individual men and women, …“ Und dieser Merksatz von Frau Thatcher seeligen Angedenkens wird seit nunmehr 25 Jahren auch im Hoheitsgebiet der BRN und umliegenden Provinzen gepredigt. Wundert es da wirklich, dass eine Menge von Menschen sich als Ansammlung von Egozentrikern im Wortsinne a-sozial verhält? Asozialität und Konformismus sind nur die zwei Seiten derselben geschichtsfeindlichen Medaille. heißt es dazu im Strauss-Jahr in einem lesenswerten Beitrag: „Es gibt kein Ziel, und es gibt keinen Sinn. Der Lebensgenuß dauert, solange er dauert…“

  24. 13. Juni 2014 at 12:08

    Jau! Ist doch schön, sich am BRN-Vormittag bei der Lektüre dieser Provinzposse gleich mal aufs Viertel einzustimmen.

    Der Reihe nach: Herr Lösch: bitte öfter solche herrlich formulierten Pressemitteilungen – eine Messe!

    Konrad Krause: auch ohne (oder gerade wegen) fehlendem Smiley Ironie vom Feinsten.

    Ansonsten wird nichts so heiß gegessen, wie es in dieser Gerüchteküche namens Neustadt-Ticker gekocht wird. Ich für meinen Teil sehe dem Tag, an dem ein paar Suizidalromantiker dem „A-Train” Dresdens den Garaus machen, gelassen entgegen.

  25. Nico
    13. Juni 2014 at 12:17

    Hi ich finde es nicht gut wen wärend der BRN die Bahn dursch die Neustadt schickt da ist Risiko zu groß das Unfälle entstehn

  26. 13. Juni 2014 at 12:29

    @ Seldon: Selten ein so aus seinem historischen Kontext gerissenes Zitat so sinnentstellend zurecht geschustert gesehen. Die daraus gezogenen Schlüsse können da nur hinken.

    In aller Kürze: Margaret Thatchers Satz fiel in einer Zeit, als der Sozialstaat in nie gekannter Weise erodiert werden sollte und auch wurde. Der Satz war ein Versuch, diesen Kahlschlag semantisch und vor allem euphemistisch umzudeuten.

    Wie man das nun ausgerechnet auf die Neustadt übertragen soll, in der sicher etliche Menschen Transferleistungen beziehen, will mir nicht einleuchten.

    Das Existieren oder Fehlen eines Sozialstaates hat keinerlei kausalen Zusammenhänge mit dem Phänomen hedonistisch verbrämter Dummheit, das ich für ein überzeitliches und übergesellschaftliches halte.

  27. Seldon
    13. Juni 2014 at 12:59

    Hallo Muyserin.
    Derhistorische Kontext ist mir bekannt und den Zusammenhang hast Du ja gut beschrieben. Ja, es ging (und geht) darum, den Leuten einzureden, dass jeder für selbst verantwortlich ist, keine gesellschaftliche Unterstützung erwarten darf (und gewähren muss). „Jeder ist seines Glückes Schmied“, und wer es nicht schafft, ist selber Schuld. Genau diese Sicht führt aber, und darauf wollte ich hinaus, auch zu solchen egozentrischen Verhaltensweisen. Wenn keine Rücksichten von und auf das gesellschaftliche Umfeld zu erwarten und zu nehmen sind, wenn jeder an sich selbst nur denkt, sich soziales Miteinander in a-soziales Nebeneinander wandelt, dann sitzen eben auch „hedonistische Studenten“ mit der Bierflasche in der Hand am Eck und scheren sich nicht um ihr Umfeld…

  28. E-Haller
    13. Juni 2014 at 13:56

    @ Anton: Heute schon die MoPo gekauft und Seite 4/5 aufgeschlagen? Bekommste Geld dafür (also mind. fürs Foto?)?

    • 13. Juni 2014 at 14:46

      @E-Haller: Ja, hab ich und ich hoffe. Aber Gegenfrage: Haste heute schon DNN gelesen, Seite 12?

  29. E-Haller
    13. Juni 2014 at 15:07

    @ Anton: Zur MoPo: Die fragen dich also schon noch, bevor sie das übernehmen? DNN: Oh, krass. Ist ja schon ewig alt, die Aussage.

    Aber zwei Tageszeitungen, die zu zwei unterschiedlichen Themen an einem Tag Deine Seiten zitieren: Bist Du überhaupt noch „Street“???

  30. 13. Juni 2014 at 16:16

    Die streetcred wurde mir schon vor Jahren abgesprochen. Ich geh jetzt mal los, um sie mir wieder zu holen.

  31. Sarah
    13. Juni 2014 at 16:31

    Uh… und jetzt läuft das auch noch auf Energy… Dann such mal schon die Streetcred. Nun wird es echt schwierig, sie zu finden ;-)

  32. 13. Juni 2014 at 16:53

    Anton zieht jetzt durch die Straßen
    will damit Kritiker Lügen strafen
    doch wenn’s nix wird mit dieser „cred“,
    nennt Anton sich ab Montag Fred.

  33. 13. Juni 2014 at 16:59

    Ab heute steigt die BRN
    drum, Leute, lasst doch das Geflenn‘!
    Ob LuPla oder Assi-Eck:
    wir feiern die Probleme weg.

  34. Ruhestörer
    13. Juni 2014 at 19:01

    Ich würd ja extra noch ein Schiebeschild vorn montieren und da mal den ganzen Müll raus schieben.

  35. Numanoid
    13. Juni 2014 at 23:16

    Das Thema wurde heute den ganzen Nachmittag auf mehreren Privatradios in den Nachrichten durchgekaut. :O

    • 14. Juni 2014 at 02:32

      @Numanoid: was du so hörst. ;-)

  36. karl gustav von und zu posemuggel
    14. Juni 2014 at 03:04

    wie wäre es denn, wenn die polizei auch mal ihrer pflicht nachkäme? sicher ist die neustadt anders, doch ich kann es nicht mehr hören, das alle entartungen darüber gerechtfertigt werden.
    diese hipster gehen mir gehörig auf den zeiger. rumgammeln und saufen scheint heute schon ein statussymbol für diese spezies zu sein – na dann!

    ps: die dvb und nette fahrer – der war gut!

  37. vanBooven
    14. Juni 2014 at 14:05

    als wir vor ca 10 jahren noch in dor neuse gesoffen ham, da kam die bulln irgendwann mehrere tage hinternander mit ner hundertschaft und ham uns ausm viertel gebucht. aber wahrscheinlich warn unsre haare damals zu bunt…
    also, nich das ich mir das wünschen wörde dass die genauso behandelt werden, aber es ist schon ein deutlicher unterschied wer was macht in in dieser gesellschaft.

  38. Kerni
    16. Juni 2014 at 14:47

    Noch ein Name für diesen Ort: Verrecke – Ecke. Der ist auch schon ca. 10 Jahre alt, das hieß damals bei uns so, als wir auch noch dort rumhingen. Und was diese Hipster- Teenies betrifft: wenn keiner aufpasst, verdrängen die einmal all das, was die Neustadt für uns ausmacht, so wie die Wessistudenten die alte Neustadtkneipenkultur vernichtet haben. Oder ein anderes Beispiel: geht ernsthaft noch jemand der Neustädter in den Alaunpark, um sich zu entspannen? Das ist ja jetzt unmöglich geworden, weil jeden Tag nach Schulschluß Hipsterkiddies mit Sternikästen aus allen Stadtteilen dorthin strömen. Ein Kumpel von mir nennt ihn nur noch den Schulpflichtigenpark. Ich wohne seit 17 Jahren in der Neustadt und jede neue Generation, die ich zuziehen sah, hat alles nur noch beschissener gemacht. Ich glaube, das sahen diese 80er- Jahre- Öko- Künstlertypen, die uns zuziehen sahen, auch so. Das ist der Lauf der Dinge und nicht umkehrbar. Allerdings ist der Trend zur Rücksichtslosigkeit bedenklich, aber auch nichts, was sich nur auf die Neustadt bezieht.

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