DVB: Streichler in den Zoo

Straßenbahnstreichler an der sozialen Ecke. Foto: Archiv/Bildermann

Straßenbahnstreichler an der sozialen Ecke. Foto: Archiv/Bildermann

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) reagieren auf die schwierige Verkehrs­­­situation an der Görlitzer/Ecke Louisenstraße, der sogenannten sozialen Ecke. Mindestens zweimal in diesem Jahr mussten die DVB die Äußere Neustadt schon meiden.

Das Problem: die Besucher der Ecke strecken Füße und Hände vom Bordstein in Richtung Straßenbahn und ignorieren dabei die Gefahr, die von den tonnenschweren Fahrzeugen ausgeht.

Am 27. Juni, einem Dienstag, versammelten sich an der Ecke zu einem Konzert so viele Leute, dass die „13“ nicht durchkam und über den Bahnhof Neustadt umgeleitet wurde. Auch am Freitag voriger Woche musste die Bahn zwischen 23 und 4 Uhr umgeleitet werden. Die DVB reagieren nun mit einer Informationskampagne.

DVB-Kampagne

So ist geplant, ab heute Nachmittag an den Haltestellen Alaunplatz, Görlitzer Straße und Bautzner/Rothenburger Straße Aushänge anzubringen. Außerdem soll es Ausstrahlungen im Fahrgast-TV geben und heute Abend wollen die DVB auf ihrer Facebook-Site darauf hinweisen.

Zentrale Botschaft: „Zum Streicheln in den Zoo!“ – Mit der Kampagne wollen die DVB auf die Gefahren hinweisen. Wörtlich heißt es: „An der Louisen­­­straße/Ecke Görlitzer Straße/Ecke Rothenburger Straße können wir die Verkehrssicherheit für den Straßenbahnbetrieb nicht mehr garantieren. Durch das Verhalten einiger Mitmenschen ist nachts sonst bald Schluss mit der Linie 13.“

Streicheln? Bitte im Zoo. Plakat: DVB

Streicheln? Bitte im Zoo. Plakat: DVB

Verwarngelder und Polizeieinsätze

Bereits im Juni 2014 hatten die DVB überlegt, ob es noch möglich ist, nachts durch die Neustadt zu fahren. Im Ergebnis dieser Überlegungen führten Polizei und Ordnungsamt häufigere Kontrollen an der Ecke durch. Dabei wurden Verwarngelder an Straßensitzer verteilt. Als allerdings ein Politiker der Partei „Die Partei“ den Rechtsweg beschritt, blieb von dem Verwarngeld nichts mehr übrig.

Eckensitzen seit 2012

Die Eckensitz-Kultur im großen Stil begann vor fünf Jahren im Sommer. Damals hatten die DVB die Gleise saniert, nachts nutzten junge Leute den neugewonnen verkehrsfreien Raum, um dort zu sitzen. Als die Baumaßnahme beendet war, hatte sich der Hot-Spot bereits etabliert. Mehrfach im Jahr war die Ecke so voll, dass die DVB Umleitungen fahren mussten.

Schieneneroberung im Juli 2012 - Foto: Archiv/Maria

Schieneneroberung im Juli 2012 – Foto: Archiv/Maria

linie

43 Kommentare zu “DVB: Streichler in den Zoo

  1. Waldi
    4. August 2017 at 17:45

    Gern erinnere ich mich an die Darbietung diese illustren Herrn mit der Schirmmütze auf den gestapelten Bahnschwellen. Und an seine fahrbare
    Diskothek mit allerlei buntmelodischer Grütze aus den 1980igern. Gibts den noch? Wäre doch mal was für Memento.

  2. 4. August 2017 at 17:59

    @Waldi: Habe ihn schon ne Weile nicht mehr gesehen. Werde mal die Augen offen halten.

  3. Jörg
    4. August 2017 at 18:24

    Mit subtilen Hinweisen gegen Hirnschalen auf Durchzug? Niedlich, aber an der Zielgruppe vorbei.

  4. abrazzo
    4. August 2017 at 18:43

    Ich würde es mal mit psychologischer Kriegsführung probieren: Die Straßensitzer wollen ja nicht nur so rumsitzen, sondern auch mit dem zentralen Grüppchen beim Meindl kommunizieren.
    Wenn man also die Barrieren zur Fahrbahn hin blickdicht macht, wären die ziemlich isoliert und hätten vielleicht nicht mehr so viel Spaß an dem narzistischen Gehabe.

  5. Zackbäm
    4. August 2017 at 19:10

    Die DVB sollte da einfach ganz radikal überhaupt nichts mehr fahren lassen.

    Dann setzen sich Anwohner und Händler vielleicht dafür ein, dass das nicht mehr passiert.

  6. Peter
    4. August 2017 at 19:10

    Das es die Sitzkultur erst seit 2012 gibt ist absoluter Unfug und eine Legende.

  7. 4. August 2017 at 19:41

    @Peter: In dem Ausmaß schon. Vorher wurde an der Krawalle überwiegend gestanden.

  8. nepumuk
    4. August 2017 at 21:04

    a) Wußte gar nicht, daß die im Zoo Schafe halten.

    b) @abrazzo: Meindl ist der „Turn“Schuh, Meinel das Musikhaus.

    c) Ecksitz-Kultur? Pfff. Ecksitz-Unkultur! Äh, oder Uncooltour?

    d) Straba hat doch genug Platz, um ausreichend Anlauf zu nehmen.
    Haltestelle auslassen, Vollgas und durch.

  9. Max
    4. August 2017 at 21:50

    Hier beweist die DVB das Sie dumm ist und keine Ahnung hat. Der Zoo hat nur von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. 23Uhr kann man nur die Pforte streicheln. Vielleicht sollte man mal vorher nachdenken bevor man sinnlos für so ein Dreck Geld verschleudert.

  10. hauptmann-mumm
    4. August 2017 at 22:25

    Den Schub’s mit seiner mobilen Musikanlage gibt es noch, er war letztes Wochenene erst da…Früher stand man eher vor der Scheune am Wochenende, da war die Alaune mehr oder weniger dicht…Und bei der Versammlung zur Kriminalität hat die Mehrheit dort das ganze doch eher als Folklore gesehen denn als Problem, der Herr Lichti z B. meinte doch auch, die Polizei solle sich nur noch um Straftaten kümmern und nicht um solche „Freiräume“…und wenn wir ehrlich sind, mit den paar Leuten, mit denen wir auf der Stauffi noch kämpf
    en, sind wir eh eine aussterbene Art…

  11. Leo
    5. August 2017 at 00:45

    Immer diese Vernichtungsphantasien hier in den Kommentaren.

  12. Insider
    5. August 2017 at 01:18

    @Mäxchen,

    eigentlich bist nur Du Strunzdumm.
    Uhrzeiten spielen gar keine Rolle.
    Die Reaktion der DVB ist absolut nachvollziehbar
    und gerechtfertigt.
    Bald fährt die „13“ gar nicht mehr die gewohnte
    Strecke…… Und dann ??? Hirn an !!!

  13. 5. August 2017 at 07:50

    @Waldi: gestern Abend hab ich ihn gesehen.

  14. Tamara Koiber
    5. August 2017 at 07:57

    Was ist gegen Verwarngelder einzuwenden? Glaubt jemand im ernst das was die Bahn jetzt vorhat nimmt jemand der Sitzer ernst? Im Gegenteil, wenn dann keine Bahn mehr fährt, dann sind sie doch erst recht bestärkt und nehmen die ganze Strasse ein. Gegen solche Chaoten, ja so nenne ich sie, kann man eigentlich nur radikal vorgehen. Das hat nichts mehr mit cool und toll und hipp und das ist eben die Neustadt zu tun, das ist leichtsinnig, dämlich und geht auf Kosten derer die die Bahn auch nachts nutzen müssen.

    die Anwohnerin Tamara

  15. Horst
    5. August 2017 at 10:44

    Straba mit Sprühfunktion ausstatten. Hilft auch gegen Feinstaub und Uringestank…..

  16. Max
    5. August 2017 at 11:38

    @Insider es geht um die Art der Werbung ! Nicht um den Fakt das streicheln der Bahn gefährlich ist. Aber denken ist scheinbar nicht Ihre stärke genauso wenig wie bei der DVB Marketingabeteilung.

  17. Frank
    5. August 2017 at 16:53

    Die Hitze scheint die Leute hier agro zu machen. Muss man sie hier unentwegt gegenseitig als dumm beschimpfen?

    Ich halte das blockieren der Straßenbahn durch für falsch. Ein kleines Verwarnungsgeld hilft als Denkanstoß sehr. Schade, dass die Richterin das nicht so sah. Wahrscheinlich muss erst ein Bein ab, bis Sanktionen akzeptiert werden.

  18. Nance
    5. August 2017 at 18:24

    @Max,

    Deine Kommentare sind das einzige, was hier dumm ist. Die Metaebene auf der du diskutieren willst, steht hier überhaupt nicht zur Debatte.

    Für was und in welcher Form die DVB Werbemittel ausgibt hat dich überhaupt nicht zu interessieren, sondern die Nachricht, die gesendet werden soll.
    Wenn ich nachm arbeiten in Zukunft noch ewig bis zur nächsten 13 laufen muss, werd ich ungemütlich.
    Dann nehme ich ab sofort auch keine Rücksicht mehr auf Hände, Füße Bierflaschen oder sonst irgendwelchen Schrott, der auf der Straße rumliegt.

  19. Max
    5. August 2017 at 22:12

    @Nance …“Für was und in welcher Form die DVB Werbemittel ausgibt hat dich überhaupt nicht zu interessieren,“… Oh doch das hat mich zu interessieren solange das Unternehmen auf meine Kosten lebt obwohl ich es nie Nutzen würde. Sie können übrigens froh sein das überhaupt noch die DVBAG in Dresden fährt, das Unternehmen stand letztes Jahr kurz vor der Insolvenz. Nur der Zuschlag für die weiter Betreibung hat das Unternehmen vor der Pleite gerettet. Vielleicht beschäftigen Sie sich mal mit diesem Unternehmen näher (Unternehmensberichte/Bilanzen), dann wüssten Sie was in dem Haus los ist.

  20. 6. August 2017 at 11:19

    @Max: Wenn Du davon ausgehst, dass die DVB auf Deine Kosten leben, gehe ich davon aus, dass Du Dresdner bist. Selbst wenn Du nie Bahn oder Bus fährst, profitierst du von den DVB. Und zwar in Form von weniger Stau auf den Straßen, weniger Kohlendioxid-Ausstoß und mehr freien Parkplätzen in der Innenstadt.

    Die Unterstellung, dass die DVB im vergangenen Jahr kurz vor der Insolvenz standen, kannst Du getrost vergessen. Die Verkehrsbetriebe machen schon immer Verluste, die seit 1997 durch die Technische Werke Dresden GmbH ausgeglichen werden. Geregelt im Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag zwischen TWD und DVB. Siehe Bilanz der DVB. Anhänge Teil II 7 und Teil V 7.

  21. oha
    6. August 2017 at 12:17

    @Max , Deine Gedankensprünge werden immer absurder. Uhrzeiten, Geschäftsbilanzen …. löl.

    Es müsste z.B. bei jeder Edeka oder Aldiwerbung stehen nur zu den bekannten Öffnungszeiten, damit ja nicht ein Kunde klagt, dass er noch Nachts einkaufen will.

    Im Zoo gibts ja auch Fische…. wie dumm die kann man gar nicht streicheln usw.

    Gutes Marketing ist im übrigen, wenn darüber gesprochen wird. Ist wie alte Busse und Kunst…

    Ich werde jetzt erstmal lecker Heilbutt essen gehen…

  22. Max
    6. August 2017 at 12:35

    Herr Launer das Sie keine Ahnung haben zeigen Sie in Ihrem Kommentar Punkt 1 stehe ich jeden Tag mehrfach im Stau weil Bus und Bahn Straßen blockieren durch sinnlose Ampelschaltungen. Dazu sind Busse und Bahnen hier in Dresden leer im gegensatz zu anderen Städten. 2. Ist es keine Unterstellung das die DVBAG vor der Ausschreibung vor der Insovenz stand das ist Fakt und wurde auch durch Hemmersbach und Seifert in einem Interview bestätigt. Hätte die DVBAG die Ausschreibung zur Beförderung in Dresden verloren wären Sie von heute auf morgen Pleite gewesen. Hätte sich nur ein anderer beworben wäre es das gewesen für die DVBAG.

  23. 6. August 2017 at 13:23

    @Max: Fakten verdrehen ersetzt nicht die Wahrheit. Nicht Du stehst im Stau, Du bist der Stau. Jetzt stell Dir nur mal kurz vor, die 50 bis 100 Leute, die in der Bahn vor Dir stehen, würden alle im Auto vor Dir stehen, wie lang dann der Stau wäre. Zu den angeblich leeren Bussen und Bahnen, im Vergleich zu Leipzig fahren hier mehr Menschen mit Bus und Bahn.

    Auf Ampelschaltungen haben die DVB nur einen begrenzten Einfluss.

    Nun zu dem letzten Unsinn. Wenn die DVB die Ausschreibung für die Beförderung in Dresden verloren hätten, wäre ein Weiterbetrieb des Unternehmens sinnlos, weil der einzige Zweck des Unternehmens die Beförderung in Dresden ist. Dann hätte das Unternehmen aufgelöst werden müssen. Nichts anderes haben die Vorstände in dem Interview gesagt. Das hat nichts mit „kurz vor der Insolvenz stehen“ zu tun.

  24. Max
    6. August 2017 at 13:50

    Schön wie Sie die Fakten verdrehen aber das passt zu Ihrer politischen Einstellung.

  25. 6. August 2017 at 13:56

    Mein lieber Max, ich bin mir ganz sicher, dass Du keine Ahnung bzgl. meiner politischen Einstellung hast und die Fakten verdrehst Du bzw. bist Du nicht in der Lage, diese zu verstehen oder willst sie nicht verstehen.

  26. Max
    6. August 2017 at 14:34

    Ihr politische Einstellung ist bestens bekannt. Und bestens aus Ihrem Blog zu erkennen wo Fakten weggelassen werden oder so umgeschrieben damit es Ihnen passt. Und wenn jemand die Fakten wiederlegt an der Orginalaussage mit Quellenangabe löschen Sie den Post und sperren die Nutzer (zb.auf facebook). Willkommen in der DDR 2.0 – einfach nur wiederlich.

  27. Johnny
    6. August 2017 at 14:57

    Wie weit man damit schon wieder vom Thema weg ist..

    Ich finde es nach wie vor amüsant, wie viele der hier auftretenden Kommentatoren immer wieder Sprüche a la „Hirnschalen auf Durchzug“ oder „mit Anlauf auf Vollgas durch“ hinterlassen.
    Offensichtlich handelt es sich dabei um Menschen, denen jegliche von der spießigen Norm abweichende Betätigung im öffentlichen Raum sauer aufstößt.
    Selbst beim Abschlusskonzert des Dresdner Kneipenchors, wo mindestens 300 Menschen an der Ecke versammelt waren, kam hinter der versammelten Menschenmenge noch die 13 durch, dazu gibt es im Übrigen auch Aufnahmen. Einzig und allein die Taxifahrer mussten von ihrem normalen Stand umziehen, was für ein Drama.

    Ich kann die ganzen Rohrspatzen nicht verstehen, die sich hier aufführen, als würde die Welt untergehen, wenn ein paar Menschen abends auf der Straße ein paar Bier trinken, sich unterhalten und Musik machen.

    Im Übrigen passieren derzeit mehr Unfälle am Bischofweg/Grüne Ecke, sogar ganz ohne involvierte Straßenbahnen.

    Wem es nicht passt: Dresden ist groß genug, um dieser „Zumutung“ an der Ecke Görlitzer/Louise aus dem Weg zu gehen.

  28. 6. August 2017 at 15:04

    Na dann los Max, an welcher Stelle habe ich Fakten weggelassen oder gar umgeschrieben. Nutzer auf Facebook sperre ich, wenn sie sich im Ton gegenüber anderen vergreifen, genauso wie ich hier keine Kommentare zulasse, die beleidigend sind oder gegen geltendes Recht verstoßen, Links zu sogenannten Quellen aus rechts- oder linksextremen Internetseiten lasse ich auch nicht zu.

    Von der ursprünglichen Diskussion hast Du Dich inzwischen offenbar verabschiedet, oder?

  29. Alauner
    6. August 2017 at 15:32

    Kommentar entfernt. Siehe Hausordnung.

  30. bob
    6. August 2017 at 17:58

    Ja was ist hier denn los ? An alle Johnnys und Maxes ! Was ihr hier absondert liegt deutlich unter dem intellektuellen Niveau, das ein Meter Feldweg zu bieten hat…ECHT GRUSELIG…..

  31. mm
    6. August 2017 at 17:59

    Ach, Johnny,
    das gab es in diesem Blog doch auch schon zur Genüge – der klassische Dreisatz:
    Erstens: Das, was andere als störend herausstellen, wird kleingeredet, das Störpotenzial einfach wegdefiniert („… wenn ein paar Menschen abends auf der Straße ein paar Bier trinken, sich unterhalten und Musik machen.“).
    Zweitens: Diejenigen, die etwas stört, werden als Spießer, Biedermänner, … bezeichnet – also als irgendwie unangenehme Zeitgenossen („Offensichtlich handelt es sich dabei um Menschen, denen jegliche von der spießigen Norm abweichende Betätigung im öffentlichen Raum sauer aufstößt.“)
    Drittens: Die Leitkultur-Keule – hier isses nun mal so, und wem das hier nicht passt, der soll halt woanders hingehen („Wem es nicht passt: Dresden ist groß genug, um dieser „Zumutung“ an der Ecke Görlitzer/Louise aus dem Weg zu gehen.“)

    Ach …

  32. Jörg
    6. August 2017 at 20:22

    @Johnny:

    „Offensichtlich handelt es sich dabei um Menschen, denen jegliche von der spießigen Norm abweichende Betätigung im öffentlichen Raum sauer aufstößt.“

    Ja, ich blockiere nicht aus reiner Egozentrik das Fortkommen anderer Menschen – ich gehe, wenn man mich höflich bittet, zur Seite. Ich pisse nicht in Hauseingänge, ich zerkloppe keine Flaschen auf der Straße, ich räume meinen Müll dahin, wo er hingehört. Wenn mich das zum Spießer macht, dann bin ich eben einer – und stolz darauf.

    „Selbst beim Abschlusskonzert des Dresdner Kneipenchors, wo mindestens 300 Menschen an der Ecke versammelt waren, kam hinter der versammelten Menschenmenge noch die 13 durch …“

    Es geht bei der Kampagne der DVB aber offensichtlich nicht um Situationen, wo „die 13 noch durch kommt“, sondern darum, dass sie eben manchmal nicht mehr durchkommt oder die Fahrer(innen) der Meinung sind, dass das Risiko nicht mehr vertretbar ist. „Wenn ein paar Menschen abends auf der Straße ein paar Bier trinken, sich unterhalten und Musik machen“, dann führt sicher nicht das zur Umleitung der Linie 13, sondern die Tatsache, dass ein paar Menschen unbedingt eine Straßenbahn streicheln und damit passiv oder sogar aktiv an der Durchfahrt hindern wollen, also eine(m/r) Straßenbahnfahrer(in) sowie den beförderten Passagieren ihren Willen aufzwingen. Ich nenne ein solches Verhalten egozentrisch, arrogant, ignorant oder auch einfach nur dumm. Spießigkeit ist für mich eine durchaus akzeptable Alternative dazu.

  33. Jule
    7. August 2017 at 07:41

    Lustigerweise hatte ich gestern ein Gespräch mit einem Freund, in dem es auch um die Sitz- und Blockierthematik am „Eck“ ging.

    Freitag war ich seit Wochen mal wieder für 2 Stündschen am Eck. Ich fühle mich dort inzwischen auch nicht mehr wohl. Viel zu viele Menschen, viel zu laut, jeder hat ne eigene Musikbox wo seine Musik rausschallert und dieses „ich stell mich auf die Straße und tanze meinen Namen“ geht mir sowieso aufs Schwein. Diesen blöden Yuppies ist es offenbar egal, ob dort jemand in der Bahn sitzt der vielleicht auf Arbeit muss oder irgendwas anderes. Wir sind ja in der Neustadt, da gibt es keine Regeln und Grenzen. Da wird auf den Bahnschienen getanzt, auf Mülltonnen rumgekloppt, sich geprügelt – einfach nur zum kotzen.

    Mal abgesehen davon dass wahrscheinlich 60 Prozent der „Sitzer und Blockierer“ eh nur Neustadttouries sind. Aber das ist nur eine Vermutung.

    Es ist jedenfalls schade, dass man irgendwie nach und nach seine Lieblingsplätze verliert. Scheunevorplatz alles voller Ausländer wo es jeden Abend Beef gibt; Alaunpark wo es weder Danke noch Bitte von den Pfandsammlern gibt und man aller Furze lang von irgendnem anderen Kind mit Pappkaffeebecher angebettelt wird, das „Eck“ mit bereits vorbenannter Problematik. Aber gut, das ist jetzt auch Offtopic.

  34. Andreas
    7. August 2017 at 11:41

    Ohne das „Eck“ verteidigen zu wollen, aber auf der Facebook-Seite der DVB gibt es zwei interessante Beiträge. Ein DVB-Mitarbeiter erklärt, dass es unter nicht wenigen Straßenbahnfahrern ohnehin Aversionen gegen die „Neustadt-Szene“ gibt. „Auf einer vergleichsweise so kurzen Strecke ist es kein Problem, Schrittgeschwindigkeit zu fahren – an einer Stelle, an der ohnehin schon vermindert gefahren werden muss. Dass darauf so manches Personal keine Lust hat, sich überdies dem Klientel abgeneigt zeigt und äußert, wie ich es immer wieder erlebe (!), ist aus meiner Sicht doch die eigentliche Ursache. Ich halte es für überzogen, dass dergestalt reagiert wird. Hier muss umgedacht werden, hier darf es nicht um Eitelkeiten des Fahrpersonals gehen, sondern um die Bedienung eines nachgefragten Angebots in der Dresdner Neustadt. Denn Miteinander läuft es immer besser als gegeneinander!“
    Dann wird darauf aufmerksam gemacht, dass die DVB bei Dynamo-Dresden-Spielen keine Probleme damit hat, „wenn (auf der Lennéstraße) mehrere hundert bis tausend Personen unkoordiniert vor die Bahn laufen.“
    (Und Fahrgäste in den Bahnen der 13 belästigt werden, ohne dass Fahrpersonal eingreift).
    Und ich ergänze: Es gab noch keinen Aufruf an Pegida, auf die von der Arbeit heimkehrenden Dresdner Rücksicht zu nehmen, die wöchentlich montags unter Umleitungen leiden – da gibt es leider beim DVB-Personal sehr viel Sympathien, so dass es in die Richtung noch keine Initiativen gab, Umleitungen für die Fahrgäste zumindest planbar zu machen (so nach dem Motto: Selber schuld, wer kein Patriot ist und dort nicht mitläuft). Stattdessen werden in offizieller DVB-Sprache die Hetzkundgebungen als „Demos“ verharmlost.

  35. oha
    7. August 2017 at 12:02

    Jawoll hab nur darauf gewartet. Doch nur alles nur politisch motiviert.

  36. bob
    7. August 2017 at 12:49

    AHA….

    Lieber Andreas: dann ist das Problem der Linie 13 an Wochenendabenden also darauf zurückzuführen, das grosse Teile des DVB Personals mit PEGIDA sympathisieren ???

    Immerhin habe ich herzlich gelacht…..;-))

  37. Jule
    7. August 2017 at 13:13

    andreas,
    ich finde das keinen guten vergleich mit dem transport der dynamofans bzw demonstrationsteilnehmer. ich mein, 15000 menschen oder mehr nach einem fussballspiel zu koordinieren im verhältnis auch zu der „schmalen straße“ vorm stadion..da ist es für mich weniger verwerflich, wenn sich die masse auch auf der straße oder den gleißen verteilt. zumal das ne sache vonner stunde ist, danach hat sich ja der trouble auch wieder gelegt.

    anders am eck.
    die menschen dort nehmen einfach keine rücksicht da. dort wird sich mehr oder minder besoffen, dann werden sich, wie jetzt am freitag, irgendwelche kopfhörer ins ohr gesteckt und sich ohne scheiß mitten auf die kreuzung gestellt, die augen geschlossen und der musik ausm kopfhörer gefröhnt. zu dem typen haben sich dann mindestens noch 4 oder 5 menschen gesellt, die es ihm nachgemacht haben. so ein scheiß. da frag ich mich doch was das soll. soll der doch in den sektor gehn und sich beschallen lassen oder sich in den alaunpark stellen. aber nein, da gibt es nämlich nicht genug aufmerksamkeit. und dann kommen diese 20 jährigen möchtegernneustadthipsterweiber und stellen sich auch noch dazu. YAAAY lasst uns eine schaukel an die ampel hängen. jaaaa wir sind alle so frei…lasst uns am besten alle miteinander geschlechtsverkehren und wie die nacktmulle aufeinanderstapeln. aber bitte nur vegan und glutenfrei.

  38. Andreas
    7. August 2017 at 14:42

    Lieber BOB,

    ich habe nicht geschrieben, dass sich das Problem der Linie 13 an Wochenenden auf Pegida-Sympathien von DVB-Personal zurückführen lässt, sondern nur die laszive Haltung der DVB gegenüber Pegida als Vergleich angeführt.

  39. bob
    7. August 2017 at 16:24

    Lieber Andreas: weisst du eigentlich, was du da von dir gibst…..lass gut sein. Ich will dich nicht bekehren….Fand es einfach nur ziemlich putzig….

  40. oha
    7. August 2017 at 18:13

    @Andreas das „Problem“ sind die „Streichler“, nicht die DVB die es anspricht und lösen muss. Keine „Streichler“ kein „Problem“.

    Da kann jetzt jeder versuchen noch irgendwelchen bullshit zu erfinden um vom Anfang der Geschichte abzulenken.

    Dazu zählen auch „schlecht“ gemachte Werbung, welche nicht finanziert werden müsste, ohne „Problem“…

    Am Ende bringt´s ja was und das „Problem“ ist gelöst!!! :-) , oder besser 1 Problem ist gelöst….

  41. bob
    7. August 2017 at 18:54

    und abschliessend Lieber Andreas: ich hoffe wirklich, es wird nie passieren: aber ich bin ja mal gespannt auf deinen Post, wenn einem von diesen „Partykomikern“ bei seiner coolen Aktion eine Gliedmasse von einer tonnenschweren Strassenbahn abgetrennt wird und dann der Rettungswagen nicht durch kommt…….ich wünsch dir einen schönen Abend…..

  42. Wanderer
    9. August 2017 at 19:04

    Ach ja, die gute alte Politik, wird heutzutage in jeder verdammten Diskussion hervorgebracht.

    Ich kann verstehen, dass dieses Beisammensein und Gruppengefühl am Sozialen Eck / Assieck (wie zur Hölle heißt es denn nun?) angenehm ist, aber Rücksicht seinen Mitmenschen soll halt darüber stehen und das heißt dann nun mal, dass Leute, die die Bahn nutzen wollen sie auch nutzen können sollten. Nicht jeder hat an einem Samstag um 3 Uhr Partylaune, geschweige denn Zeit.

    Aber Jule (übrigens, tolle Ausdrucksweise, habe herzlich gelacht) hat es auf den Punkt gebracht. Der Scheunevorplatz ist als Alternative weggefallen und das Stichwort „Aufmerksamkeit“ passt auch ganz gut.

    Man muss den Platz eben unattraktiv machen, entweder durch starke Beleuchtung (was wirklich niemand will, wäre meines Erachtens auch eher blödsinnig) oder erhöhte Polizeipräsenz / mehr Bußgelder – es soll halt wehtun und dann lässt es nach. Entweder so oder bis es buchstäblich wehtut wenn jemand einen Fuß verliert… (und dann wäre der Aufschrei wieder groß)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

linie