Schauburg, Bundesstart: Die Ältern

Hannes (Sebastian Bezzel) fühlt sich ganz wohl in seinem Leben, obschon der literarische Ruhm vergangener Jahre verblasst, doch der ehemalige Erfolgsautor ist zufrieden mit seinem Alltag und der Kleinfamilie, mit Ehefrau Sara (Anna Schudt) ebenso wie mit den Kindern Carla (Kya-Celina Barucki) und Nick (Philip Müller). Fürsorge, Meinung und Präsenz sind seine großen Werte, am zufriedensten ist Hannes mit sich selbst.
Dass diese, seine Präsenz, auch mächtig übergriffig ist, verdrängt Hannes genauso wie die zunehmenden Risse in seinem Selbstbild. Es müssen schon einige Gewissheiten wegbrechen, um ihn aus seiner Wohlfühl-Starre zu lösen: Hannes‘ Verlag stellt seine Romanreihe ein, Sara fordert Abstand und die Kinder machen auch, was sie wollen. Hannes reagiert zunächst mit Beharrung und gerät fast ins Abseits. Bis die Begegnung mit Vanessa (Judith Bohle) ihn dazu nötigt, wieder Fahrt aufzunehmen…
Thalia: Fassaden

Eine Fassade ist die repräsentative Außenhülle einer, sich dahinter verbergenden, Struktur. Hier heißt die Struktur häusliche Gewalt an Frauen. Ein Jahrtausende altes Unterdrückungsspiel, dessen Rollen per se verteilt scheinen, und dessen oberste Spielregel im patriarchalischen Manifest niedergeschrieben steht, formuliert als ewiger Sklavenhalterstatus; die Frau sei dem Manne Untertan. Die Regisseurin Alina Cyranek beleuchtet die verschiedenen Räume häuslicher Gewalt, die Tatorte, die Bürostuben, Vernehmungszimmer, Frauenhäuser, Arztpraxen, Gerichtssäle.
Die Tänzerinnen Gesa Volland und Damian Gmür verkörpern in einer Bühnen-Black-Box all diese toxischen Kraftverhältnisse, Sandra Hüller leiht den Gedächtnisprotokollen ihre Stimme, und gemeinsam mit anderen Betroffenen geben sie dieser fürchterlichen Struktur ein Gesicht.
Schauburg, Bundesstart: Wuthering Hights – Sturmhöhe

Heathcliff ist ein Waisenkind aus Liverpool, das von der reichen Familie Earnshaw, wohnhaft im Anwesen Wuthering Heights, als Adoptivkind aufgezogen wird. Allein mit Catherine versteht er sich blendend, die scheint ihn als Einzige zu verstehen. Die beiden verlieben sich, doch einander zu heiraten wäre nicht nur komisch, da sie als Geschwister aufgewachsen sind, sondern auch ein gesellschaftlicher Fauxpas. Sie heiratet also Edgar Linton (Shazad Latif) und Heathcliff hasst ihn mit ganzer Macht. Er schwört Rache gegen jeden, der ihn von Catherine fernhält.
Thalia: Lesbian Space Princess

Prinzessin Saira ist am Boden zerstört: Kopfgeldjägerin Kiki hat sich aus Langeweile von ihr getrennt. Als Kiki von den Straight White Maliens (den Incels der Zukunft) entführt wird, muss Saira den queeren Weltraum verlassen. Die Maliens fordern die königliche Labrys – eine goldene Doppelaxt mit großer Macht. Doch Saira besitzt sie nicht. Der erste Spielfilm des australischen Regie-Duos Leela Varghese und Emma Hough Hobbs feierte Premiere auf der Berlinale 2025. Dort gewann er den Teddy-Award und erreichte den 2. Platz beim Panorama-Publikumspreis.
Schauburg, Bundesstart: Der letzte Walsänger

Ein turbulentes Unterwasser-Abenteuer startet im Februar. Im Mittelpunkt steht der junge Buckelwal Vincent, Nachfahre des letzten großen Walsängers. Dessen magischer Gesang schützte einst die Ozeane. Nach dem Verlust seiner Eltern zweifelt Vincent an sich. Als der Leviathan aus einem schmelzenden Eisberg entkommt und mit giftiger Tinte die Unterwasserwelt bedroht, muss Vincent handeln. Er will die Meere mit einem neuen Lied retten. Walter, ein pedantischer Schiffshalterfisch, und die Orca-Kämpferin Darya begleiten ihn. Gemeinsam stellen sie sich Gefahren und Überraschungen. Vincent überwindet seine Ängste und findet die Kraft für sein eigenes Lied. Er beschützt die Ozeane.
Thalia: Hamnet

William Shakespeare ist untrennbar mit den großen Dramen der Weltliteratur verbunden, doch was sieht man, wenn man auf die Frau blickt, die hinter dem Schöpfer stand? Der Film zeigt die Perspektive von Agnes Hathaway (Jessie Buckley), Shakespeares empfindsamer Ehefrau. Ausgangspunkt ihrer Erzählung ist die tiefe, fast naturverbundene Darstellung ihrer frühen Liebe. Agnes und der junge, aufstrebende Barde (Paul Mescal) planen ein gemeinsames Leben, das durch die unaufhaltsame Gravitation seines Talents bald ins Getriebe Londons gerät. Die Geschichte einer großen Liebe droht aber nicht an den äußeren Umständen, sondern an einem zutiefst persönlichen Schicksal zu zerbrechen. Als der einzige Sohn des Paares, der elfjährige Hamnet, der Pest zum Opfer fällt, zerbricht das Leben der Familie. Die Trauer ist so groß, dass die Beziehung daran zu zerbrechen droht. Im Thalia im Original mit Untertiteln.
Neustadt-Kinotipps ab 12. Februar: Freikarten
- Das Neustadt-Geflüster verlost diese Woche jeweils zwei Freikarten für das Thalia und die Schauburg für die laufende Kinowoche, also bis Mittwoch. Bitte in dem Ergänzungsfeld den entsprechenden Film und das Filmtheater angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung findet Sonntagabend statt.
- Alle Dresdner Kinos und Filme unter www.kinokalender.com



















Ich würd‘ gern Hamnet im Thalia sehen.
Ich würde gern Hamnet in meinem alten neuen Lieblingskino Schauburg sehen :)
ich würde mich sehr über Freikarten für „Fassaden“ im Thalia freuen