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Neue Diskussion um die Königsbrücker

Seit den 1950er Jahren wird geplant. Die Königsbrücker vor rund 25 Jahren. Foto: Archiv - Lothar Lange
Seit den 1950er Jah­ren wird ge­plant. Die Kö­nigs­brü­cker vor rund 25 Jah­ren. Foto: Ar­chiv – Lo­thar Lange
Die Kö­nigs­brü­cker Straße – wohl eine der längs­ten Bau­stel­len­pla­nun­gen der Welt. Vor gut ei­nem Jahr wurde der letzte Pla­nungs­stand vor­ge­stellt, der dann auch bei der zu­stän­di­gen Lan­des­be­hörde zwecks För­der­fä­hig­keit ein­ge­reicht wurde. Diese Pläne hatte der Stadt­rat mit der Mehr­heit von Rot-Rot-Grün 2016 beschlossen.

Doch diese Rot-Rot-Grüne Mehr­heit ge­hört in­zwi­schen der Ge­schichte an, drei SPD-Stadt­räte ha­ben die Frak­tion ge­wech­selt. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag gab es dann ei­nen Stadt­rats­be­schluss zur Au­gus­tus­brü­cke. Die sollte ei­gent­lich für alle Zei­ten für den In­di­vi­du­al­ver­kehr ge­sperrt wer­den, aber die Mehr­heit aus CDU, AfD, FDP und Bür­ger­frak­tion hat be­schlos­sen: die Brü­cke soll wäh­rend der Sa­nie­rung der Ca­ro­l­a­b­rü­cke wie­der für den Au­to­ver­kehr ge­öff­net wer­den. Der Neu­städ­ter SPD-Stadt­rat Vin­cent Drews spricht in ei­nem Face­book-Post von ei­nem kon­ser­va­ti­ven Ver­such, die Er­folge von rot-rot-grün rück­gän­gig zu machen.

Die Dresd­ner Neu­es­ten Nach­rich­ten (DNN) grei­fen heute das Thema auf und schrei­ben, dass of­fen­bar auch die Kö­nigs­brü­cker Straße kein Tabu mehr sei. Auf Nach­frage be­stä­tigt FDP-Stadt­rat Hol­ger Zastrow:

"Der Aus­bau der Kö­nigs­brü­cker Straße in der be­kann­ten Va­ri­ante steht grund­sätz­lich nicht in­frage. Nach­dem un­ter der rot-grün-ro­ten Stadt­rats­mehr­heit die Sa­nie­rung der Straße aber im­mer noch in den Ster­nen steht, er­scheint es je­doch sinn­voll, sich ein­zelne Kon­flikt­punkte noch ein­mal an­zu­schauen und mög­li­che Kor­rek­tur zu prü­fen. Wenn dem­nächst Stra­ßen­bahn und Au­tos ge­mein­sam im Stau ste­hen, weil sie sich eine Spur tei­len müs­sen, ist das we­der im In­ter­esse der An­woh­ner noch des Ver­kehrs­flus­ses. Da sind in­tel­li­gen­tere Lö­sun­gen gefragt."

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Wie die DNN wei­ter be­rich­ten, hat die Stadt­ver­wal­tung die Un­ter­la­gen für das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren voll­stän­dig bei der Lan­des­di­rek­tion ein­ge­reicht. Auch der ver­kehrs­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU, Gun­ter Thiele, will laut DNN das Pa­ket "Kö­nigs­brü­cker Straße" nicht neu aufschnüren.

Auf den Zei­tungs­ar­ti­kel re­agie­ren heute die Ju­sos. So­phie Koch, die Vor­sit­zende der Ju­sos Dres­den, kri­ti­siert die Ge­dan­ken­spiele zur Kö­nigs­brü­cker Straße: "Wer ei­nen klu­gen Kom­pro­miss wie zur Sa­nie­rung der Kö­nigs­brü­cker Straße auf­kün­di­gen will, han­delt ge­gen jede Ver­nunft. Jah­re­lange Ver­zö­ge­run­gen und Kos­ten­stei­ge­run­gen wä­ren eine po­li­ti­sche Bankrotterklärung."

Zur Er­in­ne­rung, die Pla­nun­gen zum Aus­bau der Kö­nigs­brü­cker Straße ha­ben schon in den frü­hen 1990er Jah­ren be­gon­nen. Die zu­letzt be­schlos­sene Pla­nungs­va­ri­ante trug die Be­zeich­nung 8.7.
Kur­zer Rück­blick: 2014 be­schloss die da­ma­lige Stadt­rats­mehr­heit die Va­ri­ante 7. Dann gab es Wah­len und die neue Rot-Grün-Rote Stadt­rats­mehr­heit stellte neue Va­ri­an­ten vor. FDP und CDU sam­mel­ten Un­ter­schrif­ten für ei­nen zü­gi­gen Aus­bau der Kö­nigs­brü­cker Straße und ge­gen ei­nen Va­ri­an­ten­ver­gleich. Al­ler­dings er­reich­ten sie nicht ge­nug Un­ter­schrif­ten, um eine Ab­stim­mung durch­füh­ren zu kön­nen. 2016 wurde dann die Va­ri­ante 8.7 be­schlos­sen, an der seit­dem ge­plant wird.

Eckpunkte der bisherigen Planungen

  • Se­pa­ra­tes Gleis von Al­bert­platz bis Katharinenstraße
  • Am­pel an der Ka­tha­ri­nen­straße und Linksabbiegerspur
  • Am­pel an der Loui­sen­straße und Links­ab­bie­ger­spur in die Lößnitzstraße
  • Ein­rich­tung "Eschen­platz" (Ge­stal­tung noch nicht fer­tig) in Höhe Schweppnit­zer Straße
  • Am­pel an der Eschenstraße
  • Er­halt der Flat­te­rulme
  • Um­zug der stadt­ein­wär­ti­gen Hal­te­stelle Bi­schofs­weg vor die Schauburg
  • Kein Links­ab­bie­gen mehr an der Kreu­zung zum Bischofsweg
  • Kein Grüng­leis zwi­schen Bi­schofs­weg und Stauffenbergallee
Königsbrücker Straße bei Nacht. Foto: Archiv (2009)
Kö­nigs­brü­cker Straße bei Nacht. Foto: Ar­chiv (2009)
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9 Ergänzungen

  1. dann sollte man doch bitte alle stra­ßen in Dres­den 4 Spu­rig aus­bauen. Nie wie­der Stau ist das Ziel.

  2. das tut rich­tig weh … habe mich schon ge­fragt, ob die Über­läu­fer ge­kauft sind … man weiß es nicht … ein glück sind bald Kom­mu­nal­wah­len, ich habe nur lei­der die Vor­ah­nung, dass die Dresd­ner Rot-Rot-Grün nicht hin­ter­her trau­ern und es nicht so schnell zu ei­ner Wie­der­ho­lung kommt

    Dres­den ist so 1970 .… es ist zum heulen .…

  3. Der Herr Za­strow wünscht also ei­nen grö­ße­ren Aus­bau… den An­woh­nern zu­liebe… na klar!
    Ich bin ja da­für, die Os­kar-Pletsch-Strasse zu ei­ner 4‑spuhrigen Au­to­bahn zu ma­chen! Den An­woh­nern zuliebe!
    So ein Spinner!
    Ja, sie muss sa­niert wer­den. Und es ist ge­nug dar­über la­men­tiert wor­den, wie viele Spu­ren die Dresd­ner Ver­kehrs­chao­ten an die­ser Stelle brau­chen um ge­nug Un­fälle zu verursachen…

  4. 2050 – Neu­eröff­nung der Kö­nigs­brü­cker – Ich bin da­bei. Kö­nigs­brü­cker oder BER. Mal se­hen wer schnel­ler ist.….….

  5. Es gibt Er­folge von rot-rot-grün? Ich be­zweifle, dass das in der Be­völ­ke­rung so wahr­ge­nom­men wird.

  6. Wenn Za­strow von in­tel­li­gen­ten Lö­sun­gen bei Ver­kehr­in­fra­struk­tur spricht, be­komme ich im­mer gleich Gänsehaut.

  7. @Alauner: Laut DNN-Ba­ro­me­ter sind 47 Pro­zent zu­frie­den und 40 Pro­zent un­zu­frie­den mit der Lo­kal­po­li­tik. Das DNN-Ba­ro­me­ter er­stel­len die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­ler der TU Dres­den im Auf­trag der DNN.

  8. @Anton Lau­ner: Eine Um­frage un­ter 400(!) Dresd­nern, von de­nen dann 188 eine ver­bes­serte Lo­kal­po­li­tik be­schei­ni­gen, gilt als Er­folgs­be­weis? Die be­kom­men doch nicht mal alle eine von den So­zi­al­woh­nun­gen, die bis 2019 fer­tig werden.

  9. Herr Za­strow will Lö­sun­gen der 90er Jahre für Pro­bleme der 2020er Jahre. Statt al­ter­na­tive Mo­bi­li­tät zu för­dern, steht der pri­vate Au­to­ver­kehr im Fo­kus. Viel­leicht in­ter­es­siert ihn auch nur die gute Er­reich­bar­keit sei­ner Gast­wirt­schaft an der Hofewiese.
    Diese Ab­trün­ni­gen von der SPD ha­ben ihr Ego vor den Wil­len der All­ge­mein­heit ge­stellt. Die wur­den we­gen ih­rer Par­teien ge­wählt, nicht we­gen ih­res Fo­tos auf dem Plakat.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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