Schaubudensommer startet

Der Zauber über den Schaubuden wurde vom Künstlerduo Cesar und Muriel entworfen.

Der Zauber über den Schaubuden wurde vom Künstlerduo Cesar und Muriel entworfen.

Einst waren sie so normal, wie heute Kino- oder Theatersäle, jeder kannte sie: Schausteller. Der Name war ihr Beruf, sie reisten durchs Land und stellten Abnormitäten auf Jahrmärkten zur Schau. Sie waren Schlangentänzer, Zauberer, Kleinkünstler, Bauchredner oder einfach gute Geschäftsleute, die wussten, was die Menschen sehen wollten: einen ausgestopften Wal, den „dicksten Menschen“ der Welt, einen waschechten Riesen.

Heute findet man sie nur noch an vereinzelten Stellen auf Jahrmärkten. Sie wurden abgelöst von Kino, Fernseher und Internet, denn warum einen ausgestopften Wal betrachten, wenn man es doch im Fernsehen „hautnah“ erleben kann.

Künstler Spacke gestaltet das, was eine Schaubude ausmacht: die Fassade

Künstler Spacke gestaltet das, was eine Schaubude ausmacht: die Fassade

Das diese Behauptung so nicht stimmt, zeigt sich am Erfolg des Dresdner Schaubudensommers, der diesen Donnerstag erneut die Tore öffnet. Seit 21 Jahren veranstaltet der Direktor Helmut Raeder mit seinem Verein das Kleinkunstfestival am Scheunenplatz. Und es beweist, dass doch nicht jeder hinterm Kinosessel verschwindet. Helmut Raeder sieht darin mehrere Gründe: „Hier können sich die Menschen begegnen, austauschen, staunen und das Ambiente genießen.“

Vielleicht ist es auch der Mix aus traditioneller Form der Schaustellerei vermengt mit dem Erlebnis moderner Kleinkunst und aktuellen Themen im Inneren. Aber möglicherweise liegt es auch an der Neustadt selbst. „Wir hatten mit dem Konzept erst richtig Erfolg in der Neustadt“, erklärt er. Denn vor 22 Jahren gab es schon ein ähnliches Fest bei Dresden-Nickern. „Es kam fast niemand“, gesteht der Direktor.

Noch zwei Tage, dann muss alles stehen.

Budendirektor Helmut Raeder: Noch zwei Tage, dann muss alles stehen.

Doch hierher kommen alle.

Auch dieses Jahr laden neue und alte Künstler ein, um aus der Realität auszubrechen, hinter die Fassaden zu schauen, zu tanzen, zu staunen, sich zu verlieben und den Schaubuden-Zauber neu aufleben zu lassen.

Insgesamt sorgen 70 internationale Künstler für elf magische Sommerabende vom 12. bis 22. Juli. Jeden Tag, ab 18 Uhr kann der Besucher in das Areal aus Zelten, Paletten, Bretterbuden eintreten, den Zauber erleben, aus zwölf bis fünfzehn Shows wählen und um Mitternacht zur Musik tanzen. Mit dabei ist alles, was das Herz begehrt – Puppenspiel von Didi‘s Song, Beatboxen von The Razzones, eine Piepshow von Anna Mateur, Tanz von Valentin Tszin, und ganz viel mehr künstlerische Abgefahrenheit. Und für die Menschen, die schon nach dem Sandmann zu Bett gehen, gibt es wieder den Familienschaubudensommer. Am Sonntag, den 15. Juli können Kinder die Shows bei Tageslicht sehen und auf dem Rücken eines Esels das bunte Treiben betrachten.

Doch bis diesen Donnerstag geht es noch heiß zur Sache. Seit Anfang Juli wird fleißig gehämmert, gemalert, geschraubt. Ungefähr 12 Helfer geben dem Schaubudensommer sein Gesicht. Der Direktor wünscht sich für dieses Jahr viel gute Energie. „So viel Energie, dass es reicht um im nächsten Jahr wieder einen Schaubudensommer zu machen.“ Doch jetzt heißt es erstmal: Hereinspaziert, hereinspaziert.

Direktor Helmut Raeder (links) hat selbst noch Schaubuden erlebt.

Direktor Helmut Raeder (links) hat selbst noch Schaubuden erlebt.

Preise und Programm:

  • Der Eintritt auf den Platz kostet 3 Euro für Erwachsene, Tickets für die Shows gibt es ausschließlich an der Abendkasse. Der Eintritt für eine Vorstellung (ca. 20 bis 30 Minuten) kostet 5 Euro, das Dreierticket gibt’s für 12 Euro.
  • www.schaubudensommer.de
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