Gründerzeithaus wird abgerissen

Kiefernstrasse 19b - das Haus wird abgerissen

Kiefernstrasse 19b – das Haus wird abgerissen

An der Kiefernstraße wird derzeit eines der letzten Gründerzeithäuser der Straße abgerissen. Dort soll demnächst ein viergeschossiger Neubau mit insgesamt neun modernen Eigentumswohnungen entstehen. Laut der Website der vermarktenden Immobilienfirma „HBH Immobilien GmbH“ sind bereits alle Wohnungen verkauft. Dort ist auch eine Visualisierung des Neubaus zu sehen.

Demnächst wird es hier einen Neubau geben.

Demnächst wird es hier einen Neubau geben.

Die Straße im Hechtviertel hatte im Zweiten Weltkrieg einige Bombentreffer abbekommen, nur wenige Häuser waren stehen geblieben. Auf den freien Grundstücken dazwischen gab es Brachflächen und Garagen. Erst vor rund zehn Jahren entwickelte sich die Straße. Es entstanden etliche Neubauten. Nur eben die Nummer 19b blieb lange unberührt, wegen komplizierter Eigentumsverhältnisse.

Zuletzt stand das Haus leer, die untere Etage war verrammelt, Denkmalschutz bestand nicht.

Die Wohnungen für den Neubau sind schon alle verkauft.

Die Wohnungen für den Neubau sind schon alle verkauft.

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27 Kommentare zu “Gründerzeithaus wird abgerissen

  1. Thomas Löser
    29. November 2017 at 22:00

    Mist verdammter. Das Haus hatte Charakter und hätte der „schönen neuen Welt“ ringsherum nur gut getan. Es ist mir ein Rätsel, warum das Investoren nicht erkennen und Bausubstanz die den Krieg überlebt hat freiwillig abreißen.

  2. bob
    29. November 2017 at 22:18

    @Thomas Löser

    Auch ich mag alte Häuser und deren Charme. Aber mal im Ernst. Die Bude hat offenbar 10 Jahre oder länger leergestanden und wär vermutlich in der nächsten Zeit von alleine zusammengefallen. Und Investoren handeln in der Regel vernünftig, was Kosten und Nutzen angeht. Wenn ein Erhalt irgendwie wirtschaftlich sinnvoll gewesen wäre, hätten die das sicher getan. Allerdings fürchte ich, dass moderne Energievorschriften, Parkplatzverordnungen und ähnliches einem Erhalt entgegenwirken. Jetzt wird die Strasse eben entsprechend der Bebauung der letzten Jahre weiterentwickelt und bietet neuen Bewohnern in einer Stadt, die stetig weiter wächst, neuen Wohnraum.

  3. asallnse
    29. November 2017 at 22:19

    hallo Thomas, Du weißt doch: Geld frisst Verstand, Vernunft und Geschichtsbewußtsein!

  4. Seldon
    30. November 2017 at 08:20

    Nachdem die sozialistische Mißwirtschaft der letzten zehn…zwanzig Jahre die Substanz gnadenlos verfallen ließ, verneigen wir uns nun in tiefer Dankbarkeit vor den Investoren, die ihr Gewinnstreben in den Dienst der Allgemeinheit stellen und beim Geldverdienen auch noch neun anderen die Möglichkeit zum Geldverdienen geben. Ach ja, und wohnen dürfen dann da sogar auch noch Leute, wenn die sich nur beim Geldverdienen auch genug Mühe gegeben haben.

  5. Frank
    30. November 2017 at 16:40

    Ich hatte mich vor über 10 Jahren um das schon damals leer stehende Haus für eine Baugemeinschaft interessiert. Es gehörte einer über die Welt verstreuten Erbengemeinschaft. Eine Lösung war nicht in Sicht.
    Im Übrigen bin ich froh, wenn jemand – ja ja ein böser Unternehmer – Häuser zum Wohnen baut. Modern, energetisch auf neuestem Stand. Und das Beste ist: Je mehr Wohnungen es gibt, desto geringer sind Mieten. Das organisiert nämlich ganz hinterhältig der böse Markt.

  6. bob
    30. November 2017 at 17:25

    Ich hab mir jetzt noch mal in Ruhe die Website der HBH angeschaut. Knapp 40 Prozent der Referenzobjekte sind modernisierte Altbauten. Von sinnlosem Abriss kann also überhaupt nicht die Rede sein. Das Unternehmen kommt aus Dresden. Die zahlen hier Steuern und beschäftigen Menschen. Und offensichtlich haben die die Wohnungen verkauft, bevor auch nur ein Spatenstich getan wurde. Anders als bei anderen Projekten. Es spricht also einiges dafür, dass dort in einer guten Lage zu fairen Preisen moderner, familiengerechter Wohnraum geschaffen wird.

  7. Ein Anwohner
    30. November 2017 at 21:23

    Ach, über faire Preise lässt sich streiten, das muss jeder selbst wissen. Die Kaufpreise in dem – meiner Meinung nach – ziemlich gesichtslosen Neubau in der Kiefernstr. lagen übrigens bei den großen Wohnungen bei rund 3500 €/m². Ich hatte mir mal die Website angesehen, bevor sie alle verkauft waren. Und die Wohnungen gingen scheinbar weg wie warme Semmeln.

    Die gleiche Firma baut übrigens nicht weit davon an der Ecke Seitenstr./Hechtstr. noch ein Wohnhaus: https://www.immobilienscout24.de/neubau/hbh-immobilien-gmbh/stadthaus-lucius/65255.html
    Die Wohnungspreise sind vergleichbar.

    Aber in der Kiefernstr. wird ja auch gerade ein Reihenmittelhaus für fast 700 k€ angeboten…

  8. Rolf
    30. November 2017 at 21:46

    schön siehts aus , mal was anderes. Danke an alle Bauherren die solche charakterlosen ( Häuser) bauen.

  9. bob
    30. November 2017 at 22:09

    @Ein Anwohner

    Ich wusste nicht was die Wohnungen kosten. Aber wenn die Wohnungen weggingen wie „warme Semmeln“, müssen sie ja irgendwie das Geld wert gewesen sein.

  10. Kannskaumglauben
    30. November 2017 at 23:34

    Hätte ich mir auch mal nicht denken lassen, dass in Neustadt und Hecht derartiges Barbarentum mal verteidigt wird…schade, um das alte Haus. Das neue hat kein Gesicht, sondern eher den Charme ner sanierten Platte (und Dach hat’s auch keins).

  11. Seldon
    1. Dezember 2017 at 08:53

    Endlich mal „Eigentumswohnungen für hohe und moderne Ansprüche“ (3500,- Euro/m²) …wer braucht schon bezahlbaren Wohnraum …

    Aber es wird eben der Wohnraum geschaffen, der bezahlbar ist, für den zahlungskräftige Nachfrage herrscht. Und das und nur das „regelt der Markt“. Solange hochpreisige Wohnungen angesetzt werden können, versprechen diese natürlich mehr Profit und werden entsprechend eher gebaut. Der Discount-Bereich wird dann gern der „öffentlichen Hand“ überlassen. Das ist der völlig normale Effekt privatwirtschaftlichen Wohnungsbaus. Wenn man sich DAX und Bitcoin-Entwicklung anschaut wird deutlich, dass hier wie eben auch im Immobiliensektor (oder als extremer Auswuchs auf dem „Kunst-Markt“ (daVinci für 450 Mio) ) verzweifelt Anlagemöglichkeiten gesucht werden. Kapital muss sich halt vermehren…
    Zu dem Märchen vom freien Wohnungsmarkt:
    In kapitalistischen Gesellschaften ist die Wohnung eine Ware, wie jede andere Ware auch. (Kann man sich zunächst mal auf diesen Satz einigen?) Private Investoren bauen Wohnungen nur dann, wenn sie für ihr investiertes Kapital mindestens die marktübliche Rendite erzielen und an dieser Rendite orientiert sich der Mietpreis. (ja oder nein?) Ohne Aussicht auf Rendite werden auch keine Wohnungen gebaut. Der kapitalistische Wohnungsmarkt versorgt also nur den zahlungsfähigen Teil der Bevölkerung. (Soweit einverstanden?)

    Für den kleinen Geldbeutel gibt es zwar das „Discount-Wohnen“ in der Platte, trotzdem muß(te) der Staat desöfteren eingreifen, um a) Versorgung mit Wohnraum zu gewährleisten (Förderung auf „Kundenseite“), b) Wohnungsbau anzukurbeln (Förderung auf „Erzeugerseite“)
    Neben direkten Subventionen hat er eine ganze Reihe indirekter entwickelt, wie Steuervergünstigungen, die in den privaten Wohnungssektor fließen. Erst durch diese Milliarden Steuersubventionen wird der private Wohnungsbau zum großen Geschäft für Kapitalanleger und Immobilienkonzerne…
    Ein paar Zahlen und weitere Betrachtungen: http://www.isw-muenchen.de/download/wohnen-clsch.pdf

  12. nickibude
    1. Dezember 2017 at 11:59

    @Seldon
    a) einfach mal unter VONOVIA.de in Dresden nach einer Wohnung suchen. ( habe ich vor knapp einem Jahr gemacht und für eine 4 Personenfamielie eine preiswerte Wohnung in der Platte am „Goldenen Reiter“ gefunden )
    b) über den Leerstand auf dem Land nachdenken. (klar der ÖPNV ist miserabel, aber wenn keiner mitfährt weil keiner dort wohnt fährt auch kein Buss und es gibt keine Läden)
    Mal ehrlich, mit ein wenig Elan könnten die vielen Fachleute Omas Häuschen in Stand setzen und Oma unter die Arme greifen (Symbiose?)

  13. ein anderer Stefan
    1. Dezember 2017 at 15:32

    @nickibude: So einfach ist es mit dem Wohnen „auf dem Land“ nicht. Da brauchts mindestens ein Auto (für 50 Nasen im Dorf fährt halt kein Bus, und da werden auch 25 Nasen mehr nichts dran ändern), gerne auch zwei. Und die Jobs, die man ja braucht, um Haus+Auto+Rest zu bezahlen, gibt es in der Stadt, nicht im Dorf. Vom Spaß im Berufsverkehr und den Kosten fürs Auto, die den Kostenvorteil vom Wohnen auf dem Lande wieder auffressen, ganz zu schweigen.

  14. nickibude
    1. Dezember 2017 at 16:09

    Natürlich ist das Leben auf dem Land nur eine von vielen Möglichkeiten. Ich z.B. möchte in einem 100 Seelendorf nicht mal tot überm Zaun hängen. Mir fehlen die vielen kulturellen Möglichkeiten und einfach die Gewißheit bei Bedarf mal kurz um die Ecke auf ein Bier gehen zu können.
    Wollte damit nur andeuten, dass es noch andere Alternativen gibt als eine sauteure Wohnung vom „Kapitalisten“ zu kaufen/zu mieten oder unter der Brücke zu schlafen. Und ja, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist nicht zu leugnen.
    Würde gern wissen, wer vor ein paar Jahren den Abriß ganzer „Neubau“-Blöcke in Dresden genehmigt hat!

  15. ein anderer Stefan
    1. Dezember 2017 at 16:14

    Thema Baukosten: Es ist schwer möglich, Wohnungsbau für weniger als ca. 2500 Euro/m² Baukosten zu betreiben (das ist ein Mehrfamilienhaus mit Keller, Tiefgarage und Aufzug). Das hängt natürlich von den Grundstückskosten mit ab, aber das ist dann immer noch untere Preisklasse, ohne hohen Ausbaustandard (Tiefgarage und Aufzug halte ich nicht für „Luxus“. Die Autos müssen irgendwohin, und ohne Aufzug wirds nicht barrierefrei, was gefordert ist).

    Und dann geht es los, dass die Bauunternehmen, die Makler, die Investoren etc. alle noch was verdienen wollen. Da kommen dann schnell die 3500 Euro zusammen. Das soll es nicht rechtfertigen, aber wenn man über die Preise meckert und mit dem Finger auf die Bauwirtschaft zeigt, macht man es sich zu einfach. Für Neubauten gelten hinsichtlich Wärmeschutz, Schallschutz, Barrierefreiheit und was weiß ich noch alles zahlreiche Vorschriften, die das Bauen teuer machen.

    Andersrum betrachtet: auch die Bauarbeiter sollen ein vernünftiges Gehalt kriegen, und keinen Mindestlohn. Und da Bauen immer noch viel Handarbeit ist, sind die Lohnkosten nicht von Pappe.

    Ja, das teure Bauen ist ein Problem, weil es den Wohnraumbedarf nicht abdeckt. Ideen?

  16. bob
    1. Dezember 2017 at 16:57

    @Kannskaumglauben

    Niemand hat hier bis jetzt den sinnlosen Abriss alter Häuser verteidigt.

    Dieses Haus wurde offenbar von einer Erbengemeinschaft über Jahre oder Jahrzehnte derart vernachlässigt, dass es wohl nur noch von Schimmelpilz und Schwamm zusammengehalten wurde. So etwas finde auch ich ausgesprochen bedauerlich. Ich hätte es auch besser gefunden, wenn dieses Haus renoviert worden wäre und dort eine Kultureinrichtung oder ein Kindergarten entstanden wäre. Da hat sich aber niemand rangetraut oder es war schlicht nicht mehr möglich.

    So ein Abriss kostet locker einen mittleren 5stelligen Betrag. Kein Bauherr, egal ob privat, öfffentlich oder gewerblich reisst sich um sowas.

    Und warum dann solche neuen Häuser entstehen hat @ein anderer Stefan
    ja gerade ziemlich plausibel erklärt.

  17. Jolo
    1. Dezember 2017 at 19:01
  18. ein anderer Stefan
    1. Dezember 2017 at 21:25

    @nickibude: bis vor kurzem hat die Stadt auch noch Schulen und Kitas verkauft/abreißen lassen. Jetzt braucht man beides händeringend und kommt mit dem Bau und der Sanierung nicht hinterher. Dresden hat von 1988 bis 1998, binnen 10 Jahren, 70.000 Einwohner verloren. Der Stand der 80er Jahre wurde erst um 2010 wieder erreicht, und das trotz Eingemeindungen. Das heißt, es gab Phasen, in denen manche Bauten schlicht nicht gebraucht wurden. Und da reißt man dann mal was ab. Die heutigen enormen Geburten- und Zuzugsraten waren ja nicht abzusehen. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Dresden)

    Ein Haus braucht alle 20-30 Jahre eine „Generalüberholung“, und da ist es manchmal billiger, abzureißen und neu zu bauen, auch wenn das eine irre Ressourcenverschwendung ist. Aber sanieren kostet richtig Geld (siehe oben: Handarbeit). Es gab vor wenigen Jahren auch noch die absurde Vorstellung, die vielfach ungeliebten Plattenbauten komplett wieder abzureißen, was teilweise ja gemacht wurde. Heute werden sie saniert, wenn es sich rechnet. Das ist auch eine Frage, wie langfristig der Eigentümer plant und rechnet. Für Genossenschaften wäre Abriß völlig unsinnig. Das Bauen und seine Rahmenbedingungen sind komplexe Themen, bei denen es in aller Regel nicht die eine Wahrheit gibt.

  19. aucheinStefan
    2. Dezember 2017 at 00:42

    @bob

    Interessant ist nur, wie es möglich ist, dass ausgerechnet jetzt erst das Haus auf den Markt kommt. Ich kann’s dir sagen, weil sie jetzt alle nur noch die Dollarzeichen in den Augen haben und der Entwickler/Käufer sicherlich ordentlich hat einen springen lassen für das aussichtsreiche Grundstück. Da bleibt dann natürlich keine Kohle mehr für den denkmalgerechte Sanierung für’s Denkmal geschweige denn für ein Gebäude ohne Schutzstatus und man muss es richtig flächenmäßig ausnutzen. Ähnliche Fälle sehen wir ja in der Scheunenhofstr. 3 oder der Bautzner Str. 73. DORT sogar verschärft unter Abnicken des Denkmalschutzes, der für den Abriss aberkannt wurde. Es folgt gesichtsloser Kubenschrott für ordentlich Asche für Kapitalanleger. Da wirft man gern Baugeschichte, die Kriege und Sozialismus überstanden hat, auf den Müll.

    Das Haus stand hier halt leider nicht und Denkmalschutz, wodurch die Afa bei Sanierung und Verkauf der Butzen entfällt. Da liegt der Hase im Pfeffer. Leipzig ist gut damit gefahren ganze Straßenzüge nach der Wende unter Schutz zu stellen. Das hilft dann auch gegen hässliche Sanierungen mit Billigfenstern und Styropororgien.

  20. aucheinStefan
    2. Dezember 2017 at 00:49

    Es lebe Autokorrektur. Ich hoffe, man versteht es dennoch.

  21. bob
    2. Dezember 2017 at 08:37

    @aucheinStefan

    Da bin ich ja voll bei Dir. Die Gründe für solche Bebauung liegen woanders als in der Geldgier eines Unternehmens, dass in der jetzigen Situation Wohngebäude erstellt. Ganz nebenbei ist die HBH auch kein Investor, sondern ein Bauträger. Das heißt, die kaufen Grundstücke, planen Wohngebäude und verkaufen dann die entstandenen Wohnungen weiter. In der Regel an Privatpersonen. Und dabei orientieren sich solche Unternehmen sicher an dem, was der Markt realistisch hergibt. Die gehen mit ihren Vorleistungen auch voll ins Risiko. Wenn die im Hecht Gebäude im Gründerzeitstil mit hohen Decken, Sandsteineinfassungen für die Fenster mit nem schicken Dach auf einem Drittel der Grundstücksfläche bauen würden, würden die Wohnungen vermutlich nicht 3000,- bis 3500,-
    sondern 5500,- Kosten (müssen). Das können die bestimmt bauen. Und dann möchte ich mal das Geschrei in diesem Forum hören.

  22. aucheinStefan
    2. Dezember 2017 at 14:24

    @bob: Es ging mir hier nicht um’s neu bauen, es ging mir um’s sanieren ;)

  23. bob
    2. Dezember 2017 at 19:44

    @aucheinStefan

    dann beuge ich mein Haupt in Demut….. ;-)

  24. Marcel Proust
    3. Dezember 2017 at 15:26

    @ ein anderer Stefan

    „Es ist schwer möglich, Wohnungsbau für weniger als ca. 2500 Euro/m² Baukosten zu betreiben (das ist ein Mehrfamilienhaus mit Keller, Tiefgarage und Aufzug). Das hängt natürlich von den Grundstückskosten mit ab, aber das ist dann immer noch untere Preisklasse, ohne hohen Ausbaustandard“
    Bei den Baukosten ist der Grundstückspreis mit drin? Was ist „untere Preisklasse“? Kannst Du die 2500 Euro/m2 noch etwas aufschlüsseln? Kommen mir recht hoch vor. NIcht falsch verstehen: Bauarbeiter/Handwerker sollen schon ordentlich entlohnt werden. TG und Aufzug halte ich persönlich für Luxus, wäre dann sozusagen „obere Preisklasse“.

    „Und dann geht es los, dass die Bauunternehmen, die Makler, die Investoren etc. alle noch was verdienen wollen. Da kommen dann schnell die 3500 Euro zusammen.“ Machen die Bauunternehmen bei den oben genannten 2500 Euro/m2 Verlust? Wohl kaum. Makler? max. 7.14%: Macht 178 Euro/m2. Investoren? Verstehe ich nicht. Wenn wir eine Eigentumswohnung kaufen würden, wären wir mit den anderen Wohnungseigentümern die Investoren. Und die Bauträger fangen üblicherweise erst an zu bauen, wenn sie einen Großteil oder alle Wohnungen verkauft haben.

    3500 Euro/m2 halte ich für sehr hoch, zumal wenn dann noch „untere Preisklasse“ dazu gesagt wird. Das entspräche einer Miete von 14.50 Euro/m2 über 20 Jahre. Meiner Meinung nach sind die Preise so extrem nach oben gegangen, weil Geld durch die Nullzinspolitik billig geworden ist, Vermieter in steuerlich begünstigtes Betongold anlegen und seit dem Mietermarkt um das Jahr 2000 herum in DD alles getan wurde, um wieder einen Vermietermarkt zu bekommen und natürlich last but not least, weil die Stadt wächst.

  25. 3. Dezember 2017 at 18:02

    nicht zu vergessen, das die Stadt in 2006 durch den Verkauf der WOBA die Steuerung des Wohnungsmarktes ganz einfach aus der Hand gegeben hat, dadurch hat sich für Neu- und Sanierungsbauten die Situation zu Ungunsten der Wohnungssuchenden (egal ob Käufer oder Mieter) verschoben.

  26. ein anderer Stefan
    4. Dezember 2017 at 20:30

    Marcel Proust: Die Zahlen kann man durch Googlen finden. Ich behaupte nicht, hier alles bis ins letzte Detail nachgerechnet zu haben.

    Beispielsweise hier https://www.zdb.de/zdb-cms.nsf/id/kosten-fuer-den-roh-und-ausbau-eines-typisierten-mehrfamilienhausbaus-de

    Zitat: „Bezieht man Weiterungen wie Keller, Tiefgaragen, Aufzugsanlagen, eine anspruchsvolle Baustellenlogistik und Baunebenkosten ein, so entstehen Gesamtkosten von ca. 2.400 €/ qm. Nimmt man die Grundstückskosten noch mit hinzu, benötigt ein Investor knapp 3.000 €/ qm in innerstädtischen Lagen. Dies führt dann in Folge zu einer kostendeckende Kaltmiete von 10,05 €/ qm.“

    Tiefgarage und Aufzug sind kein Luxus (mehr). Man muss Stellplätze auf dem Grundstück nachweisen (jedenfalls in Dresden). Das geschieht in innerstädtischen, verdichteten Lagen (wie im Hechtviertel) üblicherweise mit Tiefgaragen, ansonsten ist nicht genug Platz in der klassischen Blockrandbebauung vorhanden. Der Aufzug ist ab einer bestimmten Gebäudehöhe Pflicht, außerdem muss ein Anteil an Wohnungen barrierefrei (meist heißt das, mit Aufzug) zu erreichen sein. Anspruchsvolle Logistik? Frag mal die Leute in der Böhmischen Straße mit der Dauerbaustelle. Bauen in dicht bebauten Stadtvierteln ist kompliziert und daher teuer.

    Aber auch die Baulandpreise sind ein Problem: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/bauen/preise-fuer-bauland-treiben-kosten-fuer-wohnungsbau-hoch-15209539.html

    Zitat: „Der größte Kostentreiber beim Wohnungsbau sind die Baulandpreise: Zwischen 2011 und 2015 stiegen sie bei Eigenheimen im Schnitt um 27 Prozent, in Großstädten sogar um 33 Prozent, wie aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervorgeht.“

    Oder hier: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/wohnungsnot-1500-euro-reine-baukosten-pro-quadratmeter-sind-das-minimum/13715368-2.html

    Zitat: „Beim zusätzlichen Bau eines Kellers, einer Tiefgarage und Einbau eines Fahrstuhls ergeben sich Kosten von 2422 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.“

    Man kann billiger bauen – aber wie viele Leute sind bereit auf Keller, Fahrstuhl und Tiefgarage zu verzichten? Von den genannten Vorgaben für Stellplätze und Barrierefreiheit ganz zu schweigen.

    Es ist eben nicht so einfach. Bauen ist ein komplexes Thema, bei dem mitunter Dinge die Kosten treiben, an die man gar nicht gedacht hat.

  27. aucheinStefan
    5. Dezember 2017 at 12:17

    Das dritte Bild hat schon symbolischen Charakter, wie das andere alte Haus bereits von weißen, dachlosen Kisten eingezwängt wird.

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