Hechtfest wird braver und leiser

The Shouting Men rockten am Samstagabend die Hechtbühne.

The Shouting Men rockten 2016 die Hechtbühne.

Kein lautes Hechtival, keine krachende Wasserschlacht mehr, das Hechtfest zeigt sich in seiner neunten Auflage deutlich braver als im Vorjahr. Dennoch wird es mit sieben großen Bühnen und zahlreichen Ständen wieder ein großes Fest geben.

Maik Schellbach vom Hechtviertel e. V. berichtet: „Die Wasserschlacht gibt es in diesem Jahr leider nicht mehr.“ Die Wasserschlacht hatte sich leider in den vergangenen Jahren von einem spaßigen Anwohner-Event immer mehr zu einer ziemlich brutalen Veranstaltung entwickelt. Schon kurz nach dem letztjährigen Fest hatte sich der Verein darauf verständigt, das Spektakel nicht mehr stattfinden zu lassen. „Dafür werden die Dias mit den besten Eindrücken der vergangenen Jahre gezeigt“, berichtet Schellbach. Diese Bilder des Fotografen Thomas Schlorke waren schon im Januar bei Foto-Görner zu sehen gewesen.

Wasserschlacht beim Hechtfest 2014. Foto: Thomas Schlorke

Wasserschlacht beim Hechtfest 2014. Foto: Thomas Schlorke

Die zweite Veränderung: Es wird kein Hechtival geben. Auf der Facebook-Site des veranstaltenden „Sabotage“ heißt es dazu: „Unsere Bemühungen der letzten Jahre, dieses Stadtteilfest mit unserem Engagement aufzuwerten, sind leider von den Organisatoren nicht adäquat gewürdigt worden.“ Laut Schellbach waren für die Absage vor allem Anwohnerbeschwerden verantwortlich. Das Hechtival war möglicherweise einfach zu laut. Nicht abgesagt wurde hingegen die Silence-Disko mit Kopfhörer-Tanz, die findet jeden Abend am Königsbrücker Platz statt.

Und zu später Stunde mit Techno und Lasershow

Kein Techno mit Lasershow mehr in diesem Jahr

Der Hecht-Viertel-Verein ist voll motiviert. Den Besucher wird Vertrautes begegnen. Viel Musik mit ganz vielen Neustädter Bands, viele Stände, viele Kinderabenteuer und natürlich die irre lange Frühstückstafel am Sonnabend. „Wir vergeben auch in diesem Jahr für die schönste Anwohneraktion wieder den Hechtpreis“, erzählt Schellbach. Den Pokal gewann im vergangenen Jahr eine Minigolfanlage, die komplett aus Müll konstruiert war.

Die Kids müssen sich ein bisschen umorientieren. Die Spielstraße zieht von unteren Hecht in den Bereich zwischen Fichten- und Seitenstraße. Die lieben Kleinen werden auch in diesem Jahr wieder das Hechtfest mit einem großen Umzug und Stelzenläufern eröffnen. Motto in diesem Jahr: „Pack die Badehose ein“. Los geht’s um 17 Uhr am Freitag am S-Bahnhof Bischofsplatz.

Das Hechtfest gibt es seit 2008, aber schon in den Jahren zuvor wurde seit 2003 unter dem Titel „Inseln im Hecht“ in dem Stadtviertel zwischen Bischofsplatz und Stauffenbergallee gefeiert, immer am letzten Wochenende im August.

Hechtfest 2017

Hechtfest 2017

Hechtfest 2017

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11 Kommentare zu “Hechtfest wird braver und leiser

  1. Marcus
    22. August 2017 at 17:00

    Freue mich sehr. Etwas gediegener passt auch besser zum Hecht.

    Dieses Jahr kein Rudolfstraßenfest???
    Fand ich zweimal sehr sympathisch als quasi der eher ruhige und absolut unkommerzielle Missing Link zwischen BRN und Hechtfest.

  2. Wulle
    22. August 2017 at 18:54

    @Marcus: Dieses Jahr leider nicht… nächstes Jahr sollte es wieder klappen.

  3. Marcus
    22. August 2017 at 19:49

    @Wulle: Dann freue ich mich sehr auf nächstes Jahr! :o)

  4. Jens
    23. August 2017 at 07:36

    Hiermit protestiere ich als direkter Anwohner offiziell GEGEN die Abschaffung des Hechtivals. Schade, dass nur die lauthals Protestierenden der Anti-Hechtival-Partei gehört werden. Ich hoffe aufs nächste Jahr.

  5. Maria
    23. August 2017 at 15:41

    @Anton Guck mal hier. Das sagen die Hechtviertler auf Facebook zum Thema Sabotage:

    „Nachdem das Sabotage Dresden öffentlich seinen Unmut gegenüber unserer Absage geäußert hat, veröffentlichen wir auch hier noch mal unsere Stellungnahme dazu: Dieses Statement enttäuscht uns! Wir wollten das Sabotage auf dem Hechtfest haben, jedoch war kein Kompromiss bezüglich Umfang und Ausrichtung der Aktion möglich. Unsere Freiflächen und Bühnen-Standorte im Viertel sind begrenzt, sodass wir Kompromisse finden müssen! Sabotage Dresden weiß um unsere Anstrengungen im Vorfeld das Hechtival in 2016 auf der Freifläche stattfinden zu lassen. Die Konflikte mit Stadt, anderer Veranstalter und den Anwohnern haben uns den letzten Nerv geraubt. Das Hechtival auf dem Königsbrücker Spielplatz war super schön, professionell und wiederholungswürdig! Das Feedback haben wir so weiter gegeben. Wenn Mensch nun, aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit ist, Kooperationen mit anderen (Unter-)Veranstalter*Innen einzugehen und da reden wir nicht ausschließlich vom Sabotage, sondern von allen beteiligten Parteien, werden wir nicht die angepissten sein. Die von uns angebotene Fläche und der dafür vorgesehene Rahmen passte dem Sabotage nicht. Das ist wirklich schade. Aber manchmal geht’s halt einfach nicht, es allen recht zu machen.“

    Man halte also fest: Es gibt immer zwei Seiten der Geschichte :)

  6. DDHecht (H&K)
    23. August 2017 at 16:36

    Eine Aufgabe wird sein, dass diese zugezogenen „Anwohner“ deshalb trotzdem nicht ein mehr an Ruhe finden. Tja, alle brauchbaren Programmpunkte gestrichen…nur noch etwas für saufende Stadtfestproleten,nebst widerlichem 4.klassigem Geklimper von Möchtegernmusikern. Das jedenfalls, macht jetzt schon `ne Menge Leute aggressiv.
    Ob es durch Streichung bzw. Verhinderung o. Blockade dieser Programmpunkte für „Anwohner“ jetzt wohl ruhiger wird… keine guten Voraussetzungen… ma abwarten.
    So jedenfalls, sehe ich jetzt auch meine Toleranzgrenze gegenüber den Begleiterscheinungen massiv dahinschmelzen…

    … sagt ein Ur-Hechtler …

  7. bob
    23. August 2017 at 19:23

    @DDHecht

    „Eine Aufgabe wird sein, dass diese zugezogenen „Anwohner“ deshalb trotzdem nicht ein mehr an Ruhe finden“

    „nur noch etwas für saufende Stadtfestproleten,nebst widerlichem 4.klassigem Geklimper von Möchtegernmusikern“

    was du da schreibst, ist unter aller Kanone und einfach nur ziemlich einfach gestrickt……..

    Ur-Hechtler !!!! WAS WAR DAS DOCH GLEICH….?????

  8. Peter Macheli
    23. August 2017 at 21:37

    Haste mit organisiert, @DDHecht?

  9. Rudi Walcheck
    24. August 2017 at 16:26

    oh gott, jens und bob trollen ja auch hier vorbei!

  10. Mighty-Mue
    24. August 2017 at 22:01

    Ich möchte mal wissen, was die Vorkommnisse waren, wesenwegen die Wasserschlacht als „brutale Veranstaltung“ bewertet wurde?
    Zu viele Erwachsene, zu wenig Kinder, Kriegsgeschrei und „Waffen“ (Katapulte,…)? Auf den youtube-Videos sehe ich ausschließlich lachende und Nasse Menschen. Ich war mit meinem 3-jährigen Sohn da und ihm hat es riesig Spaß gemacht.
    Da wir uns schon wie die Schnitzel darauf gefreut haben, werde ich auch dieses Jahr mit meinem nun 4-jährigen Sohn, meiner 2-jährigen Tochter und einer Tüte Wasserbomben an der Ecke stehen.
    Wenn niemand kommt, bewerfen wir uns selbst!

  11. Igel Nuff
    25. August 2017 at 17:40

    Es gibt in Dresden eine klare Polizeiverordnung, an die sich alle halten müssen. Egal ob Privat oder Gewerblich. Für mich konnts nicht sein, dass man nachts um eins in Trachenberge vom Hechtfest beschallt wird und die wummernden Bässe sogar durch geschlossene Fenster kamen. Blöderweise wohnen in Dresden auch Leute, die in der Woche voll arbeiten müssen und ja, selbst in einer Großstadt am Wochenende nachts gern etwas Ruhe haben möchten.

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