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Die Sterne im Konzert

Von neuen Eindrücken und Altbekanntem

Andreas im Prinz
An­dreas im Prinz
Kaum sitze ich, steht schon ein Kell­ner ne­ben mir. Ich ver­su­che ei­nen Scherz: „Das dau­ert ja ewig, bis man hier be­dient wird.“ Der Kell­ner, ein schlan­ker Bur­sche Ende 20, ist we­der be­lei­digt, noch ver­sucht er zu kon­tern. Er setzt sein freund­lichs­tes Lä­cheln auf und meint, dass er sich die größte Mühe gibt. 

Ich habe mich mit ei­ner lang­jäh­ri­gen Freun­din ge­trof­fen, die et­li­che Jahre fern von Dres­den weilte und habe nun die Auf­gabe ihr die Ver­än­de­run­gen in der Dresd­ner Neu­stadt zu zei­gen. Na­tür­lich muss ich mit der neu­es­ten Kneipe an­fan­gen. Im Prinz auf der Alaun­straße ist es sehr hübsch, adrette Stühle und Ti­sche, warme Far­ben, leise und un­auf­dring­lich klingt die Mu­sik aus den Lautsprechern. 

Wir kön­nen prima über alte Zei­ten plau­dern, dass hier an die­ser Stelle mal der le­gen­däre Alaun­garten war, den wir im­mer für ei­nen ver­kapp­ten Puff ge­hal­ten hat­ten. Nur weil die Fens­ter so schumm­ri­ges Licht ab­ga­ben, da­bei war es eine ganz nor­male Kneipe. Al­ler­dings hatte die Freund­lich­keit der Kell­ner da­mals ein an­de­res Niveau. 

Alaungarten kurz nach der Wende - Foto: Lothar Lange
Alaun­garten kurz nach der Wende – Foto: Lo­thar Lange
Mein ein­zi­ger Be­such wird mir noch lange in Er­in­ne­rung blei­ben. Als ich nach zehn Mi­nu­ten mein Bier im­mer noch nicht ge­leert hatte, fragte der Kell­ner, ein Mitt­fünf­zi­ger mit präch­ti­gem Schnauz­bart auf seine ganz ei­gene Art und Weise, ob ich nun zum Nu­ckeln oder zum Trin­ken ge­kom­men wäre. Er­schro­cken trank ich aus und seit­dem habe ich mich nie wie­der hineingetraut.
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Wir müs­sen wei­ter zie­hen, ich möchte bei der Freun­din gern noch ein paar Er­in­ne­run­gen we­cken. Un­ser nächs­tes Ziel ist der Bier­gar­ten im Oosteinde an der Prieß­nitz, den gab es zwar An­fang der Neun­zi­ger noch nicht, doch hier tref­fen wir alte Be­kannte aus ei­ner ge­mein­sa­men Ver­gan­gen­heit. Wei­ter geht es im his­to­ri­schen Rund­gang, auf zur "Hun­dert" auf die Alaun­straße. Da war ich schon lang nicht mehr und be­haupte kühn, dass die sich kein Stück ver­än­dert hat. Und bis auf ein biss­chen Farbe und neues Per­so­nal stimmt das wohl auch. 

Am Ende des Abends sind wir im neuen Hie­ro­ny­mus an­ge­langt. Daran will sie sich par­tout nicht er­in­nern. Erst als ich den Na­men Ti­voli, so hieß die Kneipe frü­her mal, ein­werfe, er­in­nert sie sich. Stimmt, das war doch auf der Loui­sen­straße, mit den le­gen­dä­ren Par­tys bis zum frü­hen Mor­gen. In­zwi­schen et­was an­ge­hei­tert er­klärt sie mir, dass sie die Neu­stadt noch ganz gut wie­der­erkannt hätte. Nur die erste Kneipe…, na ja werfe ich ein, die ist eben für die Tou­ris­ten, ir­gend­je­mand muss hier schließ­lich auch mal Geld verdienen.


Nach­trag: Aus dem Prinz wurde im Ja­nuar 2009 das "In­do­chine" und 2012 die "Bar Pa­ra­dox".

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Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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