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Viel Platz in der ersten Nacht

Trommelnde Tänzer
Trommelnde Tänzer

Oha. Er lehnt sich an mich, drängt mir die Schulter entgegen, ich spüre die Muskeln, dann springt er los, Flick-Flack und zurück. Daneben trommelt seine Gruppe wild. Ein Riese taumelt auf mich zu. Der Kreis um uns wogt mit. Der Beat treibt. Die Menge tobt voller Begeisterung. Ich will schon mitspringen, besinne mich aber rechtzeitig. Werde weiter gedrängt. Die Görlitzer hoch, Richtung Alaunplatz. Die wilde Truppe werde ich im Laufe der Nacht noch einmal sehen.

ein lächelnder Schamane
ein lächelnder Schamane

Der erste Abend war schön, wunderbar. Beste Stimmung. Die Leute richtig gut drauf. Angeblich soll es eine Rangelei gegeben haben. Die Polizei meldet bis zum frühen Nachmittag jedoch keine Vorkommnisse. Super-Geburtstag. So viele strahlende Gesichter bis weit nach Mitternacht habe ich in den vergangenen Jahren nicht gesehen.

Ja, ich weiß, der Freitag ist immer ein bisschen leerer. Und die merkwürdigen verwirrenden Wettervorhersagen haben sicher auch den einen oder anderen Touristen abgeschreckt. Doch am Ende war es ein gut gefüllter Freitag-Abend – jedoch mit reichlich Platz. Das Konzept mit den Bühnen und Biergärten auf dem Bürgersteig, den unbespielten Kreuzungen scheint zu funktionieren. Ich habe bei meinem nächtlichen Rundgang kein einziges Mal richtig festgesteckt. Mal sehen, was die Auswertung des Drohnenfluges bringt.

Partymädchen vor der Königin
Partymädchen vor der Königin

Die Feier verlagert sich in den Osten. Die Sebnitzer und vor allem die Kamenzer waren deutlich voller als sonst, dafür auf der Louisen- und Alaunstraße Platz in Hülle und Fülle. Als wunderbare Tanzecke entpuppte sich die Freifläche auf der Kamenzer unter der BRN-Leuchtreklame. Aber auch vorm Mondpalast und am Martin-Luther-Platz wurde prima getanzt. Und selbst die BRN-Verweigerer von der Martin-Luther-Straße 33 machten in diesem Jahr ihren Schnitt und verkauften Dosen-Bier. Nun ja. Die Bierwagenreduktion wurde durch mehr Dosen-Verkäufer locker ausgeglichen. Nebeneffekt. Die Pfandflaschensammler ließen am Abend die geringer bepfandeten Flaschen einfach stehen. Ansonsten florierte der Fensterverkauf aus allen Etagen.

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Blaue Stunde auf der Görlitzer
Blaue Stunde auf der Görlitzer

Kurz nach Eins am frühen Sonnabend, eigentlich müssten nun die Bässe langsam abklingen, ich treffe die trommelnden Tänzer wieder, diesmal auf der Böhmischen. Leider reicht der Platz nicht für weitere Flicks und Flacks, doch der Sound treibt durch die enge Gasse.

Mit breitem Grinsen verlasse ich das Fest.

Das bunteste Haus der BRN mit den meisten Luftballons.
Das bunteste Haus der BRN mit den meisten Luftballons.

BRN Programm für den Sonnabend

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Nachtrag:
Wie mir am Sonnabend eine junge Dame auf der Martin-Luther-Straße erklärte, handelt es sich mitnichten um Bierdosenverkauf, sondern um ein Verteilen von Bierdosen mit der gleichzeitigen Bitte um eine Spende für den Erhalt des Hauses. Außerdem soll es dies schon in den Vorjahren gegeben haben und der Spruch “Fickt euch ihr Kackbratzen” sei nun schon lange her. Ich bitte um Entschuldigung.

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Afrob in der Tante JU

Mit Bier die Haussanierung finanzieren, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor.

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12 Kommentare

  1. Die ziemlich leere Louise ist echt klasse! Allerdings wundert es mich, daß die direkten Anwohner nicht die Gelegenheit nutzen und spontan ein paar Sofas vor die Tür stellen. Vielleicht kommt das noch…
    Aus meiner Sicht sind aber die Techno-Boxentürme noch immer die Stimmungskiller. Dem ständigen, überlauten Gewummer entkommt man einfach nicht. Zum Verweilen läd es auf keine Fall ein. Besonders schlimm ist es auf der oberen Alaune und die Sebnitzer runter.
    Ein kleines Highlight: Das Wetterlotto der immer sehr inovativen Leute überm Habibi.

  2. Entspannung für meine Augen, endlich ni so viel Bierkutschen…. Bin mal gespannt auf das ” gemeinsame kochen “, wars Sonntag ? auf der Sebi… cooler BRN Schriftzug aus Stoff (?) südlich, einfach mal hoch schauen und die russische Kreuzworträtsel Wand Richtung Kami… Schön :)

  3. Warum sollten die Anwohner das tun? Wir sind froh endlich mal durchatmen zu können, selber auf die Strasse zu gehen und die BRN zu begucken!

  4. kurz ein gedanke zur ml33. hat nun der pöse kommerz gewonnen? ich meine, über jahre hasst charlie alle und dann gibt es dosenbier aus’m kellerloch? ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich sage willkommen im echten leben. mitm iro kannste auch mal bei sterni fragen, was so richtig, richtig punk ist. alter, nochmal: willkommen im system.

  5. Bislang geht die Entscheidung der Stadt voll auf mehr Platz zu schaffen & somit die ganze Atmosphäre zu entspannen. Von uns Daumen rauf! :-)

  6. als ich das gesehen habe, hab ich mich auch gefragt, was aus dem Guten Alten “Fickt Euch Ihr Kackbratzen” geworden ist…

  7. Bislang funktioniert nur ein Plan – die BRN langfristig totzuregulieren. Kein Wunder, wenn ein (das) Ordungsamt quasi der Gesamtveranstalter ist. Von mir Daumen runter.

    Der einzig sinnvolle Schritt wäre eine BRN der tausend Inseln. Und eine stadtpolitische Entscheidung, dies zu unterstützen.

  8. Ist uns ebenfalls aufgefallen. Sind aber vielleicht auch zu einem für die ML33-Crew ungünstigen Zeitpunkt dort lang: Oben stand ne ziemliche Kiddyband – der milchgesichtige Frontmann im H&M-Hemd (um die 22 Jahre jung ca.) hatte gerade das BRN-Kommerz-Publikum auf Korn – da fällt uns der Bierverkauf ausm Fenster auf. Sterni für 2. Geht ja alles, kein Ding an sich. Aber in diesem Moment passen für mich einfach System- & Kommerzkritik nicht mehr mit der Abfetterei dort zusammen. In diesem Sinne…

  9. sehe ich nicht so, Hendrik..
    Ich fand es so auch deutlich entspannter.. wenn nun noch an der musikauswahl gefeilt wird, wäre es das nonplusultra… :D

  10. Nachtrag:
    Wie mir am Sonnabend eine junge Dame auf der Martin-Luther-Straße erklärte, handelt es sich mitnichten um Bierdosenverkauf, sondern um ein Verteilen von Bierdosen mit der gleichzeitigen Bitte um eine Spende für den Erhalt des Hauses. Außerdem soll es dies schon in den Vorjahren gegeben haben und der Spruch “Fickt euch ihr Kackbratzen” sei nun schon lange her. Ich bitte um Entschuldigung.

    Mit Bier die Haussanierung finanzieren, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor.

  11. Musikauswahl ist ein gutes Thema:
    Schön, dass – zumindest im Umfeld des M-L-Platzes – keine Boxentürme Industrielärm ins Viertel brachten.
    Auf den Bühnen hier und in der B33 gab es viel Kulturvolles, ML33 war eher Stress, zum Glück nur von kurzer Dauer. Anarchie habe ich mal rücksichtsvoller verstanden…
    Auf der Kulturenbühne hat es Pro Haska zum Abschlusskonzert gut auf den Punkt gebracht: “Hände weg von den Reglern, Jungs – wir haben auch Kabelbinder mit!” Die Aussteuerung war streckenlang grauenvoll, an allen drei Tagen; da klirrten backstage nur noch die Scheiben. Das geht besser (ohne dass ich selber wüsste, wie, aber es ging ja all die Jahre zuvor) und muss so nicht sein. Schade – denn das hat viel Kultur vernichtet. Nur die Ukrainians haben das irgendwie gut managen können.
    Auch schade war die Rücksichtlosigkeit der Trommelnden Tänzer. Die trommeln gut – aber so direkt neben anderen Bühnen haben sie manches kaputt gemacht. Mir tat besonders der Geiger auf der Parkbühne leid – keine Chance!
    Und nach dem 99. Mal El Condor Pasa von Konserve bin ich dafür, dass Musik in Verkaufsständen untersagt werden sollte, um andere Standbetreuende und Verkaufende überleben zu lassen.

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