Von Parken und Kosten

Kürzlich kam ich erst recht spät in die Neustadt und hatte auch noch lästigerweise das Automobil dabei. Da es bekanntermaßen an Freitagen ziemlich schwierig ist, einen Parkplatz in der Neustadt zu finden, kreiste auch reichlich Parksuchverkehr. Spontan kam mir eine Idee: Da gibt es doch das Parkhaus auf der Kamenzer. Im Sommer hatte ich schon einmal über das Parkleitsystem berichtet, dass die Besucher zu dem Parkhaus führen soll.

Nun also der Selbstversuch. Die Preise überraschen. Ich kann mein Auto für eine ganze Nacht von 20 bis 6 Uhr für drei Euro abstellen. Wenn ich mir auf der Straße ein Plätzchen suche, gebe ich von 20 bis 24 Uhr auch zwei Euro aus. Dafür bleibt das Wägelchen hier zumindest ein bisschen warm. Ich drücke einen Knopf und Schranke und Rolltor öffnen sich.

Drinnen dann die nächste Überraschung. Es stehen gerade mal drei Autos in der Tiefgarage, Platz ist hier auf dieser Ebene mindestens für 30. Wieder erinnere ich mich an den eben gesehenen Parksuchverkehr, mindestens fünf Autos kreuzten vorhin (ca. 22 Uhr) auf der Kamenzer Straße. Sind die zwei Euro mehr zu viel? Können die Parkplatzsucher keine Schilder lesen? Ist es Protesthaltung gegen den ungeliebten Bau?

Fragen über Fragen.


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Nachtrag 2013: Inzwischen ist das Parkhaus an der Kamenzer Straße wesentlich teurer geworden, die angefangene Stunde kostet einen Euro.

20 Kommentare zu “Von Parken und Kosten

  1. Können die Parkplatzsucher keine Schilder lesen?
    ** Ja, die Parkplatzsucher können keine Schilder lesen…

    Ist es Protesthaltung gegen den ungeliebten Bau?
    ** Nein – siehe Frage 1 ;-)

  2. Auf jeden Fall weniger als das Trinkgeld nach drei Cuba Libre. Wenn Du nach 22 Uhr das Wägelchen auf der Straße abstellst, zahlst Du nur einen Euro, daher der Unterschied von zwei Euro zur Tiefgarage.

  3. Meine Vermutung: Weil das Parkhaus (gefühlt) zu weit von ihrer Kneipe/Bar/Club entfernt ist und sie nicht noch ewig laufen wollen, wo sie doch schon soviel zahlen müssen.
    Und b) weil sie nicht wissen, was es kostet, ohne auszusteigen oder rein zu fahren. Aus dem Auto heraus muss der Preis erkennbar sein.

  4. ist wirklich ziemlich ab vom schuss, und wenn man den eingang wiederfinden will, benötigt das schon etwas orientierungssinn… trotzdem, ich hab es schon genutzt, eine eher unbekannte / unbeliebte, dafür aber wirkliche alternative.
    ich parke fast immer auf der kleinen einbahnstraße parallel zur bautzner zwischen albertplatz und bautzner/rothenburger. dort stehen zwar parkscheinautomaten, die alle anderen abzuschrecken scheinen, aber nach 20:00 ist es kostenlos und meistens was frei. falls doch nicht, kann man problemlos vorm „kleinen haus“ oder etwas weiter richtung rosa-luxemburg-platz sein geliebtes fortbewegungsmittel loswerden und eben 10 minuten laufen.

  5. Apropos „unliebsamer Platz“:

    Gestern Abend war im Netto die 3. Kasse ausgefallen. Der Platz ist tatsächlich so „unliebsam“, dass sich an den verbleibenden zwei Kassen Schlangen bildeten, die fast bis zum Fleischschrank hinterreichten :D

    Da muss ich gleich wieder an „Von Hunden und Menschen“, das Theaterstück über die Neustadt, denken, das im November im Projekttheater lief und das die Hassliebe der Neustädter zu ihrem Kamenzer-Netto herrlich parodierte :)

  6. Ich habe das Theaterstück zwar leider nicht gesehen, aber ich habe neulich auch mal eine Szene im Netto erlebt, die eigentlich für sich selbst schon wie eine Parodie wirkte:
    Zwei Frauen trafen sich neulich vor mir an der Kasse, ob sie sich vorher geflissentlich „übersahen“, kann ich nicht einschätzen, aber da man sich nun in der Situation nicht mehr aus dem Weg gehen konnte, fühlten sich offensichtlich beide gleichermaßen ertappt und entschuldigten sich gegenseitig wortreich dafür, dass sie überhaupt im Netto einkaufen würden. Sonst würde man ja IMMER nur bei den kleinen Läden kaufen, um diese zu unterstützen und das Discountermonster nicht weiter zu füttern, aber NUR JETZT, und AUSNAHMSWEISE sei man doch mal in den Netto gegangen…
    Wie es so schön heißt: Nee, is klar!
    Wer dort was kauft oder den Laden aus welchen Gründen auch immer boykottiert, geht keinen etwas an. Aber diese Scheinheiligkeit, die war das eigentlich lächerliche an der Sache.

  7. @Jane: Bei (allen mir bekannten) Netto ist doch immer eine Riesenschlange an der Kasse, oder? Das scheint dort zur Firmenphilosophie zu gehören.

  8. @Numanoid:
    Firmenphilisophie nennst du das?
    Ich habe im 1.Sem im Netto auf der Reichenbachstraße gearbeitet und habe da nicht viel von Philosophie mitbekommen.
    Das einzige was zählte war Mund halten, nicht selber denken und ja nicht nett zu den Leuten sein…

    Die Ironie sind ja immer die Verkäufer mit ihren schildern „Ich bin freundlich“. Wenn man im Konsum ein „wunderschönes Wochenende“ gewünscht bekommt, dann ist mir im Netto höchstens mal ein notgedrungenes „Tschüss“ aufgefallen, was aber so viel wie „mach dich schnell nach hause, wir machen gleich zu und müssen noch bis 21.30 arbeiten, werden aber nur bis 20uhr bezahlt“ heißt.

    Ist leider so, weiß nicht wie das bei anderen Discountern ist, aber wenn du fragen gestellt hast, haben sie dich doof angeschaut!!!

    Netto ist für mich ein Kartenhaus aus Lügen und Menschen, die nicht wollen, dass normaldenkende Menschen bei ihnen arbeiten!! So….PUNKT :)

  9. @ Mr. Alaun
    Die „Ich bin freundlich“-Anstecker sind wirklich nicht übel, aber den Ironie-Vogel haben aus meiner Sicht die Leute von Lidl am Bahnhof-Neustadt abgeschossen, bei denen steht (oder zumindest stand) hinten auf den T-Shirts: „Lidl Bahnhof Neustadt – Einkaufen mit Flair“.
    Der Gerechtigkeit halber muss man aber auch noch sagen, dass die Freundlichkeit im Konsum von den Kunden teuer erkauft ist, bei den dortigen Preisen.

  10. Das Parken in den Parkhäusern meiden viele, da viele nicht wissen, wann diese in der Nacht schließt. Niemand mag vor verschlossenen Toren stehen. Zudem sind manche vor den hohen Parkgebühren überrascht worden oder sehen Parkhäuser als allgemein teuer an.

  11. zum thema lidl bhf neustadt:
    versuch mal, durch den wahnsinn der deckenabhängung zu gucken. DA ist das flair. nur leider nicht mehr sichtbar…
    zum thema konsum/netto:
    also mir ist bis jetzt kein unterschied in der kommunikation der kassenmenschen aufgefallen. außerdem geh ich EINKAUFEN, nicht soziale kontakte pflegen. und im netto bekommst man manches für die hälfte des konsum-preises.
    wirklich lächerlich wirds allerdings, wenn man als zwölfter an der kasse steht und das schild vor einem bammelt, das vespricht, das netto sich verpflichtet fühlt, ab einer schlange von fünf leuten eine neue kasse aufzumachen.

  12. Von Parken und Kosten … also Samstagsnachmittags (14:30) eingedockt in die herrlich leere Garage tagsüber 2.50 Euro und des nachts 3 Euro oder so ähnlich lese ich. Schön Kaffee getrunken in der Laika, abends Party, in der Nacht wegen Müdigkeit nachhause gelaufen und das Wägelchen am Sonntag, 12 Uhr abgeholt. Ja, und wie viel will der Parkautomat? 8 Euro – das ist dann doch unverschämt, denn er rechnet zwei Tages- und eine Nachtpauschale ab.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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