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Palais-Sommer

Von wegen Rockzipfel…

14-05-18 Rockzipfel
Im Rock­zip­fel El­tern-Kind-Büro wird nicht nur ge­spielt, hier wird auch gearbeitet.
Sie la­chen, wei­nen, spie­len oder mamp­fen mun­ter vor sich hin. Manch­mal sind sie laut und dann wie­der mux­mäus­chen­still. Aus ei­ner Ecke hört man ein gleich­mä­ßi­ges An­schla­gen ei­ner Lap­top-Tas­ta­tur. Plötz­lich kul­lern Tränchen.

Isa­bell nimmt ih­ren Sohn Leon auf den Schoß und singt ein Lied, um ihn zu be­ru­hi­gen. Das nächste Im­pro­vi­sa­ti­ons-Ta­lent macht sich be­merk­bar: Aus sei­nem Wa­gen vor dem Rock­zip­fel-Büro auf der Ka­men­zer Straße übt schon der nächste kleine Mann für sei­nen gro­ßen Auf­tritt. Nur we­nige Mi­nu­ten spä­ter sind alle Trä­nen ge­trock­net und die Kin­der freuen sich sicht­lich über ihre Ba­na­nen in Hand und Mund. Ju­liane Drom­mer at­met durch: "Ich freue mich, dass un­ser Pro­jekt schon nach so kur­zer Zeit so gut an­ge­nom­men wird."

Raum für Ar­beit und Kinder
Letz­tes Jahr er­fuhr Ju­liane von ei­nem El­tern-Kind-Pro­jekt mit Na­men "Rock­zip­fel" in Leip­zig. Sie war von der Idee, Kin­der­be­treu­ung und Ar­beits­le­ben un­ter ei­nem Dach zu ver­wirk­li­chen, so be­geis­tert, dass sie kur­zer­hand be­schloss Rock­zip­fel nach Dres­den zu ho­len. "Ich hörte von ei­ner Mutti, die in den Leip­zi­ger Räum­lich­kei­ten ihre Hoch­zeit plante", so Ju­liane. Im ver­gan­ge­nen Herbst nahm sie schließ­lich an Ver­net­zungs­tref­fen teil und machte sich mit ei­ner Be­kann­ten auf die Su­che nach ge­eig­ne­ten Räum­lich­kei­ten. Doch das war gar nicht so leicht. Für Re­no­vie­run­gen und grö­ßere Um­bau­maß­nah­men hätte das nö­tige Klein­geld ge­fehlt. Es musste also ein Ob­jekt sein, wel­ches das pas­sende Grund­ge­rüst zum schla­fen, ko­chen und spie­len schon mit­brachte. Un­ter­stüt­zung fand Jule dann doch noch: Laura von Frei­raum Orange bot ihr für zwei Tage die Wo­che ihre Räum­lich­kei­ten zu ei­nem güns­ti­gen Miet­preis an, so­dass das eh­ren­amt­li­che Rock­zip­fel-Pro­jekt end­lich an­rol­len konnte. Am 4. März wurde es ernst: Die Neu­stadt be­kam eine kin­der­freund­li­che Home-Of­fice-Va­ri­ante, wel­che so nur in we­ni­gen an­de­ren Groß­städ­ten Deutsch­lands zu fin­den ist. 

Über­gangs­lö­sung für Krippenplatzsuchende
Sechs Stamm-Mut­tis und ihre Kin­der ar­bei­ten und spie­len be­reits je­den Diens­tag und Don­ners­tag zwi­schen 9 Uhr und 15 Uhr im El­tern-Kind-Büro. Will­kom­men sind nicht nur Be­rufs­tä­tige und Stu­den­ten, son­dern alle El­tern, die zu Hause ohne Be­treu­ung nicht zum Stri­cken, Zeich­nen oder Hoch­zeits­pla­nen kom­men: "Steu­er­erklä­rung ma­chen ist der neue Rock­zip­fel-Trend", er­klärt Jule. Isa­bell Wohl­rab ist mit ih­rem fünf­zehn Mo­nate al­ten Sohn Leon von An­fang an da­bei. Der Ar­beit­ge­ber der 27-jäh­ri­gen Mut­ter räumte ihr die Mög­lich­keit ein, auf ge­ring­fü­gi­ger Ba­sis in den Rock­zip­fel-Räu­men wei­ter­zu­ar­bei­ten. Die neu­ge­won­nene Zeit er­mu­tigte sie au­ßer­dem zu dem Schritt, ne­ben der Ar­beit ein Fern­stu­dium auf­zu­neh­men. Im Durch­schnitt ar­bei­ten die El­tern zwi­schen drei und fünf Stun­den, wenn ihre Kin­der ne­ben­bei be­treut wer­den. "Heute war ich be­son­ders pro­duk­tiv", er­zählt Ka­ta­lin, die Mutti von Ma­lik, vol­ler Stolz. Viele nut­zen das An­ge­bot als Über­gangs­lö­sung bis sie ei­nen ge­eig­ne­ten Krip­pen- oder Ki­ta­platz ge­fun­den ha­ben. Das Be­treu­ungs­ver­hält­nis liegt der­zeit bei 1:3. Die eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin Diana sorgt ge­mein­sam mit den an­we­sen­den El­tern­tei­len da­für, die Klei­nen im­mer im Auge zu be­hal­ten. Für 60 Euro im Mo­nat kön­nen die Rock­zipf­ler das WLAN im Haus und die Kü­che nut­zen. Schlaf­plätze sind na­tür­lich aus­rei­chend vor­han­den. Ab Juni blei­ben die Tü­ren für ei­nen Mo­nats­bei­trag von 75 Euro drei Tage die Wo­che ge­öff­net. Zur Ein­ge­wöh­nung gibt es eine Schnupp­er­zeit von zwei Wo­chen: Die fünf Euro pro Tag sind auf den Mo­nats­bei­trag im An­schluss anrechenbar. 

"Rock­zip­fel ver­steht sich als El­tern­in­itia­tive, wir ha­ben große Vi­sio­nen aber lei­der noch zu we­nig Per­so­nal", so die Rock­zip­fel-Lei­te­rin. Das Pro­jekt lebt der­zeit aus­schließ­lich von Spen­den und den Mo­nats­bei­trä­gen. Jule hofft, dass sich in na­her Zu­kunft noch Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner fin­den und man dann in grö­ßere Räum­lich­kei­ten um­zie­hen könnte. Freuen würde sich das Rock­zip­fel-Team auch über ei­nen neuen eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter. Der­zeit sind noch zwei Schnup­per­plätze zu ver­ge­ben: "Der erste Papi, der sich mel­det, be­kommt ei­nen Schnup­per­tag ge­schenkt", ver­spricht die Chefin. 

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    In­fos und Öffnungszeiten
  • Rock­zip­fel El­tern-Kind-Büro, Ka­men­zer 38 Straße 9 (Frei­raum Orange), 01099 Dresden 
  • Kon­takt: Ju­liane Drom­mer, info@rockzipfel-dresden.de, wei­tere In­fos un­ter: www.rockzipfel-dresden.de
  • ge­öff­net: Diens­tag und Don­ners­tag: 9 bis 15 Uhr.
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