Streetart und ihre Gegner

Wenn man durch die Neustadt schlendert, grüßen von allen Wänden Graffiti, Tags, Plakate, Aufkleber und kleine Installationen. Die Neustadt ist für die Straßenkünstler besonders interessant. Hier flaniert ihr Publikum, hier bekommen sie die nötige Aufmerksamkeit und außerdem ist die Toleranz gegenüber der manchmal auch als Schmiererei bezeichneten Kunst wohl etwas größer als jenseits der Elbe. Ein paar Eindrücke aus den vergangenen Wochen.

die Eiskoenigin von der Schönfelder Straße
die Eiskoenigin von der Schönfelder Straße

Lachen vs. grüne Augenbinde - am Bischofsweg
Lachen vs. grüne Augenbinde – am Bischofsweg

die Diktator-Maus überwacht den Alaunplatz
die Diktator-Maus überwacht den Alaunplatz

Den meisten Künstlern ist bewusst, dass sie sich im verbotenen Bereich bewegen und dass ihre Werke meist nur von kurzer Haltbarkeit sind, denn die Herren mit den Sandstrahlern warten schon.
mit jeder Menge Dampf rücken die Profi-Reiniger dem Straßenschmuck zuleibe
mit jeder Menge Dampf rücken die Profi-Reiniger dem Straßenschmuck zuleibe

Auch wenn man häufig hört, dass die Neustadt früher viel bunter war, die Graffiti waren es nicht unbedingt. Dafür waren die politischen Botschaften etwas eindeutiger:
Plakativer Spruch mit einem bisschen Ironie
Plakativer Spruch mit einem bisschen Ironie

die Bunte Armee Fraktion (BAF) sprühte in den frühen 90ern
die Bunte Armee Fraktion (BAF) sprühte in den frühen 90ern
Die Bunte Armee Fraktion (BAF) hatte übrigens auch ein Logo: „Mickey Mouse zerbricht eine Kalaschnikow“. Danke an Klaus für die beiden alten Bilder, leider gelingt es uns nicht mehr so recht, die Bilder geografisch einzuordnen. Den „Nazis-Raus“-Spruch vermuten wir an der Böhmischen/Ecke Alaunstraße und den Atombomben-Spruch an der Alaunstraße – Höhe Goldquelle. Falls sich jemand besser erinnert. Bitte melden.

13 Kommentare zu “Streetart und ihre Gegner

  1. Kann man nicht den Männern mit den Sandstrahler eine andere Aufgabe geben?

    Kostet doch nur sinnlos Geld für die Mieter des Hauses und so sieht die Neustadt nun mal aus.

    Ausgenommen faschistische Parolen natürlich aber die sind ja zum Glück nicht wirklich zu finden?!?

  2. Zum „Nazis raus“ GraffitO ;-) stellten die Goldenen Zitronen seinerzeit schon sehr treffend fest:

    „Was solln die Nazis raus aus Deutschland?
    Was hätte das für ein Sinn?
    Die Nazis können doch net naus, denn hier jehörn se hin!“

  3. das Atombombenbild is glaub ich von Helmut Schulze. In seinem Buch steht doch für gewöhnlich, wo das aufgenommen wurde. ich guck bei gelegenheit mal..

  4. Also. Helmut Schulze hat ein ähnliches Bild von der selben Stelle in seinem Buch „Bilder von Dresden“ auf Seite 74. Dort hat er drangeschrieben: Alaunstraße, April 1992. Dementsprechend fehlt in seinem Bild auch der Weihnachtsschmuck.

  5. Einst las ich an einer Mülltonne den Spruch aufgesprüht: „Nazis raus“ – Mit Filzstift hatte jemand drunter geschrieben: „Hab nachgeguckt, sind keine drin.“ ;-)

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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