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Hungerstil-Ruine soll verkauft werden

„Zum Verkauf steht ein Abrissgrundstück in der Äußeren Neustadt“, so steht es in der Objektbeschreibung eines Maklers, der die Ruine für gut eine halbe Million Euro verkaufen will. Weiter wird im Prospekt beschrieben, dass ein Neubau mit vier Gewerbe- und acht Wohneinheiten entstehen soll. Für die Obergeschosse sind Penthäuser geplant, im Hof Reihenhäuser und eine Tiefgarage unten drunter. Dazu gibt es eine Skizze, wie der Neubau aussehen könnte.

Bautzner Straße 73 - kein Denkmal - kann weggerissen werden.
Bautzner Straße 73 – kein Denkmal – kann weggerissen werden.
Das derzeitige Haus in der Nummer 73 ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden und es zählt wohl zum sogenannten Dresdner Hungerstil. Der drängte sich am Ende des Siebenjährigen Krieges zwischen Rokoko und Klassizismus.

Das Haus steht jedoch schon seit geraumer Zeit nicht mehr unter Denkmalschutz. Wie mir ein engagierter Denkmalpfleger berichtete, erfüllt es die notwendigen Eigenschaften nicht mehr. Das Gebäude ist schon vor knapp 100 Jahren im Inneren erheblich umgebaut worden und nur die Fassade allein reiche eben nicht aus, das Gebäude als Denkmal zu schützen. Das der Entwurf in der Skizze des Projektes umgesetzt wird, ist dennoch unwahrscheinlich. Denn die nebenstehenden Gebäude sind als Kulturdenkmäler ausgewiesen und so gilt der sogenannte Umgebungsschutz.

Die Ruine im Jahr 2009 - damals noch mit Dach.
Die Ruine im Jahr 2009 – damals noch mit Dach.
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30 Ergänzungen

  1. Wo ist denn der Zusammenhang zwischen Verkauf des Grundstücks und Bebauungsplan. Wenn jmd das Grundstück kauft, entscheidet der dann doch, ob und was da gebaut wird, und nicht der Verkäufer…oder wie jetzte?

    Die Äußere Neustadt gilt als vitaler und quirliger Stadtteil. Viele Trendsetter, insbesondere jüngere Familien, siedeln sich an.

    Bei der Entwicklung wohl nicht mehr lange…

  2. @ Seldon: Manchmal gibt es Eigentümer, die ein Projekt vorangetrieben haben, es sich dann aber doch „nicht leisten“ können oder wollen. Die verkaufen dann entsprechende Pläne „mit“. Ob der neue Eigentümer diese dann befolgt, ist seine Entscheidung (hängt auch und vor allem davon ab, wie weit die Genehmigungen schon eingeholt sind).

  3. Ich muss ja mal sagen, dass der Entwurf sowas von hässlich ist
    und überhaupt nicht in die Neustadt passt.

  4. Der nächste Glas-Beton-Bau droht…Aber bis sich jemand findet, der Abbruch und Neubau finanziert, wird es sicher noch etwas dauern.

  5. Glasfassade, Penthouse… Super Vorschläge… Immer weg, mit jeglichem Charme! Und bitte nur Eigentumswohnungen draus machen!

  6. Noch eine Glasfassade mehr, die neben den angrenzenden Gebäuden einfach nur hässlich aussieht. Geniale Idee. In 30 Jahren sind wohl die Betonblöcke er ehemaligen DDR das, was heute die neustädter Altbauten sind, wenn das so weiter geht. Hauptsache immer neu und modern bauen.
    Man kann ja über Geschmack streiten. Aber Häuser zu bauen, die einem Statteil den Charme rauben, der eben gerade seine Attraktivität ausmacht, ist so kurzfristig und gedacht, dass es meiner Meinung nach an absolute Blödheit grenzt. Man fragt sich, wer diverse Bauprojekte eigentlich abnickt und mit welcher Begründung.

  7. der Entwurf hat nichts mit Energie sparen zu tun— wie eigentlich gefordert bei neuen Häusern. Da geht zu viel Wärme über das Glas weg.
    So wie der Bestand/ Haus aussieht wäre er/es schon noch sanierungswürdig für die Umgebung und Neustadt.

  8. @Jim:

    Sowas nickt unser CDU/FDP-geführter Stadtrat ab. Begründung: Viele bunte Scheine mit großen Zahlen drauf. Man kann schon mal die Seele einer Stadt verkaufen, wenn es dafür kurzfristig in der Kasse klingelt. Weitsicht ist für die anderen…

  9. @cosimus: – Aber bis sich jemand findet, der Abbruch und Neubau finanziert, wird es sicher noch etwas dauern. –

    Ich fürchte beim derzeitigen Run auf „Betongold“ wird dies wohl nicht all zu lange dauern….

  10. Zitat:
    „Viele Trendsetter, insbesondere jüngere Familien“

    Aha? Trendsetter sind insbesondere jüngere Familien?

    Da hat mal wieder jemand dumpf, ohne im Kontext zu Denken, zusammenhanglos ohne Sinn irgendwelche Worte aneinander gereiht, die er als „gut klingend“ bewertet und von denen er sich einbildet, dass das Interessenten anpricht.

  11. Am Neumarkt auf der anderen Elbseite werden den Investoren mühsam Rekonstruktionen oder zumindest die Fassaden der alten zerstörten und abgeräumten Barockhäuser abgetrotzt und hier in der Neuse reißen „wir“ mir nichts dir nichts ein Original ab. Gebe es den Willen dazu, könnte man das Haus sicherlich erhalten, aber für die volle Rendite sind 3 Vollgeschosse wahrscheinlich zu wenig bei den sichtbar höheren Gründerzeitlern nebenan. Der Neubau-Entwurf sieht dann eben genauso renditeorientiert aus, leider austauschbar und ohne Charme. Wenn schon innen angeblich nichts Erhaltenswertes mehr vorhanden ist, wieso erhält man nicht wenigstens die Fassade? Hab ich in Leipzig schon öfter gesehen. Danke Anton für den Beitrag.

  12. Geht es noch schlimmer? Da sind ja sämtliche 1990er-Jahre-Häuser schöner anzusehen.
    Das der Denkmalschutz sich so leicht die Butter vom Brot nehmen lässt, ist traurig. Natürlich gibt es auch Gebäude, die alleinig wegen ihrer Fassade unter Denkmalschutz stehen.

    Nochmal zur Erinnerung – nur wenige Meter enfernt, sollte mal das entstehen (wurde dann aber meines Wissens vom Stadtrat abgelehnt – passte einfach nicht in die Neustadt)
    http://www.hundertwasser.com/arch/view-126/language/en

  13. Schlechte Architektur verdirbt den Geschmack, schlechter Städtebau verdirbt die Lebensfreude, verdirbt die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt, verdirbt die Ökologie und verdirbt die Kultur des Zusammenlebens.

    Trotzdem sollte man es mit dem aus heutiger Sicht fast unerträglichen Sandsteincharme nicht übertreiben und die Weitsicht von Althippies bringt einen auch nicht weiter.
    Ich mags, moderne Achitektur und würd‘ da einziehen, wenn die Mieten und mein Kontostand es hergeben.

    Bäh Bäh.

  14. @anni Hast du dir mal das Haus angeschaut? Da ist wirtschaftlich noch nicht einmal annähernd etwas zu machen. Auch ist an dem Haus schon soviel umgebaut wurden, da ist nicht mehr viel original. Es passt auch architektonisch gar nicht zu der Nachbarbebauung und hat auch so kaum einen Reiz. Auch wohnungsmassig wären dann die 2 untersten Etagen nicht nutzbar. Ausserdem kann das riesige hintere Grundstück ohne Abriss nicht bebaut werden. Aber der neue Entwurf ist trotzdem eine Katastrophe!

  15. @anni glas hat heutzutage sehr wohl etwas mit energiesparen zu tun. denn es gibt dreifachverglasung und dies entspricht den ansprüchen von passivhäusern.
    also bitte vorher sich etwas mehr informieren …
    und: so schön ich auch die alten häuser finde, so gut kann auch mal ein modernes haus das ganze etwas auflockern…
    und so schlecht finde ich die glasfassade nun nicht. lasst uns lieber über dieses schreckliche parkhaus auf der bautzener aufregen..

  16. der eigentliche v*** hier ist der bisherige eigentümer, und solche haben wir in dresden mehr als genug, welche jahre – ja jahrzehntelang – absichtlich nichts am gebäude gemacht haben. hier kann von gewolltem spekulationsverfall gesprochen werden, da man jahr auf jahr auf steigende preise geschielt hat und partout nicht verkaufen wollte. möglicherweise hätten zig bauherren das einstige denkmal gerettet, allein der eigentümer blockierte, wie so oft. man sah ja die steigenden preise und wartete und wartete. es ging hier bestimmt immer um den verkauf des gesamtgrundstücks, da der altbau eh zu wenig einbrachte. schaut man sich die draufsicht an, dann ist der strassenseitige bau nur schallschutz für 2 hinterhäuser mit blick auf den friedhof. das ding ist so gut wie verkauft. der v*** bekommt einen haufen schotter und bleibt straffrei. die stadt darf ihn nicht nennen (veröffentlichen) und hat auch keine instrumente (gesetzgebung) um solchem treiben einhalt zu gebieten (eigentumsschutz). da bräuchte man nur nen whistleblower im amt, der mal was an die presse lanciert: hintergründe transparent machen. adresse nennen. und dann kann mal die lynchjustiz des volkszorns walten. aber ich glaube, es interessierte bisher niemanden und es interessiert auch jetzt niemanden. ausserdem gabs nie eine besetzung, kein wächterhaus, keine künstleraktion, nix. also das alles interessiert doch nicht wirklich. der gehweg brauchte auch nie gesperrt zu werden, da teile des daches nach innen einstürzten. alles bleibt beim alten.

  17. @nepumuk Den Verkauf würde ich noch nicht besiegeln. Für einen potentiellen Käufer/Investor kommen noch erhebliche Mehrkosten auf die 530k€ drauf.
    obligatorische 10% für folgendes
    – Provision
    – Grunderwerbssteuer
    – Notar

    Da das Haus im Sanierungsgebiet liegt ist dann noch eine Ablöse an die Stadt zu entrichten. Kurz gesagt, die Stadt schöpft die Gewinne aus der Wertsteigerung des Grundstücks ab und nicht der Eigentümer/Spekulant. Hintergründe: hier. Die Wertsteigerung seit Kauf/Begin der Sanierung dürfte enorm sein und somit auch die zu zahlende Ablöse. Allerdings: wenn sich die Aufhebung des Sanierungsgebietes weit genug nach hinten hinausschiebt, dann könnte der Investor das Thema totschweigen und die Käufer der Eigentumswohnungen wären dann am Ar***.

    Dann wäre da noch der Abriss/Beräumung des Grundstücks. Stand auf dem hinteren Teil des Grundstücks mal ein Haus? Wenn ja, wurde nach dem Krieg der Trümmerschutt einfach zugeschüttet? Wenn ja ist eine Tiefgarage quasi unbezahlbar, da der Boden höchstwahrscheinlich mit Blei (alte Rohre) und Arsen (Rattengift) belastet ist. Diesen Bodenaushub zu entsorgen ist richtig teuer.

    Und zum Schluss wäre noch zu sagen, dass die Aussicht auf den Friedhof nicht unbedingt verkaufsfördernd wirkt.

  18. HAHA & OH WEH!
    Ich habe das Teil erst am Sonntag mit der unrühmlich-kontrastreichen Provoka(k)tion der „ROOM & STYLE“- Messe-Plakatierung fotografiert.
    Leider keine Satire.

  19. Also der Entwurf für das neue Haus ist ja mal richtig hässlich und passt kein bisschen zu den umliegenden Häusern. Ich frag mich echt was Architekten heute lernen. Überall werden achso moderne Klötzchenhäuser mit glatter Fassade und ein paar Glasrechtenecken gebaut. Einfach nur hässlich. Genau wie die geplanten Häuser in der „Hafencity“,der „Marina“ und am Wiener Loch. Es kann doch nicht so schwer sein einen schnöden glatten Betonklotz mit einer Fassade zu verkleiden anstatt wie überall bei den geplanten Projekten nur etwas Farbe auf den glatten Beton zu schmieren.

  20. Offensichtlich gehöre nicht zur weitsichtigen Geschmackselite denn für die Stelle gefällt mir der Entwurf.

    PS: Dachte eigentliche Forderungen nach Lynchjustiz wären was für die BILD-Kommentarspalte oder andere Abgründe des Internets.

  21. Schlechte Architektur verdirbt den Geschmack, schlechter Städtebau verdirbt die Lebensfreude, verdirbt die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt, verdirbt die Ökologie und verdirbt die Kultur des Zusammenlebens.

    Genial@ Julia

  22. an folkmar: den Energiepass möchte ich dann mal sehen.
    Was ist ist im Sommer- wenn die Sonne voll prasselt—dann wird wohl eine Klimaanlage eingesetzt, weil man dort sonst nicht wohnen kann.
    Bin nicht generell gegen Neubauten und modernes Bauen– aber der Entwurf passt dort leider gar nicht hin!

  23. @Matus: welcher Entwurf passt denn in die Neustadt? Stahl/Glas wird offenbar als unpassend empfunden. Simple Lochfassaden wie an der Ecke Weintraubenstraße? Vorgeblendete Naturstein- oder Ziegelfassaden? Pseudo-Gründerzeit mit viel Deko? Beton?

    @rolle: auf der verlinkten Seite ist von Finanzierungsproblemen beim Hundertwasserhaus die Rede, weswegen es nicht realisiert wurde.

    Dass der Blick auf den Friedhof verkaufshemmend ist, würde ich nicht unbedingt unterschreiben. Der Friedhof ist ja nicht häßlich und wüst, sondern durchaus schön anzuschauen. Das Problem sind höchstens Leute, die selber ein Problem haben, einen Friedhof auch nur zu sehen – die gehen dann halt woanders hin. Vorne der Neubau zur Bautzner, hinten der Friedhof – ist für mitten in der Stadt wahrscheinlich eine recht ruhige Lage.

    Die Idee, die Bauflucht zu verlassen und das Gebäude einzurücken, finde ich nicht unbedingt schlecht – dann sieht man den Neubau nicht gleich.

  24. „Die Idee, die Bauflucht zu verlassen und das Gebäude einzurücken, finde ich nicht unbedingt schlecht – dann sieht man den Neubau nicht gleich.“

    Das mag in engen Gassen funktionieren. Dafür erscheint mir die Bautzner Straße aber zu breit. Mir scheint hier eher der Ort für eine (entschuldigt den Ausdruck) neue Pissecke geschaffen zu werden.

    Eine neuerliche Pappmaché-Bude wie an der Ecke zur Weintraubenstraße ist sicherlich nicht erstrebenswert. Ich denke aber, dass zwischen völligem Bruch mit der Umgebung (wie der Entwurf ihn zeigt) und diesem erwähnten
    „Pseudoirgendwasding“ noch Alternativen bestehen.

  25. ja, aber was passt denn nun dahin? Oder welche Alternativen wären denn angemessen?
    Der Bau zur Rechten hat Sandstein und Klinker, der zur Linken ist ein Putzbau, wenn ich mich recht erinnere.
    Wenn Material die eine Frage ist (Glas und Beton sind ja nicht so beliebt…), dann könnte es Putz sein. Das wäre dann Weintraubenstraße, wobei die Pappmaché-Optik sicher der Wärmedämmung geschuldet ist. Sandstein macht man heute als Vorhangfassade, die sind auch eher so naja. Klinker? Könnte gehen.
    Das hier finde ich gar nicht mal schlecht:
    http://www.hagemeister.de/nl/produkten/gevelstenen/topobjecten/details-topobjekt/wohnanlage-berlin/

  26. @ein anderer Stefan. Zum Bleistift. Gerne auch ne Kombination aus Klinker und Sandstein. Und wer sagt eigentlich, dass man den Sandstein immer nur als Tapete davorhängen muss. Oft gemacht, aber leider verdammt unkreativ. Man könnte die Geschosse ja mit Gurtgesimsen aus SD versehen und sonst die Fassade teilweise verklinkern. Gern darf auch Farbe dazukommen.
    Oder die Fensterlaibungen mit Sandtsein modern interpretieren. Warum traut sich die Moderne in Dresden da so schwer ran? Gerade in der Neustadt könnte ich mir was Verspieltes gut vorstellen. Die Kusthofpassage war doch ein guter Anfang. Aber nein, immer muss alles so schön nüchtern, kalt und damit irgendwie typisch deutsch sein.

  27. @auch ein Stefan: Ich denke, vor allem liegt es daran, dass die banalen Fassaden mit Glas und Putz billig herzustellen sind. Ist halt Investorenarchitektur. Dauerhaft ist mal was anderes – die WDVS-Fassaden sind relativ schnell reif für die Kippe, als Sondermüll, versteht sich. Es geht ja bei vielen Projekten in erster Linie darum, dass ein Investor sein Investment wieder reinkriegt – Nachhaltigkeit ist allzuoft immer noch scheißegal dabei.

  28. „Es geht ja bei vielen Projekten in erster Linie darum, dass ein Investor sein Investment wieder reinkriegt – Nachhaltigkeit ist allzuoft immer noch scheißegal dabei.“

    Exakt, so ist leider. Nur geht das eben auf Kosten des Stadtbildes. Dabei ist der ganze Dämmirrsinn nur noch das miese Tüpfelchen auf dem I, denn auch dafür gibt es Kohle abzugreifen.

  29. …auf Kosten des Stadtbildes, der Umwelt, der Bewohner…
    zeigt sich einmal mehr, das Profitinteressen eben nicht deckungsgleich mit den Bedürfnissen der Mehrzahl der direkt oder indirekt Betroffenen ist. Eher das Gegenteil ist der Fall! Ein alter Hut, aber wohl nicht zu ändern, solange noch eine nennenswerte Anzahl Leute den Investor als Retter in der Not hochjubelt.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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