Kino Casablanca geschlossen

Kino Casablanca im Jahre 1996 - Foto: Archiv

Kino Casablanca im Jahre 1996 – Foto: Archiv

Seit zwei Wochen hat das Casablanca auf der Friedensstraße geschlossen. Das Kino, mit etwa 50 Plätzen, war Dresdens kleinstes. Eröffnet wurde es 1991 von der Nickelodeon Dresden GmbH, zuletzt wurde es betrieben von Sebastian Pröhl, der das Kino im vergangenen Jahr von seinem Vater Wolfhard „Wolle“ übernommen hatte. Das „Casablanca“ war lange Zeit Dresdens einziges Raucherkino, die Streifen „Casablanca“ und „Müllers Büro“, die in den frühen 1990ern jede Woche gezeigt wurden, genossen Kultstatus.

Über den Grund der Schließung kann man nur spekulieren, da der Betreiber derzeit nicht zu erreichen ist. Möglicherweise liegt es an der nötigen kostspieligen Umstellung auf Digitaltechnik, ohne die in Zukunft kein Kino mehr auskommen wird. Stefan Ostertag, Chef der benachbarten Schauburg, sagte: „Die Lage ist ohnehin schon schwierig in Dresden, da wird es für so ein kleines Kino sehr schwer.“

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27 Kommentare zu “Kino Casablanca geschlossen

  1. chu
    9. September 2013 at 19:53

    :-(

  2. Tilo Kießling
    9. September 2013 at 20:09

    Hoffentlich ist es nicht für immer. Müllers Büro hab ich, klar, mehrfach da gesehen. Wenn man was tun kann, lasst es uns wissen.

  3. alex
    9. September 2013 at 21:20

    Oh schade, war zwar nicht regelmäßig da, aber der Charme und die Romantik hat gestimmt. Blöd, dass solche Kleinode nicht gefördert werden.

  4. Annick
    10. September 2013 at 08:53

    :..(

  5. Robert
    10. September 2013 at 08:55

    … liegt es wie immer nur am Geld? Was kostet denn diese DigitalTechnik?
    Der Kunstraum Geh 8 hat auf Facebook jeden um 10€ gefragt, innerhalb von wenigen Wochen waren die 6000€ zusammen.
    Finden wir 600 Leute, die 20€ geben?

  6. g.kickt
    10. September 2013 at 09:44

    Mist.

    Konnte man zwar schon länger drauf warten, aber wenn’s dann eintritt, ist’s trotzdem traurig.

    RIP casa.

  7. 10. September 2013 at 09:51

    Verdammt, ich bin selbst schuld – war schon seit Jahren nicht mehr dort. Schade :(

  8. 10. September 2013 at 10:18

    Schade. :-(

  9. stef
    10. September 2013 at 10:45

    leider sind solche kleinen kulturbetriebe heute nichts mehr wert. die meisten menschen hängen eh vor ihren flatscreens und ahnen nichts von der besonderen atmosphätre an solchen orten wie dem casablanca. man hätte auch selbst einfach öfter hingehen sollen. traurige nachricht, aber vielleicht besteht ja noch hoffnung…

  10. hanz
    10. September 2013 at 11:54

    oh nein, oh nein :(
    Es hatte so viel Charme.

    Ich werd wohl dann bei meinen nächsten Kino besuchen in Schauburg, Thalia und Ko. Trauerflor tragen müssen.

  11. Tom
    10. September 2013 at 12:49

    Hmm…also falls einer den Betreiber erreicht und es wirklich nur um mangelndes Geld für die Digitaltechnik geht, sollte man ihm das mit dem Sammelaufruf vorschlagen. Ich könnte mir gut vorstellen das es funktioniert. Sonst ist an der Stelle bald noch ein Dönerladen oder Luxuseigentumswohnungen.

  12. Licht
    10. September 2013 at 13:23

    Schade. Den Film „Die Feuerzangenbowle“ sich in der Vorweihnachtszeit im Casablanca anzuschauen, das hatte schon Charme und Flair.

  13. der G
    10. September 2013 at 15:18

    Das Geld für die benötigte, neue Technik ist sicherlich ein Punkt, da könnte man vielleicht sogar was machen. Das Hauptproblem ist m.M.n. aber die mäßige Auslastung. Als ich das letzte mal im Casa war, lief der Film exklusiv für mich. Leider kann so kein Kino überleben.

    G

  14. Kassiopeia
    10. September 2013 at 16:05

    Schließe mich der Idee mit dem Sammelaufruf an – wenn das denn der Grund für die Schließung sein sollte. Würde mich aber ungern auf Spekulationen einlassen, vllt. ist was oder wer ganz anderes schuld. Jedenfalls könnte die Idee an den Betreiber herangetragen werden…er wird sich wohl melden, wenn Interesse besteht, nicht wahr…

  15. g.kickt
    10. September 2013 at 16:10

    Wozu eigentlich diese Digitaltechnik?

    Ich bin der Meinung, dass sich dieses besondere Kino durchaus mit analogen Klassikern am Markt positionieren ließe. (Z.B. parallel zu den ganzen remakes die so erscheinen die Originale zeigen, geht vielleicht bei günstigeren Verleihrechten auch billiger als Schauburg?)

    Ist aber natürlich auch eine Frage des „Marketings“, aber bei dieser Retro/Vintage Welle würde das m.M. nach schon Sinn machen.

  16. 10. September 2013 at 16:21

    @g.kickt: Das Problem ist, dass man wohl für die Analog-Technik keine Filme mehr von den Verleihern bekommt. Und einfach ne Blu-Ray an einen HD-Beamer anstecken geht wohl auch nicht. Das Thema ist recht komplex. Wenn Dich das interessiert, guck mal in die Wikipedia, vor allem in dem Abschnitt Kinos. Da steht auch etwas zum Thema Kosten, allerdings recht vage. Mit 10- oder 20.000 Euro ist so ein Umstieg wohl nicht gemacht.

  17. peanut
    10. September 2013 at 17:40

    Es müsste ja kein öffentliches Kino bleiben. Was spricht denn gegen Privataufführungen in den Vereinsräumlichkeiten eines Filmclub Casablanca e.V.? Zumindest das Problem des Vorführens von Home DVD und BluRay ließe sich so rechtlich „absichern“. Und die Finanzierung über Mitgliedsbeiträge. Und da man fürs Geld ja dann auch was geboten haben will, auch das der Auslastung. Und man hätte natürlich auch etwas Gestaltungsspielraum bei der Filmauswahl. Also quasi: wir treffen uns als Freunde in einem etwas größeren Wohnzimmer und schaun uns zusammenen nen Film an. Man könnte vielleicht sogar wieder Raucherabende machen :) Tarantino-Retrsopektiven, Star Wars-, Indiana-Jones, oder Alien Nächte…

  18. Seldon
    11. September 2013 at 08:01

    und Bunuel und Tarkowski für die Älteren (und „Brazil“) (um nicht „Anspruchsvollen“ zu sagen)…
    ;o)
    Finde die Idee von Peanut gut! Kann man da noch was recherchieren Anton?

  19. 11. September 2013 at 08:22

    @Seldon: Da der Betreiber im Moment nicht erreichbar ist, lässt es sich nur schwer recherchieren. Und mein Budget für einen Herrn Müller ist leider schon überzogen.

  20. g.kickt
    11. September 2013 at 09:53

    @peanut: das „Was spricht denn gegen Privataufführungen in den Vereinsräumlichkeiten eines Filmclub Casablanca e.V.?“ könnte rechtlich äußerst kritisch sein.
    ->
    http://www.vdfkino.de/

    da reicht ne vereinsgründung so ohne weiteres nicht als legitimierung.

    es scheint wohl wirklich eine komplette einstellung der analogtechnik stattzufinden, in meiner jugendlichen naivität ging ich bisher davon aus, dass die alten schinken analog weiter gelagert und vertrieben werden.
    sieht wohl eher so aus als wenn die verleiher alle alten analogen filme digitalisieren werden. verbrennen die dann das celluloid? böse bilder entstehen da in meinem kopf.
    ->
    http://www.hdf-kino.de/news/detail/article/hdf-verleiherumfrage-zur-dauer-des-hybridbetriebes-analogedigitale-filmkopien-in-kinos.html

    und bevor hier übernahmeszenarien gesponnen werden, sollte man erstmal kontakt mit dem betreiber suchen. klingt ja wie ne feindliche übernahme.

  21. Al
    11. September 2013 at 21:41

    rechtlich, popechtlich…Welcher Verleiher will mir denn nachweisen, ob die Menschen, mit denen ich einen Raum für einen Abend für eine private Vorführung gemietet habe, meine Freunde oder meine „Freunde“ sind?

  22. g.kickt
    12. September 2013 at 10:21

    @Al: Sehe ich ja prinzipiell ähnlich, aber wenn man z.B. mietet kann ganz schnell finanzielles Interesse reininterpretiert werden. Mitgliedsbeiträge für Verein sind dann auch schnell als Bezahlinstrument dargestellt. Getränkeverkauf erübrigt sich. Werbung etc. auch. Geht also nur über Mundpropaganda und sobald dir irgendwer ans Bein pinkeln will stehste vorm Amtsgericht.
    Für regelmäßigen Betrieb kann es nur „offiziell“ gehen. Denke das Risiko wird kein normal intelligenter Mensch tragen wollen, die Strafen sind beachtlich und die Rechtsprechung nicht auf der Seite der Vorführer sondern der Verleiher.

  23. Reiner Müller
    15. September 2013 at 23:20

    Das wäre ja wirklich, schade wenn das Casablanca für immer geschlossen bleibt. Ich habe hier als Filmvorführer gearbeitet. Meistens habe ich am ersten Spieltag, am Donnerstag den Film vorgeführt. Obwohl ich die analogen Filmkopien vor der Vorführung überprüft und umgespult habe, sind die Filmrollen bei der Vorstellung in der TK 35 immer mal wieder gerissen. Ich habe die Filme dann geklebt und an den nächsten Tagen lief der Film in der Regel reibungslos…
    Was haben wir auch für schöne Partys im Casablanca gefeiert!
    Zugegebenermaßen war ich in den letzten Jahren nur noch selten hier.
    Ich drücke die Daumen, daß es im Casablanca weitergeht!

  24. mario
    30. September 2013 at 09:25

    oh weh, ich wollte gerade heute mal wieder ins Casablanca gehen, schade. war vor 1 Jahr das letzte mal da. damals waren leider auch nur 4 Personen im Kino. Kann es sein, dass das Casablanca unter der Eröffnung des Thalia sehr gelitten hat? Ich finde den Charme des Casablanca unübertroffen, auch wenn gegen Ende des Filmes mein Hintern immer ganz schön weh tat. Die Idee mit der Vermarktung von Altfilmen klingt super, ich drück dem casablanca die daumen

  25. meikelkorleone
    14. Oktober 2013 at 13:35

    Gerade hatte ich beschlossen, dem Töchterchen mal Papas alte Arbeit zu zeigen, da mit der Laden dicht…

    Im August 1991 hab ich dort meinen ersten Film gezeigt, ANGEKLAGT mit Jodie Forster, und im November 2003 meinen letzten, DAS LEBEN DER BOHEME & CASABLANCA. Und dann habe ich es also bereits 2003 aus wirtschaftlichen Gründen abgegeben in die Hände von Herrn Pröhl sen. und Frank Apel.

    Frank Apel erklärte immer wieder mal, das Casablanca würde das „letzte Kino“ sein, das er in Dresden zumachen wird. Als mir unlängst bewusst wurde, dass Frank Apel ja gar keine anderen Kinos mehr „hat“ in Dresden, wusste ich, dass damit auch die Hoffnung dahingeht, ihn auf sein Versprechen festzunageln.

    Mit einem weinenden und einem lachenden Auge lese ich, was hier an Kommentaren geschrieben steht. Vielleicht findet sich ja wieder einer, der Mut hat und ’ne Meise, um das Kino noch ein wenig am Leben zu erhalten. Ich hab mich jedenfalls zwölf Jahre lang gefragt, wieso es so schwierig ist, jeden Abend wenigstens fünfzig Menschen auf die Beine zu bekommen.

  26. Esypsilon
    11. November 2013 at 20:15

    Es war das für mich schönste Kino der Welt und es macht mich wütend und traurig, dass so ein Kleinod nicht erhalten werden kann. Wenn man irgend etwas dagegen tun kann, bin ich gern dabei… Ein wenig Hoffnung bleibt ja.

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