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Première in Hellerau: Lebende Minus Tote

Die Thea­trale Sub­ver­sion hat mit der Mu­sik­thea­ter-In­sze­nie­rung "Le­bende Mi­nus Tote" Pre­mière im Fest­spiel­haus Hel­lerau ge­fei­ert. Eine For­mel mit vie­len Va­ria­blen, bei der hin­ter dem Ist­gleich der Mensch steht.

Auf­re­gung und Hitze flirr­ten an die­sem Pre­mie­ren-Frei­tag im Fest­spiel­haus glei­cher­ma­ßen: Es ist ein Wie­der­se­hen nach ei­ner lan­gen Zeit zwi­schen Darsteller*innen und Pu­bli­kum. Das Thema ist ein mäch­ti­ges. "Le­bende Mi­nus Tote" nimmt Trauer, Tod und Ver­lust in den Fo­kus. Klug, wür­de­voll, wun­der­schön – und grenzüberschreitend.

360-Grad-Theater

Als die Zuschauer*innen den Gro­ßen Saal be­tre­ten, ist die­ser nicht für ge­wöhn­lich von ra­scheln­den Klei­dern und Mur­meln er­füllt, son­dern be­reits von ei­ner De­batte: Es geht um die Rolle des Fähr­man­nes am Fluss des Le­bens. Wie sieht er aus? Wel­chen Preis kos­tet die Über­fahrt auf die an­dere Seite?

Ein weiter Raum für die Trauer. Foto: André Wirsig
Ein wei­ter Raum für die Trauer. Foto: An­dré Wirsig

Das Pu­bli­kum nimmt in ei­nem Kreis auf der Bühne Platz. Halb­trans­pa­rente Stoff­bah­nen flie­ßen von der De­cke bis auf den Bo­den und er­we­cken den Ein­druck ei­nes Sa­kral­baus. Im Zen­trum der Bühne steht eine 360-Grad-Ka­mera, die das ge­samte Stück auf­zeich­net. Die Darsteller*innen in­ter­agie­ren für zwei Zu­schau­er­räume – ei­nen ana­lo­gen und ei­nen di­gi­ta­len. "Sie ste­hen un­ter stän­di­ger Be­ob­ach­tung!", ma­chen ein­lei­tende Worte den Gäs­ten be­wusst. Vor die­sem Hin­ter­grund ist die Mas­ken­pflicht an­ge­nehm anonymisierend.

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Das Mirakel der Knopfdruck-Tränen

Trä­nen, Schmer­zens­laute, Cho­räle – die Thea­trale Sub­ver­sion ar­ran­giert das klas­si­sche In­ven­tar der Trauer neu mit mo­der­ner Tech­no­lo­gie und zeit­lo­sen Fra­gen. Sind auf Knopf­druck ge­weinte Trä­nen echt? Warum kann Er­in­ne­rung wich­ti­ger sein als das ei­gene Le­ben? Was ge­schieht, wenn der La­de­bal­ken dem Le­bens­ende im Weg steht?

Be­glei­tet wer­den die sze­ni­schen Vor­träge von Ge­sang, der sich sphä­risch un­ter die De­cke schraubt, das Ge­sche­hen im Zen­trum durch zarte Klang­tep­pi­che und dis­so­nante Spit­zen zu tra­gen weiß, die Som­mer­hitze aus den Po­ren jagt und eis­kalte Schauer auslöst.

Digitale Splitter in einer vernetzten Welt. Foto: André Wirsig
Di­gi­tale Split­ter in ei­ner ver­netz­ten Welt. Foto: An­dré Wirsig

Es geht um Be­er­di­gungs-Di­lem­mata, um Wei­nen-müs­sen und nicht Nicht-wei­nen-kön­nen. Es geht um die Be­geg­nun­gen mit dem Tod, die grö­ßer sein kön­nen als das Le­ben und um die Gren­zen der un­be­schränk­ten Er­reich­bar­keit im di­gi­ta­len Zeit­al­ter. Per­sön­lich und doch bis zur all­ge­mei­nen Gül­tig­keit abs­tra­hiert sind die aus­ge­wähl­ten Ge­schich­ten. Sie ma­chen ge­mein­sam und ein­sam gleichermaßen.

Der Trost des Traurigseins

Kon­takt-Ab­bruch, Di­gi­ta­li­sie­rung und Ster­ben sind drei Kern­the­men, die die Pan­de­mie-Zeit ge­prägt ha­ben. "Le­bende Mi­nus Tote" öff­net der Trauer ei­nen an­ge­mes­se­nen Raum, in dem Schau­spiel und Ri­tual flie­ßend in­ein­an­der über­ge­hen. Die Kon­fron­ta­tion mit dem End­li­chen birgt mehr Trost als seine Ver­drän­gung – und es tut gut, die Trä­nen in den hell­blauen Mas­ken­stoff si­ckern zu las­sen, als Inge ihr Ver­mächt­nis in die Ka­mera spricht. Un­mit­tel­bar und doch ganz weit weg. Die Thea­trale Sub­ver­sion bie­tet für die Ka­thar­sis ihre Schul­ter mit vol­ler Breit­seite an.

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Die Zuschauer*innen ver­schmel­zen spä­tes­tens zu ei­ner Trauer-Ge­meinde, als sie als Schluss-Pro­zes­sion der em­por ge­hal­te­nen Ka­mera fol­gen. Ele­gisch und an­däch­tig ist die Stim­mung beim Ver­las­sen des Saa­les. Am Ende schließt sich der Kreis: Bei der De­batte um den Fähr­mann und sei­nen Preis. Die letzte Frage hallt lange nach: "Was ist mit de­nen, die nicht be­zah­len können?"

Lebende Minus Tote – Theatrale Subversion

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