Die Phase IV feiert ihren Zweiten

Was schauen wir heute Abend? Einen Dokumentarfilm, einen Krimi, eine Serie? Die Auswahl ist riesig, aber der richtige Film ist irgendwie trotzdem nicht dabei. Wer kennt diese Filmentscheidung nicht.

Sven Voigt und Alexander Stark (v.r.) vor ihrem Lieblingsregal: Regisseure von A bis Z.
Sven Voigt und Alexander Stark (v.r.) vor ihrem Lieblingsregal: Regisseure von A bis Z.

Es gibt Menschen, die lassen sich diese Frage von einem Algorithmus auf ihrem Lieblings-Streaming-Portal beantworten. Es gibt Menschen, bei denen entscheidet das Fernsehprogramm. Und es gibt Menschen, die gehen in die Filmgalerie Phase IV. Einen Ort auf der Königsbrücker Straße, der Filmgeschichte lebendig macht und dieses Jahr seinen zweiten Geburtstag feiert.

13.000 Filme mit einem Türklick

Etwa 13.000 Filme warten in der Phase IV darauf, ausgeliehen zu werden. Und wer sich dann immer noch unschlüssig fühlt, welcher Film der richtige für diesen Abend ist, fragt die Filmliebhaber*innen vor Ort. Den wer in der Phase IV arbeitet, schaut nicht nur besonders gern Filme, sondern hat das auch studiert oder wie es Leiter Sven Voigt ausdrückt: „Sie sind mit einem cineastischen Grundbedürfnis ausgestattet.“ In der Filmothek kann man aber nicht nur Filme ausleihen, sondern auch Filme schauen – kostenlos und meist mit einem interessanten Gespräch hinterher.

Da gibt es zum Beispiel die Filmreihe: „Eine filmische Heimatkunde“.

In diesem Projekt werden jeden Monat Filme über die Wendejahre gezeigt, die ein differenziertes Bild auf die Zeit zwischen 1980 bis heute werfen sollen. „Wir wollen nicht immer wieder die gleiche Bildermaschine reproduzieren“, so Alexander Stark, ebenfalls Leiter der Filmothek. Die Filme wurden eigens von Sven Voigt ausgesucht.

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So blumig sah es aber lange nicht aus.

Noch vor vier Jahren drohte das Aus für die Filmothek. Die Zahl der ausgeliehenen Filme sank mit jedem Monat dank der Verbreitung von illegalen und legalen Streaming-Diensten. Sven Voigt bangte um die Zukunft der Programmvideothek, die zu der Zeit schon zehn Jahren alt war. Es hat dann ein wenig gedauert, aber die rettende Idee kam 2018: Die Filmgalerie soll durch einen gemeinnützigen Verein betrieben werden.

„Das war die beste Entscheidung, die wir machen konnten. Der Verein hat die Filmothek gerettet und jetzt können wir uns dadurch neu erfinden und etablieren. Man nimmt uns wieder wahr“, so Sven Voigt.

Seitdem unterstützen an die 600 Mitglieder die Videothek durch ihren Vereinsbeitrag. Die Zahl wächst stetig. Und nicht nur das.

Die Zahl an ausgeliehenen Filmen wächst.

Warum das so ist, erklärt sich Alexander Stark sich durch die Konkurrenz der Streaming-Anbieter: „Die schöne neue Welt des Streamings ist eben doch nicht ganz so schön“, sagt er. So gebe es mehr und mehr neue Streaming-Portale, die sich gegenseitig die Filmrechte wegnehmen. „Unser Resonanzraum ist aber auch größer geworden durch die vielen Vereinsprojekte“, sagt Alexander Stark. Und Projekte organisiert der Verein auf jeden Fall nicht zu wenige.

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Architektur und Film

Da gibt es zum Beispiel die Reihe Architektur und Film – eine Kooperation zwischen Phase IV und dem Zentrum für Baukultur Sachsen. Einmal im Monat geht es um die Architektur im Film – entweder im Spielfilmformat oder als Dokumentarfilm. Doch nicht nur in der Dresdner Öffentlichkeit sind sie unterwegs, auch hinter den Gittern wird es filmisch. Im Projekt Coffee and Cinema diskutieren sie in den Jugendstrafanstalten Dresden, Chemnitz und Zeithain mit Jugendlichen über moralische Dilemmata im Kurzfilm.

„Wir haben mehr Möglichkeiten. Wir sind nun das Gegenteil eines Rückzugsgefecht“ sagt Sven Voigt

Die beiden Leiter Sven Voigt und Alexander Stark (v.r.) des Phase IV
Die beiden Leiter Sven Voigt und Alexander Stark (v.r.) der Phase IV

„Für die Zukunft hoffe ich, dass wir jeden Monat mehrere Filmreihe organisieren und ganz viele Orte in Dresden bespielen“, so Alexander Stark. Sven Voigt wünscht sich eine noch engere Kooperation mit Schulen. Dass die Projekte zumindest weiterwachsen, zeigen die Pläne für 2020. So ist eine Kooperation mit dem Gerede e.V., dem Hole of Fame und dem Hygiene-Museum geplant.

Jetzt wird aber erstmal gefeiert

Deshalb lädt das Phase IV alle (auch die neugierigen Nicht-Mitglieder) zur legendären zweiten Geburtstagsfeier ein. Am Sonnabend, den 1. Februar geht es ab 20 Uhr los – mit „brennende Tanzmuskeln, ausgedorrte Endorphindrüsen, knarzig heiseren Stimmen“ wird es in hoch hergehen in der Scheune.

Bevor nun aber ausgelassen gefeiert wird, ist noch eine kleine Frage zu klären: Als offizieller Filmgalerist sitzt man dann eigentlich den ganzen Tag vor der Leinwand und zieht sich eine DVD nach der anderen rein? Alexander Stark augenzwinkernd: „Also einen Film pro Tag versuche ich mindestens zu schauen. Manchmal sind es auch mehr. Genug anderes haben wir aber trotzdem zu tun.“

Das Filmische wird bei der Feier übrigens auch nicht zu kurz kommen.

Termine Phase IV

  • Sonnabend, den 1. Februar Geburtstagsfeier des Phase IV in der Scheune (limitierter VVK 8 Euro, ermäßigt 7 Euro)
  • Donnerstag, der 20.Februar: Filmreihe „Eine filmische Heimatkunde“ präsentiert: „Friede, Freude, Katzenjammer“ von: H.G. Ulrich & Detlef Gumm,, Nachgespräch mit Regisseur
  • Weitere Infos zu Mitgliedschaft und Projekten: www.filmgalerie-phaseiv.de

2 Kommentare zu “Die Phase IV feiert ihren Zweiten

  1. „Mitglieder*innen“ ist die korrekt gegenderte Form von „der (einzelne) Mitglieder“ und „die (einzelne) Mitgliederin“? Wird man von der Genderpolizei heute schon verhaftet, wenn man versucht, sächliche Substantive und deren althergebrachten Plural einzuschmuggeln?

    Ein schönes Beispiel, wie Nichtdenken in Kombination mit Krampfgendern Sprache kaputt machen kann. Und das aus dem Umfeld einer „Textwerkstatt“ – da schüttelt’s mich wirklich …

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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