Radfahrerin stirbt nach Verkehrsunfall

Unfallstelle

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Wie die Polizei heute meldet, ist gestern Nachmittag auf der Bautzner Straße bei einem Verkehrsunfall ein Frau ums Leben gekommen.

Dienstag Nachmittag, 16.40 Uhr, eine 26-jährige Frau war mit ihrem Fahrrad auf der Bautzner Straße stadteinwärts unterwegs. Der Fahrer eines Betonmischers fuhr in die gleiche Richtung. Das Fahrzeug erfasste die Frau in Höhe der Einmündung Rothenburger Straße. Die Radfahrerin geriet unter das Fahrzeug und und wurde lebensbedrohlich verletzt. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort kam aber jede Hilfe zu spät. Der Fahrer des Beton-Mischers blieb unverletzt.

Der Dresdner Verkehrsunfalldienst hat die Ermittlungen aufgenommen. Ein Gutachter wurde hinzugezogen. Im Zuge der Unfallaufnahme musste die Bautzner Straße zeitweilig gesperrt werden.

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An der Unfallstelle wurden Blumen und Kerzen aufgestellt

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42 Kommentare für “Radfahrerin stirbt nach Verkehrsunfall

  1. Andreas
    9. Februar 2016 um 20:26

    Da müsste endlich etwas passieren. Auf dem Fahrradweg zwischen Martin-Luther- und Görlitzer Straße parken oder halten zum Beispiel häufiger Autos, ohne dass sich die Polizei darum groß kümmert. Da ist man/frau dann als Fahrradfahrer zum Ausweichen auf die Straße gezwungen.

  2. Lolek
    9. Februar 2016 um 20:27

    Ist es da nicht auch so, dass der Radstreifen einfach aufhört (in Richtung Albertplatz) wie in so vielen Fällen. Mich macht es so traurig, in diesem Jahr bereits von 3 Fahrradtoten gelesen zu haben. Mit passender Infrastruktur gäbe es die 3 Toten höchstwahrscheinlich nicht.

    Außerdem:
    Ich erlebe täglich, wie der Sicherheitsabstand beim überholen eines Radlers größtenteil (!) nicht eingehalten wird.

    Die Angst radelt mit.

    • Karsten
      9. Februar 2016 um 21:22

      @Lolek: Das Ergebnis dieses Unfalls ist dramatisch genug. Ich finde nicht, dass das jetzt Zeitpunkt und Gelegenheit für Schuldzuweisungen oder politisch-ideologisches Gewäsch sind.

      Es gibt in den letzten Jahren zu viel Unverstand und Rücksichtslosigkeit. Von allen Seiten. Von Kraftfahrern, Radfahrern und Fußgängern. Und gerade in der Neustadt tun sich Radfahrer und Fußgänger besonders negativ hervor. Einige halten sich dafür sogar noch für besonders höherwertig. Mehr sage ich dazu an dieser Stelle aber nicht. Es wäre fehl am Platze und ich habe keinerlei Ahnung, ob und dann wen in diesem Falle die Schuld trifft.

      Auch Deine 3 Fahrradtoten hättste Dir schenken können. Ich schätze, dass es in Dresden jährlich hunderte bis tausende Tote gibt. Aus unterschiedlichen Gründen. Ist jemand, der bei einem Arbeitsunfall ums Leben kommt, weniger Wert, weil er nicht auf dem Rad saß? Sind die anderen weniger Wert? Manchen Quark sollte man sich einfach sparen…

    • SHARP
      10. Februar 2016 um 15:33

      Ach, Karsten, wenn Du Dir mal Deine Schnellschüsse beim Bewerten aller nicht in Dein momentanes Weltbild passenden Kommentare sparen könntest, würde es Deiner Wirksamkeit beim Argumentieren ungemein helfen (denn ich finde, dass viele Deiner kundgetanen Ansichten eine wichtige Perspektive liefern).
      Lolek hat hier keinen der 3 toten Radfahrer gegen irgendeinen anderen Toten aufgerechnet oder „politisch-ideologisches Gewäsch“ vorgebracht, also was soll das?

      Es geht vornehmlich um die unmögliche Radwegführung in Dresden, die in vielen Fällen weder für Autofahrer, Radfahrer noch Fußgänger irgendeine Verbesserung darstellt. Ist in den nachfolgenden Kommentaren auch nochmal schön erläutert…
      Ein ganz tolles Beispiel in diesem Zusammenhang ist auch die Fritz-Reuter-Str. stadtauswärts, unmittelbar vor der Kreuzung Hansastr. War früher mal ein gemeinsamer Rad- u. Fußweg und auf der Straße 3 Spuren – geradeaus, Links- und Rechtsabbieger, letzterer bei Ampel mit Grünem Abbiegepfeil und nennenswertem Aufkommen an Rechtsabbiegern zur Autobahn sehr sinnvoll. Der Radverkehr auf dem Fußweg hat dort auch keinen gestört (auf dem anliegenden Grundstück dort ist eine Trafostation der Drewag und ein Reifenhändler – kaum Fußgängerverkehr auf breitem Gehweg, die Bahnhaltestelle auch kein Umsteigebrennpunkt). Seit vielleicht 2 Jahren gibt es einen Radstreifen auf der Straße und nur noch 2 Autospuren, die Rechtsabbiegespur fiel weg. Folge: Mehr Rückstau für den Autoverkehr, kein Vorteil für die Radfahrer aber die Verwaltung kann sicher wieder 200 Meter mehr Radweg abrechnen. Und dann wundert man sich, warum nach den Zahlen ja soviel für bestimmte Verkehrsteilnehmergruppen ausgegeben wird, die Wirkung aber kontraproduktiv ist…

    • E-Haller
      10. Februar 2016 um 16:21

      @ Sharp: Die Situation auf der Fritz-Reuter war doch etwas anders. Es gab wie heute nur eine Linksabbieger und eine Geradeaus-/ Rechtsabbiegerspur. Und der Radweg begann auch erst in der Auffahrt zum Carglas, man durfte also z.B. an der Haltestelle garnicht auf dem Gehweg sein (Tipp: Streetview vergisst nichts!).

      Tatsächlich konnte man als Autofahrer aber in der rechten Spur nebeneinanderstehen und die Rechtsabbieger so tatsächlich besser abfließen.

      Das war aber für den Radfahrer nicht ungefährlich: der Rechtsabbieger musste erst hochkonzentriert nach links starren, wo ja die Autos auch nicht gerade angeschlichen kommen – um sich dann nach rechts blickend zu versichern, dass kein Radler kommt. In dieser Zeit stand er dann meist noch auf der querenden Furt und blockierte diese.

      Hier von einer per se schlechteren Lösung zu sprechen, ist demnach falsch. Da sich an der Straßenbreite wohl nichts geändert hat, ginge das nebeneinanderfahren evtl. heute auch noch.

      Für mich steht die Straße für etwas anderes: eine typisch inkonsistente Führung. Am Bischofsplatz wird man von Super-Streifen in holpriges Pflaster entlassen. Dann braucht man sich nicht wundern, wenn ein Haufen Radler auf der falschen Seite in der falschen Richtung auf dem Gehweg fahren und an jeder Einmündung das lustige „ich-bin-zwar-falsch-hier-aber-Du-bist-schuld-wenn-ich-überfahren-werde-also-lass-mich-durch“-Spiel betreiben.

    • SHARP
      10. Februar 2016 um 16:51

      Hallo E-Haller, das beschriebene Problem hat man als Autofahrer beim Rechtsabbiegen grundsätzlich. Im Fall vom Grünen Pfeil ist außerdem davon auszugehen, dass der Radfahrer Rot fürs Überqueren hat – zumindest dann, wenn die auf der Hansastr. fahrenden Autos Grün haben. Insofern war das für den Autofahrer kein Erschwernis im Vergleich zu fast jeder anderen Ampel…
      Faktisch ist der Verkehr vor der Änderung besser geflossen als jetzt, ich glaube auch, dass die kombinierte Geradeaus-Rechtsabbiegespur jetzt etwas schmaler ist als zuvor, dafür der Linksabbieger „normalbreit“. Auf jeden Fall darf man jetzt als Rechtsabbieger eigentlich immer schön warten, bis alle Grün haben… (ich fahre da oft genug lang, mit Rad und Automobil). Insofern halte ich meine Feststellung der Verschlechterung für einige ohne Verbesserung für andere aufrecht.
      Bei inkonsitenter Verkehrsführung bin ich dagegen ganz bei Dir. Allerdings beziehe ich meine Außerhalb-Dresden-Vergleiche bzgl. Radverkehrsführung vornehmlich aus Schweden oder Dänemark, da wären wir selbst beim Wollen noch Jahrzehnte entfernt…

    • Bolek
      14. Februar 2016 um 15:11

      Ich erlebe aber auch, wie jeden Morgen Kinder ohne Helm auf Nebenstraßen wie der Priesnitzstraße oder Radweg Richtung Schule eiern und mir als Autofahrer auch kein Tempo 30 hilft, wenn sie einfach auf die Straße fahren… oder im Schnee vor mir herschlingern. Unverantwortlich. Ich hab selber lange in der Neustadt gelebt, aber mein Kind würde ich dort nie ohne Helm allein fahren lassen…

  3. 9. Februar 2016 um 20:32

    @Lolek: Wenn ich die Markierungen heute auf der Straße richtig deute, kam es zum Zusammenstoß nach der Rothenburger, ungefähr dort, wo die kleine Bautzner anfängt. Dort gibt es derzeit keinen Radweg.

    Andererseits ist der andere Unfall auf der Fritz-Reuter-Straße passiert, da war der Radfahrer auf dem Radweg unterwegs.

    • Andreas
      9. Februar 2016 um 21:24

      Lolek hat insofern Recht, als der Radstreifen auf der Bautzner bereits vor der Rothenburger Straße aufhört (in meinem Kommentar oben übrigens meinte ich Rothenburger, nicht Görlitzer, sorry) und man sich dann entweder in die Bautzner einfädeln muss oder über die Fußgängerampel fährt.

  4. Hächt
    9. Februar 2016 um 20:53

    Bereits im November 2014 hat der ADFC das Stadtplanungsamt über die Lebensgefahr, die von dieser Stelle für Radfahrer ausgeht, in Kenntnis gesetzt. Passiert ist nix.

    siehe hier:
    http://www.adfc-dresden.de/karte/?id=95

    Das war der 3. tote Radfahrer auf Dresdens Straßen innerhalb von 2 Wochen!

    Diesen Vorfall hätte man Verhindern können! Wüsste gern was die Stadt dazu sagt! (Anton, kannst du da anfragen?) Sehr traugig das Ganze…

    Aber Hauptsache die FDP reißt sofort das Maul auf, wenn zugunsten eines Radstreifens eine 4spurige Straße auf 2 Spuren reduziert werden soll. Dann labern die von „autofeindlicher Politik“ und finden in einem Großteil der Bevölkerung Zustimmung. Dresden ist (nicht nur) in Sachen Verkehrspolitik total Rückständig…

    • 10. Februar 2016 um 08:33

      @Hächt: Mal sehen, was man da erfahren kann.

  5. Klemens Schneider
    9. Februar 2016 um 20:56

    Genau zwei Wochen nach diesem traurigen Unfall, am 22.02. wird im Ortsbeirat Neustadt die Neuplanung dieses Straßenabschnitts das erste Mal öffentlich vorgestellt. In stadteinwärtiger Richtung, also an der Unfallstelle, hat die Stadtverwaltung einen sicherern Radfahrstreifen (durchgezogene weiße Linie) geplant. Da die Platanen beidseitig erhalten werden sollen, ist das stadtauswärts nicht möglich. Das Straßen- und Tiefbauamt prüft daher einen gemeinsamen Rad- u. Gehweg hinter den Platanen, zweifelt aber selbst daran, dass der realisierbar ist. Zwischen den erhaltenswerten Platanen und den denkmalgeschützten Eiben bleibt auch hier evtl. nicht genug Platz.
    Uns als GRÜNER Ortsbeiratsgruppe reicht dieser Prüfauftrag nicht aus. Wir werden uns für eine sichere Radverkehrsanlage auf diesem stark befahrenen Abschnitt einsetzen. Angesichts dieses tragischen Unfalls hoffe ich da auf die Unterstützung der anderen Ortsbeiräte und eine gesprächsbereites Straßenbauamt.

    • Klemens Schneider
      10. Februar 2016 um 16:42

      Korrektur: stadteinwärts ist kein Radfahrstreifen geplant, sondern ein Schutzstreifen (gestrichelte Linie) mit einer Breite von 1,45m-1,8m

  6. nepumuk
    9. Februar 2016 um 22:31

    Natürlich gehen die Unfälle meist auf Unachtsamkeit eines der Beteiligten zurück, aber die Infrastruktur muß so gestaltet sein (was hier möglich wäre) daß Risikofaktoren minimiert werden. Daher und in längerer Kenntnis der Sachlage hier vor Ort kann der Straßenverkehrsbehörde Dresdens eine Mitschuld gegeben werden. Zur Bürgerbeteiligung wurde ca. 2009 eine Planung mit über die Kreuzungen geführten Radstreifenmarkierungen präsentiert. Wie es auch andernorts vorkam, manipulierte die Str.Verk.Behörde hier in den folgenden Planungsstufen an der ihr zustehenden „verkehrsrechtlichen Anordnung“ herum und ordnete die Radfurten an der Kreuzung Luther-/Lessingstraße sowie Rothenburger Straße ab. Dies bleibt äußerst verwunderlich, da es in der Form in anderen Großstädten gerade nicht praktiziert wird. Hinzu kommt das erwähnte Problem, daß die Bürgerinfo/Bürgerbeteiligung stets frühzeitig erfolgt und man daher stets ein „ungelegtes Ei“ vorgesetzt bekommt.

    Die Unfallstelle stellt eine sich verengende Fahrbahn zudem an einer Ecke dar – eingerahmt zwischen Bord und Sperrgleisbereich. Hier muß sich bisher der Radverkehr in den motorisierten Verkehr einfädeln. Der LKW-Unfallfahrer von gestern war ein mutmaßlich Ortsunkenntlicher mit chemnitzer Kfz-Kennzeichen. Eine laut Vorplanung über die Kreuzung führende Radfurt mit angedeutetem auslaufenden Schutzstreifen im Mündungsbereich der kleinen Bautzner-Nord hätte jedem das Auftreten und den Einfädelvorgang von Radlern verdeutlicht. Möglicherweise hätte der LKW-Fahrer dadurch „gewarnt“ sein können – trotz mutmaßlicher Unachtsamkeit in dem Moment. Die meisten Ortskenntlichen weichen trotz Regelverstoßes locker auf den Gleisbereich (Sperrfläche) aus.

    Das Verhindern dieser Radfurten sowie das Eingehen einer größeren Gefährdung der Radfahrenden ist schwerer Vorwurf an die Untere Straßenverkehrsbehörde. Von den Unwägbarkeiten dieser im Straßen- und Tiefbauamt autark agierenden Behörde, kann nicht nur der ADFC ein Lied singen. Neben einem laxen Umgang mit Unfallschwerpunkten steht diese Behörde für eine Verkehrspolitik zweierlei Maßes: einerseits das Mantra des „flüssigen Kfz- und Wirtschaftsverkehrs bedienen, andererseits und folglich alle anderen Verkehrsteilnehmer benachteiligen. Für mich ist diese „Behörde“ mitschuldig am tödlichen Unfall hier. Ein ähnlicher Sachverhalt gilt für den tödlichen LKW-Abbieger-Rad-Unfall an der Cäcilienstraße vor ca. 2 Jahren. Dort ist die abgefahrene Radfurtmarkierung – trotz Kritik – bis heute nicht ertüchtigt worden. Da diese Art der Furt-Markierungen rechtlich zulässig sind, letztlich im Ermessen der „Behörde“ liegen, muß auch der zuständigen Amtsleitung des Straßen- u. Tiefbauamtes besondere Verantwortungslosigkeit vorgeworfen werden. Dabei wäre es so einfach. Die meisten Radverkehrstoten in Dresden gehen tatsächlich auch auf infrastrukturelle Defizite zurück.
    Der Herr Koettnitz (Amtschef STA) sowie Frau Lehmann (Leiterin Verk.Behörde) sollten umgehend ihren Muff abstreifen oder sofort abtreten!!!

    • Klemens Schneider
      10. Februar 2016 um 16:40

      Danke für den Hinweis zu den nicht umgesetzten Radfurten über die Kreuzung. Das war mir nicht bekannt. Auch wenn es streng formell nicht zum betreffenden Planungsabschnitt gehört, werden wir einen Ergänzungsantrag zur Markierung der Radfurten auf der Kreuzung in Ost-West-Richtung in den Ortsbeirat einbringen.

  7. Paule
    9. Februar 2016 um 22:40

    @ Anton: Wenn das die Stelle war die Du beschreibst, dann wundert mich nichts. Ich fahre dort öfter mit dem Fahrrad lang und finde, dass die Stelle seit dem Umbau der Bautzner vor dem REWE gefährlicher geworden ist.
    Warum?
    Durch den neuen Radweg in Höhe REWE können Radfahrer jetzt auch neben den Autos vor der Ampel stehen. Vorher war das nur eingeschränkt möglich. Autos und Radfahrer waren gezwungen, schon vor der Ampel gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Jetzt ist dort der Verkehr (Rad/KFZ) entflechtet, aber eben nur bis zur Ampel. Schaltet die Ampel auf Grün fahren beide los. Hinter der Kreuzung ist aber kein Platz für beide. Der Autofahrer sieht die Fahrbahnmarkierungen, die das Befahren des Gleisbereichs verbieten und hält sich dementsprechend rechts. Der Radfahrer, der sich regelkonform verhält, fährt einfach nur gerade aus, links neben dem Bordstein.
    Ich hatte bereits öfters dort die Situation miterlebt, dass ein Auto hinter mir mich zu spät bemerkt hat und stärker abbremsen musste. Bisher hatte ich aber immer Glück. Die 26-jährige Frau leider nicht.

    • E-Haller
      10. Februar 2016 um 09:36

      @ Paule: Der Anteil der Radler, die sich vor der Sanierung in diesem Bereich die Fahrbahn „antaten“, war überschaubar.

      Tatsächlich hat sich hier jetzt aber beim Übergang von neuer Anlage auf den Bestand (ohne Markierung) eine sehr bescheidene Situation ergeben. Gerade wenn sowohl Lkw als auch Radlerin nebeneinander an der Ampel standen und dann parallel losfuhren, konnte er sie u.U. nicht sehen.

      Letztlich steht die knifflige Frage zwischen Rothenburger und Albertplatz aufgrund der örtlichen Situation: lässt man die Kfz im Gleisbereich fahren und gibt dem Radfahrer eine Anlage (dann: Behinderungen der Bahn) oder eben gemischtes Fahren mit den Radfahrern rechts auf der Fahrbahn (Gefährdung).

      Zwischen Albertplatz und Bhf Neustadt wurde aus der identischen Fragestellung bei einem grundhaften Umbau (!) die Vorgabe der Gehwegnutzung abgeleitet… Diese schlechte Alternative besteht hier nicht. Was bliebe: Nutzung der Nebenfahrbahn oder kompletter Umbau des Bereiches mit Entfall der Parkplätze in der Nebenfahrbahn.

    • Bolek
      14. Februar 2016 um 15:14

      Ich muss als Autofahrer in Dresden auf unaufmerksame und rücksichtslose Fahrer aufpassen, ich sollte dies umso mehr tun als Radfahrer. Egal wer Vorfahrt und Recht hat.

  8. Bernhard
    10. Februar 2016 um 09:05

    @Karsten: wie kommst Du dazu, Verkehrsunfälle mit Arbeitsunfällen zu vergleichen, macht das solche Verkehrsunfälle weniger traurig?
    Fakt ist, daß hier eine echte Gefahrenstelle durch eine Fehlplanung besteht, die längst bekannt ist und entschärft werden muß.
    Der aktuelle Todesfall unterstreicht die Dringlichkeit und kann wohl kaum durch Verweis auf Arbeitsunfälle oder (angeblich) allseitig zunehmende Rücksichtslosigkeit relativiert werden.

  9. Frappl
    10. Februar 2016 um 11:42

    Ja, es ist direkt vor dem Brillengeschäft mit „F…“ gewesen: was ich nicht versteh,- wieso könnte man nicht die kleine parallel laufende Straße vor dem Art&Form zur bloßen Radzone erklären? Damit hätte man zumindest die Lücke zw REWE und Alaunstr rechtsseitig gelöst. Direkt an der Kreuzung Rotheenburger/Bautznener müssten lediglich 5 Meter Radweg im Fußgängerbereich, unmittelbar an der Ampel, als Überleitung markiert werden.

    • Klemens Schneider
      10. Februar 2016 um 16:15

      Die nördliche Fahrgasse zur reinen Radfahrzone zu machen ist aus meiner Sicht nicht praktikabel. Erstens ist es nicht vermittelbar das dort dann sämtliche Anwohner- und Kundenparkplätze wegfallen. Zweitens muss die Zufahrt zu den Grundstücken weiterhin gewährleistet bleiben. Drittens ist das Kopfsteinpflaster für einen Radweg denkbar ungeeignet.

  10. Jonk
    10. Februar 2016 um 12:36

    Meiner Meinung nach ist auch die uneingeschränkte Bevorzugung des ÖPNV zu hinterfragen.

    Paule schreibt „Der Autofahrer sieht die Fahrbahnmarkierungen, die das Befahren des Gleisbereichs verbieten und hält sich dementsprechend rechts.“

    Genau das meine ich! Es wird in Dresden alles dem ÖPNV unterworfen. Niicht nur das vorhandene Verkehrsflächen zugunsten der Bahn (die oft nur einmal in 10 min da vorbeikommt) gesperrrt werden. Auch Leute, die (wie ich meistens) mit dem Fahrrad fahren, und somit noch viel umweltfreudlicher unterwegs sind, leiden zunehmend unter dieser absolut einseitigen Bevorzugung. Ständiges Ampelgeschalte zugunsten der Bahn und der Busse lassen einen auf manchen Strecken mit dem Rad echt verzweifeln.

    Im vorliegenden, sehr, sehr traurigen Fall, wäre auch Platz da gewesen, wenn nicht in unterwürfigem Verhalten alles dem ÖPNV, oft auf sinnlose Weise, geopfert würde!

  11. Frank
    10. Februar 2016 um 21:01

    Hauptsache, alle konnten jetzt hier ihre Weltsicht breitwalzen am Grab der toten Frau. Gut gemacht !
    Frank
    PS:
    Es gab da übrigens noch diesen Eisenbahnunfall. Meinungen dazu ?

  12. nike
    10. Februar 2016 um 21:12

    der radstreifen auf der bautzner straße ist in der tat ein kurzes vergnügen, bitte bald mehr davon!

  13. Daniel
    10. Februar 2016 um 22:41

    Wer macht mit und malt ein paar weiße Streifen auf die Straße, als Andeutung dass der Radweg dort weitergeht? Statt auf Beschlüsse der Stadt zu warten. Ich stifte den Eimer Farbe.

  14. Uwe
    11. Februar 2016 um 15:00

    Die Situation ist alles andere als gut an der Stelle. Ich fahre jeden Tag dort lang. Man muss die Radfahrer im Auge haben aber auch die Staßenbahn. Also Autofahrer bremst man sowieso zu erst.
    Wenn Radweg, dann aber einen echten! Keinen Schutzstreifen wie auf der Fetscherstraße. Das ist der größte Humbug, den es gibt. LKWs um Busse müssen dann auf Schutzstreifen fahren, wenn die StraBa links fährt. Ein Radfahrer, der Vorrang mit Unsterblichkeit verwechselt, ist ein leichtes Opfer, da ehr nur in dem mikrigen Rampenspiegels des LKWs ersichtlich ist. Ich denke der LKW, der die junge Frau überfahren hat, war ihr auch nicht gewahr. Vielleicht kam sie an die Kreuzung als er schon stand. Seine Pflicht wäre zu schauen, hat er aber leider nicht. Ebenso tragisch wie die Unfälle mit Radfahrern bei rechtsabbiegenden LKW. Da ist ein gesunder Lebenserhaltungstrieb des Radfahrers gefragt. Wenn ich den Fahrer als Radfahrer nicht sehe, ist die Wahrscheinlichkeit anders herum auch verdammt niedrig. In dem Falle muss man äußerst vorsichtig sein.
    Ich sage nicht, dass die Radfahrer schuld sind. Doch sie bezahlen die Fehler anderer schneller mit ihrem Leben.

  15. E-Haller
    11. Februar 2016 um 17:33

    Interessanter Artikel in der SZ dazu. Der Apotheker von der Kronenapotheke scheint sich ja intensiv um eine bessere Lösung bemüht zu haben…

    http://www.sz-online.de/nachrichten/kreuzgefaehrliche-bautzner-3320803.html

    Die Diskussion, die unter dem Artikel stattfindet, spricht aber auch Bände!

    • Radler
      11. Februar 2016 um 23:05

      Ich habe heute erst von dem Unfall erfahren – war mehrere Tage nicht online. Von dem Tod der Radfahrerin bin ich geschockt – einfach schlimm, von dem Artikel bei sz-online bin ich wenig angetan und die Kommentare dazu finde ich zum Großteil schockierend. Da sind die Kommentare hier beim Neustadtgeflüster wesentlich sachlicher. Ob es überhaupt eine Kommentarfunktion geben sollte zu so einem schrecklichen Unfall ist zu hinterfragen.
      Bauliche Gefahrensituationen müssen aber angesprochen werden – und wenn dies schon längere Zeit bekannt ist, dann ist es ein Skandal, dass noch nichts unternommen wurde.
      Ich bin allerdings der Meinung, dass die Separierung jeder Fortbewegungsart auch zur Gefährdung beiträgt – mindestens an den Stellen, wo die Separierung aufhört. Dazu verbraucht so eine Separierung auch Unmengen an Platz. Ich gehöre zu den Fahrradfahrern, die auch schon vor dem Umbau der Bautzner auf der Fahrbahn gefahren sind und ich habe mich immer sicher gefühlt. Klar steht man da u.U. wenn man Pech hat auch mal mit im Stau – aber man wird wahrgenommen und ist quasi gleichberechtigt.
      Und diese einseitige Bevorzugung der DVB finde ich auch schlecht. Der Gewinn für die DVB ist im Verhältnis zu den Nachteilen für alle anderen eher sehr gering. Das führt zu Frust und eben auch zu solchen Gefährdungen.
      Forderungen nach „echten“ Radwegen oder gar gemeinsamen Rad-/Fußwegen erteile ich eine klare Absage. Alles was nicht auf der Fahrbahn verläuft ist zum Nachteil und gegen schnelles Vorankommen. Ich zumindest fahre nicht (nur) als Jux und Tollerei mit dem Fahrrad sondern hauptsächlich, weil es für mich das beste Fortbewegungsmittel ist und ich schnell von A nach B kommen möchte. Und darüber, wie oft Radwege zugestellt sind, plötzlich enden, an Kreuzungen schlecht einsehbar sind, schlechten Belag haben und und und brauchen wir gar nicht erst zu reden. Auf der Fahrbahn erwarten einen solche Überraschungen zu 99,9% nicht und wenn, dann kann man dort ziemlich leicht ausweichen. Und an diesem Zustand wird sich nichts ändern – zumindest nicht in absehbarer Zukunft. Da sollte man lieber auf halbherzige Lösungen (schlechte Radwege) verzichten und es lieber bei Mischverkehr auf der Fahrbahn belassen.
      Und nicht zuletzt wäre eine bessere Verkehrserziehung mit regelmäßiger Auffrischung und dazu bessere Verkehrskontrolle – natürlich beides für ALLE Verkehrsteilnehmer – für alle Beteiligten von großem Vorteil. Manchmal würde es allerdings schon reichen, wenn §1 der STVO verinnerlicht und angewandt würde.

    • julia
      12. Februar 2016 um 15:25

      @Radler

      Deine Argumente wirken ein bißchen verwirrend in dem Zusammenhang, weil eben genau auf einer solchen von dir präferierten Mischnutzung der Unfall passierte.

      Für alle anderen, es ist nicht schön sich den Alltagsfrust in einen solchen Kontext von der Seele reden zu müssen, egal auf welcher Seite man steht. Im Himmelreich der Neandertaler (Sachsen) wird man es nicht glauben. Wer wie ich, schon in anderen größeren Städten gelebt hat, weiß das es sehr wohl anders geht. Münster ist ein solches Beispiel, eine konsequente Verkehrsplanung führt die verschiedenen Interessen geschickt zusammen. Alle großen Straßen haben große Radwege, die Innenstadt verkehrsberuhigt, und als Autofahrer ist man sich bewußt, daß es die Fahrradfahrer reichlich gibt.

    • Radler
      12. Februar 2016 um 18:55

      @Julia: Dazu muss man alles betrachten: Vor dem Umbau war es eine Mischnutzung wie ich sie bevorzuge und sicher ist. Jetzt ist doch vor der Rothenburger eine totale Separierung und danach (an der Unfallstelle) ist die Straba separiert und Kfz+Fahrräder müssen sich eine viel schmalere Spur als Mischverkehr teilen. Und dadurch ist es viel gefährlicher als vor dem Umbau. Dazu wird dem Autofahrer davor durch den eigenen Radfahrstreifen suggeriert, dass keine Gefahr durch Radfahrer ausgeht und alles sicher ist. Und der Radfahrer fährt nach dem Radweg normal weiter und rechnet nicht damit, dass die Autofahrer durch die Markierung in Fahrbahnmitte an den Fahrbahnrand geleitet werden und damit ihm zur Gefahr werden. Der Ortkundige überfährt einfach die Markierung und ignoriert dieses Überfahrverbot – hier bei dem Unfall war es wohl kein Ortkundiger. Da braucht es nur geringfügig Unachtsamkeit. Dass es dann hier so tragisch geendet hat, ist einfach schrecklich.

    • julia
      12. Februar 2016 um 21:17

      Mein empfinden ist völlig anders, auf einem abgetrennten Radweg, ist definitiv mehr Sicherheit. Auf Straßen mit Mischverkehr bleibt mir bei einem hinter mir (auch akustisch) heran rauschenden LKW doch des öfteren der Atem stehen.

  16. christoph
    12. Februar 2016 um 21:24

    die Lösung liegt auf der Hand ! Ortunkundige einfach verbieten!!

    @Radler …Du schreibst ein Zeug, das ist kaum auszuhalten

  17. christoph
    12. Februar 2016 um 21:28

    @ Anton ..Ist der letzte Satz im zweiten Absatz Dein Ernst oder nur aus dem Polizeibericht übernommen?

  18. christoph
    12. Februar 2016 um 22:26

    liest sich bissl komisch

    • BugCheech
      14. Februar 2016 um 12:53

      In der Tat.

  19. Bühlauer
    14. Februar 2016 um 18:31

    „Interessant“ ist übrigens auch die Verkehrsführung in der Gegenrichtung. Erst wird man als Radfahrer noch ganz gut über die Kreuzung mit der Hoyerwerdaer und noch an der Haltestelle vorbeigeführt. Kurz vor der Lessingstraße geht dann der Radweg in eine völlig überflüssige Rechtsabbiegespur für den PKW-Verkehr über …

  20. Andreas
    15. Februar 2016 um 21:48

    Es gibt immer wieder ein stilles Gedenken an der Unfallstelle und Überreaktionen der Polizei auf einige Zettel, die dort angebracht werden:

    http://www.sz-online.de/nachrichten/gedenken-fuer-getoetete-radfahrerin-3324639.html

    Am Samstag stand in der SZ, dass die Stadtverwaltung an der Fahrweggestaltung bis 2017 nichts zu ändern gedenkt. Auch darüber hätte ich mir hier einen Bericht gewünscht – Luftballons sind ein schönes Thema, aber man sollte hier auch das Ernste, das viele Neustäder*innen bewegt, nicht außer acht lassen – Simmels Kochstudio gehört, denke ich, dazu weniger.

  21. Karsten
    15. Februar 2016 um 22:02

    Heute las ich nun den x-ten Zeitungsartikel zu diesem Thema. Leider wieder keine Informationen dazu, wie der Unfall ablief und wen eventuell die Schuld trifft.

    Dafür umso mehr, wie dieser Fall ins Unermessliche, beinahe Unerträgliche gehypet wird. Und: wie diverse „Fahrradterroristen“ ausfällig werden und Leute angehen, sobald es nicht sofort und unverzüglich das Breichen gibt, nachdem Kindchen lauthals schreit!

    Erst heute erlebte ich es wieder in der Neustadt, und zwar zum tausendsten Mal. Eine Fahrradfahrerin „sprang“ unvermittelt aus einem Hauseingang über den Gehweg auf die Straße direkt vor mein Auto. Und wieder einmal: sie SCHAUTE NICHT MAL, ob den eventuell und vielleicht irgendetwas kommt. Nein, einfach drauf los. Nach einem kleinen Herzinfarkt und einer Notbremsung volle Beinkraft aufs Pedal hupte ich sie zusammen. Und bekam den Stinkefinger gezeigt…

    Leute, ich sags Euch offen und ehrlich: In solchen Fällen sind die Autofahrer die EINZIGEN, denen ich als Beteiligte keinen Unfall mit schwerwiegenden Folgen wünsche!

    • julia
      16. Februar 2016 um 08:50

      Leute als „Fahrradterroristen“ zu bezeichnen scheint mir dein ganz persönliches Problem … zusammen gehupt?! … und weil dir jemand, aus welchen Gründen auch immer, vors Auto springt (wie muss man sich das vorstellen) wünscht du ihm eine Unfall mit schwerwiegenden Folgen.
      Echt total sinnloser Kommentar.

      Das eigentliche Problem Dresdens ist, daß die Stadt nicht radfahrfreundlich ist.

    • 16. Februar 2016 um 11:12

      „Guck ni so hin, der kann nüscht dafür!“, hat meine Mutter immer gesagt, @julia.

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