Was wird aus dem Ghostrad?

Das Ghostrad wurde an der Unfallstelle aufgestellt.
Das Ghostrad an der Unfallstelle – Foto: Archiv
An der Kreuzung Rothenburger-, Bautzner Straße hatten Unbekannte nach dem tragischen Unfall im Februar ein weiß angestrichenes, sogenanntes Ghost­rad aufgestellt. Die Kreuzung wurde nun umgebaut und das Rad von Straßen- und Tiefbauamt entfernt.

Dieses Rad, ein einfaches Damenfahrrad, ist nun auf dem Lagerplatz des Amtes an der Lohrmannstraße untergebracht. Die Mitarbeiter des Amtes würden es gerne dem Eigentümer zurückgeben. Wenn der sich aber nicht meldet, soll das Rad verschrottet werden.

Umgestaltete Kreuzung Bautzner-/Rothenburger Straße
Umgestaltete Kreuzung Bautzner-/Rothenburger Straße

Die Kreuzung war während der Herbstferien für rund 60.000 Euro umgebaut worden. Seit Mitte Oktober gibt es nun einen Schutzstreifen, Bordstein und Gehweg wurden zurück gesetzt, so dass die Radfahrer auf der Bautzner jetzt direkt in die „Kleine Bautzner“ einfahren können, ohne mit den Kraftfahrzeugen ins Gehege zu kommen.

Sanierung der Bautzner beginnt 2017

Die Änderung an der Radwegeführung erfolgte im Vorfeld auf eine geplante Gesamtbaumaßnahme, bei der die Bautzner Straße von Rothenburger bis Glacisstraße saniert werden soll. Die Dresdner Verkehrsbetriebe und das Straßen- und Tiefbauamt erstellen derzeit die dafür notwendigen Pläne. Erste Entwürfe wurden im Februar im Ortsbeirat vorgestellt.


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23 Kommentare zu “Was wird aus dem Ghostrad?

  1. Wenn das Amt Eier hätte, würden sie es einfach wieder hinstellen. Wenn es nicht das „Originale“ wird: irgendeines kommt mit Sicherheit…

  2. @E-Haller: Das Amt ist sächlich und hat nur Eier, sofern es das Eieramt ist. Aber selbst in diesem Fall ist es sexuell diskriminierend gegenüber den Ämtinnen. Schäm dich mein Guter, ab auf die stille Treppe!

  3. Ich kann E-Haller nur zustimmen: Warum wurde das Rad überhaupt abtransportiert anstatt es einfach an den nächsten freien Fahrradständer zu lehnen?! Jetzt im Nachhinein zu betonen, wie gerne man es zurückgeben würde, ist schon wieder typisch Dresden: Koettnitz und seine Rasselbande hatten wohl gehofft, die Sache so unter den Teppich kehren zu können…

  4. @STAropramen: Das Rad stand der Baustelle im Weg. An dem Ort wo es einst stand, ist jetzt Straße. Und da das Eigentum ungeklärt ist, hat das Amt das Rad verwahrt. Das Argument mit dem Unter-den-Teppich-Kehren greift nun schonmal gar nicht, wenn sie von sich aus an die Öffentlichkeit gehen.

  5. Auf welchen Kanälen sind sie denn an die Öffentlichkeit gegangen? Ich dachte, dein Artikel beruhte auf einer Nachfrage beim Amt – pardon! Fünf Meter weiter sind doch zwischen „Nebenfahrbahn“ Kleiner Bautzner und Bautzner Straße Fahrradständer – die auch im Rahmen der Baustelle nicht angefasst wurden. Warum hätte man es dort nicht hinstellen können?

  6. Ich wurde angerufen… ;-)
    Ich denke, das mit dem Hinstellen ist rechtlich problematisch. Wenn dann jemand drüber fällt, …. Aber da wären wir wieder bei E-Haller.

    Lustig wäre ja auch, wenn sich der Eigentümer meldet, um es dann anschließend wieder hinzustellen. ;-)

  7. Über ein Rad, das am Radständer steht, darf niemand fallen. Es reicht übrigens, wenn sich der „Eigentümer“ meldet.

  8. Blödsinn hoch zehn.

    Ich finde es gut wenn es NICHT wieder hinkommt. Lasst die Verstorbene endlich in Ruhe und erinnert ihre Familie beim Lesen der Nachrichten oder dieses Blogs nicht ständig daran. Dafür gibt es den Friedhof als würdige Ruhestätte.

    Die Stelle wurde entschärft, es hat sich was getan. Wollt ihr jetzt ernsthaft auf den Gehweg das Rad anketten damit jeder immer drumherum laufen muss? Den Gehweg schön blockieren, damit dann jemand beim drumherumlaufen mit dem nächsten Radler oder Auto zusammenstößt? Stellt das Rad da nicht wieder hin. Von mir aus hängt eine Plakette oder Bild an den Mast aber blockiert nicht den Weg.

    So hart das klingen mag aber es war ein Unfalltot von sehr vielen. Öffentliche Ausdruck von Trauer ist ok (Blumen,Kerzen, oder eben ein Geistrad an der Unfallstelle) aber nach einer gewissen Zeit sollte man vorwärts blicken.

  9. Sanierung an der Bautzner, da fällt mit unweigerlich die Geplante auf der Königsbrücker wieder ein. Ist da nicht langsam mal wieder eine neue Variante fällig, es ist so ruhig darum geworden….

  10. wenn ihr eines sehen wollt….bei uns in Weixdorf steht auch eines an der Königsbrücker Landstraße…..wo der kleine Junge von einem LKW überrollt wurde….

    grussi…….

  11. Nicht ins Museum. In die Untere Straßenverkehrsbehörde Dresden gehört das Rad, wenns nicht wieder vor Ort hingestellt werden will oder kann. Die Verantwortung für genau diese Art verfehlter Verkehrsorga liegt im Bereich der „verkehrsrechtlichen Anordnungen“ und damit im behördlichen Anordnungsrecht der Verkehrsbehörde. Die Stadt ist voll von solch verfehlten Orte, da exakt diese Behörde nichts anderes will. Das traf auch auf diesen Ort hier zu. Diese Behörde ist zwar im STA angesiedelt, führt aber ein anordnungsberechtigtes Eigenleben – sie hat also Macht und ist Gesetz. Ca. 35 Leute – viele von ihnen schon älter, mutmaßlich schwierig, stur bis beratungsresistent, machtmißbräuchlich, rückwärtsgewandt, autogeil, ggf. DDR-Trott-bezüglich, schlecht oder nicht fortgebildet. Also rundum perfekt für einen Gedenkort, wie man es NICHT machen sollte. Sie logiert im Bürohaus Atrium 2 an der Lingnerallee 3, wo auch die Cityherberge drin ist. Das nur unwesentlich verantwortungsbewußtere Straßen- und Tiefbauamt residiert im Bürohaus nebenan am Pirnaischen Platz. Dort am Platze kommen wohl die meisten der hier angesprochenen Mitarbeiter jeden Werktag dran vorbei. Das Ghostrad sollte also einen schönen Denkmalsplatz entweder an der Lingnerallee 3 – Hintereingang oder am STA-Eingang St.P.Straße bekommen. Viel Erfolg.

  12. @nepumuk: Bei allem Respekt für Deine Beiträge. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um einfach mal wieder den Ball flach zu halten?
    Sicher, ein tötlicher Unfall ist niemals etwas Erfreuliches. Das muss man ja heutzutage schon fast explizit erwähnen, um nicht sofort einen dekadenten Shitstorm auf sich zu ziehen. Besonders dann, wenn es um die heilige Kuh Fahrrad geht. Aber sachlich betrachtet passieren tötliche Unfälle überall. Nicht nur im Straßenverkehr, sondern bei jeder Verkehrsform. Darüber hinaus auf Arbeitsstellen, im Haushalt, bei Sport- und Freizeitvergnügen. Noch weiter gefasst ist die Menschheitsgeschichte voller tötlicher Unfälle. Wo wäre die Menschheit hingekommen, wenn jeder dieser Unfälle zum Anlass für Hass, Pöbelei, verbalen und physischem Krieg genommen worden wäre, nur weil man nicht akzeptieren will, dass es in einer Gemeinschaft nicht immer nur nach dem eigenen Willen geht?

    Im konkreten Fall gab es einen einzigen tötlichen Unfall und sofort wurden umfangreiche Veränderungen vorgenommen. Ist denn dann damit nicht langsam mal genug?

    Was dieses Geisterrad betrifft, weiß ich nicht genau. Einerseits finde ich es grundsätzlich so schlecht nicht. Andererseits habe ich etwas dagegen. Ich habe schon seit Jahren einen Abneigung dagegen, dass an sämtlichen Straßenrändern, wo mal ein Mensch ums Leben gekommen ist, Kreuze und mittlerweile schon halbe Gedenkstätten errichtet werden. Irgendwann muss das Zeug auch mal wieder weg. Ich lebe schließlich nicht auf dem Friedhof. Und ich weiß nicht wohin das noch führen soll, wenn eines Tages überall dort, wo mal ein Mensch auch einfach nur tot oder krank mit Todesfolge umgefallen ist, ein ewiger „Totenkult“ errichtet wird. Wenn mich meine Gedanken dazu führen, dass solche Dinge bestenfalls zeitlich befristet (3 Monate?) dort stehen sollten, dann muss auch für das konkrete Geisterrad einfach mal Schluss sein. Und dann sollte derjenige für die Entsorgung verantwortlich sein, der es dahin gestellt hat. Oder sollen das dann grundsätzlich immer andere Leute machen müssen?

  13. @nepumuk: Ich bin eher selten Karstens Meinung, aber hier finde ich auch, dass die wüsten Beschimpfungen und Unterstellungen an die Adresse der Verkehrsbehörde zu weit gehen. Schlimm genug, dass ein Mensch zu Tode gekommen ist. Aber jetzt verbal auf die vermeintlich Verantwortlichen einzuprügeln, ist schäbig. Zunächst mal ist, wenn überhaupt, der Unfallverursacher schuld.

    Davon abgesehen, darf man wohl davon ausgehen, dass in der Behörde Menschen sitzen, die sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst sind. Der Umbau der Kreuzung zeigt das ja auch. Ob der Unfall dadurch vermeidbar gewesen wäre, kann ich nicht einschätzen. Das aber als Aufhänger für eine Kritik unter der Gürtellinie zu benutzen, ist eine schäbige Instrumentalisierung des Opfers.

  14. An alle Kommentatoren: Tretet in den ADFC ein; macht Euch stark für gute Fahrradwege und durchdachte Verkehrsplanung; den öffentlichen Nahverkehr
    usw….
    Das wäre sicher im Sinne des Opfers und anderer anderswo Betroffenen. Alles andere bringt uns nicht weiter. Außerdem denke ich, daß die Angehörigen sicherlich in Zukunft einmal wieder unbeschwert dort vorbei-gehen wollen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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