Mein Reich komme – ein Theaterabend

Das kleine Societaetstheater beginnt das Jahr 2019 mit hochaktuellem Material. Ab 11. Januar steht dort nämlich ein Reichsbürger (gespielt von Philipp Otto) auf der Bühne, also die fiktionale Version eines Menschen, der sich nicht zu den Statuten der Bundesrepubik Deutschland bekennt.

Geschrieben hat diesen sehr zeitgemäßen Monolog der Autor und Dramaturg Konstantin Küspert, der gerade mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage für sein Stück „Europa verteidigen“ ausgezeichnet wurde. Er ist einer der avanciertesten Vertreter eines neuen politischen Theaters in Deutschland.

Seine Texte kreisen um Fremdenfeindlichkeit, um die Wertegemeinschaft Europa und andere drängende politische Themen. Gemeinsam mit Annalena Küspert, zuletzt am Badischen Staatstheater Karlsruhe als Dramaturgin und stellv. Leiterin des Jungen Staatstheaters tätig, näherte er sich hier dem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen der Reichsbürger.

Philipp Otto - Foto: Stephan Böhlig
Jedem sein eigenes Reich? Philipp Otto als „Der Reichsbürger“. Foto: Stephan Böhlig
Der Theaterabend entlässt seine Zuschauer mit einem tiefen Blick in die dunklen Seiten unserer Alltagswelt und mit der Frage, wo diese Seiten eigentlich beginnen. Es wird sich zeigen, wie Philipp Otto als alleiniger Akteur auf der Bühne die Zuschauer zu umgarnen vermag und wann sich offenbart, was oft als Individulismus getarnt daherkommt.


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Den Abend sollte man sich jedenfalls nicht entgehen lassen, egal, wie man zu diesem Thema steht. Vielleicht kommt man danach ja doch irgendwie ins Gespräch und das wäre doch ein hoffnungsvoller Start ins neue Jahr.

Tickets:

  • Karten: 16 Euro, ermäßigt 12 Euro, Schüler, Studenten, Theatercard 6,50 Euro und sind hier zu erwerben: Der Reichsbürger
  • Das Neustadt-Geflüster verlost aber auch einmal zwei Freikarten für die Premiere am Freitag, den 11.01.2019. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, bitte bei Interesse entsprechend kommentieren.

20 Kommentare zu “Mein Reich komme – ein Theaterabend

  1. „…also die fiktionale Version eines Menschen, der sich nicht zu den Statuten der Bundesrepubik Deutschland bekennt.“ – Die habe Neustadt spielt ein Ein-Personen-Stück. Wird inreressant.

  2. Apropos Fremdenfeindlichkeit – RTL fragt Leute auf der Straße „wie feiern die Deutschen Weihnachten?“ und zeigt fast ausnahmslos migrantisch aussehende Menschen. Ist ja auch ni so schlimm – sind ja alles Deutsche. Fährt dann einer mit dem Auto in Bottrop in eine Gruppe migrantisch aussehende Menschen, sind es Ausländer. Und fragt man die migrantisch aussehenden Menschen, sagen sie „nix verstehen“…aber sie sind doch Deutsche…oder doch nicht?

  3. Klingt sehr interessant und den Blick öffnende, ich mag diese Art von Kultur und Denkanstößen.
    Habe eindeutiges Interesse an dieser Veranstaltung.

  4. So ganz aktuelle Themen auf der Bühne: das geht nicht immer gut. Bei diesem Autor und bei dem, was ich bisher darüber lesen konnte bin ich sehr optimistisch, insofern wären Premierenkarten eine sehr willkommene Neujahrsgabe!

  5. @Ole:
    So ist sie eben, die neue Ideologie- sie widerspricht sich ständig selbst, doch keiner ihrer Vertreter stört sich daran, Logik ist doch eh eine Illusion, die sich die alten weißen Männer ausgedacht haben. Und da dieser Blog auch auf Seiten der Ideologiepresse steht, wirst Du hier auch nichts anderes vorfinden- schließlich wird hier auch behauptet, man wäre links, um dann ständig den Kapitalismus zu bewerben.
    Auch dieses Theaterstück wird die übliche Ideologiepropaganda sein, mit Differenziertheit haben die an linken Fakultäten sozialisierten Dramaturgen es ja nicht so, siehe die Produktionen des Staatsschauspiels im letzten Jahr.

  6. „mit Differenziertheit haben die an linken Fakultäten sozialisierten Dramaturgen es ja nicht so, siehe die Produktionen des Staatsschauspiels im letzten Jahr.“

    Ironisches wird im Netz ja oft nicht erkannt. Der Verfasser dieses Kommentars scheint aber einfach nur dumm zu sein. Oder Dramaturg. Wahrscheinlich irgendwie beides.

  7. Die Karten hätte ich liebend gerne, das Stück ist für mich endlich mal wieder ein guter Grund fürs Theater.

  8. Ich teile zwar weitgehend die Befürchtungen von J. Arndt und bin gerade deshalb an dem Stück interessiert. Allerdings nur, wenn ich dafür (vorher) nichts bezahlen muss.

    Sollte ich die Freikarten erhalten und das Stück findet wider Erwarten meine Zustimmung, so bin ich bereit, im Nachhinein dem Theater einen Betrag in Höhe einer (oder wenn es wirklich gut ist auch zwei) Eintrittskarten zur freien Verfügung zu spenden.

  9. Und gewonnen hat das Freikartenpaar: Anton. Und wir sind gespannt, wie es dir gefallen hat. Bitte hole die Karten im Societaetstheater bis spät. 19.30 Uhr am Freitag, 11.01.2019, an der Theaterkasse (Di-Sa, 15-20 Uhr) ab.

  10. Mich irritiert das „Phänomen der Reichsbürger“ bzw. „staatliche Selbstverwaltung“, wie es die Reichsbürger nenne, in keiner Weise. Dass sich Menschen auf dem Boden(!) des leider nicht verbindlichen Völkerrechts auf die Suche nach Wegen machen, aus einer Gemeinschaft herauszukommen, die allem voran Krieg führt, „Niedriglöner“ ausbeutet, Krankenhäuser schließt, Felder vergiftet, Bürgern das Existenzminimum sanktioniert, einen Mindest- aber keinen Maximallohn einführt und dabei den Reichen den roten Teppich ausrollt, wundert mich nicht.
    Dass Reichsbürger per se fremdenfeindlich sind und dass es ihnen um irgendein Europa ginge, ist schlicht weg falsch, da es nicht auf die Reichsbürger zutrifft, die ich kenne. Denen liegen ganz andere Motive zu Grunde: eine ablehnende Haltung gegenüber den Einsätzen der Bundeswehr beispielsweise und der starke Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit. Konstantin Küspert, Annalena Küspert und Philipp Otto beteiligen sich hier an einer eindimensionalen, oberflächlichen und staatstragenden Propaganda.

    „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit“ Marie v. Ebner-Eschenbach

    Was mich irritiert ist einzig und allein der Umstand, dass die Reichsbürger glauben, sich mit Berufung auf das Völkerrecht ganz ohne Revolution einem mafiösen Geflecht aus Waffen-, Finanz- und Pharmaindustriellen entziehen oder entgegenstellen zu können. Das halte ich für etwas naiv, unterstreicht aber und darauf lege ich sehr viel wert, die eigentliche Friedfertigkeit des Reichsbürgertums! Das gilt nicht natürlich für jedes Individuum. Dass einzelne Waffenbesitzer ihr Hab und Gut zu verteidigen suchen, steht auf einem anderem Blatt. Ich warne hier vor Pauschalisierungen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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