Helme, Helme und Helme

Helme, Helme und Helme
Helme, Helme und Helme
Seit ein paar Tagen gibt es auf der Hoyerswerdaer Straße ein neues Spezialgeschäft. Tim Döke und Gordian Krahl sind die Helmhelden der Stunde und haben ein Paradies für Kopfschutzsuchende eröffnet.

„Angefangen hat alles vor drei Jahren mit Bauhelmen“, erzählt Gordian. Damals war er noch Angestellter bei einer Bank und das Geschäft startete erstmal online. Doch mit Bauhelmen allein war kein großes Geschäft drin. Dann ergab es sich, dass sie bei einem Crowdfunding für einen Multimedia-Helm aus China mitmachten und das fertige Produkt in Deutschland verkauften.

Gordian hält einen solchen Helm in der Hand. Kaum schwerer als ein herkömmlicher Fahrradhelm. Dafür aber mit Licht vorne und hinten. Dann zeigt er den Knüller. Ein kleiner Knopf, den kann man am Lenker montieren. „Damit kann ich blinken“, sagt Gordian und betätigt den Knopf. An der hinteren Seite des Helms blinkt es nun orange nach links.

Gemäß der Straßenverkehrsordnung müsse man zwar weiterhin die Hand raushalten, aber so ein Blinksignal habe gerade in der etwas dunkleren Jahreszeit eine gute Wirkung für den nachfolgenden Verkehr. Das rote Hauptrücklicht ersetzt natürlich auch nicht die vorgeschriebene Lichtanlage am Fahrrad. Aber es ergänzt eben gut.

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Dann dreht er den Helm um. „Hier unten sind zwei Lautsprecher und dort das Mikrofon, der Helm ist per Bluetooth mit dem Handy verbunden, als Freisprecheinrichtung“, erklärt der 34-Jährige. Das sei auf jeden Fall sicherer als mit Stöpseln im Ohr durch den Verkehr zu fahren, ist er überzeugt. Die Nachfrage nach Helmen mit Zusatzfunktionen steigt auf jeden Fall stark an. Ohnehin nehme die Nutzung von Helmen bei Radfahrern zu.

Helmheld Gordian Krahl vor seinem Geschäft an der Hoyerswerdaer Straße
Helmheld Gordian Krahl vor seinem Geschäft an der Hoyerswerdaer Straße

Helme für Radler, Kraxler, Reiter, Skifahrer und Bauarbeiter

Neben den Radler-Kopfbedeckungen bieten die Helmhelden auch Schutz für Skifahrer, Bergsteiger und Reiter. Der Umsatz der kleinen Firma, die ihre Wurzeln in Bautzen hat, ist inzwischen so starkt gestiegen, dass Gordian seinen Job gekündigt hat und sich nun ganz dem Helmgeschäft widmet. „Dann wollten wir nicht mehr alles von zu Hause aus machen, also suchten wir ein Büro“, erzählt er. Dann ergab es sich, dass hier auf der Hoyerswerdaer Straße die Fahrschule Dagmar noch einen Raum angemietet hat, den sie gerade nicht braucht. „So haben wir jetzt einen Untermietvertrag – erstmal für ein halbes Jahr, dann sehen wir weiter“, sagt Gordian, der mit der Lage hier ziemlich zufrieden ist.

„Seit der Eröffnung ist noch kein Tag vergangen, an dem wir nicht mindestens einen Helm verkauft haben“, erklärt er, auch wenn das Hauptgeschäft natürlich weiterhin online ablaufe. Vielleicht ist es der Geist der alten Fahrschulräume, aber Gordian kann sich gut vorstellen, demnächst auch Motorradhelme anzubieten.

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10 Kommentare zu “Helme, Helme und Helme

  1. In der StVO steht nichts davon, daß Radfahrer beim Abbiegen die Hand raushalten müssen. In ‚§ 9 Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (1)‘ heisst es „Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen.“

    Mal davon abgesehen steht bis heute ein Nachweis der Schutzwirkung von Fahrradhelmen aus. Viel wichtiger als Styroporhüte aufzusetzen ist es gerade bei Abbiegevorgängen den umliegenden Verkehr zu beobachten und sich entsprechend zu verhalten. Was ich, als jemand der nahezu 100% seiner Wege mit dem Rad zurücklegt, immer wieder erlebe sind Radfahrer die in Situationen wo der Schulterblick zwingend wäre meinen es wäre mit dem Heraushalten des Armes getan. Mich wundert eher, daß nicht mehr Radfahrer im Verkehr sterben.

  2. @Zuckerschnute

    „Mal davon abgesehen steht bis heute ein Nachweis der Schutzwirkung von Fahrradhelmen aus.“

    Ich empfehle Dir einen Selbstversuch. Du leihst Dir einen Helm und haust dir selbst mit einem Hammer auf den Kopf. Danach machst du das gleiche ohne den Helm. Wenn du wieder wach bist, kannste ja mal darüber nachdenken, was du hier für einen Unsinn schreibst.

  3. @statler & waldorf
    Es ist schon so, dass der Kopf bei Radlern nicht so oft betroffen ist.
    Sollte er aber einmal aus ca 1,50m – 2,00m Höhe auf den Bordstein knallen ist ein Helm definitiv ein Lebensretter.

    Dieses BlinkFreisprechgedöns kann man sich aber sparen.

  4. @_

    mir ist schon klar, das ein Helm nicht gegen Schürfwunden am Unterarm schützt. Die sind aber auch nicht lebensbedrohlich.

    Eine Freundin von mir ist Ärztin in der Neurochirurgie. Und sie fährt als überzeugte Grüne so gut wie immer mit dem Fahrrad. Sie hat sich, nachdem sie 1 Woche dort gearbeitet hat, einen Fahrradhelm zugelegt.

    Rate mal warum !?

    Und ja. ob man dieses „BlinkFreisprechgedöns“ braucht, darüber kann man wohl trefflich diskutieren.

  5. @statler & waldorf: Zu deiner Information – Fahrradunfälle laufen üblicherweise nicht so ab dass einem jemand mit einem Hammer auf den Kopf schlägt.

    Aus meiner Erfahrung nach 37 Jahren Praxis als Fahrradfahrer kann ich sagen, daß man den Kopf bei einem Unfall instinktiv mit den Armen schützt. Viel wichtiger ist aber das vorrausschauende Fahren, der Situation angemessene Geschwindigkeit, keine unnötigen Risiken einzugehen, die Kenntnis örtlicher Gefahren (Längskanten, Schlackesteinpflaster, Schienen), das Vorhandensein von funktionstüchtigen Bremsen und Beleuchtung sowie die Bereitschaft auch mal auf sein Vorfahrtsrecht zu verzichten wo man eigentlich rechtlich fahren könnte.

    Deine Argumentation-Form aufgreifend könnte ich auch sagen lass dir mal ein 10kg Gewicht aus 5m Höhe auf deine Wirbelsäule fallen und dann nochmal mit Rückenprotektor. Ich nehme an du fährst mit dem Fahrrad nicht auf 100% deiner Wege mit Rückenprotektor, nichtwahr?.

    Und was deine Freundin aus der Neurochirurgie angeht, hat die sich einen Integralhelm angeschafft? Wenn nicht dann fällt das als Argument für deine Position aus.

  6. @Zuckerschnute

    Du machst das schon. Und nach 37 Jahren Fahrradfahren find ich es toll, dass deine Reflexe noch so toll funktionieren…..Von mir aus fahr mit oder ohne Helm…. meine Freundin hat dann immer was zu tun….

    RÜCKENPROTEKTOR UND INTEGRALHELM !

    Was für ein Scheiss !

  7. Eine Aggression ist das hier!? Als würde es um Flüchtlinge gehen!? ;)

    Gut für die Neustadt, dass der Einzelhandel noch nicht tot ist. Viel Erfolg, Jungs!

    Und bitte der Zuckerschnute Helm und Armschoner besorgen. Und vielleicht was gegen die Aggression. Einen Hammer vielleicht?

    @statler & waldorf: kannst Du da helfen?

  8. Kein Helm und keine Warnweste kann fehlende Umsicht und mangelhaftes Aufpassen ersetzen.
    Ich werde trotz aller Argumente für Schutzkleidung das Gefühl nicht los, Industrie und Handel haben hier wieder einen tollen Absatzmarkt erfunden. Ich rede hier nicht von Situationen in Jobs, bei denen es wirklich angebracht ist., sondern von Freizeitaktivitäten bei denen es jahrzehntelang ohne ging und das ganz gut sogar. Und die Masse geht der Angstmache auf den Leim.

    Das Beste dabei sind die mir ständig auf dem Rad begegnenden Leute, welche sich im Dunkeln ohne Licht im Verkehr bewegen, gefolgt von denen die freihändig mit dem Rad fahren, um gleichzeitig auf dem Handy herumzutippen und dann aber einen Helm aus Sorge um ihre Gesundheit aufhaben. Da kann ich wirklich nur mit dem Kopf schütteln.

    Unsere Kinder werden immer mehr in passive „Sicherheit“ gepackt, statt ihnen beizubringen wie man auf sich und andere aufpasst und durch entsprechendes Verhalten Gefahren vermeidet.
    Eine Beule half und hilft beim Dazulernen. Der Rest ist natürliche Auslese ;)

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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