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Nudeln unter Tomatensoße

Anfang Juli hat am Nord­bad das “La Moka” eröff­net mit fri­scher, ita­lie­ni­scher Küche. Das Team um Kat­rin Kämpfe und Koch Edu­ardo Palomba will der schwie­ri­gen Adresse ein ganz neues Leben ein­hau­chen. Zeit für einen Imbiss-Test.

Mit zwei Mit­tags­be­glei­tern bummle ich durch den Hof, die Sonne knallt, die Schwüle drückt, spä­ter am Tag wird’s noch ordent­lich schüt­ten. Egal, erst­mal bes­tes Wet­ter für den Gar­ten. Der ist zur bes­ten Mit­tags­zeit ganz gut besucht, aber ein Tisch­chen für uns ist noch frei. Die Karte ist ne Tafel und weist auf die Bestell­mög­lich­keit am Tre­sen hin.

Wie im Kräutergarten: Man sitzt im Grünen.
Wie im Kräu­ter­gar­ten: Man sitzt im Grünen.
Aber eine freund­li­che Kell­ne­rin eilt gleich her­bei und wischt die vom mor­gend­li­chen Nie­sel feuchte Sitz­bank ab und nimmt gleich unsere Bestel­lun­gen ent­ge­gen. Wir kön­nen wäh­len zwi­schen gefüll­ter Tomate, einer Kür­bis-Suppe, einem grie­chi­schen Salat und Nudeln mit Toma­ten­soße. “Zwei­mal Nudeln, ein Salat bitte”. Dazu wer­den soge­nannte soli­da­ri­sche Getränke gereicht, also Pre­mium Cola, Quar­tier­meis­ter-Pils und Kolle-Mate, Pro­dukte für eine bes­sere Welt.

Wenig spä­ter steht Koch Edu­ardo neben unse­ren Tisch. Wie selbst­ver­ständ­lich spricht er uns auf eng­lisch an. Ob die Pasta al dente sein soll? “A bit more”, gebe ich ihm mit, was spä­ter zu Ver­wir­run­gen in der Küche füh­ren soll. Einst­wei­len füh­len wir uns aber wie in einer Metro­pole, genie­ßen die Sonne und die leichte Brise. Die Spei­se­karte wech­selt täg­lich, kann immer frisch auf der Face­book-Site ein­ge­se­hen werden.

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Dann sind die Spa­ghetti da. Edu­ardo erläu­tert die Küchen-Dis­kus­sion. Zwei Drit­tel des Per­so­nals hät­ten “a bit more” mit einem biss­chen stär­ker al dente inter­pre­tiert. Kein Wun­der das die lan­gen Nudeln so schnell fer­tig sind. Wir grin­sen und begin­nen zu schmau­sen, auch der Salat nebst Brot wird prompt geliefert.

Spaghettata all'italiana oder Nudeln mit Tomatensoße
Spa­ghet­tata all’i­ta­liana oder Nudeln mit Tomatensoße

Die Soße: lecker und stückig

Die Soße ist stü­ckig, die Toma­ten schme­cken, als hät­ten sie heute Mor­gen noch am Strauch gehan­gen. Abge­schmeckt mit Knob­lauch, Pepe­ron­cini und Basi­li­kum. Gut gewürzt, der Knob­lauch drängt sich nicht in den Vor­der­grund. Für zusätz­li­che Schärfe steht eine Pfef­fer­mühle am Nach­bar­tisch bereit. Auch der Salat kommt gut an. Wir sind uns einig. Geschmack: erst­klas­sig. Aber für ein Nudel­ge­richt 7,50 Euro, der Salat ist auch nicht bil­li­ger. Da schluckt das Schnäppchenherz.

Ich spre­che Edu­ardo, der sich nach dem Befin­den erkun­digt, dar­auf an. Er holt etwas aus. Berich­tet von Zuta­ten, die er extra aus einer Gärt­ne­rei holt, nix da mit fer­ti­gem Toma­ten-Brei aus dem Groß­markt. Er kommt rich­tig in Fahrt. Recht hat er ja. Wir mein­ten ja nur, dass viel­leicht mehr Leute, wenn es billiger…

Ich halte lie­ber die Klappe. Sie wer­den sich schon was dabei gedacht haben. Edu­ar­dos Schluss­wort, wenn ich sein Eng­lisch rich­tig ver­stan­den habe: “Dann kommt ihr eben nur zwei­mal die Woche und nicht jeden Tag.” Wenn der wüsste, wie viele Imbisse noch auf mei­ner Test­liste stehen.

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Ich werfe noch schnell einen Blick ins Innere des Lokals. Von Neu­städ­ter Diechl oder Göt­ter­spei­sen ist hier nix mehr zu spü­ren, dafür ganz viel ita­lie­ni­scher Flair, bis hin zur roman­ti­schen Schie­be­tür vorm Klo. Fetzt. Also: Gro­schen zusam­men­hal­ten und prima Essen gehen in schmu­cker Umgebung.

Caffetteria La Moka – Imbiss-Test

  • Fazit: Sehr leckere und sehr fri­sche ita­lie­ni­sche Küche mit kon­trol­lier­ten Zuta­ten. Nicht bil­lig, aber sei­nen Preis wert. Haupt­ge­richte ab 7,50 Euro. 
  • Rothen­bur­ger Straße 38, auch zu errei­chen über Böh­mi­sche Straße 27 (Nord­bad­hof)
  • wei­tere Infos auf Face­book
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21 Ergänzungen

  1. Hallo Anton, danke für Deine Tests und dass Du immer für uns Essen gehst ;-) Nur ein Wunsch und damit keine Kritik…ich würde mich freuen, wenn du in der Neu­stadt (in mei­nem Namen ver­steht sich) mal die Cafe’s tes­test. Es gibt ja eine Menge davon, ich kenne nur einige aber lei­der nur ganz wenig Gute, wo es sol­chen Kaf­fee, wie im Oswaldz. Und falls Du das diese Woche nicht mehr schaffst, nächste Woche reicht auch :-)))) viele Grüße

  2. @Rico: Danke erst­mal. Ich trai­niere der­zeit daran, Espresso ohne Zucker zu trin­ken. Wenn ich das irgend­wann mal geschafft habe, kann ich viel­leicht nen seriö­sen Ver­gleich machen. Bis dahin schwebt mir eigent­lich als nächste Test­reihe ein Früh­stückst­test vor.

  3. Herr­lich ita­lie­nisch genie­ßen bei einem grie­chi­schen Salat. Ein Traum.

  4. Komisch vom Oswaldz hab ich genau das Gegen­teil gehört, Kaf­fee irgend­wie zu sauer?! Und selt­same Grund­ab­läufe bei Bestel­lung und Bedie­nung. Wie gesagt nur gehört, aller­dings von meh­re­ren Leu­ten …, @ Anton, Kaf­fee mit Zucker …is voll BÄH :)

  5. Dazu wer­den soge­nannte soli­da­ri­sche Getränke gereicht, also Pre­mium Cola, Quar­tier­meis­ter-Pils und Kolle-Mate, Pro­dukte für eine bes­sere Welt.”

    Ham wir frü­her auch schon gemacht: Sau­fen für den Weltfrieden.

    Man man man… die Leute kön­nen nicht mehr rich­tig schrei­ben und rech­nen… das Hand­werk geht unter… wir brau­chen drin­gend “Fach­kräfte” aus aller Her­ren Län­der… das Leben zu erar­bei­ten schei­nen fast nur noch die Alten… aber pseu­do­in­tel­lek­tu­el­len Dünn­pfiff erfin­den, das geht immer, in die­sem deka­den­ten Ländle im Endstadium.

  6. @Anton: Warum? Willste mit mir weg­fah­ren? :-) (Aber Vor­sicht, Man­che mut­ma­ßen, ich hätte zu viel Sonne abbekommen. :-) )

    Im Ernst: Fühlst Du Dir auf den Schlips getre­ten? Warum?

  7. Ach so, dann habe ich das falsch verstanden. 

    Danke für die liebe Nach­frage. Aber nein, das hat nichts mit Urlaub zu tun. Ich schreib ja eher pha­sen­weise. Sozu­sa­gen fast: Quartalspegelschreiber. :-)

  8. 7.50 wird für ein Nudel­ge­richt als zu teuer empfunden ???
    Ihr könnt ja mal rech­nen wie­viele Nudel­ge­richte ver­kauft wer­den müs­sen um allein die Miete für so einen Laden auf­zu­brin­gen!!! Ganz zu schwei­gen von Neben­kos­ten, Per­so­nal und der Tat­sa­che, dass der Gas­tro­nom am Ende des Monats auch was auf dem pri­va­ten Konto sehen möchte!
    Aber klar, er macht dies aus rei­nem Altruismus…
    Wo liegt der Min­dest­lohn der­zeit? 10h die Stunde? Warte wie­viele Nudel­ge­richt abzüg­lich aller Neben­kos­ten sind das gleich?…
    Geht doch alle zu Lidl und holt Euch ne Büchse!

  9. @muzzel: Fal­scher Ansatz. Ich mache mir eher Gedan­ken, ob bei den zahl­rei­chen deut­lich güns­ti­ge­ren Nudel­an­ge­bo­ten in der Umge­bung, genü­gend Gäste kom­men, dass der Koch am Ende des Monats aus­rei­chend Pasta ver­kauft hat, um Miete, Per­so­nal und Neben­kos­ten zah­len zu können.

    Bzw. hoffe ich natür­lich, dass es funktioniert. 

  10. @Anton
    So schlecht finde ich die Idee, höher­wer­tige Spei­sen anzu­bie­ten nicht, warum soll­ten die Betrei­ber bei dem zwei­fels­frei bestehen­den Stand­ort­nach­teil auf den “immer bil­li­ger Zug” auf­sprin­gen? Gute Wer­bung und gutes Essen dürf­ten sich dann eher bezahlt machen. Von mir aus auch umgekehrt.…

    Und selbst wenn man es durch­rech­net, bei 20 Essens­ta­gen im Monat mit 2 Euro­nen mehr kommt auch nicht so die Welt heraus.

  11. @Aquii: Auch ein Argu­ment. Bin gespannt. Bis­lang hatte ich immer den Ein­druck, dass höhere Gas­tro-Preise in der Neu­stadt nur abends funktionieren.

  12. @Anton
    Ist auch logisch, da tags­über der gewöhn­li­che Arbei­ter in sei­ner Mit­tags­pause sicher­lich nicht täg­lich 7,50€ aus­gibt. Mit nem Getränk und Trink­geld ist man schnell bei 12€. Dann lie­ber zum Asi­a­laden und 3,50€ für Nudeln auf die Hand.
    In der Alt­stadt, wo die Tou­ris hung­rig wer­den, kann man natür­lich auch tags­über 15€ für paar Nudeln verlangen.
    Als Restau­rant­preis finde ich 7,50€ ok, aber nicht für die täg­li­che Mittagsversorgung.

  13. Uns (zwei Wes­sis aus dem Tau­nus) hat es auf der Flucht vor den Tou­ris­ten­strö­men letz­ten Don­ners­tag in die Neu­stadt ver­schla­gen, wo wir zufäl­lig das “La Moka” ent­deck­ten. Abge­se­hen davon, dass wir aus unse­rer Gegend ganz andere Preise gewohnt sind, fan­den wir das Preis-/Leis­tungs­ver­hält­nis ganz her­vor­ra­gend. Alle Gerichte waren aus fri­schen Zuta­ten berei­tet, deren Her­kunft ein­deu­tig klei­nen Erzeu­ger­be­trie­ben aus der Umge­bung zuge­ord­net wer­den konnte. Ein Blick in die aus­ge­stell­ten Körbe offen­barte ehr­li­che Pro­dukte – nicht ver­gleich­bar mit der genorm­ten, geschmack­lo­sen Mas­sen­ware aus dem c+c‑Markt. Und so schmeckte es dann auch: Jedes Gemüse war auf den Punkt gegart und offen­barte sei­nen vol­len Eigen­ge­schmack. Die Zusam­men­stel­lung der ein­zel­nen Zuta­ten war abso­lut har­mo­nisch, die Prä­sen­ta­tion lie­be­voll, der Ser­vice auf­merk­sam und erfri­schend unpro­fes­sio­nell (dies ist als Kom­pli­ment gemeint!). Für die her­vor­ra­gende Fla­sche Wein hät­ten wir in Frank­furt sicher das Dop­pelte gezahlt, der Kuchen (selbst­ge­ba­cken!) war sen­sa­tio­nell, und auf den Kaf­fee hätte man­cher ita­lie­ni­sche Barista stolz sein kön­nen. Ich wün­sche dem Team vom “La Moka”, dass es sein Kon­zept erfolg­reich bei­be­hal­ten kann, und dass es viele Gäste gibt, denen gute Pro­dukte und hand­werk­li­ches Kön­nen einen oder zwei Euro mehr wert sind als das Con­ve­ni­ence-geprägte Mit­tel­maß und die Phan­ta­sie­lo­sig­keit der Bil­lig­knei­pen. Bil­lig kann jeder – sehr gut und den­noch preis­wert aber nur wenige…

  14. Das was auf den Tisch kam war über­zeu­gend. Und preis­wert. Ich finde man muss unter­schei­den zwi­schen bil­lig und preis­wert. Bil­lig gibt es mas­sen­haft – Trend der Zeit. Auch der Wein war ohne jeden Tadel und sei­nen Preis ohne jeden Zwei­fel wert.

    Der Ser­vice war auf­merk­sam und freundlich.

    Auch die Stim­mung war ange­nehm – bis gegen 22 Uhr – dann wurde die Musik lau­ter gedreht und es wurde immer lau­ter und zuneh­mend unan­ge­nehm. Wie wenn man jetzt ver­trie­ben wer­den sollte. Kurz nach 22 Uhr war das Lokal dann auch erfolg­reich geräumt. Schade – hat dem guten Ein­druck etwas Abbruch getan .… Mög­li­cher­weise wären nicht nur wir sonst etwas län­ger sit­zen geblie­ben und hät­ten noch wei­ter den guten Wein genossen.

  15. Ich muss auch mal mei­nen Senf dazu geben, 7,50 für ne ordent­li­che Pata ist o.k., wer beim Asi­a­laden für 3 und weiss ich was ist, sollte mal nach­den­ken, das die Asi­a­im­bisse NIE und NIMMER den Min­dest­lohn bezah­len, selbst der ist ja zu gering! Bauch voll auf Kos­ten der Aus­beu­tung /​Selbst­aus­beu­tung!
    Kurze Kalkulation:
    3,5 minus 19% Steuer, bleibt 2,83-
    Waren­ein­satz 1,- bleibt 1,83-
    Miete?
    Strom?
    Gas?
    IHK?
    Berufsgenossenschaft?
    Rücklagen?
    Investition?
    Werbung?
    Und der Koch, Kell­ner, Putzer???????????????
    Ich kann das nicht mit gutem Gewis­sen machen, aber das sollte jeder sel­ber entscheiden!

  16. Really Good Food , one of the best new restau­rants in DD Neustadt-
    Good real Ita­lian dis­hes –it s not cheap but 10 times times bet­ter com­pa­red to other wan­nabe Ita­lian restau­rants in DD —
    LOVE IT, my new fav spot in Newtown–
    Joe Strummer

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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