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Arbeitsanstalt wird wiedereröffnet

Organisator Kay Pyta - Foto: Youssef Safwan
Organisator Kay Pyta – Foto: Youssef Safwan

Wenn das kein Grund ist mal wieder laut „Ornö“ zu rufen. Das seit einigen Jahren als Biennale stattfindende gleichnamige Kunstfestival zieht im September in die ehemalige Arbeitsanstalt an der Königsbrücker Straße. Mehr als 200 Künstler werden den extrem heruntergekommenen Räumen neues Leben einhauchen.

Seit 15 Jahren beglückt der Fotograf und Organisator Kay Pyta Dresden in unregelmäßigen Abständen mit seinen Kunst-Ausstellungen „Ornö“. Angefangen hatte alles im Frühjahr 2000 in der Schweppnitzer Straße. In einem Mini-Raum präsentierte Pyta verschiedene Künstler und gefeiert wurde auch kräftig. Besonders für klassische Kunstmuffel war das die Gelegenheit mal über den eigenen Schatten zu springen. „Ornö“ – sagt der Sachse eigentlich, wenn er mit etwas nicht einverstanden ist, wobei die Betonung ganz klar auf dem „ö“ liegt.

Über die Jahre hinweg fand Pyta immer wieder interessante Orte für sein Festival. Zuletzt bespielte er das Wasserwerk Saloppe und davor auch schon mal das Hochhaus am Albertplatz und das Standesamt gegenüber dem Japanischen Palais.

Der erste Ausstellungsraum ist schon fertig: Skulptur von Sandra Rosenstiel - Foto: Youssef Safwan
Der erste Ausstellungsraum ist schon fertig: Skulptur von Sandra Rosenstiel – Foto: Youssef Safwan
In diesem Jahr sollen zwei Standorte bespielt werden, zum einen den Glockenturm der Garnisonkirche an der Stauffenbergallee zum anderen eben die alte Arbeitsanstalt an der Königsbrücker. Das Gebäude aus dem Jahre 1876 hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Arbeitsanstalt war eine Einrichtung, in der sogenannten Arbeitsunwillige einquartiert worden. Ende des 19. Jahrhunderts waren hier rund 450 Menschen interniert (weitere Infos dazu auf dresdner-stadtteile.de). Zu DDR-Zeiten wurden hier die Rekruten für die Nationale Volksarmee untersucht. Seit einigen Jahren steht das Haus leer. Pläne, es in eine Schule oder ein Asylbewerberheim umzuwandeln, scheiterten. Zuletzt hat das Gebäude vor allem die Bundespolizei für Übungen genutzt.

Vom 4. bis 20. September wird das Haus nun mit viel Kunst und jeder Menge Performance gefüllt. Zum Auftakt spielen unter anderem die Offbeat Foundation und Alf Mahlo tritt auf. Die Ausstellungen reichen von Installationen über Videoperformances und Gemälde bis hin zu Mosaiken und Skulpturen. Am 20. September wird die Ausstellung mit einer Finissage und der Verleihung eines Kunstpreises beendet.

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4 Ergänzungen

  1. das „putzgesicht“ zwischen fenster und dem gesicht aufm plakat auf dem ersten, obersten foto fetzt.

  2. Nun ja, man mag es oder nicht. Ich erinnere mich jedenfalls mit nicht therapierbaren Grauen an die Unterwasseroper in der Saloppe … Hmmmmmmpf … oder klassisch. BÄH

  3. julia, ich werde auch nur hingehen, um mir das gebäude mal legal angucken zu dürfen. und natürlich die „einbezogenen graffiti“ ;)
    wieso wird das verotten gelassen, es darf nur ab & an ma so kunst rein, und wenn man übern zaun klettert (was südseits eher ne schwelle is) bekommt man von selbsternannten securities fast auf die mappe?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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