Sicherheitsbedenken beim Lustgarten

Kein Reinkommen - der Weg zum Russensportplatz scheint für den Lustgarten-Aktivisten Mirko Sennewald versperrt.
Kein Reinkommen – der Weg zum Russensportplatz scheint für den Lustgarten-Aktivisten Mirko Sennewald versperrt.
Die Vertreter von Grünflächenamt, Ordnungsamt und Polizei waren sich einig: Den BRN-Lustgarten auf dem Gelände des Russensportplatzes zu etablieren, ist ausgeschlossen. Genau das wollen aber Grüne und Linke mit einem Stadtratsantrag erreichen. Der wurde gestern Abend im Ortsbeirat diskutiert.

Der Lustgarten ist seit zwölf Jahren fester Bestandteil der alljährlichen Geburtstagsfeier der Bunten Republik im Juni. Erst auf der Brachfläche an der Böhmischen Straße 33, dann zwischen Böhmischer und Bautzner Straße angesiedelt, muss die „Oase der BRN“ nun neuen Wohnungen weichen (Neustadt-Geflüster vom 16. Februar 2015). Seitdem ist der veranstaltende Kultur Aktiv e.V. auf der Suche nach einer Ausweichlösung. Die schien mit der freien Fläche auf dem vor sich hin dümpelnden Russensportplatz am westlichen Ende des Alaunplatzes gefunden (Neustadt-Geflüster vom 11. April 2014). Doch bislang haben die Ämter das Projekt abgelehnt. Gestern Abend erläuterten die Vertreter die Gründe.

Lustgarten mit Lichtkunst von Claudia Reh und der größten BRN-Flagge
2014: Lustgarten mit Lichtkunst von Claudia Reh und der größten BRN-Flagge
Jutta Gerschner vom Ordnungsamt erklärte, ihre Behörde habe erhebliche Sicherheitsbedenken, der Bischofsweg sei die Grenze des Festgebietes und eine solche Erweiterung sei personell nicht abzusichern. Der Revierleiter des Polizeireviers Dresden Nord, Thomas Wurche, schloss sich diesen Bedenken an. „Wir übernehmen bei der BRN Veranstalteraufgaben, wie zum Beispiel die Glasflaschenkontrolle, das tun wir gern“, berichtete Wurche wie das Fest zurzeit gehandhabt wird. Pro Tag seien 500 Polizisten im Einsatz, Wurche ist froh, dass die Feier seit einigen Jahren friedlich abläuft. Er erinnerte aber daran, dass gerade der Bischofsweg in früheren Jahren der Dreh- und Angelpunkt der Ausschreitungen war. „Wenn nun wieder vermehrt Menschen über den Bischofsweg zum erweiterten Festgelände strömen, wird es auch wieder Ansammlungen auf der Straße geben“, befürchtet der Polizist. Außerdem würde durch intensivere Bespielung des Alaunplatzes die BRN-Ausgänge an der Försterei-, der Alaun- und Görlitzer Straße verstopft. Der Bischofsweg sei auch eine Rettungsgasse für Krankenwagen und Feuerwehr.

Jörg Lange vom Grünflächenamt führte aus, dass der Russensportplatz zwar beräumt, aber bislang noch nicht frei gegeben ist. Das Gelände sei uneben, es könne zu Stürzen kommen und die Grenzen zur Kita und zur Paulstraße seien nicht richtig abgesichert. Außerdem sieht er die Gefahr, dass wenn einmal eine Veranstaltung auf der Wiese genehmigt sei, man andere Veranstaltungen an dieser Stelle nur schwer ablehnen könne.

Der Russensportplatz am Morgen - beruhigend grün und eingezäunt.
Der Russensportplatz am Morgen – beruhigend grün und eingezäunt.
Die Bedenken teilt Mirko Sennewald vom veranstaltenden Kultur Aktiv e.V. nicht. „Wir hatten pro Tag etwa 4.000 bis 5.000 Besucher im Lustgarten – die meisten BRN-Besucher bekommen doch davon gar nichts mit“, erklärte er am Abend. Und die paar Leute würden dann sicher nicht den Bischofsweg blockieren, zumal es von der Straße bis zu dem Russensportplatz-Gelände auch noch ein paar Meter hin sei. Auch mit der fehlenden Mauer zur Kita sieht er kein Problem: „Dort stellen wir einen Bauzaun hin, dann ist die Fläche abgesichert.“ Den Kulturaktiven läuft so langsam die Zeit davon, die Bands müssten gebucht werden, aber bei der unklaren Lage könne man das noch nicht unternehmen.


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Ortsamtsleiter André Barth brachte noch einmal seine Vorzugsvariante mit dem Gelände hinter der Königsbrücker Straße 8 ins Spiel (Neustadt-Geflüster vom 24. Februar 2015). Die meisten Ortsbeiräte wollten die Bedenken der Amtsvertreter jedoch nicht teilen. Der Grüne Valentin Lippmann fasste zusammen, dass die meisten Bedenken der Ämter wohl auch für das Gelände an der Königsbrücker Straße gelten würden. Aus der SPD gab es den Vorschlag, beide Varianten weiter im Auge zu behalten. Diesem so ergänzten Antrag stimmte dann der Ortsbeirat auch mit überwältigender Mehrheit zu. Der Antrag muss jetzt noch durch die Ausschüsse und könnte Ende März beschlossen werden. Dann hätten die Organisatoren um Mirko Sennewald Planungssicherheit.

Eingang zum Lustgarten zur BRN 2008
Eingang zum Lustgarten zur BRN 2008

7 Kommentare zu “Sicherheitsbedenken beim Lustgarten

  1. Ecki hat einen zeitlich ziemlich ausfüllenden „Job“ – sollte jemand mit dem Nickname Martin Luther eigentlich wissen.

  2. Russenstellplatz als Lustgarten, haha. Vielleicht is‘ es ja bis dahin ganz ganz sicher.
    P.s. Danke noch mal an die zwei Volldeppen, die zur letzten BRN direkt vor meine Wohnungstür (3.Stock) uriniert haben.

  3. Wo kommen wir denn bitte hin, wenn man sich seine Soße aus einer Glasflasche(!) auf unebenen Grund(!) ohne Polizeischutz(!) reinnischeln könnte? Ordnung muss sein, liebe Leute.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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