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Globus-Projekt im Stadtrat

Das Gelände am Alten Leipziger Bahnhof ist zurzeit ziemlich verwildert.
Das Gelände am Alten Leip­zi­ger Bahn­hof ist zur­zeit ziem­lich verwildert.
In die­sen Minu­ten beginnt die Stadt­rats­sit­zung im Kul­tur­rat­haus. Tages­ord­nungs­punkte 11 und 12 sind der Bau­plan für den Glo­bus-SB-Markt auf dem Gelände des Alten Leip­zi­ger Bahn­hofs. Die Stadt­räte müs­sen über fol­gende Punkte entscheiden:
    Punkt 11
    1. Bil­li­gung des Ent­wurfs zum vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Bebauungsplan
    2. Bil­li­gung der Begrün­dung zum vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Bebauungsplan-Entwurf
    3. Öffent­li­che Aus­le­gung des Ent­wurfs zum vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Bebauungsplan 

    Punkt 12
    Flächennutzungsplan-Änderung
    1. Ein­lei­tungs­be­schluss zur Ände­rung der Dar­stel­lung im Flä­chen­nut­zungs­plan der Lan­des­haupt­stadt Dres­den (Teil­flä­chen­nut­zungs­plan in den Gren­zen vom 31. Dezem­ber 1996)
    2. Beschluss über den Gel­tungs­be­reich der Flä­chen­nut­zungs­plan-Ände­rung Nr. 57 ent­spre­chend den Anla­gen 1 und 2 


Eine umfang­rei­che Vor­stel­lung des Pro­jek­tes gab es im Neu­stadt-Geflüs­ter im Novem­ber 2012. Eine Zusam­men­fas­sung der Kri­tik am Pro­jekt gab es ges­tern.

  • Viele Poli­ti­ker und heute auch zahl­rei­che Beob­ach­ter geben per Twit­ter stän­dig Bericht vom Gesche­hen. Auf dresden.de gibt es einen Live­stream zum Mit­hö­ren. Ober­bür­ger­meis­te­rin Helma Orosz fehlt heute, daher lei­tet Dirk Hil­bert (FDP) die Sitzung. 

Nachtrag:

Die Ent­schei­dung fiel dann doch knap­per aus als erwar­tet, da Ober­bür­ger­meis­te­rin Helma Orosz und drei wei­tere Stadt­räte wegen Krank­heit fehl­ten. Mit 32 zu 30 Stim­men, bei fünf Ent­hal­tun­gen stimmte der Stadt­rat der Fort­füh­rung des Pro­jek­tes zu. Die Ent­hal­tun­gen kamen sämt­lich aus dem Lager der Lin­ken. Das ist inso­fern span­nend, weil deren Frak­ti­ons­chef André Schol­lbach in sei­ner Rede ganz klar gegen das Pro­jekt plä­dierte. Eine erste Reak­tion auf das Abstimm­ver­hal­ten der Lin­ken ließ nicht lange auf sich war­ten.

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60 Ergänzungen

  1. die DB könnte doch ein wenig Geld von ihren über­höh­ten Bonis abge­ben um die his­to­ri­schen Gebäude zu sanie­ren. Ist doch „Bahn­ge­lände” bzw. ein his­to­ri­sches Kul­tur­gut der Bahn.

  2. soweit ich mit­be­kom­men habe- waren es einige /​auch die Lin­ke­frak­tion mit den Ent­hal­tun­gen. Denen ihre Mei­nung dazu hätte ich gern mal gewusst.

  3. 32 Ja /​30 Nein /​5 Ent­hal­tun­gen für VoB-Plan gestimmt.
    ebenso eine mehr­heit für die unsäg­li­che ände­rung des FN-Plans.
    frau orosz (cdu) sowie 3 wei­tere cdu-leute fehl­ten heute am beginn der sit­zung. auch auf­grund der ent­hal­tun­gen auf sei­ten der lin­ken wäre eine mehr­heit gegen glo­bus ggf. mög­lich gewesen.
    unter den 5 ent­hal­tun­gen waren die bei­den lin­ken-stadt­räte tilo kieß­ling und tilo wirtz. die meis­ten der lin­ken haben aber dage­gen gestimmt. herr kieß­ling hatte sich hier vor eini­ger zeit selbst zu wort gemel­det und schein­bar seit­her nichts dazu­ge­lernt. mög­li­cher­weise sind unsere bei­den tilos große glo­bus­fans, das sei ihnen per­sön­lich gegönnt, jedoch ist den bei­den eine ver­ant­wor­tung für die all­ge­mein­heit wohl nicht mehr zuzu­trauen. in 2 mona­ten ist stadtratswahl.

    fazit: damit ist die dresd­ner “stadt­pla­nung” voll­ends im kel­ler der bedeu­tungs­lo­sig­keit ange­langt. und nicht dass noch jemand denkt, merkt ja kei­ner; doch, das mer­ken viele.
    nächs­ter schritt wäre kon­se­quen­ter­weise die abschaf­fung des pla­nungs­am­tes. nur zu, wir haben ja den stadt­rat, die wis­sen letzt­lich eh alles bes­ser. zum bei­spiel die bei­den tilos.

  4. Und ich dachte schon, ich mit mei­nen 8,5 Diop­trien wäre kurzsichtig.
    Wann mer­ken die Leute eigent­lich, dass eine zen­tra­lis­ti­sche Struk­tur mit stei­gen­den Mobi­li­täts­kos­ten nicht mehr attrak­tiv ist? Da war ja die DDR fort­schritt­li­cher: In jedem Plat­ten­bau­ring und jedem Kuh­kaff eine Kaufhalle 

    Work, eat, buy, con­sume, then die!

  5. @Anton: Stell ein­fach die Gegen­frage: wel­cher Laden ist trotz Glo­bus nicht gefähr­det – ist genauso ein hane­bü­che­ner Unsinn. Außer­dem haben doch zumin­dest die bestehen­den Super­märkte (also Kon­sum) schon deut­lich gemacht, dass sie ihre Läden bedroht sehen. Was wirk­lich pas­siert, sieht man erst hin­ter­her – dann ist es bloß zu spät…

  6. Man ver­sucht doch Kon­ku­renz immer zu ver­hin­dern, Kon­sum wird bestimmt nicht in die Hände klat­schen und sich freuen. Dann müs­sen sie sich hält Gedan­ken machen wie sie ihre Kund­schaft wei­ter an sich binden…

  7. Dom: Kun­den­bin­dung ist im Super­markt ganz ein­fach: Der nied­rigste Preis gewinnt. Und da haben gro­ßen Ket­ten andere Mög­lich­kei­ten, die Zulie­fe­rer zu drü­cken, als Mittelständler.

  8. @ anton: Dar­auf kann man keine Ant­wort geben – weil für diverse Läden ein­fach der berühmte Trop­fen sein kann.

    Den­noch:
    – wer­den Flä­chen ver­baut, die z.B. Woh­nen die­nen könnten
    – wird ein Rie­sen-Ver­kehrs­er­zeu­ger gebaut
    – wird der Kon­kur­renz­kampf im Einz­al­han­del ver­schärft (Mäl­ze­rei und ODC soll­ten als mah­nende Bei­spiele herhalten

    Was mich am meis­ten stört, ist eben die Igno­ranz aller Rah­men­kon­zepte: die durch den Stadt­rat selbst mal beschlos­sen wurden!

    Viel­leicht sollte man alle Stadt­räte erst­mal in einen Bus set­zen und zu einem bestehen­den Glo­bus kar­ren, damit die kapie­ren, wor­über sie reden…

  9. Ich bezweifle stark, dass Woh­nun­gen neben dem alten Schlacht­hof ein gut durch­dach­tes Kon­zept sind. Die Fol­gen sieht man dann auch erst hin­ter­her, wenn sich Mie­ter und Schlacht­hof anfan­gen zu behar­ken, weil die einen zurecht kei­nen Lärm wäh­rend ihrer Erho­lungs­phase gebrau­chen kön­nen und der andere aber vom Lärm machen lebt.

  10. @ein ande­rer Stefan:
    Kla­res Veto! Was zählt, sind Qua­li­tät und Ser­vice. Des­halb gehe ich bei­spiels­weise nicht zu Netto und Lidl. Schon bei der Güte des Flei­sches merkt man, wie die Dis­coun­ter pro­du­zie­ren. Halb Fleisch, halb Was­ser. Was in der 60ct-Wurst so alles drin ist; dar­über will ich erst gar nicht spekulieren.
    Wenn ich dann noch von einer schlecht gelaun­ten “Service”-Kraft bedient werde und stun­den­lang in der Schlange zur Kasse ste­hen muss, bin ich lange genug Kunde gewesen.
    Dazu kom­men dann noch die gan­zen medial auf­ge­deck­ten Skan­dale zur Behand­lung der Mit­ar­bei­ter und die Lohnpolitik.
    Bei mir kommt dann in dem Falle doch die Moral vor dem “Fres­sen”.
    Übri­gens lebt bei­spiels­weise der “Bui” recht gut von sei­nem Laden, obwohl die nächste “Kauf­halle” nur einen Stein­wurf ent­fernt ist. Das muss doch Gründe haben…

  11. @Hotte Hü: Da bist Du eine Aus­nahme. Im übri­gen ist die Qua­li­tät auch in ande­ren Super­märk­ten nicht zwin­gend bes­ser, aber das nur am Rande. Wenn ich die Wahl habe, kaufe ich auch lie­ber Waren in guter Qua­li­tät bei freund­li­chen Men­schen. Aber die Moral muss man sich auch leis­ten kön­nen, was “dank” Sozi­al­re­for­men und “Lohn­zu­rück­hal­tung” immer weni­ger Men­schen kön­nen. Viele Men­schen würde sicher gerne in einem intak­ten sozia­len Mil­lieu beim Tante-Emma-Laden an der Ecke ein­kau­fen gehen kön­nen, und sich keine Sor­gen machen müs­sen, ob sie sich das leis­ten können.

  12. Eigent­lich müsste ich, um mei­nem eige­nen Anspruch gerecht zu wer­den, auf jedes Pos­ting hier auf die eine oder andere Art und Weise ant­wor­ten, bin aber nach dem gest­ri­gen Abend ehr­lich gesagt dafür momen­tan zu frus­tiert (vor allem vom Ver­hal­ten bestimm­ter Leute); diese Phase der Erschöp­fung wird aber nur von kur­zer Dauer sein, dann gehts mit neuer Kraft weiter
    @jan: Darf ich hier viel­leicht mal einen Gast­bei­trag schrei­ben, um die Posi­tion der Geg­ner die­ses Pro­jek­tes (unter beson­de­rer Berück­sich­tung der Kom­men­tare) mal zusammenzufassen?

  13. @ein ande­rer Stefan:
    Das Argu­ment mit dem “sich leis­ten kön­nen” wird zwar immer wie­der vor­ge­scho­ben, stimmt des­halb aber noch lange nicht.
    Selbst im Hartz4-Bezug kann man sich noch gesund und qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig ernäh­ren. Man muss eben nur ein wenig Ahnung vom Kochen und den Anspruch haben, sich auf Dauer nicht die Gesund­heit zu rui­nie­ren. Zudem ist mitt­ler­weile bewie­sen, dass z.B. Fer­tig­pro­dukte kei­nes­falls bil­li­ger sind, als selbst zube­rei­tete Gerichte.
    Und viel­leicht muss man auch mal wie­der ler­nen, die rich­ti­gen Prio­ri­tä­ten zu set­zen. Komi­scher­weise ist näm­lich bei sehr vie­len das Geld vor­han­den, sich teure Sta­tus­sym­bole aus der Tech­nik­ab­tei­lung leis­ten zu kön­nen. (Nein, dass ist kein dump­fes RTL-Kli­schee.) Zudem reicht ein Blick auf die Park­plätze der Dis­coun­ter, um zu sehen, dass es kei­nes­falls das “Prä­ka­riat” ist, das dort ein­kau­fen geht. (Ja, es mag die ganz schwe­ren Fälle geben, die zur “Tafel” gehen müs­sen, weil es die finan­zi­elle Situa­tion ein­fach nicht anders zulässt. Aber die Mehr­heit der Men­schen ist es sicher nicht.)

    Als ich noch stu­diert habe, musste ich – ob des schma­len Zuschus­ses vom BAföG-Amt – auch auf ver­schie­dene Dinge (meist mit einem Apfel drauf) ver­zich­ten, die bei ande­ren zum Selbst­ver­ständ­nis gehör­ten. Aber ich bin eben auch so erzo­gen wor­den, dass ich mein Geld kaum für Luxus-Arti­kel aus­gebe. Inso­fern war das Leben abso­lut zu meis­tern, ohne an irgend­wel­chen uner­füll­ten Sehn­süch­ten zugrunde zu gehen.

    Be thank­ful for what you’ve got.

  14. @ Hotte Hü: Das mit den Prio­ri­tä­ten ist sicher ein Punkt. Letzt­lich kann ich, wenn ich am unte­ren Rand des Spek­trums leben muss, zwi­schen gesun­der Ernäh­rung und einem Maß an gesell­schaft­li­cher Teil­habe (dazu gehört heut­zu­tage auch Unter­hal­tungs­elek­tro­nik) “wäh­len”, um es mal zuzu­spit­zen. Das Pro­blem sehe ich darin, dass viele Men­schen vor diese Wahl gestellt wer­den, nicht dass sie eine fal­sche Wahl tref­fen. Den Men­schen ihre Ent­schei­dun­gen vor­schrei­ben wol­len finde ich falsch – das haben wir schon allzuoft. 

    Aber das führt vom Kern weg. Im Super­markt­ge­werbe geht es viel­fach über den Preis, weil die “Geiz-ist-geil” Men­ta­li­tät tief ver­an­kert ist. In Deutsch­land sind die Lebens­mit­tel im Ver­gleich sehr güns­tig, teil­weise so güns­tig, dass sie nur qua­li­ta­tiv schlecht zu dem Preis pro­du­ziert wer­den kön­nen. Wenn es nicht um den Preis ginge, hät­ten Dis­coun­ter nicht seit vie­len Jahr­zehn­ten so viel Erfolg. Da wir aber eine poli­tisch gewollte Armut in Deutsch­land haben, müs­sen die Preise auch so nied­rig bleiben.

  15. Bin ja mal auf den tat­säch­li­chen Plan – soll jetzt laut gest­ri­gen Stadt­rats­be­schluss ver­öf­fent­licht wer­den – gespannt.

  16. da bin ich auch gespannt. die visu­als in der presse sind aber bis heute die­sel­ben wie von anfang an. nur den klei­nen büro­bau direkt an der leip­zi­ger haben die etwas ver­brei­tert. die anpas­sun­gen an den mes­ter­plan, ohne­hin gering, sind dreis­ter­weise über­haupt nicht gemacht wor­den. nach wie vor prangt ein park­platz­ge­lände auch hin­ter der klo­bus­halle, eine dach­park­deck wurde ja ver­wor­fen und die grün­achse aus dem mas­ter­plan wird nach wie vor geschnit­ten statt fortgesetzt. 

    den­noch stie­gen die angeb­li­chen gesamt­kos­ten von anfangs über 30 mille auf nun­mehr fan­tas­ti­sche 60 mil­lio­nen. bauen die da gol­dene bord­steine für die auto­lobby oder wo soll das her­kom­men? bei der kos­ten­stei­ge­rung dächte ich eher an zwei banale tief­ga­ra­gen­ge­schosse unter der halle, dann wäre dach, vor­platz und rück­areal vom par­ken frei­ge­hal­ten. dann könn­ten sie aber die halle auch gleich nach vorn zie­hen gen eisen­bahn­strasse. damit wären alle zufrie­den, dahin­ter ent­stün­den einige bau­flä­chen unter­schied­lich ent­wi­ckel­bar. es ist so ein­fach. warum bauen die keine tief­ga­rage, kein grund spricht dagegen?

  17. nepu­muk: Eine Tief­ga­rage kos­tet noch mehr Geld. Ein eben­erdi­ger Park­platz ist die bil­ligste (im Wort­sinne) Lösung. Bis die zu Ende geplant haben, wer­den da noch belie­bige Kos­ten­grö­ßen in die Gegend gewor­fen wer­den, da würde ich noch nicht viel drauf geben. Und da es eh ein pri­va­ter Bau­herr ist, muss er sowieso nicht sagen, was der Spass kostet.

  18. schon klar, aber statt ehr­li­che 30 jetzt 60 mille ohne sons­tige plan­än­de­rung rei­chen bei wei­tem für 2 auto­ge­schosse aus, das bleibt ja fast wie im roh­bau. der ganze her­zo­gin gar­ten kos­tet auch so viel und hat kom­pletto tief­ga­rago. hier sit eben die bil­ligste lösung für eine zen­trale innen­stadt­lage völ­lig inak­zep­ta­bel. wie kön­nen die sich diese 96000qm bau­land bloß leis­ten? die haben erst vor kur­zem den haupt­teil gekauft, wohl zu höhe­ren kos­ten, denn die sind gestie­gen. das erklärt einen teil der höhe­ren auf­wen­dun­gen. den flä­chenkauf hät­ten die sich spa­ren kön­nen, wenn die was ordent­li­ches geplant hät­ten, was der lage ange­mes­sen kom­pak­tes. viele mil­lio­nen fürn park­platz ist doof hoch drei. das müs­sen die dresd­ner dann auch noch ver­kon­su­mie­ren, um die­sen schwach­sinn zu bezah­len. egal, das wird ein rie­sen-desas­ter und in paar jah­ren schon wird man die­sen klops brand­mar­ken, wohl­ge­merkt auf­grund die­ser flä­chen­ver­schwen­dung in bes­ter innenstadtlage.

  19. Also ehr­lich gesagt, auch wenn ihr mich sicher dafür has­sen wer­det: Ich begrüße ja jeden neuen Super­markt, der nicht zum Ein­heits­brei Aldi, Kauf­land, Lidl, Rewe, Netto usw. gehört…

  20. Ich dachte immer Glo­bus wäre eine Bau­markt­kette. Soll dort nun Bau­markt, Bau­markt + Super­markt, oder nur Super­markt entstehen?

  21. @gelegentlicher Mit­le­ser: So sehr unter­schei­den sich die Super­märkte mei­nes Erach­tens nicht, außer zwi­schen Dis­coun­ter und Voll­sor­ti­men­ter. Das Pro­blem hier ist nicht die Kon­kur­renz­si­tua­tion an sich, die durch den neuen Edeka sowieso ent­steht, son­dern die Fehl­ent­wick­lung eines Rie­sen­stand­orts an die­ser Stelle, der zu einer “Mono­kul­tur” füh­ren könnte, wenn die klei­ne­ren Märkte zuma­chen. Ich fänds doof, wenn ich irgend­wann für jeden Ein­kauf da hin muss.
    Auch wird das Ver­kehrs­auf­kom­men wahr­schein­lich erheb­lich stei­gen, was ein Grund ist, warum sol­che gro­ßen Stand­orte nor­ma­ler­weise an der Peri­phe­rie liegen.

  22. @anton: genau. das hab ich dir gesagt: lass uns mal durch die neu­stadt gehen und die läden suchen, die tat­säch­lich durch glo­bus bedroht sind. gehen wir doch ein­fach mal im geiste die alaun­straße vom albert­platz bis zum alaun­platz, und wenn du einen siehst, sag stopp.

    der kon­sum jetzt hat durch rewe ver­lo­ren. ganz logisch: weil es näm­lich genau der selbe kun­den­kreis ist. men­schen, die zu fuß oder mit dem rad einen ein­kauf erle­di­gen und im ent­spre­chen­den umkreis woh­nen. da wird der albert­platz-edeka sei­nen wei­te­ren ungu­ten bei­trag leis­ten und kund­schaft abzie­hen. aber warum die sel­ben leute jetzt noch bis zum glo­bus fah­ren sol­len, der schon in sei­ner dimen­sion kaum für fuß­läu­fige und rad­fah­rende kun­dIn­nen gemacht ist erschließt sich mir ein­fach nicht.

    ansons­ten meine etwas aus­führ­li­chere begrün­dung von don­ners­tag morgen.

    http://kieszlings-wahlblog.lise-dd.de/2014/03/06/globus-keine-gretchenfrage/

  23. Ich habe mir die Argu­men­ta­tion im Wahl­blog mal durch­ge­le­sen. Es sind einige gute Argu­mente dabei, keine Frage. Aller­dings halte ich einen Super­markt die­ser Größe – unab­hän­gig von allen ande­ren Aspek­ten – an die­ser Stelle nach wie vor für eine Fehl­ent­wick­lung. Das Ver­kehrs­auf­kom­men mit einem “wird so schlimm nicht wer­den” abzu­tun, halte ich für falsch. Sams­tags kann man sich das am Elbe-Park anschauen, was da so passiert.
    Zudem wird sich die Umge­bung ja auch in den kom­men­den Jah­ren ver­än­dern, Hafen­city und die Absich­ten von pro­com-invest ste­hen ja auch im Raum. Und mit wel­chem Argu­ment will man jetzt wei­te­ren Ein­zel­han­del, z.B. auf den pro­com-Flä­chen, ableh­nen? Der Mas­ter­plan ist mit die­ser Ent­schei­dung end­gül­tig Maku­la­tur geworden. 

    Über­all in der Neu­stadt wer­den Bra­chen und Bau­lü­cken bebaut und die letz­ten Rui­nen wie­der in Wohn­häu­ser ver­wan­delt. Neu­städ­ter haben zwar im Schnitt weni­ger Autos als andere, aber die Masse machts dann doch. 

    Ja, Leip­zi­ger, Gro­ßenhai­ner und Han­sa­straße sind Ver­kehrs­schnei­sen. Aber ich meine, dass der Super­markt noch wei­te­ren Ver­kehr ver­ur­sacht, den andere Nut­zun­gen dort nicht in dem Maße gene­rie­ren würden. 

    Eine Nobel-Wohn­be­bau­ung wegen per­sön­li­cher Anti­pa­thie abzu­leh­nen, auf der ande­ren Seite dann aber in Bezug auf die Super­märkte mit Markt­wirt­schaft zu argu­men­tie­ren, finde ich eigen­wil­lig – die Nobel-Wohn­be­bau­ung ist auch eine Aus­wir­kung der Markt­wirt­schaft. Das erscheint mir nicht schlüssig.

  24. Glo­bus wäre mei­ner Mei­nung nach eine abso­lute Fehlentscheidung.

    Kom­men wir hypo­the­tisch gese­hen den Befür­wor­tern einen Schritt ent­ge­gen und glau­ben, dass keine klei­nen “schüt­zens­wer­ten” Läden bedroht werden…

    Auch die genann­ten Platz­hir­sche (Edeka Albert­platz, Rewe Mick­ten, 2x Rewe Neu­stadt & die nahe­lie­gen­den Kon­sum Märkte) sind schützenswert!
    Die REWE & EDEKA Märkte wer­den von selbst­stän­di­gen klei­nen Kauf­leu­ten betrie­ben, die somit den Umsatz­rück­gang extrem in der eige­nen pri­va­ten Tasche spü­ren werden!
    Diese drei Märkte zah­len ihre Gewer­be­steuer an die Stadt Dres­den, und nicht an die Stadt, in der der Kon­zern sei­nen Sitz hat – wie bei Glo­bus St.Wendel im Saarland!

    Unter die­sem Gesichts­punkt ist es kom­plett sinn­los, dass Herr Kieß­ling mit Kon­zern­um­satz­zah­len argu­men­tiert, denn in die­sem Fall müss­ten die Umsätze der ein­zel­nen Märkte mit Glo­bus-Pro­gno­sen ver­gli­chen werden…
    … und da blei­ben die “Platz­hir­sche” in Form der jewei­li­gen Part­ner­kauf­leute auf der Strecke.

    Dres­den ist vol­ler Ein­kaufs­zen­tren und aus­rei­chend ver­sorgt – brau­chen wir da in einer Bran­che, die vor einem gro­ßen Umbruch steht (siehe Ama­zon steigt in den Lebens­mit­te­l­on­line­han­del ein) einen über 8000qm gro­ßen Super­markt? An so einer pro­mi­nen­ten und ein­zig­ar­ti­gen Stelle?

  25. @Tilo Kieß­ling
    Der Glaube, dass der Glo­bus keine Aus­wir­kun­gen auf Kon­sum und Rewe und den zukünf­ti­gen Edeka haben wird ist schlicht falsch.

    Natür­lich wer­den sich die Kun­den­ströme (wen auch nur leicht) ver­schie­ben. Der Edeka ein paar Kun­den weni­ger der Rewe auch und auch der Kon­sum wird ein paar Kun­den verlieren. 

    Es steht wohl aus­ser Frage, dass diese Märkte das ver­kraf­ten erden. Aller­dings fehlt dann auch den klei­nen Läden drum herum die­ses kleine biss­chen LAuf­kund­schaft. Und dass kann dann für den ein oder ande­ren Laden­be­sit­zer der Sarg­na­gel sein. 

    Und so ver­stehe ich ebenso wie viele andere auch nicht warum die Linke nicht gegen das PRo­jekt gestimmt hat. Es ist aus ver­sor­gungs­tech­ni­scher über­flüs­sig. Das Gelände könnte für die Errich­tung ACHTUNG von bezahl­ba­rem Wohn­raum bes­ser genutzt werden. 

    Und zum Schluss noch eine blöde Frage. Im Glo­bus wer­den X Arbeits­plätze geschaf­fen. Somit gibt es dann im Ein­zugs­ge­biet nicht mehr N son­dern N+X beschäf­tigte im Ein­zel­han­del. Lei­der haben die Bewoh­ner des Ein­zugs­ge­bie­tes nicht mehr Geld zum aus­ge­ben. Was wird passieren?

  26. Hier mal ein paar Zahlen:
    Laut FGSV 2006 und HLFSV 2005 kann man einen Mit­tel­wert von 1,1 Kun­den pro qm annehmen.Ein PKW hat einen ange­nom­me­nene mitt­le­ren Beset­zungs­grad im Ein­kaufs­ver­kehr von 1,3 und 2/​3 aller Ein­käu­fe­rIn­nen kom­men ange­nom­men mit dem PKW. Das sind bei 8800 qm runde 10.000 PKW-Fahr­ten am Tag – hier die Zah­len als gering abzu­tun, halte ich für zumin­dest gewagt. In der Nach­mit­tags­spit­zen­stunde könnte das wirk­lich zu ernst­haf­ten Pro­ble­men zual­lerst natür­lich auf der Leip­zi­ger füh­ren, die ist auf Grund ihrer 2‑Streifigkeit nur für etwa 20000 Kfz/​Tag ausgelegt.

    @ Hr. Kieß­ling: Die Neu­stadt besteht nicht nur aus der Alaun­straße. Gerade die anlie­gen­den, west­li­chen Areale sind betrof­fen. Warum soll denn der Anreiz grö­ßer sein, in den Lidl an der Han­sa­straße, in den Netto an der Erlen­straße oder den Netto an der Leip­zi­ger zu gehen, wenn ein 20 mal so gro­ßer Hyper­markt in der Nähe ist. Es wird oft ver­ges­sen, dass der­art auf­ge­bla­sene, auto­af­fine, zen­tra­lis­ti­sche Struk­tu­ren mit stei­gen­den Mobi­li­täts­kos­ten kei­nen Vor­teil mehr bie­ten. Lei­der ist die Erkennt­niss erst vor­han­den, wenn fuß­läu­fige Alter­na­ti­ven nicht mehr vor­han­den sind (bei­spiel­haft in nahezu jeder US-Stadt zu sehen). Erlau­ben Sie noch ein Bei­spiel. Schauen Sie sich bitte die Ent­wick­lung des Hecht­vier­tels an: Wie­viel kleine inha­ber­ge­führte Geschäfte für den täg­li­chen Bedarf gab es vor 10 Jah­ren? (Ich bedaure immer noch den Weg­gang von Fisch-Nau­mann) Und wie­viele (abseits von gro­ßen Han­dels­ket­ten) gibt es heute?

    Und noch eine Frage sei erlaubt: Fällt Ihnen in Deutsch­land ein Bei­spiel ein wo diese Mischung von Groß und Klein funk­tio­niert, wo es im fuß­läu­fi­gen Umfeld einer groß­flä­chi­gen Han­dels­ein­rich­tung der Glo­bus-Größe noch eine gewisse Anzahl von klei­nen, inha­ber­ge­führ­ten Geschäf­ten gibt? Mir lei­der nicht.

  27. nich zu viel rein­in­ter­pre­tie­ren. also: zur bebau­ung mit nobel­woh­nun­gen hab ich nur anti­pa­thie geäu­ßert, die stand auch an kei­ner stelle zum beschluss. sie war im mas­ter­plan vor­ge­se­hen, die abwei­chung von die­sem plan hat mich bewo­gen, glo­bus nicht zuzustimmen.
    ich denke übri­gens, würde diese flä­che tat­säch­lich mit woh­nun­gen wie im plan bebaut gäbe es auf die umlie­gen­den vier­tel (leip­zi­ger vor­stadt bspw.) einen deut­li­chen gentrifizierungsdruck.
    für man­che ist die ableh­nung groß­flä­chi­gen ein­zel­han­dels eine sehr grund­st­zli­che frage. das ist zu akzep­tie­ren. für mich ist es das nicht mehr, und die fak­ten ins­ge­samt rei­chen für mich nicht aus, um nein zu sagen.
    Der Ver­kehr: “nicht so schlimm” ist nicht mein argu­ment. “lös­bar” allen­falls. die staus in stadt­wär­ti­ger rich­tung kom­men ja zum jet­zi­gen zeit­punkt durch die bar­riere des eisen­bahn­dam­mes. mög­lich, dass diese bar­riere rela­tiv schnell dazu führt, dass nicht so viele fahr­zeuge von jen­seits des dam­mes zu glo­bus rol­len. aber sicher­lich ist an die­ser stelle noch viel zu diskutieren.

  28. Ich glaube, dass die Gen­tri­fi­zie­rung rela­tiv unab­hän­gig von neuer Bebau­ung ist. Wenn ein bestehen­des Quar­tier attrak­ti­ver wird, egal wodurch, kommt die Gen­tri­fi­zie­rung ins Rol­len. Das Areal des Mas­ter­plans ist so groß, dass es fak­tisch ein eige­nes Stadt­quar­tier bil­den würde, würde es mit Woh­nun­gen bebaut. Der Ein­fluß auf angren­zende Quar­tiere würde sich mei­nes Erach­tens in Gren­zen halten.
    Ich finde groß­flä­chi­gen Ein­zel­han­del an die­ser Stelle unpas­send. Groß­flä­chi­ger Ein­zel­han­del hat seine Berech­ti­gung, keine Frage. Hier gehört er mei­nes Erach­tens nicht hin.

  29. @kießling: habs auch gele­sen, aber ist ja bekannt wie sich die argu­men­ta­tio­nen von allen zurecht­ge­legt wer­den. das ist mir oft zu dres­den­ty­pisch selbst­be­zo­gen. aus­ser­dem schei­tern auch kluge leute an der kom­ple­xi­tät, wie sehr oft zu sehen ist. neben der selbst­be­zo­gen­heit wer­den nur die the­men akri­bisch für eine ent­schei­dungs­grund­lage durch­leuch­tet, die halt in unse­rer bana­len presse so hoch­ka­men oder von ein paar leu­ten. doch darum gehts hier defi­ni­tiv nicht und sie haben sol­cher­lei weh­kla­gen im grunde alle rich­ti­ger­weise ent­kräf­tet. es fehlt das rest­li­che stück läuterung. 

    noch­mal zum klar­stel­len: es geht hier gar nicht um glo­bus, so selt­sam es auch erschei­nen mag. 

    kurz: es geht um “stadt”, d.h. wel­che gefüge wer­den beför­dert und wel­che nicht. das aus­ufern von gewer­be­ge­biets­cha­rak­ter in innen­stadt­la­gen gilt als äußerst unat­trak­tiv. gerade dres­den braucht mehr stadt­re­pa­ra­tur als die meis­ten ande­ren städte. ver­glei­che inner­halb dres­dens (wel­che läden sol­len denn zuma­chen?) hin­ken, denn hier fin­den sie fast nur kranke struk­tu­ren. gehen sie in ver­gleich­bare vor­städte west­li­cher groß­städte, da sehen sie was in dres­den fehlt und was auch hier mög­lich ist. 

    es geht um (natür­lich lang­wie­rige) umset­zung der guten kon­zep­tio­nen der fach­leute des pla­nungs­amts gegen tages­po­li­ti­sche kurz­fris­t­in­ter­es­sen der politkaste.
    zurück­lie­gende stadt­rats­be­schlüsse wer­den konterkariert.

    es geht um nach­hal­tige struk­tu­ren zur redu­zie­rung von umwelt­be­las­tun­gen unse­res ver­kehrs und kon­sums, also genau die­ser art des wirt­schaf­tens. das pro­jekt ist ein wei­te­res stück auto-fixierte ener­gie- und boden­fres­sende – also über­holte ame­ri­ka­ni­sche stadt. unver­ein­bar mit kli­ma­schutz und luft­rein­hal­tung, urba­ni­tät und ech­ter lebensqualität.

    diese fra­sig erschei­nen­den dinge sind aber nun aufs ein­zel­pro­jekt run­ter­zu­bre­chen. damit gehts es nicht mehr um glo­bus, son­dern WIE ein sol­ches han­dels­haus zu gestal­ten ist. dabei zeigt DIESE pla­nung des gesamt­are­als eine kaum zu über­bie­tende gräß­lich­keit. dies ist SO abzu­leh­nen. glo­bus müsste kom­plett umpla­nen: man bleibt am stand­ort und hat nur noch ein drit­tel des bodens zur ver­fü­gung. glo­bus för­dert in die­ser innen­lage den trend weg vom auto und dis­kri­mi­niert nicht mehr alle ande­ren. park­decks kanns geben, jedoch unter­ir­disch. in sei­ten- bzw. rand­be­rei­chen des grund­stücks wird wei­tere bebau­ung ermög­licht. usw usf.

    die­ser glo­bus ist letzt­lich eine kapi­tu­la­tion vor dem sich durch­aus ver­än­dern­den kun­den­ver­hal­ten sowie v.a. vor der spe­zi­fi­schen dresd­ner defi­zit­si­tua­tion. ich bin mir sicher, dass auch die bei­den tilos nie­mals in einer sol­chen stadt leben wol­len, besu­chern zeigt man nach wie vor die grün­b­rei­che und alt­bau­vier­tel. alles, auch das kun­den­ver­hal­ten, ist men­schen­ge­macht – es ist auch ande­res mög­lich. ne frage der auf­klä­rung und des wollens. 

    die dis­kus­sion ging hier von anfang an am eigent­li­chen vor­bei, es ist erschre­ckend dass selbst bei umfäng­li­cher beschäf­ti­gung vie­ler mit dem thema, am ende doch wie­der der selbe murx raus­kommt, als hätt nie­mand sein hirn ein­ge­schal­tet. was soll so nur aus der welt werden?

  30. Sehr schön gesagt nepomuk,
    am Ende geht es ein­zig und allein um die Frage: Wie soll Dres­den zukünf­tig sein/​aussehen und wel­che Ent­schei­dun­gen müs­sen wir tref­fen, damit die­ses Ziel erreicht wird? (Gern auch mit Ent­schei­dun­gen und dem Set­zen von Rah­men­be­din­gun­gen, wel­che in der Wirk­sam­keit über die 5‑jährige Stadt­rats­le­gis­la­tur­pe­ri­ode hinausgehen)

  31. und wo bleibt die Kul­tur in der Kul­tur­stadt und Neu­stadt— mit der immer so viel Wer­bung im Tou­ris­mus gemacht wird???

    Bald ist Dres­den nur eine Ein­kaufs- und Hotelstadt.

  32. @Thilo:

    lass uns mal durch die neu­stadt gehen und die läden suchen, die tat­säch­lich durch glo­bus bedroht sind. gehen wir doch ein­fach mal im geiste die alaun­straße vom albert­platz bis zum alaun­platz, und wenn du einen siehst, sag stopp.

    Da sehe ich so ziem­lich bei jedem Laden, dass er durch den Glo­bus-Markt Ein­bu­ßen haben wird. Warum? Deine Annahme, dass in der Neu­stadt nur das Fuß­gän­ger-Publi­kum ein­kauft ist schlicht falsch. Denn fast jeder Fuß­gän­ger steigt auch mal in ein Auto für einen grö­ße­ren Einkauf. 

    Glo­bus wird für den Neu­städ­ter dann näher lie­gen als Kauf­land im Elbe­park und auf­grund feh­len­der Park­ge­büh­ren und vom Preis her inter­es­san­ter sein als Edeka am Hoch­haus. Auf­grund des neuen Ange­bots steigt der Neu­städ­ter dann viel­leicht ein- bis zwei­mal öfter im Monat ins Auto. 

    Und wenn man schon mal unter­wegs ist, nimmt man viel­leicht doch mal ein paar Tief­kühl-Bröt­chen mit und spart sich den Gang zum Bäcker (3 Stück auf der Alaun­straße), packt sich ein Sand­wich ein (Sub­way), nimmt sich ne schi­cke Vase mit (Leo­nardo) oder greift zu einem Blu­men­strauß (Glück gehabt) oder der einen oder ande­ren Wein­fla­sche (Bethe).

    Klar, es wird nie­mand kom­plett auf­hö­ren, in den klei­nen Läden ein­zu­kau­fen, aber in nahezu jedem Laden wird es ein paar Pro­zente weni­ger Umsatz geben. 

    —-
    Die städ­te­bau­li­che Kom­po­nente hat nepu­muk sehr schön erläutert.

  33. @anton: Tief­kühl­bröt­chen, Blu­men­strauß, Wein­fla­sche. Vase even­tu­ell. Wirds alles auch beim Edeka am Akbert­platz geben. Und nein: man fährt mit Sicher­heit nicht wegen der beson­de­ren Nähe ein­mal mehr mit dem Auto hin.
    @nepomuk: die grund­sätz­li­chen Annah­men sind alle gut und schön. Sie füh­ren ja dazu, dass ein gro­ßer Teil unse­rer Frak­tion mit Nein gestimmt hat. Nur den­ken Sie, dass man dem mit einem Nein zu Glo­bus näher käme. Ich nicht mehr. Und da schei­den sich die Geister.

  34. Nepo­muk hat’s ja schon schön gesagt: wem gehört die Stadt, wie wol­len wir hier leben? Wel­che Inter­es­sen fin­den Gehör, wel­che nicht? Der hier an den Tag gelegte “Prag­ma­tis­mus” eini­ger “Volks­ver­tre­ter” ist nur schlecht ver­klei­de­ter Oppor­tu­nis­mus, der Sach­zwänge behaup­tet, wo Men­schen inter­agie­ren. Wirt­schafts­ver­hält­nisse sind Men­schen­ver­hält­nisse, mit­hin men­schen­ge­macht, von Men­schen veränderbar…da wünschte man sich gerade von sich “links” nen­nen­den Poli­ti­kern von Zeit zu Zeit mal etwas ein­deu­ti­gere aus­sa­gen! Nun ja, ist wrschl. ähn­lich wie mit dem Attri­but “christ­lich” in ande­rer Par­teien Bezeichnung…
    Wem gehört die Stadt? Dem der sie sich leis­ten kann oder denen die drin wohnen?
    Hat sich nicht viel ver­än­dert seit die­sen Wor­ten vor knapp zwei­hun­dert Jahren:
    ” Die bru­tale Gleich­gül­tig­keit, die gefühl­lose Iso­lie­rung jedes ein­zel­nen auf seine Pri­vat­in­ter­es­sen tritt um so wider­wär­ti­ger und ver­let­zen­der her­vor, je mehr diese ein­zel­nen auf den klei­nen Raum zusam­men­ge­drängt sind; und wenn wir auch wis­sen, daß diese Iso­lie­rung des ein­zel­nen, diese bor­nierte Selbst­sucht über­all das Grund­prin­zip unse­rer heu­ti­gen Gesell­schaft ist, so tritt sie doch nir­gends so scham­los unver­hüllt, so selbst­be­wußt auf als gerade hier in dem Gewühl der gro­ßen Stadt. Die Auf­lö­sung der Mensch­heit in Mona­den, deren jede ein apar­tes Lebens­prin­zip und einen apar­ten Zweck hat, die Welt der Atome ist hier auf ihre höchste Spitze getrieben.

    Daher kommt es denn auch, daß der soziale Krieg, der Krieg Aller gegen Alle, hier offen erklärt ist. Wie Freund Stir­ner sehen die Laute ein­an­der nur für brauch­bare Sub­jekte an; jeder beu­tet den andern aus, und es kommt dabei her­aus, daß der Stär­kere den Schwä­che­ren unter die Füße tritt und daß die weni­gen Star­ken, das heißt die Kapi­ta­lis­ten, alles an sich rei­ßen, wäh­rend den vie­len Schwa­chen, den Armen, kaum das nackte Leben bleibt.

    Und was von Lon­don gilt, das gilt auch von Man­ches­ter, Bir­ming­ham und Leeds, das gilt von allen gro­ßen Städ­ten. Über­all bar­ba­ri­sche Gleich­gül­tig­keit, ego­is­ti­sche Härte auf der einen und namen­lo­ses Elend auf der andern Seite, über­all sozia­ler Krieg, das Haus jedes ein­zel­nen im Bela­ge­rungs­zu­stand, über­all gegen­sei­tige Plün­de­rung unter dem Schutz des Geset­zes, und das alles so unver­schämt, so offen­her­zig, daß man vor den Kon­se­quen­zen unse­res gesell­schaft­li­chen Zustan­des, wie sie hier unver­hüllt auf­tre­ten, erschrickt und sich über nichts wun­dert als dar­über, daß das ganze tolle Trei­ben über­haupt noch zusam­men­hält. Da in die­sem sozia­len Kriege das Kapi­tal, der direkte oder indi­rekte Besitz der Lebens­mit­tel und Pro­duk­ti­ons­mit­tel, die Waffe ist, mit der gekämpft wird, so ist es ein­leuch­tend, daß alle Nach­teile eines sol­chen Zustan­des auf den Armen fal­len. Kein Mensch küm­mert sich um ihn; hin­ein­ge­sto­ßen in den wir­ren Stru­del, muß er sich durch­schla­gen, so gut er kann. Wenn er so glück­lich ist, Arbeit zu bekom­men, d.h. wenn die Bour­geoi­sie ihm die Gnade antut, sich durch ihn zu berei­chern, so war­tet sei­ner ein Lohn, der kaum hin­reicht, Leib und Seele zusam­men­zu­hal­ten; bekommt er keine Arbeit, so kann er steh­len, falls er die Poli­zei nicht fürch­tet, oder ver­hun­gern, und die Poli­zei wird auch hier­bei Sorge tra­gen, daß er auf eine stille, die Bour­geoi­sie nicht ver­let­zende Weise verhungert.
    Aller­dings ver­hun­gern immer nur ein­zelne – aber wel­che Garan­tie hat der Arbei­ter, daß er nicht mor­gen auch an die Reihe kommt? Wer sichert ihm seine Stel­lung? Wer leis­tet ihm Gewähr, daß, wenn er mor­gen von sei­nem Brot­herrn aus irgend­ei­nem Grund oder Ungrund ent­las­sen wird, er sich mit den Sei­ni­gen so lange durch­schlägt, bis er einen andern fin­det, der ihm “Brot gibt”? Wer ver­bürgt dem Arbei­ter, daß der gute Wille zur Arbeit hin­rei­chend ist, um Arbeit zu bekom­men, daß Ehr­lich­keit, Fleiß, Spar­sam­keit, und wie die vie­len von der wei­sen Bour­geoi­sie ihm emp­foh­le­nen Tugen­den alle hei­ßen, für ihn wirk­lich der Weg zum Glü­cke sind? Nie­mand. Er weiß, daß er heute etwas hat und daß es nicht von ihm selbst abhängt, ob er mor­gen auch noch etwas hat; er weiß, daß jeder Wind, jede Laune des Arbeit­ge­bers, jede schlechte Han­dels­kon­junk­tur ihn in den wil­den Stru­del zurück­sto­ßen kann, aus dem er sich tem­po­rär geret­tet hat und in dem es schwer, oft unmög­lich ist, oben zu blei­ben. Er weiß, daß, wenn er heute leben kann, es sehr unge­wiß ist, ob er dies auch mor­gen kann.”

  35. @TK:
    “Nur den­ken Sie, dass man dem mit einem Nein zu Glo­bus näher käme. Ich nicht mehr.”

    Blöde Frage: Kommt man denn dem (was denn genau bitte?) mit einem Ja oder einer Ent­hal­tung, also wahl­weise ‘Ich weiss nicht’ oder ‘Ist mir egal’ näher?

  36. wie kann man zu so einer gro­ßen Sache nur eine Ent­hal­tung ablie­fern? zum Glück wähle ich nicht links!

  37. aber ja, herr kieß­ling, denn der bereich wird zum selbst­läu­fer. der­zeit ist die leip­zi­ger mit sicht­schutz­pla­nen ent­lang vil­leroy ver­hängt, dort läuft ne rie­sen-roh­dungs und ‑pla­nier­maß­nahme, dort kom­men woh­nun­gen hin. nörd­lich der leip­zi­ger wer­den es nicht nur ETWs sein, da kom­men auch viele miet­woh­nun­gen hin. noch kann man sichs kaum träu­men, aber sobald der erste sein wohn­quar­tier dort fer­tig hat, wirds brum­men. die lage ist super­at­trak­tiv, das gerede mit lärm gilt nur für einen klei­nen vor­de­ren strei­fen, der kaum ne rolle spielt. die bau­trä­ger machen sich schon heute gedan­ken über eine etwaige kleine nah­ver­sor­gung die­ses neu-stadt­teils (ohne glo­bus). zwin­gend ist diese nicht, aber wenn sie das anbie­ten wol­len, dann wer­den die das in einem geschoss­bau inte­grie­ren oder am rand. mit glo­bus wer­den die nicht mal an den einen oder ande­ren eck­la­den den­ken, ohne glo­bus wird sol­ches erst mög­lich. d.h. glo­bus bedingt die zukünf­tige lan­ge­weile (wohn-mono­nut­zung) des gesam­ten neu-stadt­teils. das alles kann kom­men und die stadt hat ein­fluss­mög­lich­kei­ten. sie kann quo­ten von miet­woh­nen und preis­wer­tem miet­woh­nen bei der­zei­ti­ger immo-lage abtrot­zen. die preis­dis­kus­sion (“nobel…”, gen­trifi) ist stark über­ge­ord­net und von dres­den nicht steu­er­bar. für dres­den gilt: jede neu­bau­woh­nung ent­las­tet unse­ren wohn­markt. daher ver­hin­dert glo­bus auf die­ser rie­si­gen flä­che ein viel­fa­ches der inves­ti­tio­nen in besseres. 

    herr kies­ling, alles zusam­men­ge­nom­men ver­stehe ich ihre ver­or­tung in der neu­tra­len abstimm-mitte, die vie­len punkte dazu kann ich hier gar nicht schrei­ben, ich nenns mal “dresd­ner rea­li­tä­ten”. mit glo­bus liegt aber ein solch zwei­fel­haf­tes unter­fan­gen vor, dass ihre ver­ständ­li­che neu­trale posi­tion gehö­rig zum nein ten­die­ren muss. weil sich aber ihre ent­hal­tung als ja-stimme gene­riert sowie auch eine ver­hin­de­rung von glo­bus tat­säch­lich mög­lich war, muss in der abwä­gung der ’nein-ten­dier­ten neu­trale’ zum ’nein’ fol­ge­rich­ti­ger mit ’nein’ gestimmt wer­den. im zwei­fel links, heißts bis heute, hier im zwei­fel NEIN. falls die tilos noch zu sehr in den “dresd­ner rea­li­tä­ten” des­il­lu­sio­niert und kapi­tu­lie­rend drin­hän­gen soll­ten, ist es nur eine frage der zusätz­li­chen auf­klä­rung zum kon­kre­ten pro­jekt, um diese fürs ’nein’ not­wen­di­gen zwei­fel zu bekom­men. bis zur nächs­ten abstim­mung soll­ten sich alle 5 neu­tra­los diese exper­tise einholen.

  38. @Thilo Kieß­ling:
    Ich schließe mich der Frage von Booby an: Nur den­ken Sie, dass man dem mit einem Nein zu Glo­bus näher käme. Ich nicht mehr. Und da schei­den sich die Geister.
    Was soll die­ser Satz bedeu­ten? Seid ihr alle nur fremd­ge­steu­erte Mario­net­ten einer über­ge­ord­ne­ten Macht? Wozu gibt’s den Stadt­rat, wenn die Stadt­räte de facto sagen, dass man sowieso sagen kann, was man will, es ändert sich trotz­dem nichts? Na toll. Das fühlt sich ziem­lich frus­trie­rend an.
    @seldon:
    Hast du eigent­lich auch Argu­mente aus die­sem (oder wenigs­tens dem letz­ten) Jahr­hun­dert? Bekommst du Geld von irgend­ei­nem Ver­lag für die Dauer-Wer­be­sen­dung fürs “Kom­mu­nis­ti­sche Mani­fest” & Co.? Das nervt. Und es hilft der Sache nicht.

  39. zum groß­flä­chi­gen ein­zel­han­del lässt sich noch hin­zu­fü­gen, dass die dis­kus­sion um des­sen aus­wir­kun­gen viele jahre ähn­lich wie die zum kli­ma­wan­del ablief, jedoch in letz­ten fun­dier­te­ren stu­dien (quel­len müsste ich raus­fin­den) sowie viel­fa­chen vor-ort-beob­ach­tun­gen von bür­ger­meis­tern und ver­wal­tun­gen nun­mehr ein­deu­tig alles auf doch ver­hee­rende wir­kun­gen auch in groß­städ­ten hin­deu­tet. auch in west­deutsch­land wer­den die stadt­teile immer lang­wei­li­ger und aus­ge­stor­be­ner, da klein­tei­lig­keit zugrunde geht, was man lange nicht wahr­ha­ben wollte. über­all sind sol­che mono­struk­tu­ren auf dem vor­marsch (saat­gut, land­wirt­schaft, to big to fail-kon­zerne) und die poli­tik scheint macht­los, dabei liegts nur am mensch­ge­mach­ten neo­li­be­ra­lis­mus, dem poli­tisch immer noch kaum schran­ken ver­passt wer­den. die ver­ödung der deut­schen städte ist auf dem vor­marsch. erstaunt nahm ich in tei­len süd­eu­ro­pas das weit­ge­hende feh­len von super­märk­ten in den städ­ten zur kennt­nis und sah gleich­sam die flo­rie­rende klein­wirt­schaft, wo jeder fami­li­en­be­trieb (meist ein laden) einen ver­sor­gungs­an­teil leis­tet. die stras­sen sind zum bers­ten gefüllt mit tau­sen­den klei­nen geschäf­ten, es fin­det stras­sen­le­ben und reger aus­tausch unter den men­schen statt. die nach­bar­schaft und groß­fa­mi­lie ist der fak­ti­sche sozi­al­staat. in spa­nien hat man das vor jah­ren auf­ge­ge­ben und die alt­städte ver­öde­ten sofort, mitt­ler­weile siehts dort mit­un­ter aus wie zum ende der ddr (leer­stand, ver­fall). jetzt beginnt man mit sanie­rungs­ge­bie­ten in den innen­städ­ten gegenzusteuern. 

    sol­che bei­spiele las­sen sich end­los fort­füh­ren. als lin­ker sollte man nicht zu sehr realo wer­den, um nicht auch all diese ent­wick­lun­gen zu sehen. grund­sätz­lich ist diese art des wirt­schaf­tens in frage zu stel­len, das kann eine linke allein nicht aus­bü­geln, aber sie sollte zumin­dest noch den anspruch haben, eine andere per­spek­tive als das mit­ge­renne im sach­zwang (um nicht zurück­zu­blei­ben) auf­zu­zei­gen und im ein­zel­nen sogar nega­tiv-pro­jekte mitzuverhindern.

  40. Hallo Rea­list,
    tut mir leid, wenn es Dei­nem Sinn für Rea­li­tät wider­spricht, dass bestimmte Zusam­men­hänge schon vor eini­ger Zeit recht stim­mig und poin­tiert auf den Punkt gebracht wur­den. Man kann sich recht wohl­feil über die­ses und jenes Sym­ptom gesell­schaft­li­cher Rea­li­tä­ten strei­ten, wenn man sich wei­gert, über deren Ursa­chen zu reden, wird es einem erge­hen wie dem Arzt, der sei­nen von Ent­zugs­er­schei­nun­gen geplag­ten Pati­en­ten durch regel­mä­ßige Alko­hol­ga­ben zu Tode kuriert…
    Mag ja sein, dass es etwas zuviel ver­langt ist, auch in der klei­nen Neu­stadt ab und an grö­ßere Zusam­men­hänge wahr­zu­neh­men, aber es gibt wohl kaum Aktu­el­le­res zur Beschrei­bung der Erschei­nun­gen des real exis­tie­ren­den Kapi­ta­lis­mus. Wer hat wel­che Inter­es­sen, woher rüh­ren diese, wie wer­den sie durch­ge­setzt? Ob wir über Frei­räume oder Glo­bus in Dres­den, Gen­tri­fi­zie­rung oder sozia­len Kahl­schlag reden: Basis sind nun­mal die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nisse. Wor­auf diese beru­hen, wie sie funk­tio­nie­ren, sich ent­wi­ckeln, durch­ge­setzt wer­den, behält seine Gül­tig­keit unab­hän­gig vom Alter der Erstbeschreibung.
    Da die Werke von Marx und Engels frei im Netz ver­füg­bar sind, muß hier kein Ver­lag sein Wer­be­bud­get stra­pa­zie­ren, fyi: http://www.mlwerke.de/me/default.htm

  41. und aus­ge­stor­be­ner, da klein­tei­lig­keit zugrunde geht, was man lange nicht wahr­ha­ben wollte. über­all sind sol­che mono­struk­tu­ren auf dem vor­marsch (saat­gut, land­wirt­schaft, to big to fail-kon­zerne) und die poli­tik scheint machtlos

    Schöne Bei­spiele für das, was (bäh) Marx als Kon­zen­tra­tion und Zen­tra­li­sa­tion von Kapi­tal beschrie­ben hat. Nuja…Und was die Poli­tik angeht:
    “Alle Regie­run­gen, seien sie noch so unab­hän­gig, sind in letz­ter Instanz nur die Voll­stre­cker der öko­no­mi­schen Not­wen­dig­kei­ten der natio­na­len Lage. Sie mögen diese Auf­gabe in ver­schie­de­ner Weise gut, schlecht oder leid­lich besor­gen; sie mögen die öko­no­mi­sche Ent­wick­lung beschleu­ni­gen oder hem­men, aber schließ­lich müs­sen sie ihr doch fol­gen.” F. Engels

  42. Noch mal zur unsin­nin­gen Idee des Woh­nungs­baus an die­ser Stelle.

    Wem die Argu­mente Ver­an­stal­tungs­lärm vom Alten Schlacht­hof (Es ist mir unklar, wie man die­ses Kon­flikt­po­ten­tial so völ­lig igno­rie­ren kann? Ist doch in der Neu­stadt an jedem Abend Thema, sobald die Tem­pe­ra­tu­ren die 20°C‑Marke über­schrei­ten.) und kon­ta­mi­nier­ter Boden offen­bar nicht aus­rei­chen, der sollte sich doch bitte ein­fach mal http://stadtplan.dresden.de mal die Lärm- (Eisen­bahn und Stra­ßen­ver­kehr) und Stick­oxid­be­las­tungs­kar­ten (in der Rubrik: Stadt­ent­wick­lung und Umwelt) anschauen. Spä­tes­tens dann sollte klar eigent­lich lang­sam klar wer­den, dass Woh­nungs­bau dort nichts aber auch gar nichts mit Wohn­qua­li­tät zu tun haben wird. Des­halb wird es da mit Sicher­heit auch nie eine Nobel­be­bau­ung geben. Es sei denn man hat vor da irgend­wel­che Leute von außer­halb übers Ohr zu hauen.

    Wenn man kei­nen Glo­bus will, sollte man dort lie­ber eine Bra­che las­sen, aller­dings wer­den dann wohl die Rest des Leip­zi­ger Bahn­hofs irgend­wann end­gül­tig zusammenfallen.

  43. @Realist: Bei Sel­don hilft es nicht mehr. Anfangs war es noch inter­es­sant, jetzt ist es nur noch lang­wei­lig, stän­dig die immer glei­chen Zitate aus dem immer glei­chen Dut­zend Bücher aus dem Anti­qua­riat zu lesen. Er ver­steht lei­der nicht, dass sich die Gesell­schaft in den letz­ten 200 Jah­ren wei­ter­ent­wi­ckelt hat. Und weil es sein Welt­bild ins Wan­ken brin­gen würde, igno­riert er es. Statt­des­sen wird stur und steif wei­ter aus Alt­pa­pier zitiert. Erin­nert mich irgend­wie an die ver­bohr­ten Polit­ka­der und “Staatsbürgerkunde”-Lehrer aus dem real exis­tie­ren­den Sozia­lis­mus DDR. Da prallte auch jedes Argu­ment oder Logik an einer Mauer aus Ideo­lo­gie und Dumm­heit ab.

    Sel­don betreibt Indok­tri­na­tion ers­ter Güte, wie es jedem sozia­lis­ti­schen oder kom­mu­nis­ti­schen Kader zur Ehre gereicht hätte. Zu DDR-Zei­ten hat schon kei­ner mehr drauf gehört, ist heute immer noch so, nur dass diese Leute heute wenigs­tens auch kei­nen Ein­fluss mehr haben. Sorry Sel­don, mit Dei­nen ver­greis­ten Theo­rien ist wort­wört­lich kein Staat mehr zu machen.

  44. @ Zschertnit­zer: Nach der Logik des Ver­kehrs­lärms und der Umwelt­be­las­tung wäre es aus­ge­spro­chen schwer, in der Innen­stadt neue Woh­nungs­bau­flä­chen aus­zu­wei­sen – vom Bestand ganz zu schwei­gen. Übli­cher­weise behilft man sich hin­sicht­lich des Lärms damit, weni­ger lärm­emp­find­li­che Nut­zun­gen (Büros oder Han­del) an die Stra­ßen zu set­zen, und dort dann eine rie­gel­ar­tige Bebau­ung zu errich­ten, die auch die Staub­be­las­tun­gen fil­tern hilft. Ähn­lich muss man wohl mit dem Schlacht­hof ver­fah­ren. Ich bin mir sicher, dass es Nor­men dafür gibt, was noch zumut­bar ist und was nicht. 

    Sicher, ist keine Wohn­lage im Grü­nen – dafür ist es halt Innen­stadt, bei­des geht nun mal nicht.

  45. @tscherti: das ist quark, die neu­stadt funk­tio­niert trotz neu­deut­scher wut­bür­ger­lich­keit super und wird des­we­gen nicht abge­ris­sen und deine lärm­karte kannste in der pfeife rau­chen. dazu lei­fen auch fehl­info-kam­pa­gnen in der sich arbeit beschaf­fen­den lokal­presse. die gebiete mit weit­grei­fen­den lärm­flä­chen sind nur des­we­gen wel­che, weils keine grenz­be­bau­un­gen dort gibt. ansons­ten ist das gesamte mas­ter­plan­ge­biet eine toten­stille grü­n­oase, auch als spä­te­res wohn­ge­biet. tat­säch­lich sind die lärm­knack­punkte die sog. “kul­tur­spange” sowie die leip­zi­ger strasse. das lässt sich lösen und die grenz­werte wer­den ohne­hin nicht über­schrit­ten, um wohn­bau wie am albert­tower zu unter­sa­gen. die ers­ten wohn­pro­jekte sind bald fer­tig geplant, der­zeit wird das gesamte gelände öst­lich des schlacht­hofs bau­frei pla­niert, der alt­baum­be­stand wurde ste­hen­ge­las­sen. das wird herr­lich grü­nes woh­nen in toten­stille. die vögel zwit­schern, man kann sich ne bes­sere wohn­lage kaum vor­stel­len. viel spass dann noch mit der lärmkarte.

  46. Die Neu­stadt funk­tio­niert super, jaja, alles Friede, Freude, Eier­ku­chen in der Neustadt…

    Kon­kret auf die Neu­stadt bezo­gen wer­den im End­ef­fekt nicht die Wohn­häu­ser abge­ris­sen, son­dern in der Regel muss der Lärm­ver­ur­sa­cher ent­we­der den Lärm abstel­len oder hat die Kos­ten für ent­spre­chende Dämm­maß­nah­men tra­gen. Das heißt, wenn es ganz blöd läuft, wäre es das Ende für den alten Schlachthof.

    Grenz­be­bau­un­gen kön­nen Lärm abmil­dern, aber Toten­stille glaubst du doch selbst nicht. Vor allem zur Bahn hin. Wer soll denn da was für Grenz­be­bau­un­gen errich­ten? Hast du die Bahn-AG schon von dei­nen Vor­stel­lun­gen infor­miert? Da freut man sich bestimmt, wegen dei­nen Vor­schlä­gen noch mehr Geld aus­ge­ben zu dürfen.

    Wenn schon städ­te­bau­lich zukunfts­wei­send, dann bitte große Grün­analage statt wei­te­rer sinn­lo­ser Wohn­raum­ver­dich­tung. Bleibt halt nur die Frage, wer sich dann um den denk­mal­ge­schütz­ten Bahn­hof küm­mert. Aber der scheint den meis­ten sowieso ziem­lich egal zu sein.

  47. Hallo nur­malso, ooch, männo, ich bemüh mich schon sehr, die Zitate pas­send zumn Thema und recht abwechs­lungs­reich zu posten…
    ;)
    Ich find’ sie im Ein­zel­fall pas­send und poin­tiert, ist sicher Geschmacks­sa­che, sollte aber IMHO nicht zu sol­cher Auf­re­gung führen…
    (Und es ist natür­lich klar, dass hier­zu­lande nie­mand mehr (noch nicht wie­der?) ver­hun­gert, soviel Abs­trak­ti­ons­ver­mö­gen trau ich aber der Mehr­heit hier zu…)
    Indok­tri­na­tion ist unge­fähr das Gegen­teil von dem, was ich tue, denn ich gehe gern unud aus­führ­lich auf Wider­sprü­che ein, wenn sie denn Sub­stanz haben und über “Blöd­sinn”, “olle Kamel­len” usw hin­aus­ge­hen, sprich inhalt­li­cher Natur sind. Wir haben ja nun schon des Öfte­ren das Ver­gnü­gen gehabt, und hier kam ja auch ansatz­weise eine Dis­kus­sion zu stande. Was daran indok­tri­nie­rend gelau­fen sein soll, weiß ich nicht. Wir könn’ ja gerne hier weitermachen…
    Im spe­zi­el­len Fall ist doch die Frage, wer ent­schei­det wie und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen über die Nut­zung von (kom­mu­na­lem) Grund und Boden. Wie sind, wie ent­ste­hen diese Besitz­ver­hält­nisse, wes­sen Inter­es­sen wer­den ver­folgt und warum. “Meine” Ant­wort dar­auf ist, dass es eben Kapi­tal­in­ter­es­sen sind, die mal mehr, mal weni­ger sub­til durch­ge­setzt wer­den, das Inter­es­sen Besitz­lo­ser eher wenig Beach­tung fin­den. Mit oder ohne Glo­bus wir­ken Markt­ge­setze, ver­mit­telt über die Kon­kur­renz zwi­schen den Unter­neh­men, mit der Ten­denz, dass große die klei­nen “fres­sen”… Kann man ja gerne anders sehen, sollte man nur auch ein biß­chen begründen!

  48. Ja Sel­don, es ist mit Dir ein biss­chen wie beim Glücks­rad: Man weiß nicht genau, was kommt, aber man weiß, dass es irgend­was von die­ser vor­ge­ge­be­nen Scheibe ist… ;)

    Ich weiß, dass ich diese Dis­kus­sio­nen nicht fort­ge­setzt habe, teil­weise, weil ich die Ant­wor­ten irgend­wann nicht mehr gese­hen habe, teil­weise, weil es mir ein biss­chen zu zeit­auf­wän­dig wird, aber vor allem, weil ich sie nicht mehr für beson­ders frucht­bar halte. Deine Mei­nung ist sehr ein­ge­fah­ren, und sämt­li­che Argu­men­ta­tion läuft drauf hin­aus, eine alte Lehre zu ver­tei­di­gen. Du bist nicht wirk­lich offen, Schwach­stel­len anzu­er­ken­nen, sie wei­ter­zu­ent­wi­ckeln oder neuen Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen. Von daher ist jedes wei­tere Argu­ment mei­ner­seits eigent­lich überflüssig.

    Wie ich schon mehr­mals gesagt habe: Ich stimme teil­weise mit Dei­ner Pro­blem­be­schrei­bung über­ein, aber ich halte die Fixie­rung auf 200 Jahre alte Vor­schläge für falsch und nicht zur Lösung aktu­el­ler Pro­bleme geeignet.

    Und die Indok­tri­na­tion, nunja, beruht eben genau in dem kom­pro­miss­lo­sen ver­tei­di­gen einer Ideo­lo­gie. Dir geht es nicht um “ergeb­nis­of­fene” Suche nach (neuen) Lösun­gen, son­dern darum, die Men­schen zu der Ideo­lo­gie Dei­ner Wahl zu bewe­gen. Durch argu­men­tie­ren, sehr viel zitie­ren, und alles ein biss­chen in die Rich­tung dre­hen, die Dir passt, plus igno­rie­ren offen­sicht­li­cher Lücken. Könnte man sicher jedem vor­wer­fen, ja, aber kaum einer ist so ver­narrt (um es posi­tiv aus­zu­drü­cken) in eine spe­zi­elle Ideologie.

    Und davon abge­se­hen, hatte ich in mei­nem Leben schon genug von dem gan­zen sozialistischen/​kommunistischen “Geschwa­fel” (sorry), so dass das an sich schon Anti­pa­thien aus­löst. Auch nicht ergeb­nis­of­fen, ich weiß, aber ist nun­mal so.

  49. @ Zschertnit­zer: Wel­che Bahn denn? Schau doch mal aufs Luft­bild: die Haupt­stre­cke geht in den Neu­städ­ter und tan­giert das Gebiet somit an der “Schmal­seite”. Der direkte Bogen Rich­tung Pie­schen wird hin­ge­gen kaum bis gar­nicht durch Züge genutzt und bil­det im Gegen­teil ein wun­der­ba­ren Lärm­schutz in Rich­tung Großenhainer/​Han­sa­straße

  50. Hallo nur­malso,
    bevor man über Lösun­gen redet, muß man IMHO über Ursa­chen reden. (Siehe meine Alko­ho­li­ker-Meta­pher.) Das ist es, was hier ver­su­che. Wenn Du der Mei­nung bist, Kapi­tal­in­ter­es­sen spiel­ten hier keine Rolle, daher sei diese oder jene Lösung zu prä­fe­rie­ren, mußt Du das begrün­den, nicht ich. Es geht mir darum, das Ver­ständ­nis grund­le­gens­ter Mecha­nis­men der aktu­el­len Wirt­schafts­ord­nung zu beför­dern, und grund­le­gend hat sich hier eben nicht viel geän­dert: gibt oder gibt es nicht nach wie vor eine Tren­nung von Eigen­tü­mern und Pro­du­zen­ten, wird oder wird nicht nach wie vor für den Markt pro­du­ziert, ist Lohn­ar­beit nach wie vor die vor­herr­schende Arbeits­weise oder nicht? Du hast letz­tens das Bsp “crowd­fun­ding” gebracht: ist das eine groß­ar­tige Ände­rung der Wirt­schafts­weise? 1. Wie ver­brei­tet ist das ver­gleichs­weise, 2. Was ist das ande­res als eine Art AG, 3. Wo liegt ein fun­da­men­ta­ler Wider­spruch zu Marx’ Beschrei­bung… Wie wür­dest Du im Gegen­satz zu Marx die von Nepo­muk beschrie­be­nen Phä­no­mene erklären?

  51. @ Tilo Kieß­ling (Soeben habe ich diese, meine Mei­nung auch auf dem ver­link­ten Wahl­blog veröffentlicht)

    Ich habe mir die Argu­men­ta­tion mal durch­ge­le­sen und muss sagen: Sie machen es sich viel­leicht doch etwas zu ein­fach, Herr Kießling.
     
    Ihre erste Aus­sage („dies­mal bin ich dafür, weil dage­gen sein in der Ver­gan­gen­heit ja nix gebracht hat…“) lasse ich Ihnen, freue mich aber schon auf den Ein­zug die­ser Her­an­ge­hens­weise auf Bun­des­ebene – z.B. wenn der nächste Krieg, Tschul­di­gung, die nächste „Ver­tei­di­gung der Frei­heit“ am was auch immer ansteht…
     
    Zum Zwei­ten: ja, natür­lich mag man keine „Luxus­woh­nun­gen“ am Hafen. Aber machen wir uns nix vor: eine Woh­nung mit Blick auf die Elbe/​Canaletto/​das grüne Ostra­ge­lände wird wohl von Nie­man­dem zum sozia­len Woh­nungs­bau ent­wi­ckelt wer­den. Ande­rer­seits würde durch die Bebau­ung an der pro­mi­nen­ten Stelle am Elb­ufer ein Impuls aus­ge­löst – für die Ent­wick­lung eines innen­stadt­na­hen, ver­kehrs­ar­men Wohn­quar­tiers. Da die Zahl der­je­ni­gen, die sich in Dres­den Luxus­woh­nun­gen leis­ten kön­nen, begrenzt ist, dürfte die dann anzu­wen­dende For­mel lau­ten: mehr Woh­nun­gen = grö­ße­res Ange­bot = sin­kende oder zumin­dest sta­gnie­rende Preise (ver­mut­lich auch eine linke Zielstellung).
     
    Jetzt zum eigent­li­chen Klops Ihrer Argu­men­ta­tion. Elbe­park als Haupt­leid­tra­gen­der – da gehe ich noch mit. Aber auch noch „alle unspe­zi­fi­schen Super­märkte mit Park­platz ent­lang der Haupt­ver­kehrs­stra­ßen“ als „poli­tisch nicht beson­ders schüt­zens­wert“ ein­zu­ord­nen – wo bitte leben Sie denn? Ja, Netto, Lidl oder Rewe haben Park­plätze – aber nicht ganz zufäl­lig (!) befin­den sich diese Läden auch noch nahe der umlie­gen­den Wohn­be­bau­ung. Mein auto­lo­ses Leben wird mir z.B. auch dadurch ermög­licht, dass ich in fuß­läu­fi­ger Ent­fer­nung diese Läden habe.
     
    Meine Oma kann im Hecht­vier­tel mit dem Rol­la­tor noch ins Netto schie­ben – eine Distanz auf Hin- und Rück­weg, die sie im Glo­bus zum Holen ihrer 10 Sachen nur zwi­schen Ein­gang, Rega­len und Kasse zurück­le­gen müsste. Wenn sie da noch irgend­wie hin­käme… Sie ist stolz auf diese, ihr ver­blie­bene Selb­stän­dig­keit. Ich werde es ihr spä­ter so erklä­ren: Dein Belang war „poli­tisch nicht schützenswert“.
     
    Diese – von Ihnen zum eigent­li­chen Feind sti­li­sier­ten – Läden sind DEZENTRALE Ver­sor­gungs­ein­hei­ten für die gerade Nicht-so-Wahl­freien Bewoh­ner in den Wohn­ge­bie­ten. Die Märkte mal eben auf­zu­sum­mie­ren unter dem Motto „10 Kleine erge­ben doch auch den einen Gro­ßen“ ist dem­nach ein­fach mal zu kurz gedacht. Ohne das Pro­gramm der Lin­ken jetzt im Detail zu ken­nen: Schlag­worte wie „Teil­habe“, „Durch­mi­schung“, „ver­kehrs­arme Fort­be­we­gung“ und „Stadt der kur­zen Wege“ würde ich fin­den, oder?

    Sie schrei­ben: „Erstaun­li­cher­weise hielt sich aber die ver­nehm­bare Kri­tik an den erheb­li­chen Aus­wei­tun­gen der Han­dels­flä­che von Lebens­mit­tel­dis­coun­tern klei­ne­rer und mitt­le­rer Größe stark in Gren­zen.“. Mmmmh – warum wohl? Viel­leicht, weil die Leute, die sich damit aus­ken­nen, in die­sen Märk­ten tat­säch­lich kein (gro­ßes) Pro­blem sehen?

    Wei­ter: wenn Sie die Sorge der Läden in der Neu­stadt nicht tei­len kön­nen, dann liegt es viel­leicht daran, dass Sie noch nie einen Fuß in einen Glo­bus gesetzt haben. Würde ich nie Jeman­den zum Vor­wurf machen – außer eben einem Poli­ti­ker, der eine gewisse Ver­ant­wor­tung für die Ent­wick­lung sei­ner Stadt hat. Zur Erhel­lung: im Glo­bus gibt es eben nicht nur Lebens­mit­tel, son­dern auch Bücher, Fahr­rä­der, Haus­halt­wa­ren, Kla­mot­ten, Schul­be­darf, Leder­wa­ren (Ran­zen, Schuhe), Heim­elek­tro­nik… Es geht eben nicht aus­schließ­lich um ein Ange­bot, dass ver­gleich­bar im Edeka oder Kon­sum oder Rewe zu haben ist! Aber zufäl­lig in einer Reihe klei­ne­rer Läden in der Neu­stadt oder Pieschen.
     
    Natür­lich wird nun nie­mand, der nur ein Buch braucht, statt zur Buch­hand­lung X in der Neu­stadt extra ins Glo­bus fah­ren. Aber: viel­leicht nimmt der Kunde sich wäh­rend des „Vor­rats­ein­kau­fes“ das Buch aus dem Glo­bus ein­fach mit – „weil ich eh gerade hier bin“. Spart sich damit den Weg in den Buch­la­den – „nächs­tes Mal wie­der…“. Set­zen Sie für Buch ein: Fahrrad/​Topf/​Hose/​Schreibwaren/​… Ob sich die klei­nen Läden die­sen Abzug an Euros auf Dauer leis­ten kön­nen – ich bezweifle es.

    Sie unter­schät­zen dann noch etwas den Ein­zugs­be­reich des Glo­bus. Es geht nicht darum, ob es unmit­tel­bare Nach­barn gibt, die bis­lang in den Kon­sum gegan­gen sind – der Ein­zugs­be­reich die­ses Mark­tes ist locker im 30-km-Radius zu zie­hen! Die damit zusam­men­hän­gen­den Ver­kehrs­pro­bleme als „weit her­ge­holt“ mal eben unter den Tisch zu keh­ren: Glück­wunsch, dass nenn ich jetzt mal sach­ge­recht argu­men­tiert… Spä­tes­tens seit der Wald­schlöss­chen­brü­cke dürfte der letzte Igno­rant ver­stan­den haben, dass nicht die Stra­ßen, son­dern die Kreu­zun­gen das eigent­li­che Pro­blem sind. Und der­zeit schon kaum leis­tungs­fä­hige Kreu­zun­gen auf engs­tem Raum haben wir im Umfeld Han­sa­straße – Eisen­bahn­straße – Anton­straße – Leip­zi­ger Straße genug…

    Über die Aus­dün­nung der Ver­sor­gungs­lage im länd­li­chen Raum muss ich jetzt nicht auch noch refe­rie­ren – und viel­leicht den­ken Sie jetzt auch zurecht, dass „die da draus­sen“ ja sel­ber Schuld sind, wenn sie jetzt lie­ber sonst­wo­hin gon­deln, statt lokale Ver­sor­ger zu unter­stüt­zen (auf die sie dann im Alter auch ohne Auto zurück­grei­fen zu kön­nen). ABER: als Poli­ti­ker mit Weit­blick soll­ten Sie denen viel­leicht auch etwas auf die Sprünge helfen!?

    Zu Ihrem Schluss­wort: wenn es die Alter­na­ti­ven nicht mehr gibt, weil sie dem Druck nicht mehr stand­ge­hal­ten haben, dann wird es wun­der­schön sein, darin einzukaufen…

    Viel­leicht den­ken Sie mal drü­ber nach. Viel­leicht schauen Sie sich mal einen Glo­bus von innen an. Viel­leicht spre­chen Sie mal mit einem Stadt­pla­ner in Zwi­ckau oder Hoyers­werda über die Aus­wir­kun­gen derer Glo­bus­märkte. Viel­leicht stel­len Sie sich mal neben einen Netto auf der Leip­zi­ger und zäh­len die Ein­käu­fer mit dem Auto und denen zu Fuß/​mit dem Rad.

    Und: viel­leicht machen Sie sich auch mal Gedan­ken über Ihre poli­ti­sche Aus­rich­tung: Die FDP ist ja fast auf ähn­lich libe­ra­len Pfa­den unter­wegs… Die von Ihnen geäu­ßer­ten „Argu­mente“ jeden­falls sind weit weg von dem, was ich bis­lang unter den „Lin­ken“ ein­ge­ord­net habe.

    Im Stadt­rat hät­ten Sie und Ihre 4 Freunde jeden­falls die Chance gehabt, die­sen Wahn­sinn – viel­leicht auch nur vor­erst – zu verhindern…
     
    Danke.

  52. E‑Haller: ich bin beein­druckt! Das ist eine der bes­se­ren Argu­men­ta­tio­nen, die ich in letz­ter Zeit zum Thema Glo­bus gele­sen habe.

  53. ich fasse noch­mal zusam­men: glo­bus ist extrem über­di­men­sio­niert und das gesamt­ge­lände unad­äquat und falsch geplant. die dezen­tra­len versorgungs(super)märkte wer­den geschwächt, die funk­tio­na­li­tät der ein­zi­gen bei­den gro­ßen grün­der­zeit-stadt­teile unter­gra­ben, die neuen groß­cen­ter (park­haus-rewe, beide neue ede­kas) sowie die neu­städ­ter kon­sums in frage gestellt, die abschöp­fung von kauf­kraft bes­ten­falls ins umland ver­scho­ben, wo dann die händ­ler im ohne­hin schon struk­tur­schwa­chen länd­li­chen raum kriseln. 

    glo­bus steht für ver­gan­gen­heit, die ener­gie- und raum­fres­sende, umwelt­schä­di­gende stadt­struk­tur, für einen wider­spruch zu allen ziel­stel­lun­gen der stadt, gegen die wirt­schafts­för­de­rung, gegen die han­dels­kam­mer, gegen die archi­tek­ten­kam­mer, gegen alle lokal­ver­tre­tun­gen, gegen die rela­tiv unab­hän­gi­gen gut­ach­ten, gegen jah­re­lange amts­ar­beit und gegen wohl die mehr­heit der hier mün­di­gen bürgerschaft. 

    glo­bus ver­spricht durch­ge­hend dinge, die nicht not­wen­dig bzw. unrea­lis­tisch sind, wie eine angeb­li­che “ret­tung” nur eines alt­bausteils, wo keine gefahr in ver­zug ist. aus­bau­ten von stras­sen und hal­te­stel­len sind ohne glo­bus über­flüs­sig. eine zick­zack-wege­be­zie­hung über einen rie­sen­park­platz ist keine attrak­tive ver­bin­dung zum elb­ufer, die nut­zung der bahn­bö­gen wird mE nicht funk­tio­nie­ren und schei­tern, einige der ver­spre­chun­gen wer­den ohne­hin nach end­gül­ti­ger geneh­mi­gung “lei­der” kassiert. 

    das pro­blem stellt also einer­seits die ansied­lung eines wei­te­ren groß­mark­tes dar – ver­schärft durch eine kri­ti­sche ver­kehrs­ab­wick­lung, ande­rer­seits aber vor allem die­ser grob­schläch­tige gesamt­ent­wurf für diese pro­mi­nente lage. bis­her zeig­ten deren ver­ant­wort­lich kei­ner­lei anstal­ten, nur irgend­eine grau­sam­keit abzu­mil­dern. dort könn­ten doch viel mehr ver­bes­se­run­gen erzwun­gen wer­den. so ist es abzulehnen.
    das pro­jekt ver­hin­dert bes­sere nut­zun­gen und ein viel­fa­ches an der­zeit abseh­ba­ren inves­ti­tio­nen. das arbeits­platz-argu­ment ist im end­saldo kaum noch von bedeu­tung. alle wei­te­ren nega­ti­vaspekte lass ich hier der kürze wegen aus.

    rich­tig ist, dass ein sol­cher kon­kur­rent im mono-besetz­ten dresd­ner ein­zel­han­del wün­schens­wert ist, aller­dings nicht um jeden preis und SO nicht in jeder lage. wenn sie dort bauen wol­len, dann inner­städ­tisch adäquat und zukunfts­fä­hig struk­tu­riert. wenn sie dies nicht wol­len, dann bliebe nur noch ein alter­na­tiv­an­ge­bot eines stand­orts zB in seid­nitz (ex-max-bahr, ex-markt­kauf) mit ähn­lich güns­ti­gen rah­men­be­din­gun­gen und wach­sen­der bevöl­ke­rung. beide umpla­nun­gen wären gesell­schaft­lich fähig zur geneh­mi­gung, alles andere nicht. die kröte eines wei­te­ren groß­mark­tes würde geschluckt, zumal es auch sonst im nor­ma­len auf­kom­men und weg­ster­ben von super­märk­ten den für den kun­den bes­se­ren über­le­ben lässt. per­ma­nent moder­ni­siert sich das ange­bot, der wech­sel ist ste­tig. im süd­os­ten dres­dens wären die aus­wir­kun­gen aller­dings wesent­lich gerin­ger. genug platz gibts jetzt dort, zwei rie­sen­märkte haben geschlos­sen, da darf es kein tabu einer neu­pla­nung geben. glo­bus hat die wahl und muss der stadt end­lich ent­ge­gen­kom­men. ansons­ten gibt es keine ansatz­weise gute lösung und dann hat jeder ver­ant­wort­li­che stadt­rat die­ses pro­jekt am leip­zi­ger bahn­hof abzulehnen.

    ver­mut­lich ist bereits durch die letzte stadt­rats­ent­schei­dung der ohne­hin nur dünne faden der zusam­men­ar­beit mit der aus­füh­ren­den und doch mäch­ti­gen ver­wal­tung end­gül­tig zer­ris­sen. die pla­nungs­äm­ter erschei­nen nun als abge­schaff­bar. das ver­trauen ist zer­rüt­tet. die­ser stadt­rat kann sich als folge auf eine noch stär­kere blo­ckie­rung sämt­li­cher ange­le­gen­hei­ten durch die ver­wal­tung ein­stel­len. damit erwächst sich der gesamt­scha­den für die stadt als funk­ti­ons­ge­bilde ins ufer­lose. das soll­ten unsere stadt­räte berück­sich­ti­gen. sie schwe­ben ja nicht im luft­lee­ren raum.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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