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Spookai: Im Bann der Dämonen

Das Socie­ta­ets­thea­ter wagt sich an die Eröff­nung und bie­tet einen trans­kul­tu­rel­len Thea­ter­par­cours. “Spoo­kai” gibt intime Ein­bli­cke in das See­len­le­ben von Weckern und lehrt respekt­voll das Fürch­ten vor gewa­sche­nen Bohnen.

Der Augapfel-Yokai. Foto: André Wirsig
Der Aug­ap­fel-Yokai. Foto: André Wirsig

Jeder kennt sie, die Situa­tio­nen, in denen man denkt: “Warum, zum Don­ner­drum­mel, habe ich mich dar­auf ein­ge­las­sen?” Als die Uhr der Drei­kö­nigs­kir­che bedroh­lich zum sechs­ten Mal schlägt, ver­schluckt ein schwar­zer Vor­hang unse­ren klei­nen Haus­stand mit einem Happs. Es sind nur ein paar Schritte abwärts und schon sind wir mit einer ent­zü­cken­den Kli­ma­bi­lanz nach Japan gereist.

Japan, ein Land mit ani­mis­ti­scher Kul­tur, des­sen Mytho­lo­gie sich her­vor­ra­gend auf die Moderne reimt. Denn: Im Ani­mis­mus hat jedes Ding eine Seele – vom Bon­sai­bäum­chen bis zum Blei­stift. Selbst über­große Gefühle kön­nen sich von ihrem Ver­ur­sa­cher los­lö­sen und ein Eigen­le­ben ent­wi­ckeln. Als Yokai.

Monologe einer Windmaschine. Foto: André Wirsig
Mono­loge einer Wind­ma­schine. Foto: André Wirsig

Die Monologe der Windmaschine

Die Insze­nie­rung Spoo­kai der Socie-Resi­dents Post Thea­ter macht sich auf Spu­ren­su­che und hin­ter­fragt kri­tisch, wie sich im mensch­li­chen Umgang mit der Welt das Dämo­ni­sche zeigt. Wer besitzt eigent­lich wen, wenn es um die Bezie­hung zwi­schen Mensch und Smart­phone geht? Könnte die Annahme, ein Tisch ist belei­digt, wenn er nicht repa­riert wird, für mehr Nach­hal­tig­keit sor­gen? Phi­lo­so­phisch spu­kend ergrei­fen die guten und die bösen Geis­ter sehr leib­haf­tig von der Auf­merk­sam­keit der Besucher*innen Besitz, sodass sich zwi­schen­zeit­lich kurz der Wunsch auf­drängt, man wäre von ihnen verlassen …

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Die Sterne im Konzert

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Schwe­bende Stim­men, fins­terste Schwärze – die Yokai sind in ihrem Ele­ment. Sie jubi­lie­ren über die Hilf­lo­sig­keit der Men­schen (deren Fleisch für sie, wie man erfah­ren darf, nach Gra­nat­ap­fel schmeckt) und rebel­lie­ren gegen die Ent­zau­be­rung der Welt, aus der sie ver­drängt wer­den. Ein­drucks­voll demons­trie­ren sie ihre Macht­ein­flüsse – vom ver­lo­re­nen Schlüs­sel bis zur Hei­lung von Natur­wun­den. Es ist erstaun­lich, wie viel Empa­thie ein Saug­ro­bo­ter, wie viel Andacht die Mono­loge einer Wind­ma­schine erwe­cken können.

Das eingeschnappte Fahrrad

Drun­ter und drü­ber geht es auf der sehr pri­va­ten Füh­rung durch die dunk­len Ein­ge­weide des Socie. Keck und frech sind die Dämo­nen, höf­lich und schreck­haft, tra­gisch und ver­füh­re­risch … Eine große Por­tion der magi­schen Ver­wand­lung ist der Tat­sa­che geschul­det, dass es – end­lich wie­der! – Thea­ter ist, was hier statt­fin­det! Kein blaues Licht, keine Ein­wahl­codes, keine geteil­ten Bild­schirme – nein. Thea­ter in einem Thea­ter! Und dar­über hinaus …

Kommunizierende Kommunikationsgeräte. Foto: André Wirsig
Kom­mu­ni­zie­rende Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­räte. Foto: André Wirsig

Wie ver­wan­delt man ist, stellt sich erst am Ende des Trips mit der Rück­kehr in die Außen­welt her­aus. Wir wüh­len uns durch den schwar­zen Vor­hang und drau­ßen hat jemand den Mond gelb wie eine Man­da­ri­nen­scheibe auf­ge­hängt. Die Luft ist aus Veil­chen und mein Fahr­rad, das treue Tier, schnaubt unge­dul­dig. Ich flüs­tere ihm ein paar zärt­li­che Worte zu und tätschle ihm den Sat­tel. Wir wol­len ja nicht, dass es nach 100 Jah­ren ein­ge­schnappt ist. Zuhause fasse ich die Tür­klin­ken sanf­ter an als sonst und frage mich, wel­chem Yokai ich unbe­dingt begeg­nen möchte.

Jeder kennt sie, die Situa­tio­nen, in denen man denkt: “Warum, zum Don­ner­drum­mel, habe ich mich dar­auf ein­ge­las­sen?” Die Ant­wor­tet lau­tet in die­sem Fall ganz klar: “Damit ich weiß, was ich jeder­zeit wie­der machen würde!”

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Spookai – Theaterparcours im Societaetstheater

  • 26. bis 28. März; 7. bis 11. und 14. bis 18. April. Wochen­tags stünd­lich zwi­schen 18 und 21 Uhr, am Wochen­ende stünd­lich von 15 bis 21 Uhr
  • bis zum 28. März ohne Corona-Test buch­bar, nach Ostern müsst ihr bei Ein­lass einen tages­ak­tu­el­len, nega­ti­ven Test vorweisen
  • www.societaetstheater.de
  • Socie auf Facebook
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Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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