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Die Seilschaft am 15. August bei den Filmnächten am Elbufer

Anschlag auf Bürohaus an der Großenhainer

Heute Nacht ha­ben bis­lang Un­be­kannte das neu­ge­baute Bü­ro­haus in der Gro­ßenhai­ner Straße 5–7 an­ge­grif­fen. Da­bei wur­den meh­rere Schei­ben im Erd­ge­schoss und im ers­ten Ober­ge­schoss be­schä­digt. Wie der Pres­se­spre­cher der Po­li­zei, Lu­kas Reu­mund, auf Nach­frage be­rich­tet, wurde die Po­li­zei ge­gen 1 Uhr heute mor­gen in­for­miert. Als die Be­am­ten vor Ort ein­tra­fen, wa­ren die Un­be­kann­ten al­ler­dings schon verschwunden. 

Der Büroneubau an der Großenhainer Straße 5 bis 7.
Der Bü­ro­neu­bau an der Gro­ßenhai­ner Straße 5 bis 7.

Kurz nach 2 Uhr ver­sen­dete eine Gruppe mit dem Na­men "Die So­li­da­ri­sche Nachbar:innenschaft 01097" eine Pres­se­mit­tei­lung. In der heißt es: "In der Nacht von Mitt­woch auf Don­ners­tag ha­ben wir den Bü­ro­kom­plex Gro­ßenhai­ner­straße 5–7 an­ge­grif­fen. Da­bei wurde die Fens­ter­front zer­stört und ein Sach­scha­den im 6‑stelligen Be­reich verursacht."

Bei dem An­griff wur­den mehr als 20 Schei­ben be­schä­digt. In vie­len Schei­ben ent­stan­den nur kleine Lö­cher an der Au­ßen­seite, da es sich um Si­cher­heits­glas handelt. 

Wie die Po­li­zei mit­teilt, hin­ter­lie­ßen die An­grei­fer auch Graf­fiti an der Fas­sade, die sich ge­gen die Ei­gen­tü­mer­firma rich­te­ten. Eine Scha­dens­höhe kann noch nicht an­ge­ge­ben werden. 

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Das Bü­ro­ob­jekt "Neu­stadt, Ef­fi­zi­enz & Of­fi­cies" (NEO) hat die TLG Immboi­lien er­rich­ten las­sen. Der Bau war Ende ver­gan­ge­nen Jah­res fer­tig­ge­stellt wor­den. Wie Pie­schen-Ak­tu­ell be­rich­tete, ste­hen auch schon die ers­ten Mie­ter fest: ein For­schungs- und Ent­wick­lungs­zen­trum von Ama­zon und die Au­to­bahn GmbH. Die Mie­ter soll­ten im Ja­nuar einziehen. 

In ih­rer Pres­se­mit­tei­lung äu­ßern sich die An­grei­fer auch zu den Grün­den: "Wir se­hen un­se­ren An­griff als ra­di­kale Form der Kri­tik an den ak­tu­el­len städ­te­bau­li­chen und stadt­po­li­ti­schen Pro­zes­sen in Dres­den, be­son­ders in der Leip­zi­ger Vor­stadt." Das an­ge­grif­fene Haus stehe da­bei ex­em­pla­risch für eine Reihe von Im­mo­bi­li­en­pro­jek­ten, wie zum Bei­spiel die Ha­fen­city oder die Neu­bau­ten in der Lößnitzstraße. 

Am Morgen sicherten Arbeiter die zerstörten Scheiben.
Am Mor­gen si­cher­ten Ar­bei­ter die zer­stör­ten Scheiben.

Die Kri­tik richte sich nicht ge­gen die Schaf­fung von Wohn­raum, son­der dass die­ser in den Hän­den ge­winn­ori­en­tier­ter Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten liege. Durch de­ren über­teu­erte und de­plat­zierte Bau­ten wür­den die Mie­ten im Vier­tel wei­ter stei­gen und Frei­räume zerstört. 

Ermittlungen durch das PTAZ

Die Dresd­ner Po­li­zei hat nun die Er­mitt­lun­gen an das Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA), ge­nauer das Po­li­zei­li­chen Ter­ro­ris­mus- und Ex­tre­mis­mus-Ab­wehr­zen­trum (PTAZ) abgegeben. 

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Heavy Saurus am 20. August im Augusto Sommergarten

An­schläge ge­gen Neu­bau­ten gab es in der Ver­gan­gen­heit häu­fi­ger in die­sem Be­reich der Neu­stadt. So wur­den un­ter an­de­rem die bei­den Neu­bau­ten am Bi­schofs­platz mehr­fach mit Farbe und Stei­nen attackiert. 

Das PTAZ er­mit­telt auch zu den bei­den An­schlä­gen ge­gen Fahr­zeuge des Im­mo­bi­li­en­kon­zerns Vonovia. 

Übernahme durch Aroundtown

Die bör­sen­no­tierte TLG Im­mo­bi­lien AG wird ak­tu­ell ge­rade von der Around­town SA, ein in Lu­xem­burg an­säs­si­ges Un­ter­neh­men, über­nom­men. Wie der Vor­stands­vor­sit­zende der TLG in ei­nem Brief (hier als PDF) an die Aktionär*innen mit­teilt, soll durch den Zu­sam­men­schluss eine füh­rende pan­eu­ro­päi­sche Platt­form für Ge­wer­be­im­mo­bi­lien mit ei­nem Be­stand von mehr als 25 Mil­li­ar­den Euro entstehen. 

Die TLG wurde 1991 als Toch­ter­ge­sell­schaft der Treu­hand­an­stalt ge­grün­det. Der Treu­hand Lie­gen­schafts­ge­sell­schaft mbH (TLG) ob­lag die Ver­wal­tung, Ver­wer­tung und Ent­wick­lung der sons­ti­gen Im­mo­bi­li­en­be­stände in den neuen Bun­des­län­dern im Be­sitz der Treu­hand­an­stalt. Im De­zem­ber 2012 ver­kaufte das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­rium die TLG Im­mo­bi­lien GmbH an den US-ame­ri­ka­ni­schen Fi­nanz­in­ves­tor Lone Star. Seit Sep­tem­ber 2014 fir­miert das Un­ter­neh­men in der Rechts­form ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft. Ende 2019 be­gann die Über­nahme durch die lu­xem­bur­gi­sche Arroundtown.

Mehr als 20 Fensterscheiben wurden zerstört.
Mehr als 20 Fens­ter­schei­ben wur­den zerstört.
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56 Ergänzungen

  1. Fol­gen:
    – Die Ver­si­che­rung zahlt, Pro­jekt­ent­wick­ler nicht
    ABM für Dresd­ner Glaser
    – Ab­leh­nung lin­ker Pro­test­for­men in der Ge­samt­be­völ­ke­rung steigt

    Habe ich was ver­ges­sen? Viel­leicht noch die Be­frie­di­gung des mo­ra­li­schen Über­le­gen­heits­kom­ple­xes der Nachbar:innenschaft 01097, wo­bei der si­cher nicht lange anhält.

  2. Pein­li­che Ak­tion, mal wie­der, der Hand­voll Jung­sls, die uns auch im­mer er­klä­ren wol­len, wir le­ben im An­tifa-Kiez (ich und min­des­tens 50 an­dere Leute di­stan­zie­ren sich sehr da­von – und wir woh­nen fast zwei Jahr­zehnte hier.…) und mei­nen, nur durch im­mer­wäh­rende Wie­der­ho­lung und Ge­walt kom­men sie zum Ziel… Oder wes­halb höre und lese ich nur Sach­be­schä­di­gung (Grafitti/​Steine, Farb­beu­tel) und Ge­walt­auf­ru­fen so­wie Be­lei­di­gun­gen… Wie war das so schön bei den Ärz­ten "Ge­walt er­zeugt Ge­gen­ge­walt!" Viel­leicht weh­ren wir als Nach­bar­schaft uns end­lich mal ge­mein­sam ge­gen diese Pseudo-Wi­der­stands­kämp­fer mit völ­lig ver­klär­tem Weltbild…Oder woll­ten sie wirk­lich an die­ser Stra­ßen­ecke ihre Bauwagen/​Alternativhütten für null Geld auf­stel­len und das Leben/​die Ruhe ge­nie­ßen? Kindisch!

  3. @Roberto: "die Be­frie­di­gung des mo­ra­li­schen Über­le­gen­heits­kom­ple­xes der Nachbar:innenschaft"… es ist doch eher um­ge­kehrt, oder, dass die Sach­be­schä­di­ger sich über­le­gen füh­len und wir, die Nachbarschaft/​der Kiez, uns ver­le­gen weg­du­cken und den­ken – nicht schon wie­der so ne "Panne-Ak­tion"… Ähn­lich , wie der Späti, der seit ein paar Mo­na­ten T‑Shirts mit bren­nen­den Po­li­zei­au­tos drauf ver­kauft… Da schi­cke ich meine Toch­ter doch gerne ne Milch ho­len… Aber ja, ir­gend­wann wer­den auch die aus ih­rer Blase er­wa­chen… und nein, ich mag jetzt keine Dis­kus­sion an­fa­ckeln, wer hier in ner Blase wohnt und all den Krams… Es ist ein­fach im­mer nur zum "Fremd­schä­men", seit Mo­na­ten … und dann diese pein­li­chen pu­ber­tä­ren, schlecht ge­kra­kel­ten, in­halts­freien Schmie­re­rein… Trau­rigs­ter Wi­der­stand ever, würde das Pu­ber­tier hier sagen…

  4. Ama­zon For­schungs- und Entwicklungszentrum.
    An­statt sich zu freuen das zu­kunfts­fä­hige Ar­beits­plätze ent­ste­hen die den Ab­gang jun­ger Leute in Me­tro­po­len wie Mün­chen oder Ber­lin auf­hal­ten, so eine schwach­sin­nige Ak­tion ge­gen ein Bü­ro­ge­bäude das eine häss­li­che Bra­che füllte.

    Fürch­ten die „Ak­tio­nis­ten“ das ihre Kin­der sich spä­ter nicht mehr nur zwi­schen Lidl und Aldi als Ar­beit­ge­ber ent­schei­den müssen?

  5. Nun, da braucht die Po­li­zei ja nicht lange su­chen: Ein­fach mal quer über die Straße ge­hen und sich mal um­schauen wer da so in der Löß­nitz­straße wohnst. Ganz einfach!
    Im­mer wie­der schön wie eine selbst­er­nannte "so­ge­nannte An­tifa" sich um ihre Nach­bar­schaft und Mie­ten sorgt die sie wahr­schein­lich gar­nicht zah­len. Her­vor­ra­gend: Set­zen – 6, sorry.!

  6. @Roberto
    Das sehe ich ge­nauso. Men­schen die in ih­ren Le­ben noch nie et­was ge­schafft ha­ben rui­nie­ren das Werk an­de­rer we­gen der Ge­winn­ori­en­tie­rung der Han­deln­den. Um stei­gende Mie­ten zu be­kämp­fen wer­den Men­schen die Häu­ser bauen be­droht und Neu­bau­ten an­ge­rif­fen – muss man erst­mal verstehen.

    Ich finde, dass im Ver­gleich zu an­de­ren Neu­bau­bro­jek­ten in Dres­den, die Ge­stal­tung die­ses Hau­ses ganz gut in die Unmge­bungs­be­baung passt. We­nigs­tens mal kein mo­no­li­thi­scher Block mit klei­nen Fenstern.

  7. Of­fen­sicht­lich ha­ben die bö­sen ka­pi­ta­lis­ti­schen bör­sen­no­tier­ten Un­ter­neh­men den Nachbarinnen(und be­son­ders außen)schaftlern das Grund­stück vor der Nase weggeschnappt.
    Denn ei­gent­lich woll­ten die dort mit ih­rem pri­va­ten Geld ein Haus mit fa­mi­li­en­freund­li­chen So­zi­al­woh­nun­gen zum ganz klei­nen Miet­preis errichten.
    Nun blei­ben die Ar­men auf ih­rem schwer er­ar­bei­te­ten Geld hocken.
    Ist schon tra­gisch, wie sie so ka­putt­ge­tri­fi­ziert werden.
    Aber zu­min­dest zah­len sie den Scha­den über den Um­weg der Haus­ver­si­che­rung ih­res Ver­mie­ters am Ende teil­weise mit.

  8. et­was ver­ges­sen? – ja, durch die ge­stie­ge­nen Kos­ten, sei es durch er­höhte Ver­si­che­rungs­bei­träge oder Re­pa­ra­tur­kos­ten stei­gen die Mie­ten noch schnel­ler und das Vier­tel "ver­gen­tri­fi­ziert" noch schneller.

  9. @Solidarische Nachbar:innenschaft 01097:
    Wikipedia:
    "So­li­da­ri­tät (von la­tei­nisch so­li­dus „ge­die­gen, echt, fest“) oder so­li­da­risch be­zeich­net eine zu­meist in ei­nem ethisch-po­li­ti­schen Zu­sam­men­hang be­nannte Hal­tung der Ver­bun­den­heit mit – und Un­ter­stüt­zung von – Ideen, Ak­ti­vi­tä­ten und Zie­len an­de­rer. Sie drückt fer­ner den Zu­sam­men­halt zwi­schen gleich­ge­sinn­ten oder gleich­ges­tenll­ten In­di­vi­duen und Grup­pen und den Ein­satz für ge­mein­same Werte aus. Der Ge­gen­be­griff zur So­li­da­ri­tät ist die Konkurrenz."

    DARUM:

    Eure Hand­lung ist nicht für et­was, son­dern Ihr han­delt ge­mein­sam ge­gen etwas.
    Fa­zit: Ihr seid in mei­ner Welt nur Kon­ku­renz für Na­zis, im We­sen das glei­che… Warum ver­schlei­ert Ihr Eure Agres­sio­nen hin­ter ver­meint­lich lin­ken Themen.. ?
    sorry, F…Y..

  10. Die Sach­be­schä­di­gung finde ich zwar nicht gut, den wü­ten­den Mob hier in der Kom­men­tar­spalte aber noch schlimmer.

  11. @Alaunstrasse
    Ist es schlim­mer den Un­mut über nicht sach­dien­li­che Zer­stö­rung zu äus­sern, oder Ei­gen­tum (nicht das ei­gene) zu zerstören?

    (Bei die­sen Ak­tio­nen ver­ges­sen die Ak­ti­vis­ten et­was Gu­tes zu ma­chen, mit nach­bar­schaft­li­cher So­li­da­ri­tät hat die Sach­be­schä­di­gung nichts zu tun..)

    Ich kann in den Kom­men­ta­ren kei­nen Mob se­hen, der tobt nachts durch die Gassen…

    Oder ist es O.K. weil es nicht Dein Ei­gen­tum ist?

  12. Schon vor Wo­chen wurde der Neu­bau Bischofsplatz/​Conradstraße er­neut und wuch­ti­ger denn je van­da­liert. Dar­über wurde aber nicht be­rich­tet. Bild und Si­tua­tion sind etwa gleich wie hier oben, ich ver­mute glei­che Tä­ter­schaft – nachts, feige und dumm. Der­zeit wü­ten ein paar nun ins Ju­gend­al­ter ge­rutschte Halb­starke v.a. im Hecht, spä­ter er­eilt sie fast durch­weg der üb­li­che Gang der Dinge: Job Auto Muddi Kind Hund Alltag.
    Beste Grüße an un­se­ren "Bür­ger­po­li­zis­ten" für den Stadt­be­zirk, lebt Göhli ei­gent­lich noch oder muß er wei­ter Lü­cken­st­op­fer im Krimi-Hot­spot Schön­fel­der Hoch­land spielen?

  13. @Alaunstraße: Wü­ten­der Mob? Weil wir sa­gen, was uns in un­se­rem Kiez nervt? Dass da ne Hand­voll Leute seit ner ge­rau­men Zeit al­les zer­stö­ren? Wü­tend sind die Ab­itu­ri­en­ten und Stu­dies, die nachts halb 3 durchs Vier­tel zie­hen und sinn­frei vie­les zerstören…Schon auf­fäl­lig, das durch Ho­me­schoo­ling im­mer mehr Ge­walt und Zer­stö­rung Ein­zug hiel­ten… Wenn die lie­ben Klei­nen abends mal raus dür­fen… Aber, schön, dass die­je­ni­gen, die nicht PRO ANTIFA sind, gleich der "wü­tende Mob" sind… Danke, les ich hier im Vier­tel auch im­mer, wer nicht da­für is, is Nazi.… Ne, wir sind schon ewig hier – und die klei­nen Welt­ver­bes­se­rer zer­stö­ren grad un­ser ku­sche­li­ges Kiez-Ge­fühl… auf ihre Art: kin­disch, pein­lich, ohne In­halt und Tief­gang diese Aktionen…

  14. @Alaunstraße
    Bin eher be­lus­tigt. Al­ler­dings feh­len mir noch nen paar Ste­reo­type. Mal se­hen, is ja noch Zeit.

  15. Lie­ber Tors­ten, laut Du­den ist ein An­schlag ein "ge­walt­tä­ti­ger, auf Ver­nich­tung, Zer­stö­rung zie­len­der An­griff". Von ei­nem An­griff spre­chen die Leute in ih­rem Be­ken­ner-Schrei­ben sel­ber, zer­stört wurde of­fen­sicht­lich auch ei­ni­ges. Au­ßer­dem kann ich beim bes­ten Wil­len kei­nen "wü­ten­den Mob" erkennen.

  16. @Alaunstraße:

    Men­schen, die (fort­ge­setzt) de­mo­lie­ren und zer­stö­ren, han­deln für Dich nur "zwar nicht gut", aber Men­schen, die das kri­ti­sie­ren, sind für Dich ein "wü­ten­der Mob"?

    Uiui. Ent­we­der hast Du beim For­mu­lie­ren aus Ver­se­hen et­was ver­tauscht, oder Dein Welt­bild ist ganz schön beängstigend.

  17. @Anton
    Wenn ich diese un­re­flek­tier­ten, sim­pli­fi­zier­ten und ab­wer­ten­den Äu­ße­run­gen lese, dann hoffe ich, dass diese "vor al­lem" der Wut ge­schul­det sind:
    "Be­frie­di­gung des mo­ra­li­schen Überlegenheitskomplexes"
    "Hand­voll Jungsls"
    "und mei­nen, nur durch im­mer­wäh­rende Wie­der­ho­lung und Ge­walt kom­men sie zum Ziel"
    "Pseudo-Wi­der­stands­kämp­fer mit völ­lig ver­klär­tem Weltbild"
    "Bauwagen/​Alternativhütten für null Geld auf­stel­len und das Leben/​die Ruhe genießen"
    "Kin­disch!"
    "aus ih­rer Blase erwachen"
    "selbst­er­nannte „so­ge­nannte An­tifa“ sich um ihre Nach­bar­schaft und Mie­ten sorgt die sie wahr­schein­lich gar­nicht zahlen"
    "Men­schen die in ih­ren Le­ben noch nie et­was ge­schafft haben"
    "Kon­ku­renz für Na­zis, im We­sen das gleiche"
    "nachts, feige und dumm"
    "ins Ju­gend­al­ter ge­rutschte Halbstarke"
    "Ab­itu­ri­en­ten und Studies"
    "die lie­ben Kleinen"
    "wir sind schon ewig hier"
    "die klei­nen Welt­ver­bes­se­rer zer­stö­ren grad un­ser ku­sche­li­ges Kiez-Gefühl"

  18. Hallo Spatz, das mit der Wut kann schon sein. Und das die Äu­ße­run­gen der Kom­men­tie­ren­den et­was ver­ein­facht die kri­mi­nel­len An­grei­fer mög­li­cher­weise ab­wer­ten auch – als un­re­flek­tiert würde ich das nicht be­zeich­nen, ich habe eher den Ein­druck, dass die Ge­scheh­nisse der letz­ten Wo­chen eben ei­ni­gen ge­hö­rig ge­gen den Strich geht.

    Und das Wort Mob, das "Alaun­straße" in die Dis­kus­sion brachte, scheint mir ziem­lich weit her­ge­holt. Ich ziehe noch­mal den Du­den heran: Mob: 1. Pö­bel; 2. kri­mi­nelle Bande, or­ga­ni­sier­tes Ver­bre­cher­tum –> Pö­bel: un­ge­bil­dete, un­kul­ti­vierte, in der Masse gewaltbereite.

  19. @Anton
    Beim zwei­ten Teil bin ich bei Dir. Selbst der "Mob" ist beim NG ge­sit­tet. Spricht doch für uns ;-)
    Zum ers­ten Teil: japp, Dein Ein­druck … und eben mei­ner. Mei­ner Er­fah­rung nach, mö­gen sich "ge­gen den Strich ge­hen" und "un­re­flek­tiert" ei­gent­lich ganz gern. Be­merke ich an mir selbst oft genug.

  20. Was die Alaue und der Spatz sa­gen … ich finde den (wei­test­ge­hen­den) Kon­sens hier be­ängs­ti­gen­der als die "vor­komm­nisse". Ge­walt ist na­tür­lich keine Lö­sung, aber Ama­zon und die Au­to­bahn GmbH mit Kuss­hand als tolle Ar­beitg­be­ver be­grü­ßen, in­di­rekt den Bau­wa­gen­platz für die Ge­walt an­zu­schul­di­gen, für Bra­chen keine bes­se­ren Ideen zu ha­ben, als da ir­gend­ein Ge­bäude drauf­zu­bauen und so­wieso ge­gen je­den Wi­der­stand aus dem Vier­tel zu sein – da­von kann ich we­nig gut­hei­ßen – ich weiß, das Wort ist ein biss­chen ab­ge­nutzt, aber bei den Kom­ment­arten kriege ich das Ge­fühl, die Gen­tri­fi­zie­rung ist be­reits wei­test­ge­hend abgeschlossen.

  21. @ An­ton: Der Du­den? Wirk­lich? Die Leute ver­wen­den Worte so, wie sie im Du­den ste­hen? Ich glaube kaum.

    Wenn Du mal die oben von mir be­reits ver­link­ten Kol­lo­ka­tio­nen des Wor­tes "An­schlag" aus dem Di­gi­ta­len Wör­ter­buch der deut­schen Spra­che (wel­ches die tat­säch­li­che Ver­wen­dung der Spra­che re­flek­tiert) an­se­hen wür­dest und die ich hier gerne noch­mal als Kol­lo­ka­ti­ons­wolke ver­linke, dann, ja, weiß auch nicht was, dann wäre. Aber Du kannst es ja des Gru­sels hal­ber ein­fach mal tun.

    Da finde ich die Be­deu­tungs­ver­schie­bung beim von Dir kri­ti­sier­ten Ge­brauch des Wor­tes Mob, der sich of­fen­bar vor al­lem durch Auf­ge­bracht­heit (die mir hier vor­han­den scheint) aus­zeich­net, re­la­tiv klein.

  22. Hallo Tors­ten, mit dem Sprachge­fühl ist das so eine Sa­che, da hat wohl je­der ein an­de­res. Ich ver­su­che ein­fach, mich an ei­nem seit Jahr­zehn­ten eta­blier­tem Re­gel­werk zu ori­en­tie­ren. Ich ver­wende das Wort An­schlag im­mer dann, wenn die Tat of­fen­sicht­lich po­li­tisch mo­ti­viert war und es ge­gen ein kon­kre­tes Ziel geht. Als es vor zwei Jah­ren ei­nen An­schlag ge­gen die WIR-AG gab, hat­test Du an der Be­zeich­nung nichts auszusetzen.

  23. "die Gen­tri­fi­zie­rung ist be­reits wei­test­ge­hend ab­ge­schlos­sen" – jepp, war es schon vor knapp zehn Jah­ren… so lange woh­nen im Schnitt die Mie­ter mei­ner bei­den Nach­bar­häu­ser hier, man­che schon län­ger… Kenn so­gar ne Omi, die war schon 1986 hier… aber egal, si­cher sind wir alle die Yup­pies, die den Kiez verderben…Ach ne, sind ja der wü­tende Mob, ich ver­gaß ; ) Und… ne, die Wa­gen­ko­lo­nie an der Blauen Fa­brik… von der sprach kei­ner… nur eben, dass ich mich, ebenso wie an­dere hier, frage, was man denn, wenn man or­dent­lich Geld für das Grund­stück hin­ge­legt hat, dann an­de­res au­ßer nen Bau­wa­gen oder ne Mi­ni­hütte hin­set­zen könnte…
    Und – echt jetzt? "Ab­itu­ri­en­ten und Stu­dies" ist ab­wer­tend? Ne, be­kann­ter Ma­ßen ein­fach lus­tig­lich ge­willte Wi­der­stands­kämp­fer, bis sie eben ihr Kind nicht durch Scher­ben und Hun­de­hau­fen krab­beln las­sen wol­len und kei­nen Bock ha­ben, ih­nen die Tags und Sti­cker zu er­klä­ren – und weg­zie­hen… mehr­fach erlebt!
    Und – wir hat­ten das schon an an­de­rer Stelle dis­ku­tiert… Es herrscht ge­rade ne sehr große Be­reit­schaft zur Ge­walt und Sach­be­schä­di­gung in un­se­rem Vier­tel – und nein, das ge­hört nicht dazu, wenn man hier wohnt (ich ver­weise im­mer gern auf die Bil­der bei google maps – und auf die ver­gan­ge­nen Jahre) – und ja, es nervt… und: die ver­ba­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der so ge­nann­ten al­ter­na­ti­ven Szene im Vier­tel ha­ben uns ein­fach zu oft ge­zeigt, mit wel­chen Leu­ten wir es da zum Teil zu tun habe… jaja, zum Teil und jaja, verallgemeinert…

  24. Was Zer­stö­rung mit So­li­da­ri­tät zu tun hat, er­schliesst sich mir nicht. Sind wahr­schein­lich im­mer die glei­chen fünf Dep­pen, die für die An­schläge im Vier­tel ver­ant­wort­lich sind.

  25. @ Lie­ber Anton, 

    durch Kol­lo­ka­tio­nen wird nicht das Sprachge­fühl son­dern der Sprachkon­text und die Kon­no­ta­tio­nen ei­nes Wor­tes an­ge­zeigt. Und wenn man sich die Kon­no­ta­tio­nen des Wor­tes "An­schlag" an­schaut (s.o.), könnte man auf die ver­rückte Idee kom­men, Du wür­dest Du Ben­zin auf eine glim­mende Zi­ga­ret­ten­kippe gie­ßen, um mehr Auf­re­gung und Klicks zu bekommen.

    Den an­de­ren Ar­ti­kel seh ich mir gleich noch­mal an…

  26. … hab ich ge­macht. Das dort ver­wen­dete Wort "Farb­an­schlag" schließt die sehr emo­tio­na­li­sie­ren­den ty­pi­schen Kon­no­ta­tio­nen "ter­ro­ris­tisch" (okay, kann man sich strei­ten) "World Trade Cen­ter", "tö­ten", "blu­tig" und "töd­lich" m.E. aus und hat mich da­her wohl nicht ge­nug auf­ge­regt. Viel­leicht wäre es ganz prak­tisch, in der Be­richt­erstat­tung An­schlags­va­ri­an­ten zu kategorisieren.
    Ich gebe zu "Zie­gel­stein­an­schlag" klingt nicht so toll. "Wurf­an­schlag" vielleicht?

  27. @Isabel
    Dein Kommi von 20:19 hat in mei­nen Au­gen ei­ni­ges wie­der vom Kopf auf die Füße ge­stellt. Danke das Du Dir die Zeit ge­nom­men hast. Und ich stimme Dir zu, dass "Stu­den­ten und Ab­itu­ri­en­ten" nicht aus sich selbst her­aus ab­wer­tend ist. Kommt auf den Kon­text an. In die­sem ist es zu min­des­tens ne Zu­schrei­bung. Und warum Du diese be­mühst, kannst nur Du selbst Dir be­ant­wor­ten. Für mich bleibt wie­der nur der Kontext.
    Und ja … zum Teil ;-)

  28. Das schöne an den Kom­men­ta­ren ist ja, dass sich hier, je­des Mal, wenn ne Dis­kus­sion ent­brennt, Leute fin­den, die über die ganz ge­nauen Fein­hei­ten der Spra­che oder – mein Lieb­lings­thema – ehe­ma­lige, heu­tige Viertelbegrenzungen/​Geografie phi­lo­so­phie­ren und so­mit je­des Mal die Dis­kus­sion im Keim er­sti­cken, weil die ei­gent­li­chen, auf die Sa­che be­zo­ge­nen Kom­men­tare letzt­end­lich kei­nen mehr interessieren.….….

  29. Mar­tin, dir fehlt's ja kom­plett an Me­di­en­kom­pe­tenz. Lerne dazu, statt zu Schlau­mei­ern. Aber viel­leicht kann ich Papi es dir mal erklären. ;-)
    Je­den­falls, wenn dich ver­ständ­li­che Auf­re­ger über ran­da­lie­rende Voll­idio­ten in­ter­es­sie­ren, in­tel­li­gente The­men aber nicht, ist das doch ge­nauso dein Pro­blem, wie dass du nicht ka­pierst, wie Kom­men­tar­dis­kus­sio­nen ab­lau­fen. Da gab's schon mal eine, die wirkte auch so auf mich: Die Kleine will die Er­wach­se­nen er­zie­hen, statt von den Er­wach­se­nen zu ler­nen und selbst er­wach­sen zu wer­den. Also: Ler­nen statt Schlaumeiern. :-)

  30. Ich lese aus den Re­ak­tio­nen, dass diese Ak­tio­nen eben nach hin­ten los­ge­hen. "Kampf" für ei­nen bes­se­ren Kietz funk­tio­niert doch eher mit ei­nem Lä­cheln als mit Stei­nen. Mich nervt diese Zer­stö­rung un­ter der Fahne des Wi­der­stan­des. Ist nur ein Deck­man­tel für un­ge­hemm­ten Frustabbau.
    Ich bin aber auch nicht an der Schwelle zur Ge­walt ..(Un­ver­ständ­nis)
    Auf lange Sicht er­rei­chen diese Ak­tio­nen nur das Ge­ge­teil und "mob­ben" (Wort­spiel sei er­laubt) sich sel­ber raus… wer weint da eine Träne nach? 

    (Für mich hat das mit bunt und So­li­da­ri­tät nix zu tun.. da hilft auch kein *in­nen, wenn die Ge­walt ge­gen Dinge der erste Schritt in die fal­sche Rich­tung ist)

    @Solidarische Nachbar:innenschaft 01097

    Was jetzt?

  31. @Torsten

    Ist Anschlag*innen besser? ;-)

    Spra­che wird be­nutzt und nicht „be­deu­tet“. Du kannst aber gerne nach­schla­gen und die „Kol­lo­ka­tio­nen“ (benachbartes.Auftreten von Wör­tern) oder „Kon­no­ta­tio­nen„ (Ne­ben­be­deu­tun­gen) für alle herausarbeiten.
    Dank für den Bei­trag und die Metaredaktion.

    Hast Du auch mal die Fol­gen von Sach­schä­den im 6‑Stelligen Be­reich her­aus­ge­ar­bei­tet? Wie lange musst Du da­für stricken?

  32. … hab mal das DWDS-Wort­pro­fil (dank an Thors­ten) für „So­li­da­ri­tät“ nach­ge­schaut… konnte da von „Steine wer­fen“, „Zer­stö­ren“, „Schä­den“ usw. nichts finden.

    Da wurde das Wort „So­li­da­ri­tät“ in der Grup­pen­be­zeich­nung der Ak­ti­vis­ten falsch ein­ge­setzt… (könnt ich mich drü­ber aufregen)

  33. @Dämmerung: Ja finde ich auch. Es wird gut die Ge­stal­tung der Häu­ser­zeile ge­gen­über als Vor­lage aufgegriffen.

    Die Mie­ten in dem Vier­tel sind nicht ex­or­bi­tant hoch, son­dern ent­spre­chend der Lage. Au­ßer­dem sind die Zin­sen für Im­mo­bi­len­kre­dite ak­tu­ell sehr güns­tig, darum kann je­der Wohn­raum schaf­fen, wenn er denn möchte.

  34. @ Bra­chen müs­sen ver­sie­gelt wer­den: "Ge­walt ist na­tür­lich keine Lö­sung, aber…" – laaang­wei­lig! Doch da die Mensch­heit in Dei­nen Au­gen of­fen­bar vom Da­zu­ler­nen be­freit ist, wird den "Ge­walt­tä­tern" Ab­so­lu­tion er­teilt, da sie ja "bes­ser" sind als die, die er­ken­nen, dass so­was noch nie et­was zum Gu­ten ver­än­dert hat und die sich auch noch trauen, dies zu sa­gen – und in ih­rem Kon­sens "be­ängs­ti­gen". Ich zit­tere auch schon rich­tig, an­be­trachts die­ses Kon­sens hier…
    Na­tür­lich kann sich die/​der re­vo­lu­tio­när-an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche 19-jäh­rige nach Voll­zug ei­nes solch nach­hal­tig-wirk­sa­men re­vo­lu­tio­när-an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Ak­tes mäch­tig re­vo­lu­tio­när und an­ti­ka­pi­ta­lis­tisch füh­len in der el­ter­lich fi­nan­zier­ten Ba­che­lor­butze – be­vor es sie/​ihn dann mit 26 Jah­ren nach Strie­sen, Hei­del­berg oder Quick­born ver­schlägt… Sie/​er kann sich da­bei ja im­mer­hin Dei­nes Ver­ständ­nis­ses si­cher sein. Das ist ir­gend­wie beängstigend…

  35. Ich finde es gut zu le­sen, dass es im Vier­tel hier Wi­der­stand ge­gen diese sinn­lo­sen Zer­stö­run­gen gibt, die hier ak­tu­ell lei­der zum All­tag gehören.

    - Ja es nervt er­heb­lich, wenn neu ge­baute Häu­ser durch Schmie­re­reien be­schä­digt werden.

    - Ja es nervt ge­nauso wenn die al­ten Häu­ser be­schä­digt werden.

    - Ja es nervt wenn sich Leute Ge­dan­ken ma­chen, wie sie Ihre Fas­sa­den, Fried­hofs­mau­ern usw. ge­stal­ten kön­nen, dass diese dann nach we­ni­gen Stun­den /​Ta­gen /​Wo­chen wie­der zer­stört werden.

    - Ja es nervt er­heb­lich, wenn die Spiel­plätze durch aus­ge­spro­chen sinn­lose Schmie­re­reien ver­un­stal­tet werden.

    - Ja es nervt, wenn nachts Spie­gel von Au­tos ab­ge­tre­ten werden. 

    - Ja, wir ha­ben ver­stan­den, dass ihr hier keine Na­zis wollt. Warum be­gibt man sich da­für aber dann auf de­ren Niveau?

    - OK, "IHR" wollt, dass das Kiez dre­ckig bleibt. Was glaubt Ihr denn was die Mehr­heit im Kiez da­von hält? NICHTS!

    Statt ge­gen zu hohe Mie­ten zu pro­tes­tie­ren in dem man Dinge zer­stört, kann man auch ein­fach mal zur Bank ge­hen, ein Pro­jekt auf­set­zen um güns­ti­gen Wohn­raum zu schaf­fen und das dann mit viel Mühe durch­zie­hen. Die Nach­frage da­nach muss ja rie­sig sein. Und wenn man das ge­macht hat, dann muss man si­cher im­mer noch ge­gen den in­ne­ren Schwei­ne­hund an­kämp­fen, der ei­nem sagt: "Und jetzt er­hö­hen wir die Miete, weil dann kommt am Ende mehr für mich und meine Al­ters­vor­sorge rum" 

    Viel Spaß!

  36. Selbst bin ich Op­fer ei­nes An­schla­ges ge­wor­den. Hat mich ne Stange Geld ge­kos­tet. Nein, we­der be­sitze ich eine Im­mo­bi­lie, noch ver­füge ich über ein Ein­kom­men, wel­ches es mir er­laubte an­dere ka­pi­ta­lis­ti­sche Sta­tus­sym­bole zur Schau tra­gen zu kön­nen. Ob ich mir das ein zwei­tes Mal leis­ten kann? Ver­mut­lich nicht. Also werde ich dann, mein noch ge­lieb­tes Vier­tel, nach über 20 Jah­ren, ver­las­sen müs­sen und so den Weg frei­ma­chen, da­mit Leute ein­zie­hen kön­nen, die sich so­was leis­ten kön­nen. Da­von gibt's ge­nug. "Ihr" habt's so gewollt.
    Lang lebe der an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Kampf.

  37. @R.Mi und alle an­de­ren Bau­wü­ti­gen hier

    - Gut, bei Spiel­plät­zen geh ich mit – bei Kin­dern hört der Spaß auf.

    Ganz so ein­fach, wie es hier so oft dar­ge­stellt wird ist es eben lei­der nicht. Mal eben zur Bank spa­zie­ren, biss­chen Kohle lei­hen und sel­ber güns­ti­gen Wohn­raum schaf­fen. Es pas­siert nicht, weil es ohne staat­li­che sub­ven­tio­nen nicht mög­lich ist. Die Grund­stücks- und Bau­preise al­lein sind schon so hoch, dass sich für die Pri­vat­wirt­schaft nur lohnt zu bauen, was eben ge­baut wird und zu ver­mie­ten, was eben ver­mie­tet wird. Daran än­dert sich auch nichts, wenn ich das aus Ei­gen­in­itia­tive tue. Das Pro­blem der stei­gen­den Mie­ten liegt doch viel tiefer.

    Nach wie vor möchte ich noch­mal als Mög­lich­keit ein­wer­fen, dass nicht je­den Qua­drat­me­ter voll­ge­baut wer­den muss. In der Ge­schichte ha­ben sich hoch­ver­dich­tete Städte auch aus Brand­schutz­grün­den im­mer­wie­der als "brand­ge­fähr­lich" (badum-ts) er­wie­sen, weil Men­schen in ih­ren Häu­sern ge­fan­gen wa­ren. Auch heute ist es aus Brand­schutz-Sicht die zu­neh­mende Nach­ver­dich­tung kri­tisch zu be­trach­ten, auch wenn wir in­zwi­schen na­tür­lich ganz gut ge­lernt ha­ben, Brand­last zu mi­ni­mie­ren usw… 

    Auch dass sich durch die hohe Ver­sie­ge­lung an an­de­ren Stel­len Städ­te­bau­li­che Pro­bleme er­ge­ben (Über­hit­zung, schlechte Ver­si­cke­rung, Über­flu­tungs­ge­fah­ren, Ar­ten­ster­ben, usw.) ist schon län­ger be­kannt. In die­sen Zei­ten sind Bra­chen Gold Wert! Lei­der nicht Mo­ne­tär, son­dern "nur" für das Stadt­klima – und das ist eben nicht so zahl­kräf­tig. Des­halb wäre hier die Stadt ge­fragt. Wie es um de­ren Haus­halt steht, kön­nen wir ja täg­lich in der Zei­tung lesen. 

    Wem Bra­chen per se zu häss­lich sind, kann von mir aus gern für um­ge­stal­tun­gen als Parks, Be­grü­nun­gen von Fas­sa­den, Dä­chern, Ent­sie­ge­lun­gen usw. plä­die­ren – aber so völ­lig krea­tiv­los die TLG in schutz neh­men, weil die Bra­che ja so häss­lich war und da sonst kei­ner So­zi­al­woh­nun­gen bauen wollte … das greift mir dann doch deut­lich zu kurz. Bei al­ler Ge­walt. Ich lasse sie mal bei­seite. Wir wol­len ja Lö­sungs­ori­en­tiert bleiben.

    PS: Na wie wärs mit ei­nem Crowd-Fun­ding im Vier­tel, dass wir die nächste Bra­che ein­fach kau­fen, und schön Brach lie­gen las­sen? Ein­fach nicht mä­hen und vor den To­ren des Kiez's eine klei­nen aber fei­nen Oase für Ar­ten­viel­falt und das Stadt­klima schaf­fen. Das fände ich sinn­vol­ler, als an In­ves­to­ren zu ver­kau­fen, die dann eben doch nur die Au­to­bahn GmbH und Ama­zon beherbergen.

    PPS: Ich bin Bau­in­ge­nieur, schreibe also kaum aus Ei­gen­nutz. Da­mit bin ich aber auch selbst Teil der von mir an­ge­pran­ger­ten Gen­tri­fi­zie­rung. Just Saying.

  38. Oh oh oh An­ton. :-) Ich finde es er­staun­lich, dass du Wahr­hei­ten als Be­lei­dung emp­fin­dest, Deut­lich­keit als Fä­kal­spra­che, und mein Lap­top­bild­schirm­lan­ger Text zu viele un­an­ge­nehme Fak­ten enthielt. ;-)
    Aber es sei dir ge­gönnt, Friede sei mit uns.

  39. @Brachen müs­sen ver­sie­gelt wer­den!: Also ich möchte in ei­ner Stadt woh­nen, die nach Stadt aus­sieht und nicht nach Dorf. Die Bra­chen finde ich tat­säch­lich häß­lich und es bie­tet sich an, diese Lü­cken zu fül­len, schließ­lich stan­den dort frü­her schon Häu­ser. "Ein­fach nicht mä­hen" ist für mich keine Option.

  40. Ist das jetzt das Hechtviertel?
    Oder doch schon Scheunenhofviertel?
    Oder ge­hört es schon zu Pieschen???
    Kann mir das mal ei­ner erklären?

  41. Das dra­ma­ti­sche ist doch, dass hier wahr­schein­lich ge­gen die Aus­gangs­sperre ver­sto­ßen wurde. Un­mög­lich! Ver­ant­wor­tungs­los! Schweinerei!

  42. Ich darf als An­woh­ner auch schon in Jahr­zehn­ten rech­nen und wun­dere mich schon seit ei­ni­gen Jah­ren, was ei­nige we­nige hier als Bot­schaft des Vier­tels kund­tun möch­ten. Sach­be­schä­di­gung und Ge­walt ge­hört für nicht dazu und das se­hen hier in der Vier­tel­blase doch ei­nige ge­nauso. Zum selbst­er­nann­ten Kiez ge­hö­ren eben doch ALLE An­woh­ner, aber die fragt ja kei­ner. Sol­len sie sich bitte wo­an­ders aus­to­ben oder ihre Woh­nung von in­nen "ver­schö­nern" und als po­li­ti­sche Bot­schaft im In­ter­net posten.

    Prost!

  43. Ok, der Kiez wehrt, sich… aber ja nur ver­bal… Wie wäre es zu Be­ginn mit nem Ein­satz auf dem Spiel­platz, um die Rut­sche, die Tisch­ten­nis­platte und Co. zu rei­ni­gen? Macht ja sonst kei­ner.. Ich wäre da­bei… Ge­re­det wird hier eh im­mer zu viel ; )

  44. Also ich frag mich auch zu wel­chen Vier­tel das jetzt ge­hört. Weil Scheu­nen­hof­vier­tel ist es ja de­fi­ni­tiv nicht mehr und Pie­schen ei­genltich auch nicht. Viel­leicht auch so nen Teil, den kei­ner rich­tig will. Weiß je­mand zu was das gehört?

  45. Of­fi­zi­ell gibt es in Dres­den keine Stadt­vier­tel, nur Stadt­be­zirke -> Stadt­teile -> sta­tis­ti­sche Be­zirke. Dem­nach ge­hört das Ge­bäude zu: Neu­stadt -> Leip­zi­ger Vor­stadt -> 141 (Ei­sen­bahn­str.).
    Laut Wi­ki­pe­dia wird das Scheu­nen­hof­vier­tel durch den Ei­sen­bahn­bo­gen und die Han­sa­straße be­grenzt. Das Ge­bäude ge­hört also nicht dazu. Das Hecht­vier­tel liegt noch wei­ter nord­öst­lich da­von. Es ge­hört nicht zu Pie­schen, aber zum Stadt­raum "Neustadt/​Pieschen – Leip­zi­ger Vor­stadt, Pie­schen" (Stadt­räume ha­ben ähn­li­che Bau­sub­stanz und Sied­lungs­struk­tur und sind für die kom­mu­nale Bür­gerum­frage zu­sam­men­ge­fasste Stadt­teile). Das kann man üb­ri­gens im The­men­stadt­plan recherchieren.

  46. Hallo DD-Hecht. Be­ant­wor­ten kann ich es dir auch nicht, aber viel­leicht mal sor­tie­ren. Es ist Stadt­teil (de­fi­nierte "Ver­wal­tungs­ein­heit") Leip­zi­ger Vor­stadt und grenzt an die Stadt­teile Pie­schen Nord und In­nere Neustadt.
    Hier eine Karte. (Hin­weis: falls der Link keine Stadt­teile an­zeigt, dann links The­men > All­ge­mei­nes > Ge­biets­gren­zen > Stadtteile.)
    Geht man nach sta­tis­ti­sche Be­zirke, ist es "141 Leip­zi­ger Vor­stadt (Ei­sen­bahn­str.)". Das hat­ten wir ja aber auch schon beim Hecht. Das sind Ver­wal­tungs­ent­schei­dun­gen. Ob die alt­ein­ge­ses­sene Be­völ­ke­rung noch eine fei­nere Glie­de­rung mit Vier­tel­na­men hat, weiß ich lei­der auch nicht.
    Würde mich aber auch in­ter­es­sie­ren, falls es je­mand weiß…

  47. Von der Ru­dolf­straße aus­ge­se­hen liegt dass im Wes­ten. Also traf es die Wes­sies. Al­les halb so schlimm

  48. Ich hatte ges­tern ein sehr in­for­ma­ti­ves Ge­spräch mit ei­ner Mit­ar­bei­te­rin aus dem Stadt­ar­chiv. Sie teilte mir mit, dass das Vier­tel um 1900 Pe­tri-Vier­tel hieß. Es ist be­grenzt von der Fritz-Reu­ter-Straße, Han­sa­straße und der Gro­ßenhai­ner Straße. Der Mit­tel­punkt des Pe­tri-Vier­tel ist die St.-Petri-Kirche. Ich würde mich freuen, wenn die­ser ur­sprüng­li­che Na­men wie­der Ein­zug in den Wort­schatz der Be­woh­ner des Vier­tel findet.
    Ich hoffe ich konnte hier­mit für Klar­heit sorgen.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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