Wohnen statt Parken

Die Äußere Neustadt ist seit den 1990er Jahren Sanierungsgebiet. Dieser Status endet voraussichtlich zum Jahresende 2020. Eine der Besonderheiten der Sanierungsgebiete lag darin, dass die kommunalen Grundstücke treuhänderisch einem Sanierungsträger übertragen wurden. In der Neustadt und im Hechtviertel war das die Stesad GmbH.

Wohnen statt Parken an der Sebnitzer Straße.
Wohnen statt Parken an der Sebnitzer Straße.
Wenn nun das Sanierungsgebiet ausläuft, sollen die Immobilien wieder an die Stadt zurückübertragen werden. Am Montag wird im Stadtbezirksbeirat eine Vorlage vorgestellt, in der aufgeschlüsselt ist, wie das geschehen soll. Bestehende Wohngebäude sollen an die kürzlich gegründete städtische Wohnungsgesellschaft Wohnen in Dresden „WiD“ überführt werden, die übrigen Grundstücke direkt an die Kommune. Dabei sind unter anderem auch Flächen in der Äußeren Neustadt, die derzeit als Parkplätze genutzt werden.

Wohnhaus statt Parkplatz

Auf mindestens einer der Flächen könnte man ein Wohnhaus bauen, sagt Vincent Drews, Neustädter SPD-Stadtrat. „Die Mieten in der Äußeren Neustadt sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen“, stellt er fest. Für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen gäbe es immer weniger bezahlbaren Wohnraum. Deswegen sollte die WiD auch in der Neustadt Wohnungen bauen und zu bezahlbaren Preisen anbieten.

„Das Grundstück an der Sebnitzer Straße ist dafür ideal“, so Drews, „statt 13 Parkplätzen könnten dort 25-30 bezahlbare Wohnungen entstehen.“ Deswegen will die SPD-Fraktion einen Änderungsantrag einreichen, um auch dieses Grundstück an die WID zu übertragen.

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Die Freifläche wird seit einigen Jahren als Parkplatz genutzt. Zum Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt gab es hier beeindruckende Partys. Die Brandmauer des Hauses an der Alaunstraße zierte einst ein ziemlich spektakuläres Graffito.

SPD-Stadtrat Vincent Drews
SPD-Stadtrat Vincent Drews

Weitere Themen im Stadtbezirksbeirat

  • Vorstellung des Projektes „Woche des guten Lebens“
  • Förderung von Projekten durch den Stadtbezirksbeirat Neustadt 7. Kinderfest im Alaunpark (weitere Infos), Projekt „Chancen für die Chancenlosen“ (weitere Infos), Anschaffung und Aufstellung einer Tischtennisplatte am Bischofsplatz (weitere Infos)
  • Vorstellung des 3. Dresdner Bildungsberichtes – weitere Infos
  • Bebauungsplan Nr. 357 B, Dresden-Neustadt Nr. 39, Leipziger Straße/Neustädter Hafen hier, Hafencity – weitere Infos
  • Wettbewerbsergebnis „Königsufer/Neustädter Markt“ – weitere Infos
  • Aufstellung eines Bebauungsplans zur weiteren Planung am Königsufer und Neustädter Markt – weitere Infos

Die Sitzung des Stadtbezirksbeirates Neustadt findet am Montag, 3. Februar 2020, ab 17.30 Uhr im Stadtbezirksamt Neustadt, Bürgersaal, Hoyerswerdaer Straße 3, 01099 Dresden statt.

19 Kommentare zu “Wohnen statt Parken

  1. „Für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen gäbe es immer weniger bezahlbaren Wohnraum.“
    Gleichzeitig hört man von Linken/SPD/Grünen immer, das die Leute zu wenig verdienen und keiner ausreichend Geld hat.
    Und dann gibt es in der Neustadt kaum leere Wohnungen, egal zu welchem Preis.
    Ja was denn nun?
    Wohnen nur noch reiche Leute in der Neustadt?

  2. Ein paar neue Häuser ändern nichts an teureren Mieten und neu gebaute Häuser haben auch keine günstigen Mieten. Das hier keine Grünflächen entstehen liegt am Geld. Nicht am gütigen Wohldenken an Menschen. Jede Lücke wird versiegelt das ist die Zukunft…

  3. Warum verbindet man nicht Beides miteinander?
    Wohnen und Parken.
    Dann würde niemand ausgegrenzt und die im Keller versteckten Autos stören nicht.

  4. Das dürfte eigentlich selbst für dich zu verstehen sein: nein, in der Neustadt wohnen nicht nur Reiche. Aber ja viele/die meisten Mietverträge können sich nur noch Besserverdiener leisten.

  5. @Tom Schneider: wer wird denn durch einen Neubau mit sozialverträglichen Preisen ausgegrenzt? Autos? Mit der Argumentation grenzt elektrisches Licht auch Kerzen aus. Eine Tiefgarage ist viel ausgrenzender (für Menschen, um die gehts!), da extrem teuer in Bau und Unterhalt und damit für die meisten nicht bezahlbar.

    Der Kommentar vorher richtete sich übrigens an Muss früh raus.

  6. @Frühaufsteher:
    Das Discount-Angebot im Jägerpark, Gorbitz, Prohlis usw steht ja nun auch nicht unbedingt leer… Scheint also schon so zu sein, dass Einkomnensunterschiede sich auch in der Wohnlage manifestieren.

  7. @Anton Launer , zu Tiefgaragen kann man ja stehen wie man will aber gab es da nicht sowieso irgend eine Verordnung das bei Neubebauung Stellplätze geschaffen werden müssen oder extrem hohe Strafen fällig werden !? Ich glaube da mal was gelesen zu haben , kann aber auch sein das ich was durcheinander bringe .

  8. @Neustädter

    Es gibt für Dresden einen klaren, rechtsverbindlichlichen Mietspiegel. Der gilt natürlich auch für die Neustadt. Und hätten die Mieter mal die Eier in der Hose sich mir Ihrem Vermieter anzulegen, wäre diese ganze Diskussion hinfällig. Das Thema haben wir durch. Die Mieten sind nach unserer Auffassung in der Neustadt jederzeit sozialverträglich. Natürlich je nach Baujahr und Ausstattung. Aber wer jeden Preis akzeptiert und hinterher rummotzt ist selber Schuld.

  9. freiflächen. punkt. aber versiegelt ruhig alles, vom leben und diesem planeten versteht ihr nur wenig. baut nur häuser, alle wollen fliehen. die obdachlosen brauchen jetzt was, aber wer würde die schon neben top-verdienern einquartieren? raushgehen und sich treffen auf einer fläche, das ist schön, spielplätze für erwachsene oder wie das noch nicht heißt…

  10. @ mase
    Alaunplatz? Heide? Elbe? Alles nicht weit weg! Nur weil zur BRN da mal was los ist(war)und da jetzt paar Parkplätze verschwinden wird die Welt nicht untergehen. Wenn der Louisengarten mal bedroht ist stehe ich aber auch auf der Barikade!!! ;-)

  11. Und wieder wird was zugeknallt. Jedes kleine Freie Fleckchen wird gefüllt. Warumm kann es ni ht Stellplatz bleiben?

  12. Es ist köstlich zu sehen, wie die Leute mit einer Wohnung in der Neustadt den Zuzug durch Bauverhinderung betreiben wollen.
    Das die Baulücken nur durch Notabriss bzw. Einsturz vor 1989 entstanden sind, kann man natürlich nicht wissen, wenn man nach 1989 geboren wurde, vielleicht sogar in BY, BW oder NRW.
    Wenn die DDR noch 15 Jahre länger exixtiert hätte, gäbe es jetzt nördlich des Albertplatz eine richtig große Freifläche, neu bebaut mit ein paar einfallslosen Würfelhäusern.

  13. @Muss früh raus: Das ist reine Spekulation, denn ob die sozialistischen Abriss- und Neubau-Pläne der 80er Jahre wirklich worden wären, ist ungewiss. Die Kassen waren auch im Bezirk Dresden ziemlich leer. Und dass die meisten Häuser von selbst innerhalb von weiteren 15 Jahren eingestürzt wären, wage ich zu bezweifeln. Schon in den 80er Jahren gab es erste Instandhaltungsbesetzungen.

    Andererseits ist das Viertel eigentlich auch viel zu dicht bebaut. Die Straßenzüge und -breiten stammen aus der Vor-Gründerzeit, also Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts, die passenden Häuser dafür siehst Du z. B. in der Louisenstraße 44, 46 und 59 der der Görlitzer Straße 36. Daher haben diese Baulücken, die überwiegend durch Zerstörungen im zweiten Weltkrieg entstanden sind auch für etwas mehr Luft gesorgt, vor allem jene, in denen in der Zeit Bäume wachsen konnten.

  14. @Anton.
    Im Kernbereich der Inneren Neustadt gab es ein leichte bis mittelschwere
    Beschädigungen durch Bombentreffer.
    Totalverluste gab es eher an den Rändern.
    https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/110/ereignisse/03/historikerkommission/kartenwerk/schadensgebiete.php
    Der 1989-er Zustand resultierte eher aus dem DDR-Slogan:
    Ruinen schaffen ohne Waffen.
    Besetzt wurde natürlich auch ab Ender der Siebziger Jahre,
    aber Instandhaltung gab es da keine.
    Wie denn?
    Dachziegel aus dem Intersphop?
    Also zog man immer eine Etage nach unten, wenn das Dach durch war bzw. die Decke über einem durchgesuppt war.
    Die ehemaligen Mieter hatten sich da mit Freude nach Prohlis abgesetzt.
    Und die kläglichen statlichen Versuche vor 1989 Häuser zu sanieren hatten denn Ergebnisse wie auf der Bautz´ner am 16.03.1988.

  15. In der von Dir verlinkten Karte sind in der Inneren Neustadt etliche Totalzerstörungen eingezeichnet, in der Äußeren Neustadt leichte bis mittelschwere Beschädigungen.

    Kann man sich nun trefflich streiten, ob die Zerstörungen für die Baulücken gesorgt haben oder der mangelnde Wiederaufbau. Halte ich aber für müßig.

    Instandhaltung gab es, ich habe mit etlichen Zeitzeugen gesprochen, die sich irgendwie Dachpappe besorgt haben und das Haus geflickt. Dadurch wurden nun nicht neue Häuser draus, aber die Lebenszeit hat sich verlängert.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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