Die Abenteuer der Pussy-Schwuchtel

Donnerstag. Zeitiger Feierabend. Ich muss raus hier. Diese engen und heißen Gassen nerven. Überall diese Graffiti und der Dreck. Boah, was ist das? Ein Radfahrer. Alter. Mann. Geh zur Seite. Ob ich hupe? Ach was, da komme ich vorbei. Was macht der denn, zieht nach links. Jetzt hupe ich doch, oder? Nee besser, noch. Scheibe runter.

„Machst Du das mit Absicht?“

„Klar, damit Du mich nicht überholen kannst.“

„Du Schwuchtel“.


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Palais-Sommer

Jetzt hab ich es ihm gegeben. Aha, er hält an. Parkt sein Damenrad. O Mann, echt mit Körbchen, stellt es direkt vor meinem Auto ab. Will der mich blockieren, oder was?. Ich fahr‘ den Schrott übern Haufen. Jetzt zückt der sein Handy. Macht Fotos. Tür auf. Raus aus dem Auto. Ich mach mich ganz groß, der Kerl ist bestimmt fünf Zentimeter kleiner als ich.

„Lösch die Bilder!“

„Wie hast Du mich genannt?“

Ich kann dem jetzt keine pfeffern, die Leute von der anderen Straßenseite gucken schon. Also zupfe ich nur an seiner Jacke. Ah, jetzt geht er weg. Hat bestimmt Angst vor mir. Da geb ich ihm noch eins mit.

„Du Pussy!“

Tatsächlich, der wehrt sich nicht. Fährt weg. Die Kamenzer hoch. Dem zeig ich’s gleich. Wo ist mein Handy? Am Bischofsweg hab ich ihn eingeholt. Diese Pussy-Schwuchtel. Fenster runter. Handy-Foto. Den hab ich im Bild. Jetzt sind wir quitt. Vollgas und raus aus diesem Drecksviertel.

Abenteuer der Pussy-Schwuchtel
Abenteuer der Pussy-Schwuchtel

Ein Gastbeitrag eines frustrierten Autofahrers, notiert vom Damenradler Anton Launer – auch als Pussy-Schwuchtel bekannt.

14 Kommentare zu “Die Abenteuer der Pussy-Schwuchtel

14 Gedanken zu „Die Abenteuer der Pussy-Schwuchtel

  1. Super Beitrag ! Nicht nur, dass die Redaktion sich selbst für Beschimpfungen feiert. Nein, Sie hat noch gleich mal ne neue Rubrik dafür aufgemacht. Besonders schön auch die Werbung dafür, alles gleich mal zu fotografieren. Ist es schon irgendwo ONLINE ? Wir würden es gerne teilen………

  2. statler & waldorf:
    Ich habe den Artikel so verstanden, dass der Autor aus Perspektive des heißspornigen Autofahrers schreibt, welcher in seiner „Freie Fahrt für Freie Bürger“-Rüpelhaftigkeit es den „linksgrün verschwuchtelten“ Neustadt-Bewohnern mal so richtig zeigen möchte.
    Eine Erfahrung mit militanten Autofahrern, die ich übrigens außerhalb der Neustadt öfter mache. Aggressives Anhupen, Abdrängversuche, Einschüchterungsversuche durch bewusstes Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes gehören zum Standard-Repertoire des selbstgerechten Vierrad-Lenkers – besonders aus den offenbar fußgänger- und radfahrerlosen Umlandkäffern Pirna, Sebnitz, Meißen etc.
    Aber dieses stilistische Mittel des Perspektivenwechsels ist wohl nicht so einfach zu durchschauen, für Menschen, denen ‚Einfache Sprache‘ wohl eher zu liegen scheint.

  3. @Christian

    Danke für die Belehrung ! Wir haben das durchaus verstanden !

    Die Kritik liegt in etwas Anderem….. Aber Intellekt drückt sich nicht immer durch Geschimpfe auf Autofahrer aus….

    Grüße vom Balkon !

  4. Guter Beitrag, bei dem ich mir wünschen würde, wenn dieser auch mal über die Neustadt als Stadtbezirk geschrieben würde. Selbstverliebt und vermeintlich moralisch anderen überlegen… was nicht gerade von Toleranz zeugt.

  5. @Anton

    (gastautor)/ Ironisches

    aber vielleicht auch schlecht recherchiert… wir können uns jetzt wirklich nicht jeden ……….. merken.

    ;-)

  6. @Anton

    da sind wir wohl zu blöd. Hilf uns mal auf den Topf…. Keine Möglichkeit, Rubriken anzuklicken weit und breit !

    Das einzige, was wir zum Thema Ironie finden, ist: „Ironie wird in Kommentaren gern missverstanden.“ Das gilt natürlich nur für Kommentare !

    ;-)

  7. @statler&waldorf
    In der Zeile unter der Überschrift gibts das Datum, danach den Autor bzw die Autorin, danach die Kategorien, hier „Ironisches“ und „Kolumne“. Die Wörter könnt ihr anklicken.

  8. @Anton

    AHA ! da kommt „Alltag“, „Foto“, „Aktuell“ und auch „Ironisches“ !

    Super Konzept !

    aber wie gesagt : Dafür sind wir wohl zu doof !

    ;-))

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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