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Szeneviertel ja – Dreckecken nein

Mit die­sem Titel hat Orts­amts­lei­ter André Barth die gemein­same Aktion von von Stadt­ver­wal­tung und Bür­gern für mehr Sau­ber­keit und Ord­nung in der Äuße­ren Neu­stadt vor­ge­stellt. Nach­dem das Pro­jekt bei der ers­ten Vor­stel­lung im Novem­ber bei den Orts­bei­rä­ten auf Ableh­nung stieß (Neu­stadt-Geflüs­ter vom 10. Novem­ber 2010) war die Stim­mung ges­tern deut­lich bes­ser. Barth machte klar, dass die Neu­stadt auf jeden Fall „bunt, kul­tig und unspie­ßig“ blei­ben solle. „Es geht nur um den Dreck, den kei­ner will“, führte er aus. Die Bemer­kung führte zu eini­gen schmun­zeln­den Gesich­tern, daher kon­kre­ti­sierte Barth: „der Pun­ker gehört zum Bild dazu, er soll nur keine Scher­ben auf den Boden schmeißen“. 

Überfüllte Container auf der Alaunstraße
Über­füllte Con­tai­ner auf der Alaunstraße

Barth führte aus, dass die jähr­li­chen Kos­ten für die Rei­ni­gung der Äuße­ren Neu­stadt mehr als eine halbe Mil­lion Euro betra­gen. Zwar seien die Bür­ger in der Neu­stadt zuneh­mend zufrie­de­ner mit der Sau­ber­keit im Vier­tel, aber die letz­ten Umfra­gen hät­ten gezeigt, dass die Ver­schmut­zung immer noch ein gro­ßes Pro­blem sei. Bei einer Bege­hung mit Ver­tre­tern der ver­schie­de­nen Ämter wur­den etli­che Dreck­ecken im Vier­tel gesich­tet. Eine Zäh­lung hat erge­ben, dass sich im Vier­tel 142 Papier­körbe befin­den, davon ste­hen 80 Stück auf den Stra­ßen und 62 auf den Plät­zen. Das Abfall­amt, das für die Papier­körbe ver­ant­wort­lich ist, erklärt jedoch , dass allein das Auf­stel­len von Papier­kör­ben nicht reicht. 

in Ver­gleich Loui­sen­straße und Alaun­straße erläu­tert das näher. Diese Stra­ßen gel­ten als tou­ris­ti­sche Schwer­punkte. Beide Stra­ßen sind ca. 1,8 km lang. Sie wer­den im glei­chen Rhyth­mus zu ver­gleich­ba­ren Kos­ten (Alaun­straße 37.960 Euro/​Jahr , Loui­sen­straße 36.556 Euro/​Jahr) gerei­nigt. Obwohl die Alaun­straße mit einer sehr dich­ten Folge von Papier­kör­ben aus­ge­stat­tet ist, ist sie nicht sau­be­rer als die Loui­sen­straße, in der keine Papier­körbe stehen. 

Überfüllte Container

Wei­tere Dreck­ecken sind an man­chen Tagen die Wert­stoff-Con­tai­ner. Ins­ge­samt gibt es 19 Stand­orte, die zwi­schen ein­mal und sie­ben­mal pro Woche gerei­nigt wer­den. Dabei kommt es offen­bar beim Alt­pa­pier mit der durch die Stadt beauf­trag­ten Firma ab und an zu Pro­ble­men, eine Lösung ist der­zeit nicht in Sicht. Für mehr Stand­orte sei kein Platz. Pro­ble­ma­tisch sei auch, dass einige Gewer­be­trei­bende die Con­tai­ner nut­zen, um ihre Wert­stoffe ille­gal zu ent­sor­gen. Am deut­lichs­ten ist dies an der Alaun­straße zu beob­ach­ten. An die­sem Stand­ort ste­hen die teu­ers­ten Con­tai­ner der Stadt. Die lau­fen­den Kos­ten für die Lee­rung und Rei­ni­gung der Anlage sind auf Grund der täg­li­chen Lee­rung und der gro­ßen Ver­schmut­zung fast zehn­mal teu­rer als Stand­orte mit ver­gleich­ba­rem Fas­sungs­vo­lu­men in ande­ren Stadtteilen. 

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Öffentliche Toiletten in Planung

Barth erläu­terte wei­ter, das es Pläne für ein öffent­li­ches WC an der „Bun­ten Ecke“, auf dem Alaun­platz und dem Leh­rer­park­platz gäbe. „Wild­pin­keln“ sei nicht nur zur BRN ein Pro­blem in der Neustadt.

Im Fazit griff Barth eine Fest­stel­lung der Stesad aus dem Jahr 2006 auf: „Haupt­ur­sa­che für die zuneh­mende Ver­schmut­zung des öffent­li­chen Rau­mes ist das man­gelnde Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein sowie die Bequem­lich­keit und Gleich­gül­tig­keit ein­zel­ner Bür­ger, die das Zusam­men­le­ben im Stadt­teil stark belas­ten. Hand-lungs­schwer­punkt sollte daher die Bewusst­seins­bil­dung in der Bevöl­ke­rung sein, die durch zusätz­li­che Maß­nah­men unter­stützt wird.“

Dafür hat die Stadt­ver­wal­tung ein umfang­rei­ches Maß­nah­men­kon­zept vor­ge­legt. Das reicht von einem Ver­hal­tens­co­dex über prak­ti­sche Maß­nah­men der Ver­wal­tung bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit. 

  • Zu dem Thema fin­det am kom­men­den Mitt­woch, dem 6. Juli, um 18.30 Uhr im Gemein­de­saal der Mar­tin-Luther-Kir­che eine Bür­ger­ver­samm­lung satt. 
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26 Ergänzungen

  1. genau… eine schöne sau­bere ange­passte Neustadt… 

    damit die Mie­ten noch ein bissl mehr stei­gen kön­nen… rich­tig so…!

  2. eine öffent­li­che toi­lette für die “bunte ecke”… nu tlar. dürfte ähn­lich gut funk­tio­nie­ren wie der wasserspender.

  3. Ver­hal­tens­co­dex? Na prima ! in der Neu­stadt darf nur noch leben, hin­kom­men wer die Haus­ord­nung gele­sen, unter­schrie­ben und klein­lich einhält

  4. Boah, watt habt ihr fuer Punks, brin­gen die sich extra Scher­ben mit um sie in der Neu­stadt auf den Boden zu wer­fen? Gib­bet doch gar nicht… ;)

  5. Wie Herr CS uns heute mit­teilte, will man das anrü­chige Pro­blem der Hun­de­hau­fen und Pin­kelecken so wört­lich “in die Hand neh­men”. Na dann man viel Spaß ;) ;)

  6. wir ver­bie­ten ein­fach die men­schen und die hunde – pro­blem (prag­ma­tisch) gelöst. ;)

  7. ich bin mir mitt­ler­weile sicher: die pappe-con­tai­ner wer­den von gewer­be­trei­ben­den mit­ge­nutzt. nicht mal drei stun­den nach ent­lee­rung war in einer wohn­strasse schon wie­der ein zwei meter hoher pap­p­eberg drüber-und-drumherum.
    diese con­tai­ner haben aber eigent­lich nix mit der sau­ber­keit der stras­sen an sich zu tun.

  8. Meine Fresse, muss hin­ter allem gleich die Ver­trei­bung aus der Neu­stadt ver­mu­tet werden?

    Ihr wollt mir doch nicht wirk­lich erzäh­len, daß ton­nen­weise Hun­de­scheiße und Fla­schen­scher­ben zum Flair eines Vier­tels gehö­ren. Laßt Ihr Eure Hunde in die Woh­nung schei­ßen, weil es dem Flair gut tut?
    Es geht nicht darum, Men­schen oder Hunde abzu­schaf­fen – es gibt aller­dings Men­schen, die kom­men ganz gut aus, ohne ihren Müll um sich zu wer­fen und sind dabei weni­ger spie­ßig als die selbst­er­nann­ten “Ich-bin-so-ander-als-der-Rest-der-Welt”-Typen, die ihre “Anders­ar­tig­keit” ein­zig dar­über defi­nie­ren, daß sie im Schnei­der­sitz auf Asphalt sitzen.
    Woan­ders gibt es sogar Leute, die ach­ten auf die Scheiße ihrer Hunde.

    Muss es sein, daß ein­jäh­rige Kin­der (ja, auch Kin­der der Neu­stadt), beim Sturz in Glas­scher­ben oder Hun­de­scheiße landen?

    Wer glaubt, daß man sich auto­ma­tisch mit Spie­ßig­keit ansteckt, wenn man seine Fla­schen nicht auf dem Boden zer­schmeißt, kann nur bedau­ert werden.

  9. Viel­eicht sollte das Ord­nungs­amt mal die Kar­tons kon­trol­lie­ren, die da so rum­lie­gen. Wenn sie eine Adresse fin­den, wird das wahr­schein­lich ziem­lich teuer für den Gewerbetreibenden

  10. Das Ord­nungs­amt kon­trol­liert auf Adres­sen – ich kenne (Pri­vat-) Leute, die zah­len soll­ten, weil ihre Pappe angeb­li­che AUF dem Con­tai­ner stand.

    Aber die Gewer­be­trei­ben­den sind ja nicht doof, und an Gemü­se­kis­ten vom Groß­markt kle­ben nun­mal sel­ten Adres­sen. Von daher erwischt es die sel­ten bis nie, es sei denn, sie wer­den in fla­granti gestellt.

    Was mich nur wun­dert: angeb­lich ist Papier und Pappe ja Gold wert (ich ver­weise auf die Dis­kus­sion um die blaue Tonne in DD) – warum also schmeis­sen die lie­ber weg statt es einem Ent­sor­ger zu geben?

  11. Die Beweis­füh­rung dürfte extrem kom­pli­ziert wer­den. Jeder kann z.B. eine sol­che Pappe aus dem Con­tai­ner zer­ren, wenn sie die Ein­wurf­öff­nung blo­ckiert. Oft wer­den die Pap­pen dann neben den Con­tai­ner gelegt. So etwas sieht man manch­mal am Wochenende …

    Aber gibt es in der Neu­stadt nicht genü­gend Blaue Tonnen? 

    Ich bin jetzt nicht sicher, zu wel­chen Kon­di­tio­nen der Papier­ab­fall bei Unter­neh­men abge­holt wird, even­tu­ell muss man dafür zah­len oder eine Min­dest­menge garantieren.

    Ich weiß aber, dass es »Blaue Con­tai­ner« bzw. »Blaue Ton­nen« für Unter­neh­men schon viel län­ger gibt als für Pri­vat­leute. Aller­dings pas­sen sie nicht über­all hin und sind wohl nicht für Klein­ge­wer­be­trei­bende geeignet.

  12. Ich finde es gut das „bunt, kul­tig und unspie­ßig“ in Anfüh­rungs­zei­chen ste­hen. Kon­se­quent würde aber auch der Titel;
    “Sze­ne­vier­tel” ja – Dreck­ecken nein, hei­ßen müs­sen. Ich stimme des wei­te­rem “smn” zu, das die meis­ten Kin­der nach einem Gang duch die Neu­stadt in Hun­de­kot und Glas­scher­ben über­seht nach Hause kommen.Da kann ich nur aus mei­ner tris­ten Kind­heit in der DDR ent­sin­nen, wo ich mei­nen lin­ken Fuss beim Schär­ben­tritt ver­lo­ren habe.

  13. @smn: Danke!

    Wenn ich an einem Sams­tag- oder Sonn­tag­mor­gen durch das Vier­tel laufe, kommt mir die sprich­wört­li­che Wurst, weil die amü­sier­wil­li­gen Besu­cher aus KM, GRH, DW, FTL (oder woher auch immer) am Vor­abend wie­der so “anders” waren und sich so krea­tiv gegen das Estab­lish­ment und den Gen­tri­fi­zie­rungs­kra­ken zur Wehr gesetzt haben… Und wenn das dann hier von eini­gen offen­kun­dig als Zei­chen der Anders­ar­tig­keit des Vier­tels gepie­sen wird, daß man von einem Scheiß­hau­fen in den nächs­ten latscht oder mit´m Rad Schlän­gel­li­nien durch die zer­dro­sche­nen Mixery-Fla­schen fährt, dann greife ich mir ein­mal mehr an die Rübe – oder muß es eben ihrem sehr schlich­ten Gemüt anlas­ten, daß sie sich zu der­ar­ti­gen Ansich­ten hin­rei­ßen lassen.

  14. Es wird immer genü­gend Voll­pfos­ten geben, die ihre Töh­len mit­ten auf den Geh­steig schei­ßen las­sen. Gesun­den Men­schen­ver­stand und Anstand kann eben kein noch so gutes Sau­ber­keits­kon­zept erset­zen. Wo wir wie­der beim Thema wären: Wenn man neue Regeln erfolg­reich ein­füh­ren will, geht das nicht ohne anfäng­li­che Kon­trol­len und Stra­fen, bis es auch der Letzte gerafft hat. Lais­sez-faire führt zu gar nichts, da fah­ren alle ihren Trott wei­ter wie bisher.

  15. aber ohne volle papier­con­tai­ner und hun­de­ka­cke auf dem weg hät­ten wir doch gar nichts mehr zu meckern…

  16. Time To Eat Your Dog !
    Hunde sind unnütze und dem hie­si­gen Luxus geschul­dete Res­sour­cen­ver­brau­cher (ent­spre­chen in der Co2-Bilanz einem Auto! Goo­geln hilft), kacken stän­dig über­all hin und pis­sen an mei­nen Haus­ein­gang. Nicht bes­ser als die Kli­en­tel, die nachts drei Uhr gröh­lend die Loui­sen­straße lang­ge­zo­gen kommt. Gar nicht zu reden von den vie­len Hun­de­ma­mis und ‑papis
    ( “Fräuuleiiin!!! Was hab ich gesagt ????” ).
    So. Ihr dürft loskottern :-)
    Frank

  17. BÜRGERBETEILIGUNG

    An die­sem Mitt­woch, 06.07.2011, fin­det ab 18:30 Uhr im Gemein­de­saal der Mar­tin-Luther-Kir­che eine Ver­an­stal­tung mit dem Titel “Bür­ger­be­tei­li­gung” zum Thema statt.

    Also, Bür­ger, betei­ligt euch!

  18. Wie soll der Punk zum Bild der Neu­stadt gehö­ren, wenn er sich da keine Woh­nung leis­ten kann?
    Zum Thema öffent­li­che Toiletten:
    Es gibt genug Knei­pen und Cafe´s, in denen man gegen einen Anstands-Unkos­ten­bei­trag von 50Cent pin­keln gehen kann. Ich glaube also nicht das ein öffent­li­ches WC zur Sau­ber­keit der Neu­stadt bei­tra­gen würde. Viel­mehr wür­den dadurch wohl Kos­ten für die Stadt entstehen.

  19. @Martin

    Du darfst die, die besof­fen vorm Laden lun­gern nicht mit Punks verwechseln.
    Punk war mal ein Ideal, ein Auf­be­geh­ren. Das waren mal Leute, die sich für “ihre Sache” den Arsch auf­ge­ris­sen haben.
    Wenn das, was in der Neu­stadt auf dem Asphalt hockt, alles ist, was davon übrig ist – nun, dann ist es nicht schade drum.

    Merke: Non­kon­fir­mis­mus und selbst­ge­wähl­tes Pen­ner­da­sein sind nicht dasselbe.

  20. @smn: Danke für dei­nen Bei­trag. Kom­men­tare wie die von mara­cus und af sind unbra­cuh­bar, weil sie jeden der sei­nen müll nicht auf den Weg schmeisst gleich zum spie­ßer machen.

    @maracus und af: sagt uns doch wo ihr wohnt, dann brin­gen wir euch die Hun­de­scheisse und die Scher­ben für euer gelieb­tes Flair vorbei!

    @Hermann: Ist der Fuss rich­tig weg, wegen einem Tritt in Scherben?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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