Ausbau-Entscheidung noch im März?

Heute vormittag hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einer Pressekonferenz zum Ausbau der Königsbrücker Straße eingeladen. Hintergrund sind die in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen Pläne zum vierspurigen Ausbau. Die Pläne wurden mir in der Zwischenzeit zugespielt.

Pläne zum vierspurigen Ausbau.
Pläne zum vierspurigen Ausbau. Anklicken zum Vergrößern.
Ein vierspuriger Ausbau der Königsbrücker Straße würde nach Angaben der Grünen ca. 2,5 Millionen Euro teurer sein, als die 2006 vom Stadtrat beschlossene Variante mit zwei Spuren. Dafür sollen die Autos in der Nord-Süd-Richtung etwa vier Kilometer pro Stunde schneller sein.

Das einzig gute an dem neuen vierspurigen Plan, das Gesamtbauwerk soll nicht breiter werden. Allerdings werden dadurch die Fuß- und Radwege und die einzelnen Autospuren schmaler. Dies kann man in dem Querschnitt, den die Grünen anhand der Pläne für ihr Faltblatt angelegt haben, sehr gut erkennen.

Querschnitt Königsbrücker 2 und 4 Spuren im Vergleich.
Querschnitt Königsbrücker 2 und 4 Spuren im Vergleich. Anklicken zum Vergrößern.
Die Spurbreite der Autospuren soll laut diesen Plänen auf drei Meter sinken. Das ist aus Sicht der verkehrspolitischen Sprecherin der Grünen, Margit Haase, nicht genehmigungsfähig. Falls es dennoch genehmigt würde, bestünde ein hohes Risiko, dass jemand dagegen erfolgreich klagt, so die Sprecherin. Sie vermutet, dass diese neue Variante wahrscheinlich nur bedeutet, dass es auch in den nächsten zwei Jahren keinen Ausbau der Königsbrücker gibt und danach das Spiel wieder von vorn beginnt.

Wie Haase weiter berichtete, ist es wahrscheinlich, dass das Thema bereits am 24. März im Stadtrat behandelt wird. Die Grünen wollen in der Zwischenzeit die Öffentlichkeit mobilisieren. So wurde ein Informations-Faltblatt gedruckt und am 14. März soll es in der Schauburg eine Info-Veranstaltung geben.

Königsbrücker Straße am Nachmittag
Königsbrücker Straße am Nachmittag - anklicken zum Vergrößern.


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17 Kommentare zu “Ausbau-Entscheidung noch im März?

  1. Ihr wißt, ich stehe kritisch einem 4-Spurigen Ausbau gegenüber. Aber erste Reaktion: so schlimm sieht es doch garnicht aus.

    Die Entscheidung, nördlich der Louisenstraße wieder gemeinsame mit der Straßenbahn zu führen, ist nicht unsinnig. Vor dem Albertplatz ist genug Aufstellfläche, so das die Straßenbahn nicht behindert wird.

    Mit einer vernünftigen Ampelsteuerung kann man die Bahn in den gemeinsamen Abschnitten schön zum Pulkführer machen.

    Diskutieren könnte man noch, ob es zwei baulich abgetrennte Richtungsfahrspuren ab Albertplatz stadtauswärts braucht. Aber gut: Details.

    Zumindest ist es nicht die befürchtete Autobahn, die durch 4 seperate Fahrspuren eine riesige Trennwirkung entstehen lässt.

    Bevor die Grünen jetzt blind mobil machen, sollte man die beiden Varianten vielleicht doch mal offen diskutieren? (Was aber endlich eine gewisse Transparenz Seitens der Stadt bedingen würde…)

  2. Ich wiederhole meine These: die Stadt will die Gegner bewusst mobilisieren. Sonst hätten sie doch schon längst eine Bürgerversammlung anberaumt, in der Vertreter unterschiedlicher Intressengruppen die Vor- und Nachteile der Varianten darlegen könnten. Das würde mich noch mehr interessieren als eine Veranstaltung der Grünen (in der ich voraussichtlich nur meine eigene Meinung bestätigt bekomme).

  3. so wie ich das sehe muss da einiges an Vorgärten geplättet werden… würde mich ganz schön anstinken wenn ich dort wohnen würde!
    Die Fußwege sind ja heute schon zu schmal bei dem Betrieb der dort herrscht und ohne Parkstreifen kannst du auf der 2.Spur bestimmt eh nicht fahren weil ständig jemand dort hält.

  4. @ Kami: Die Vorgärten würde allerdings auch bei der zweispurigen Planung kleiner werden.
    @ E-Haller: Ich glaube, das Hauptproblem wird wohl sein, dass diese 4-spurige Variante nicht genehmigungsfähig sein wird. Zumindest stellen die Grünen das so dar.

  5. Vorgärten?
    Bis auf den am Nachbarhaus der Deutschen Bank würde ich die Betonflächen auf dem Straßenzug nicht als Vor“gärten“ bezeichnen…

  6. Das Grundproblem wird sein, dass diese Version gegenüber dem Bestand wirklich radikal aussieht. Man müsste aber eigentlich diese Planung mit der „Stadtrats-Variante“ vergleichen – gegenüber dieser kommt sie garnicht so schlecht weg. Allerdings basiert die Aussage auf dunkler Erinnerung – bei den Grünen sind die alten Pläne nicht mehr zu finden (Zufall oder Absicht?). Das hier nun einzig zwei Querschnitte der schmalsten Stelle der Argumentation dienlich sein sollen, halte ich für bedenklich.

    @Anton: Man sollte erstmal davon ausgehen, dass Planer Sachen planen, die vom Grundsatz her genehmigungsfähig sind. Ich sehe in dieser Variante keine erheblichen Probleme. Ist am Ende eine Frage der Markierung, dann handelt es sich eben um eine überbreite Spur mit 6m Breite ;) …

  7. Warum wird in jeder Variante eine Fahrbahnseite angehoben? Das macht es vermutlich unmöglich, aus einer Hofausfahrt links auf die Köni abzubiegen. Beutet wohl, jeden Morgen einmal ums Karree :o(

  8. http://alt.lebenindresden.de/koe/2002plan.html

    Hier sind die alten Pläne von 2002 (Grundlage für den Beschluß von 2006) noch als pdf, zur Info und zum Vergleich.
    Ich denke schon, daß die Fußwege, die in der alten, zweispurigen Planung schon bedenklich schmal ausfallen, nunmehr wirklich zu eng sind, zwei Kinderwägen kämen nicht mehr aneinander vorbei.
    Die fehlende Park- bzw. Haltespur wird sich auch unangenehm bemerkbar machen, und die Radwege werden auch noch gefährlicher. Und das für gut 2 Millionen mehr, bei letzlich unbedeutender Verbesserung für den MIV? Nein danke.
    Zur Erinnerung: Die überbreiten Spuren sind 2006 ja schon ein Kompromiß gewesen.

  9. @moni
    ich glaube, das ist nur im Bereich der Haltestelle Louisenstraße so. Der liebe Bäcker ist ja nun wirklich die engste Stelle der Strecke.

  10. @moni: Jetzt versteh ich erst, was Du meintest. Das ist die Haltestelle – dort ist die Fahrbahn angehoben um den Fahrgästen das Einsteigen zu erleichtern. Gibt es so schon z.B. in der Leipziger Straße vor dem Schlachthof.

    Nach dem Umbau wird es Dir höchstwahrscheinlich trotzdem unmöglich sein, links einzubiegen: da kommt zu 99% eine durchgestrichene Linie oder Doppellinie hin.

  11. Klar, der Unterschied der echt-vierspurigen (CDU-FDP) zur Quasi-vierspurigen Variante (‚Kompromiss‘) ist nicht groß, halt noch ein wenig schlechter als sehr schlecht! Das Problem ist, dass der sogenannte ‚Kompromiss‘ schon ein extrem schlechter ist. Man muss die Planung mit der jetztigen Situation vergleichen, was man auf den Bildern tatsächlich kann. Dann sieht man das Grauen! Schon der Kompromiss hat eine enorme Trennungswirkung, ‚zig Meter breiter, durchgängiger Asphalt a‘ la Löbtauer Straße. Dazu Gehwege teilweiser enger als jetzt. Für eine Verbesserung der Verkehrssituation müssten die Gehwege verbreitert werden! Dann die nochmalige Verengung an der Kreuzung Bischofsweg, da wo breite Gehwege am notwendigsten sind!

    Wenn CDU und FDP den autofreundlichen Kompromiss kündigen muss der Rest ihn auch wieder kündigen und die verkehrlich wie stadtplanerisch sinnvollste Variante fordern: Querschnitt so belassen wie heute außer vielleicht die Straßenbahnschienen etwas weiter auseinander, Pförtnerampeln um den Stau an unkritische Stellen zu verlagern, neben den Gleisen Radfahrstreifen. Oder noch besser: Die Straße autofrei, nur noch Anlieger ansonsten Fußgängerzone/shared space.

    Dass die Vorgärten heute oft nur hässliche verunkrautete Hundetoiletten sind, liegt sicherlich an dieser Planung. Ich würde dort auch nichts investieren, wenn ich weiß, dass dort bald betoniert wird.

    Grüße,
    Jochen

  12. Nach all dem Rumgeeier und dem angeblichen Warten auf die Verkehrsprognose haben CDU und FDP nun den sehr autofreundlichen Kompromiß, den sie selbst 2006 im Stadtrat beschlossen haben, aufgekündigt – er steht also wohl nicht mehr zur Debatte.
    Das sinnvollste wäre demnach eine sogenannte „Sanierung im Bestand“ wie sie ja auch kürzlich Herr Lohmeyer von der FDP (aus versehentlicher Vernunft und ohne Absprache mit seinen Stadtratsfraktionskollegen?) gefordert hat.
    Die Verkehrsprognose sagt ja nun mal einen Rückgang des Autoverkehrs für die Königsbrücker voraus, es gibt also gar keinen Grund, hier einen Haufen Geld auszugeben, bloß um die Fußwege so schmal zu machen, dass die Straße für die Anwohner aus Neustadt und Hechtviertel nichts mehr taugt.

  13. Jochen, du sprichst mir aus dem Herzen. Wieso werden eigentlich in der ganzen Diskussion um Verbesserung oder Verschlechterung der Verkehrsbedingungen von Seiten der kleinbürgerlichen Parteien die Fußgänger völlig ausgeblendet. Auf dem Abschnitt Katharinenstraße-Bischofsweg stellen sie nunmal den Hauptverkehrsanteil. Und da dürfte es überhaupt keine Fördermittel geben, wenn deren Verkehrssituation deutlich verschlechtert wird.

  14. noch ist ja (wie schon so lange) nichts entschieden. Und mir bleibt ja noch die Möglichkeit, umzuziehen :(

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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