Kann das jetzt weg?

Ampel an der Louisenstraße
Ampel an der Louisenstraße
Während der Stadtbezirksbeiratssitzung am Montag gab es einen Ergänzungsantrag. Es geht um die Ampel an der sozialen Ecke, der Kreuzung zwischen Rothenburger Straße, Louisenstraße und Görlitzer Straße. Außerdem sind Poller für die Louisenstraße im Gespräch.

Eigentlich ging es in dem interfraktionellen Antrag von Grünen, Linken und SPD nur um eine stadtteilangepasste Mobilitätsplanung für die Louisenstraße. Auslöser waren die aktuellen Bauarbeiten am Westende. Dort wurde die Straße, wie schon vorher im östlichen Teil im Bestand saniert. Dies soll der Antrag für den restlichen Teil der Louisenstraße künftig verhindern.

Louisenstraße gen Westen sperren

Die Stadtbezirksräte wollen nun, dass die Kreuzung für den Ost-West-Verkehr gesperrt werden soll und in der Folge die Ampel abgebaut wird. Der Ergänzungsantrag wurde mit knapper Mehrheit, der gesamte Antrag mit großer Mehrheit angenommen.

In der Begründung der Ergänzung heißt es, dass die aktuelle Sperrung der Louisenstraße zeige, dass eine verkehrliche Erschließung der Neustadt auch möglich ist, ohne dass die Straße befahren wird. Und Fußgänger und Radfahrer könnten die Kreuzung gut einsehen, außerdem würde die Ampel ohnehin häufig ignoriert. Zur Sicherung des Straßenbahnverkehrs sollen orange Blinklichter installiert werden.


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Huch! Die Ampel an der sozialen Ecke soll weg? Also das Ding, das Fußgänger sogar in Anwesenheit der Polizei ignorieren. Das Ding, an dem schon schick geschaukelt wurde. Einfach weg damit? Nun, ganz so schnell geht das nicht. In dem Antrag ist auch nur die Rede davon, dass die Stadtverwaltung das prüfen soll.

Ampel wurde 2006 errichtet

Die Ampel gibt es seit mehr als zwölf Jahren, genau genommen seit dem 7. November 2006. Schon damals gab es Protest gegen die Leuchtanlage.

Die Ampel gibt es seit November 2006 - Foto: Archiv 2009
Die Ampel gibt es seit November 2006 – Foto: Archiv 2009

Louisenstraße-Antrag – die Details

Der Oberbürgermeister wird beauftragt,

  1. vor weiteren Baumaßnahmen auf der Louisenstraße dem Stadtbezirksbeirat Neustadt und dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften eine Planung für die Aufteilung und Gestaltung des Straßenraums zur Beschlussfassung vorzulegen, und dafür
  2. zu prüfen und darzulegen, ob und wie

    a. der Fußverkehr bequemer und insbesondere in den Kreuzungsbereichen zur Rothenburger / Görlitzer Straße und zur Martin-Luther-Straße / Kamenzer Straße durch Anhebung auf Gehwegniveau und Diagonalquerungen sicherer geführt, sowie eine zusätzliche Querung zwischen Nordbad und Spielplatz geschaffen werden kann,
    b. die Aufenthaltsqualität durch großkronige und gebietsheimische Bäume auch an Einzelstandorten, sowie andere Maßnahmen aufgewertet,
    c. der Straßenraum für Geschäftsauslagen und Freisitze, für Cafés und Gaststätten vergrößert,
    d. der Radverkehr auf beiden Seiten mit eigenen Anlagen und geeignetem Belag bequemer und sicherer geführt,
    e. die Anlieferung und der Wirtschaftsverkehr und Ein- und Auffahrt von Kraftfahr-zeugen auf Anliegergrundstücke sowie der Versorgungs- und Rettungsverkehr gewährleistet werden können und dabei auch eine zeitlich flexible Raumnutzung zu prüfen
    f. die Anzahl der Parkplätze zugunsten von Kurzzeithalten und breiteren Fußgän-gerbereichen beschränkt werden kann und
    g. die Anordnung von Tempo 20 in einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich möglich und sinnvoll ist.
    h. die Kreuzung für den Kfz-Verkehr in Ost-West-Richtung gesperrt und in der Folge die Lichtsignalanlage an der Kreuzung zur Rothenburger/Görlitzer Str. rückgebaut werden kann.
  1. zu prüfen, ob die unter 2. aufgeführten Ziele durch einen gemeinsamen nicht unterteilten öffentlichen Straßenraum für alle Mobilitätsarten (“shared space”) besser erreicht werden können.

  2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, Planungsvarianten vor der Zuleitung an den Ortsbeirat und den Ausschuss für Bau und Verkehr in einer öffentlichen Bürgerversamm-lung vorzustellen, zu begründen und sich der Diskussion zu stellen.

  3. kurzfristig in Zusammenarbeit mit Anwohnern und Gewerbetreibenden ein Konzept für eine provisorische Aufwertung des öffentlichen Raums, etwa durch an den Bordstein angestellte Paletten, zu entwickeln.

Begründungen und Details auf dresden.de.

Kann das jetzt weg? Nee, wird erstmal geprüft.
Kann das jetzt weg? Nee, wird erstmal geprüft.

13 Kommentare zu “Kann das jetzt weg?

  1. Was denn ? Schon wieder erster April ? Das ging aber schnell dies Jahr !
    Die Aufenthaltsqualität soll also durch hohe Bordsteinkanten, Fahrradspuren und Bäume (?? Das sind doch auch Lebewesen, mein Gott !!) sowie Außenbestuhlung gehoben werden.
    Mein Zusatzvorschlag: Eine Extraspur, beidseitig für geländegängige Kampf-Kinderwagen und Schlitten mir plärrenden Kleinkindern sowie bei Regen für Regenschirmträger unter 180 cm Körpergröße.

  2. Die Louisenstraße wurde saniert? Wurden nicht nur die Hausanschlüsse aus dem vorletzten Jahrhundert ausgetauscht und dann die Straße wieder so verschlossen, wie sie vor dieser Maßnahme auch war? Bei einer Sanierung bzw. einem Umbau müsste die Stadt zahlen, bei der jetzt durchgeführten Maßnahme hat wohl die Drewag den Asphalt bezahlt.

  3. …kein links Abbiegen mehr aus der Rothenburger in Richtung Köni? …das schmälert aber im Sommer massiv das Proletenautokino aus dem Raum PIR… schade

  4. … und die Autos haben jetzt keine Chance, mehr, innerhalb der Neustadt richtung Osten die Rothenburger Str. zu queren oder auf die Görlitzer abzubiegen? Als Gelegenheits-Autofahrer finde ich das trotzdem doof.
    Alle anderen Maßnahmen gefallen mir, aber PKW-Mobilität so unnötig zu erschweren führt dazu dass ich größere Umwege fahren muss mit allen Konsequenzen für Anwohner… ja, ich nutze meistens das Fahrrad, und nein, es gibt trotzdem Situationen wo ich gute Gründe für den PKW habe.
    Jetzt werde ich vermutlich gleich ausgebuht und aus der Neustadt rausgevotet.

  5. Noch eins: viel zu oft habe ich den Eindruck, dass Interessen der Anwohner zugunsten der Interessen von Kneipenbesitzern ignoriert werden. Auch bei diesem Antrag. Gegenantrag:
    – macht doch „ausschließliches Anwohnerparken“ wie in vielen westdeutschen Innenstädten. (Bräuchte auch weniger Parkfläche)
    – schleppt Fußwegparker konsequent ab, nicht nur 10€-Zettelchen bis abends um 6.
    Beides wäre für die Anwohner schön, fürs Geschäft aber schädlich, und kommt daher nicht.

  6. Shared space ist Klasse. Soweit ich weiß, gibt es dazu in Deutschland aber kein Regelwerk. Auf der Böhmischen wollte man das so. Da hat der Denkmalschutz gesagt, es müssen aber Fußwege sichtbar bleiben. (Weil das wohl gottgegeben ist.) Da auch keine Autos parken dürfen, ergibt die Spielstraße einer Raserpiste. Solange der Denkmalschutz das Konzept nicht begreift (kurz: verunsichere den Autofahrer, damit er langsam fährt) kommt genau das Gegenteil vom Ziel raus.

    Ich finde auch als Gelgenheitsautofahrer die Vollsperrung Ost-West nicht hilfreich. Das erzeugt riesige Umwege für Anwohner.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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