Scheune im Stadtrat

Scheune-Sanierungspläne heute im Ortsbeirat

Scheune-Sanierungspläne heute im Stadtrat

Heute Abend soll im Stadtrat über die Sanierung der Scheune entschieden werden. Geplant ist, das Kulturzentrum auf Grundlage des Nutzungskonzeptes des Scheune-Vereins zu modernisieren. Wichtigste Punkte sind der Brandschutz und die Barrierefreiheit. Die Stadtverwaltung schlägt die große Variante 3 vor und kalkuliert mit Kosten in Höhe von rund 6,2 Millionen Euro.

„Das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung trat an uns heran und bat uns um ein Nutzungskonzept“, berichtet Romy Jaehnig, Geschäftsführerin des Scheune-Vereins. Das ist seit Ende 2016 fertig. Seitdem war der Verein im regen Austausch mit dem Amt. Daraus sind dann drei Varianten entstanden. Zur Abstimmung steht heute Abend Variante 3 – nach der das Nutzungskonzept des Vereins fast vollständig umgesetzt werden kann.

„Nach der Bauaufsichtsprüfung 2015 konnten wir die Scheune nur noch eingeschränkt nutzen“, sagt Romy Jaehnig, Einschränkungen gab es im Dach- und im Erdgeschoss. Das hatte Auswirkungen vor allem auf die Nachwuchsarbeit, kleinere Konzerte hatten früher im Erdgeschoss stattfinden können.

Das Foyer vor dem großen Saal.

Das Foyer vor dem großen Saal. Foto: Archiv

Wenn alle Zeitabläufe eingehalten werden, kann die Sanierung des Kulturhauses voraussichtlich 2021 beginnen. Nach der Variante 3 wird das Haus wachsen, um neun Meter in Richtung Louisenstraße und jeweils um drei Meter nach vorne und hinten. Der bestehende Anbau an der Nordseite soll abgerissen werden. Der große Saal würde dann um ungefähr ein Drittel größer werden. Außerdem soll ein zweiter, kleiner Saal entstehen. Foyer und Garderobe werden neu gestaltet, auch das Scheunecafé soll um 33 Quadratmeter wachsen.

Zu dem Umbau des Kulturhauses haben sich vor der Abstimmung verschiedene Parteien und Initiativen geäußert. Die Linke-Stadträtin Jacqueline Muth freut sich, dass die Sanierung der Scheune mit diesem Beschluss endlich beginnen kann. „Am Ende dieses Prozesses werden wir ein moderneres, größeres und barrierefreies Kulturzentrum haben, dass jedoch den Scheune-Charme behält“, ist sie überzeugt.

Die AfD hat einen Änderungsantrag zu dem Thema eingebracht, in dem sie fordert, dass sich der Stadtrat zum „Erhalt des bisherigen Erscheinungsbildes des Kulturzentrums Scheune als bedeutsames exemplarisches Erzeugnis des sozialistischen Klassizismus“ bekennt und will den Oberbürgermeister beauftragen, sich dafür einzusetzen, das Gebäude unter Schutz zu stellen. Außerdem soll nach Willen der AfD eine Variante 4 entwickelt werden, eine neue Variante als Grundlage für Umbau und Modernisierung der Scheune unter Beteiligung betroffener neustädtischer Akteure zu erarbeiten, die die bisherige Fassade in ihrem Erscheinungsbild erhält.

Scheune Dresden

Scheune Dresden

Eine Einbeziehung der Akteure in der Neustadt fordert auch der Gewerbe- und Kulturverein. In einem offenen Brief an die Stadträte heißt es: „In einem Stadtteil, in dem die öffentliche Diskussion und die Projektentwicklung zur gesellschaftlichen Kultur des Miteinander gehört, wurden in der Konzeptionsphase aus unserer Sicht weder die zukünftigen Nutzer, die Kulturarbeiter des Quartiers, Nachbarn und Gewerbetreibende noch die Dreikönigsschule, die Neustadtkümmerin oder die Mitglieder der Stadtteilrunde einbezogen.“ Daher empfiehlt der Verein, die Entscheidung zur Abstimmung des vorliegenden Antrags zum Umbau und zur Modernisierung des Kulturzentrums Scheune zu vertagen und sich für eine Bürgerbeteiligung einzusetzen, die den Bedarf des Stadtteils ermittelt und berücksichtigt.

Die Kinderbeauftragte der Stadt Dresden, Anke Lietzmann, lehnt die Vorlage mit der Begründung ab, dass die Sanierung ohne Beteiligung der jugendlichen Nutzer geplant und konzipiert wurde. Sie schlägt für eine Beteiligung an den Sanierungsplänen folgende Gruppen/Personen vor: Die Nutzer der Scheune, die Mitarbeiter der Mobilen Arbeit der Diakonie und des Kinder- und Familienhauses „Louise“, die Dreikönigschule, die Neustadt-Kümmerin, die Stadtteilrunde Neustadt (inklusive des Stadtteilkoordinators des Jugendamtes) und die Gruppe, die den Scheunevorplatz sozialpädagogisch betreut.

Scheune-Geschäfstführerin Romy Jaehnig hofft indes, dass die Stadträte sich heute für die Vorlage entscheiden. Dann könne man weiter planen, erläutert sie: „Unter anderem wollen wir mit dem ‚Zentrum für Baukultur‘ ein Konzept entwickeln, wie wir eine sinnvolle Bürgerbeteiligung für die Sanierung erreichen können.“ Bezüglich der Entwürfe für die Außengestaltung weist sie daraufhin, dass es sich dabei lediglich um eine Studie zur Ermittlung des finanziellen Bedarfs handele. Wichtig sei dem Verein, dass das Erscheinungsbild weitestgehend erhalten bleibt.

Scheune-Umbau im Stadtrat

Scheunevorplatz bei Nacht - Foto: Archiv August 2017

Scheunevorplatz bei Nacht – Foto: Archiv August 2017

Nachtrag

Die Stadträte haben sich mit großer Mehrheit für die Sanierung der Scheune entschieden. 61 Ja-Stimmen standen zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gegenüber. Der Ergänzungsantrag der AfD wurde abgelehnt.

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1 Kommentar zu “Scheune im Stadtrat

  1. 1. November 2018 at 22:14

    Nachtrag

    Die Stadträte haben sich mit großer Mehrheit für die Sanierung der Scheune entschieden. 61 Ja-Stimmen standen zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gegenüber. Der Ergänzungsantrag der AfD wurde abgelehnt.

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