Ein bisschen Utopie schadet nie

Umundu-Thema: Utopie

Umundu-Thema: Utopie

Zu seinem 10. Geburtstag schenkt das Umundu-Festival für nachhaltige Entwicklung sich und allen Gästen mit Vorträgen, Filmen, Ausstellungen, Dikussionen und Workshops etwas, das aktuell in der Gesellschaft Mangelware ist: Den Mut zum Träumen. Ein Gespräch mit den Projektkoordinatoren Siv-Ann Lippert, Christian Bärisch und Stephan Philipp.

Klimawandel, Bienensterben, Rechtsruck, „Flüchtlingskrise“, Politik­­­verdrossenheit, Fachkräftemangel, Mikroplastik, Hungersnöte, Krieg – der Karren steckt mit durchdrehenden Reifen tief im Dreck und wer hinten schiebt, dem kann vor lauter Schlammspritzern die Sicht auf den Horizont abhanden kommen. Das Umundu-Festival möchte mit seinem diesjährigen Thema Utopie ergründen, wo die großen Träume unserer Gesellschaft geblieben sind.

In den Büroräumen im Stadtteilhaus klingeln die Telefone und klacken die Tastaturen. Kurz vor dem Festival ist die Anspannung am größten, doch für einen Ausblick auf eine Woche voller Utopien, die Rettung der Welt und des Universums ist natürlich Zeit. Das Team ist sich einig: Das Umundu-Festival mit all seinen ehrenamtlichen HelferInnen, seinem vielseitigen Tatendrang und seiner schillernden Vernetzung ist selbst wie eine kleine gelebte Utopie.

Stephan Philipp, Christian Bärisch, Siv-Ann Lippert vom Sukuma arts e.V., der alljährlich das Umundu-Festival ausrichtet

Stephan Philipp, Christian Bärisch, Siv-Ann Lippert vom Sukuma arts e.V., der alljährlich das Umundu-Festival ausrichtet

„In unserer Gesellschaft werden viele Diagnosen gestellt. Oftmals überwiegt die Gegenwartskritik. Das schafft ein enormes Gewicht und führt zu dem Schluss: Es ist eh alles sinnlos und bringt nichts mehr. Wir möchten Angebote machen, sich von diesem Gedanken zu emanzipieren“, sagt Christian Bärisch. Die vermeintliche Aussichtslosigkeit verleite zudem zur Glorifizierung der „guten alten Zeit“.  „In unserer westlichen Gesellschaft scheinen die Träume abhanden gekommen zu sein“, sagt Siv-Ann. „Aber wir brauchen Träume, um die Zukunft zu gestalten und Alternativen des Handelns aufzuzeigen.“

Stephan: „In den Debatten um Lösungen für ökonomische und soziale Probleme heißt es oft: Man sollte … Man müsste…. Aber es gibt auch Menschen, die machen einfach.“ Das Umundu bietet Initiativen und Projekten eine Plattform, die nicht im Konjunktiv verharren, sondern zukunftsträchtige Lebensmodelle umsetzen.

Gemeinsam mit den Gästen wird an Lösungen getüftelt, abgeklopft und ganz wichtig: Hoffen und Wagen geübt. „Das Umundu-Festival liefert viele Beispiele, dass es anders und besser funktionieren kann“, sagt Stephan. Siv-Ann: „Nur mit aktivem Handeln kann man Ideen- und Alternativlosigkeit begegnen“. Wer nicht träumt, wird bitter. Wer nicht gestaltet, wird stumpf. Auf, auf also! Den Kopf aus dem Sand gezogen und aus dem Stroh der Gegenwart das Gold der Zukunft gesponnen!

Hinweis: Für das Symposium ist jede helfende Hand noch herzlich willkommen!

Das Umundu-Festival zum Thema „Utopie“

  • 28. September bis 6. Oktober 2018
  • 28. bis 30. September Symposium. Tickets gibt es vor Ort und bei sax-Ticket für 20 Euro. Gültig über das ganze Wochenende
  • 1. bis 6. Oktober Festivalwoche im Stadtgebiet Dresden
  • 5. September bis 7. November Ausstellung „Reale Utopien“ im Rosenwerk
  • Link zum Programm

Empfehlungen des Hauses

Siv-Ann empfiehlt: Die Lecture Performance „Visiting Quality Land“ am Samstag um 20:30 Uhr mit Utz Pannicke (Panisches NOt-Theater). Guter Mix aus Inhalt und Unterhaltung, der einen guten Einstieg bietet.

Stephan empfiehlt: Den Film „Der Kulturkosmos und das Fusion-Festival“ zum Überschreiten der Grenzen des eigenen Mikrokosmos in der Schauburg am 2. Oktober um 20 Uhr und die Aftershow-Party nach einem gelungenen Festival im objekt klein a am 6. Oktober

Christian empfiehlt: Den Symposiums-Freitag als guten Einstieg in die Thematik. Wo stehen wir gesellschaftspolitisch? Wo sind unsere großen Ziele? Was sagt es über eine Gesellschaft aus, wenn sie keine Träume mehr hat? Außerdem den Vortrag „Utopien in grün-braun. Die rechte Ökologiebewegung in Deutschland“ am 4. Oktober um 19 Uhr im Hygienemuseum.


Umundu ist ein Kunstbegriff und abgeleitet aus dem Begriffspaar „uno mundo“ aus dem Portugiesischen für „Eine Welt“. Sukuma bedeutet auf Kisuaheli „Anstacheln, Begeistern, Aufwecken“.

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1 Kommentar zu “Ein bisschen Utopie schadet nie

  1. 28. September 2018 at 10:27

    “ Ein bisschen Utopie schadet nie „ – Außer den HandlangerInnen des Nichts: https://www.youtube.com/watch?v=kOPAW7Em8mE
    In diesem Sinne: träumt weiter! :)

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