Bürgerbeteiligung bei Umbau der Louisenstraße gefordert

Die Sanierung der Louisenstraße soll mit mehr Beteiligung von AnwohnerInnen erfolgen, fordert ein interfraktioneller Antrag der rot-rot-grünen Stadtratskooperation an den Oberbürgermeister vom 7. September 2018. Der bisherige Ausbau habe alternative Planungsvarianten nicht respektiert und den knappen Straßenraum nicht angemessen neuverteilt. Die Louisenstraße ist neben der Alaunstraße die zentrale Fußgänger- und Geschäftsachse der Äußeren Neustadt und soll den Bedürfnissen von Fußgängern, Rad- und Motorverkehr gleichermaßen genügen.

BürgerInnen nicht einbezogen

Dr. Martin Schulte-Wissermann, Stadtrat der Piraten in der Linken Fraktion bemängelt, dass Wünsche der Bevölkerung nach Radbügeln, Bäumen und weniger Autos bisher nicht beherzigt worden sind. Johannes Lichdi, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sagt: „Wir wollen mit dem Auftrag an die Stadtverwaltung sicherstellen, dass die weitere Sanierung der Louisenstraße nicht ohne Zustimmung des Ortsbeirats und Stadtrats erfolgen kann. Wir wünschen uns eine Louisenstraße, die mehr Platz für FußgängerInnen, für Cafés und Auslagen sowie eine sichere Radverkehrsführung bietet, ohne Autoanlieger- und Wirtschaftsverkehr auszugrenzen.“

Auch Vincent Drews wünscht sich eine öffentliche Diskussion der Bauvorhaben, um keine der genannten Gruppen zu benachteiligen und eine Entscheidung zu finden, mit der alle einverstanden sind.

BRN auf der Louise demnächst unter Baumkronen?

BRN auf der Louise demnächst unter Baumkronen?

Bemängelt wird, dass beim bisherigen Umbau die alten Querschnitte erhalten blieben. Im Antrag heißt es, die Louisenstraße habe für den individualisierten Motorverkehr keine hohe Bedeutung*, sondern spiele die größere Rolle als Einkaufs- und Wohnstraße. In die Planung sollten deshalb ausreichend Freiflächen für Cafés, großkronige Bäume und Geschäftsauslagen einkalkuliert werden. Dafür sollen Gehwege erweitert und sichere Kreuzungen geschaffen werden. Eine teilweise Beschränkung auf Anliefer-, Anlieger-, Versorgungs- und Rettungsverkehr könnte eine Lösung sein.

Probeweise breitere Gehwehe durch Paletten

Der Antrag fordert dazu auf zu prüfen, ob Straßenflächen flexibel genutzt werden können, bsp. zwischen 7 und 11 Uhr für Lieferverkehr, zwischen 11 und 18 Uhr als Kurzzeitprakplätze und ab 18 Uhr als Freischankfläche. Zudem wird der Oberbürgermeister aufgefordert fachlich prüfen zu lassen, ob ein Tempolimit von 20 km/h sinnvoll ist.

Streckenweise soll die Wirkung breiterer Gehwege kurzfristig erprobt werden, z.B. durch ausgelegte Paletten. Als Vorschlag wird der Abschnitt zwischen Nordbad und Spielplatz genannt.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, sich vor der Weiterleitung von Bauplänen in einer Bürgerversammlung einer öffentlichen Diskussion zu stellen.


*2.000 Fahrzeuge pro Tag zwischen Königsbrücker und Alaunstraße in West-Ost-Richtung; in Ost-Westrichtung 200 Kfz pro Tag; zwischen Alaun- und Prießnitzstraße 600 bis 700 PKW pro Tag

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8 Kommentare für “Bürgerbeteiligung bei Umbau der Louisenstraße gefordert

  1. Frank
    11. September 2018 um 17:12

    Nirgends, wo es in Dresden flächenmäßig möglich wäre, werden großkronige Bäume gepflanzt, maximal diese dürren Gehölze aka Architektenpetersilie. Versiegelte Betonflächen, wohin man blickt.
    Aber in eine schmale Straße mit beidseitig 5-6-geschossiger Bebauung sollen plötzlich Bäume hin? In die Mitte der Straße oder wie??
    Forstet erstmal den Alaunpark vernünftig wieder auf und verkauft das Anliegen nach autofreier Neustadt nicht mit mehr Stadtgrün.
    Auch und gerade in der Neuse werden überall, wo noch einer dieser Würfelhusten-Betonklötze hinpasst, sämtliche Bäume gefällt und Flächen verdichtet. Da wäre eher Handlungsbedarf, statt die Louise (die nun mal neben der Alaunstraße die Hauptverkehrsachse ist) autotechnisch kaputtzusanieren.

  2. Klemens Schneider
    11. September 2018 um 17:26

    Korrektur: 4. Absatz 1. Satz: „Bemängelt wird, dass beim bisherigen Umbau die alten Querungen erhalten blieben.“ Da sind sicher Querschnitte, oder besser Straßenquerschnitte gemeint.

  3. Philine
    11. September 2018 um 19:05

    Ja, danke!

  4. Bob
    11. September 2018 um 20:07

    es heißt AutoanliegerInnen sowie BürgerInnenversammlung.
    Entweder alles oder lassen.
    So ein Sch….

  5. Grenzgänger
    12. September 2018 um 08:39

    Genau. Großkronige Bäume. Bei der Straßenbreite bietet sich als Pflanzort die Straßenmitte an. Ansonsten wird aus großkronig halbkronig.

  6. Jacqueline
    12. September 2018 um 12:45

    Querungen sind Übergänge. Straßenquerschnitte die Zonierung des Straßenraums.

  7. nepumuk
    12. September 2018 um 15:51

    Wenn schon von Zonierung die Rede ist, sollte die Längszonierung nicht ausgelassen sein. Wir haben eine bestandssanierte Äußere Ostzone und bald eine Äußere Westzone, die Teilung ist damit erfolgt. Dort kann man die neuen Asphaltbahnen zumindest noch markierend weiter teilen. Ich wäre für beidseitiges Querparken – natürlich für Lasträder, Mofas, DIY-Selbstbaugefährte, Droschken und Sänften für die Gentrifikanten. Es soll auch Bedarf an Segel- bzw. Motorbootstellplätzen geben (Geflüster berichtete).

    Nun gehts noch um die Innere Ost- wie Westzone. Die Grenze bilden die Straßenbahngleise. Bäume sind m.W. laut Ratsbeschluß Erhaltungssatzung aus Mitte 1990er untersagt, darauf kommts bei der Louise auch schonmal gar nicht an. Geht man im Hochsommer aus der Äuse raus, kommt man ins schattenfreie „Überhitzungsgebiet“, welches bis hinter Pirna reicht.

    Will die Politik wie besagt eine „Einkaufs- und Wohnstraße“, ist damit weniger „Erlebnis- und Nachtlebenstraße“ gemeint (fände ich gut), was wiederum bauliche Unterbindung z.B. des Falschsitzens an der Streichelecke bedeutete. Man muß schon wissen, wohin man mit dem Gebiet will, wenn man eine der Hauptlebensadern gestaltet. Mehr Aufenthaltsattraktivität erhöht Nutzungs- und Konfliktpotenziale – auch gerade nächtens. Mein Credo ist weiterhin: Nachtleben dorthin, wo es hingehört. Und Hand aufs Herz, unser Arbeiter- und Familienviertel muß auch endlich mal etwas Nachtleben an die anderen Stadtteile abgeben, dort ist ja weit und breit alles ausgestorben. Also erbarmen wir uns, der Herr wirds danken, Amen.

  8. Zackbäm
    14. September 2018 um 22:42

    Wusste gar nicht, dass nur Bürger einbezogen wurden…

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