Umzug des Haus Sieben

Marco Wildner und das Haus Sieben (rechts im Bild) im Jahre 2015. Das Gebäude links im Bild ist schon abgerissen. Foto:  Thomas Schlorke

Marco Wildner und das Haus Sieben (rechts im Bild) im Jahre 2015. Das Gebäude links im Bild ist schon abgerissen. Foto: Thomas Schlorke

Veränderungen auf dem Drewag-Gelände an der Lößnitzstraße. Seit ein paar Monaten werden die Altlasten auf dem Gelände beseitigt. Dort soll künftig die 148. Grundschule entstehen (Neustadt-Geflüster vom 7. September). Während der Untersuchungen des Geländes hatte sich herausgestellt, dass sich hier einst eine Teergrube befand.

Aus diesem Grund hatte die Drewag den Mietern im Haus Sieben, darunter unter anderem die Nikkifaktur, der Siebdrucker Lars P. Krause und die Jeans-Manufaktur Rutloff-Garments gekündigt (Neustadt-Geflüster vom 23. März 2018). Damals bestand aber noch die geringe Hoffnung, dass das immerhin schon fast 130 Jahre alte Haus erhalten bleiben und die Kreativen nach der Sanierung wieder einziehen könnten.

Von diesem Plan hat sich die Drewag inzwischen verabschiedet, das komplette Haus Sieben wird abgerissen. Die Kreativen haben sich inzwischen gekümmert.

Die Nikkifaktur und Rutloff-Garments ziehen auf die Leipziger Straße 33 (gegenüber vom Eingang zum Alten Schlachthof). Der Siebdrucker Lars P. Krause, auch als Douze bekannt, zieht vorübergehend erstmal auf die Fritz-Reuter-Straße 12. „Ein halbes Jahr später soll die Druckerei dann den neuen Standort in der Johann-Meyer-Straße beziehen“, sagt Krause. Die Schreinerei „Lignum Works“ ist bereits auf die Bautzner Straße 71 umgezogen.

Haus Sieben neben der Schulbaugrube - der Abriss soll im Frühjahr erfolgen.

Haus Sieben neben der Schulbaugrube – der Abriss soll im Frühjahr erfolgen.

Zwar mitten im Umzugsstress kämpft Nikkifaktur-Chef Marco Wildner aber noch weiter um den Erhalt des Hauses Sieben. Er hatte die Konzeption des Hauses als Adresse für Kreative vorangetrieben. Neben seiner T-Shirt-Werkstatt gab es hier auch Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und kleine Konzerte. Mit einer e-Petition auf dresden.de sammelt er Unterschriften gegen den Abriss. Dort haben sich inzwischen schon rund 1.000 Unterstützer eingetragen.

„Bisher konnte mir niemand vernünftig argumentieren, warum es besser ist, die Räume abzureißen, anstatt alles erdenklich Mögliche zu tun, genau dies zu vermeiden“, sagt Wildner.

Auch das Haus südlich des künftigen Schulgeländes soll abgerissen werden. Früher hatte hier unter anderem das Tranquillo sein Lager. Das ist aber schon seit einer Weile in einen anderen Bereich des Geländes umgezogen, befindet sich jetzt in unmittelbarer Nähe der Lößnitzstraße.

Vor einem Jahr waren das Eisenlager und das Kesselhaus abgerissen worden.

Vor einem Jahr waren das Eisenlager und das Kesselhaus abgerissen worden.

Rückblick Drewag-Gelände

Für das Gelände zwischen Lößnitzstraße und Innerem Neustädter Friedhof gab es schon verschiedene Pläne. 2012 wurde im Ortbeirat eine Planung vorgestellt, nach der das Gelände komplett umgekrempelt werden sollte, mit Grün-Boulevard und Kletterhalle (Neustadt-Geflüster vom 13. November 2012). Dann gab es alternative Pläne von ansässigen Architekten (Neustadt-Geflüster vom 17. April 2013). Beide Großplanungen hatten sich aber zerschlagen, errichtet wurde bisher nur ein Spielplatz.

Nun ist die Altlastensanierung auf dem Grundschulgelände fast abgeschlossen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Neubau begonnen werden. Der Abriss der beiden Nachbar-Gebäude ist für das Frühjahr 2019 geplant.

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3 Kommentare für “Umzug des Haus Sieben

  1. nepumuk
    10. September 2018 um 17:03

    Wieviel ist denn „Haus Sieben“ – alles? Worin besteht denn künftig der Schallschutz von lärmender Schule zu Ruhestätte und Naturoase Friedhof?

    Grandios, dieser Megakrater am Gasometer. So nah an einem Freibad für Nordelbien-Neustadt waren wir noch nie. Hach … . Einfach weiße Wanne drüber und Wasser marsch. Kommt, wir gehen in die ‚Wanne‘ plantschen.

  2. DerJörg
    11. September 2018 um 18:33

    Schon bitter – wenn man bei den anfänglichen Treffen mit den DREWAG-Vertretern in der Nikkifaktur zusammengesessen und die unterschiedlichen Planungen und Ideen fürs Gelände verfolgt hat und sieht, was für ein Hackstückwerk in Sachen Stadtentwicklung daraus geworden ist …

  3. nepumuk
    20. September 2018 um 00:43

    Wenngleich die Stadt gestern über ihren bevorstehenden Expo-Real-Messeauftritt informierte, möchte ich auf den letztjährigen Projekteflyer hinweisen, in welchem auf Seite 1 unten in der Mitte ein Text mit Abbildung zum Otto-Grotewohl-Saalbau erscheint, wo dieser Lagerbau der Gasanstalt für eine Projektidee einer RBZ Generalplanungsgesellschaft mbH Dresden beworben wird.
    https://www.dresden.de/media/pdf/wirtschaft/exporeal/2017_EXPO_EINLEGER_deutsch_web.pdf

    Leider ist bei den aufgesetzten Kuben von Wohnnutzung die Rede, aber das wäre doch auch als Ersatzfläche für verdrängte Firmen aus dem Haus Sieben etc. geeignet. Zur RBZ-mbH fndet sich kein Webauftritt. Auch wenn sich diese Projektidee (z.B. mangels Feedback zur Expo-Real) vorert zerschlug, könnte man weiter darauf „aufbauen“. Vielleicht hat aber schon das Denkmalamt eine Krätsche geliefert, da Otto-Grotewohl bekanntlich unter Denkmalschutz steht. Dann siehts schlecht aus im Spechthaus.

    Naja, nur so ein geflüsterter Hinweis. Schönen Tag noch.

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